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Deutsche Lyrik seit Liliencron

Wilhelm Arent.

Reading edition

Geboren am 7. März 1864 zu Berlin, wurde Schauspieler und gab, vielfach unter Pseudonymen, mehr als zwanzig Gedichtbücher heraus. Er ist in Berlin verstorben.

Das Weltgeheimnis.

Sie fanden ihn – von düstrer Falte Durchfurcht die hohe Denkerstirn –, Schlaff hing die Hand, die marmorkalte, Verloht die heilige Glut im Hirn; Die Augen waren sanft geschlossen – Ein Lächeln spielte um den Mund – Als hätt' er jede Huld genossen Und jedes Rätsel wär' ihm kund …

Zwei Glückliche.

Und sie herzten sich Und küßten sich Lange; Endlich schliefen sie ein. Lächelnd träumten sie Arm in Arm, Bis rauh Der Morgen kam.

Melancholie.

Meiner Jugend Träume, Wo seid ihr hin? Ihr himmlischen Räume, Wie fern ich euch bin! Draußen grünen die Bäume, Flur in Blüte steht – Meine Lieder sind Schäume, Die der Wind verweht …

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