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Deutsche Lyrik seit Liliencron

Paul Scheerbart.

Reading edition

Geboren am 8. Januar 1866 zu Danzig, starb am 14. Oktober 1915 zu Lichterfelde bei Berlin. – Kater-Poesie 1909.

Dahin!

Singe nicht so hell und laut, Da ich wieder einsam bin! Ach, fühlst du nicht, worüber Ich trüber werde? Lache nicht so toll und dumm, Da ich ernst und anders bin! Nein, weißt du nicht, worüber Ich trüber werde? Frage nicht so klug und hart! Das hat alles keinen Sinn! Was? Ahnst du nicht, worüber Ich trüber werde? Sieh, ich liebe dich nicht mehr, All mein Lieben ist dahin! Begreifst du jetzt, worüber Ich trüber werde?

Notturno.

Ich liege ganz still. Der Nachtwind rauscht leise vorbei. Eine große Sehnsucht zieht mich noch tiefer. Diese Sehnsucht – nach – ich weiß nicht was! Das macht so traurig. Ich möchte – ich weiß nicht was! Ich denke an ferne, ferne Zeiten …

Tiefernst!

Mir ist, als ob der Friede Sich in meine Seele legt – So wundersam bewegt! Der Pappeln Wipfel flüstern. Wir sitzen still und schweigen. – – – Wir wollen noch einmal trinken – Und dann – betrunken sein!

Die große Sehnsucht.

Wenn die große Sehnsucht wieder kommt, Wird mein ganzes Wesen wieder weich. Und ich möchte weinend niedersinken – Und dann möcht' ich wieder maßlos trinken.

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