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Niederländische Volkslieder

Herr Daniel.

Reading edition

1Wildi horen een goet nieu liet?

ende dat sal ic ons singhen,

wat heer Danielken is gheschiet

al met vrou Venus minne.

2‘Oorlof, sprac hi, vrouwe waert!

ende ic wil van u scheiden,

ic wil gaen trecken te Romen waert

al om des paus gheleiden.’

3‘Heer Daniel, wilt ghi oorlof ontfaen,

ic en wil u niet begheven:

laet ons in die camer gaen

die hoochste minne pleghen.’

4‘Dat en doe ic niet, vrouwe fier!

mi dunct in alle minen sinne,

uw oghen bernen al waert een vier,

mi dunct ghi sijt een duivelinne.’

5‘Heer Daniel, wat ist dat ghi secht?

ghi en dort u niet vermeten,

coomt ghi noch weder in den berch,

dat woort en sal ic niet vergheten.’

6‘Trouwen neen ic, joncfrou stout!

nu noch te ghenen stonden

en peise ic om dinen roden mont,

die en achte ic niet tot allen stonden.’

7‘Daniel wilt ghi oorlof ontfaen,

neemt oorlof aen die grisen,

werwaert dat ghi henen keert

onsen lof sult ghi altijt prisen.’

8Hi nam een staf al in sijn hant

ende hi streec te Romen binnen:

‘nu biddic Maria, die moeder gods,

dat ic den paus mach vinden.’

9Doen hi quam voor den paus ghegaen,

voor onsen eertschen vader:

‘here, ic soude mi biechten gaern

ende roepe op god ghenade.

10Ic soude mi biechten seer bevreest

met alle minen sinne,

ic heb seven jaer in den berch gheweest

met vrou Venus die duivelinne.’

11‘Hebdi seven jaer in den berch gheweest

met vrou Venus die duivelinne,

so sult ghi bernen ewelijc

al in die helsche pine.’

12Die paus nam enen droghen stoc

ende stac hem in die aerde beneven:

‘wanneer desen stoc rosen draecht,

dan sijn uw sonden vergheven.’

13Vermaledijt moeten die pausen sijn

die ons ter hellen driven!

si hebben gode so menighe siele ghenomen

die wel behouden mochten bliven.

14Hi tooch te Ronsen opt hoghe huis,

om drie sijnder suster kinder,

die nam hi al metter hant

ende leidese bi Venus sijnder vriendinne.

15Al doen den derden dach omme quam,

dien droghen stoc droech rosen;

men sant bode ende wederbode

om heer Daniel te soeken.

16Doen hi voor den berch quam,

vrou Venus die quam hem teghen:

‘secht mi, secht mi, Daniel fijn!

hoe is die reise gheleghen?’

17‘Hoe nu die reise is gheleghen,

daer toe is mi so leide:

die paus heeft mi sulken troost ghegheven,

ewelic van god te sijn ghescheiden.’

18Si sette hem enen stoel,

daer in so ghinc hi sitten,

si haelden hem enen vergulden nap

ende wilde Danielken schinken.

19Hi en wilde eten noch drinken.

si wilde enen raet visieren,

hoe si in die camer soude comen

met seven camenieren.

20Mer doen si uter camer quam

al lachende ende al spelende,

al had si ewelic ghespeelt,

heer Daniel die hadde ghesweghen.

21Mer die dit liedeken eerstwerf sanc,

sijn herte lach hem in dolen,

hi was liever in Venus bedwanc

dan in helsche scholen.

Antw. LB. 1544. Nr. 160. (Hor. belg. 2, 131. Willems Nr. 51.)—Dr. 2, 3. waert fehlt—6, 1. trouwe—7, 1. saen (ontfaen)—9, 1. Doen quam hi—19, 2. versieren.

Obschon Willems keine andere Quelle vor sich hatte als das Antw. LB., so hat er sich doch viele Änderungen erlaubt, z. B. 6, 4. ic hebbe berou van mijn sonden—7, 4. ghi sult mijn minne prijsen—und Str. 20. also:

Si quam daer mede bi haer lief

al lachende en spelende voort.

mer al had si ewelic ghespeelt,

hi en haddes niet meer ghehoort.

Herr Daniel ist der deutsche Tanhäuser. Die Sage nebst dem Liede mag schon zeitig aus Deutschland in die Niederlande gekommen sein, beides hat sich dort hinundwieder eigenthümlich gestaltet. ‘Warum, sagt Willems, der Held im vlämischen Liede den Namen “Herr Daniel” führt, und seiner Schwester Kinder Ronse (Renaix) zum Wohnsitz haben, weiß ich nicht zu erklären. Vielleicht findet man in der Umgegend jener Stadt einen Venusberg.’

Das deutsche Lied hat sich in vielen alten Drucken erhalten: von Jobst Gutknecht 1515–1527 bei Erk, Liederhort Nr. 27a. Nachweisungen anderer alter Drucke Hor. belg. 2, 134. Uhland S. 1032. Gödeke, deutsche Dichtung im Mittelalter S. 580. 581. Ein hdschr. Text bei Uhland Nr. 297. A; ein niederdeutscher um 1550 ebendaselbst Nr. 297. B. und ein mündlicher aus der Schweiz in Aufseß Anzeiger 1832. Sp. 240–242. (Uhland Nr. 297. C. Erk Liederhort Nr. 27).

¶ 10, 1. bevreest, furchtsam—19, 2. raet visieren, versieren, überlegen, Clignett bijdr. 393. Huyd. op Stoke 1, 500.—in dolen ligghen, irren, Clignett bijdr. 75.

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