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Niederländische Volkslieder

Der Abendgang.

Reading edition

Stem: Ic wil te lant uitriden.

1Si ghinc den bogaert omme

met een so droevighen sanc

tot bi haer vaders toren,

die sijder ghesloten vant:

‘och wachter, sei si, wachter mijn!

en woudt ghi mijn uit laten,

ten souder uw schade niet sijn.’

2‘Ken wil u niet uit laten,

ghi bent so schone wijf,

en of u iets misquame,

tsou costen mijn jongher lijf.’

‘mijn en sal niet miscomen,

u en sal niet misschien,

drie uertjes voor den daghe

dan sult ghi mi wederom sien.

3Drie uertjes voor den daghe

so sincter dit droevich liet,

dan sal ic weder comen

tot desen toren siet:

al dieder verholen te vrijen plach,

tis tijt maer datse scheiden,

ic sieder den lichten dach.’

4De sterren hoghe saten,

het maentjen so clare scheen,

de maghet liet haer dalen

op enen blauwen steen,

aldaer dat clare water spranc,

daer bi so stont een linde,

daer de nachtegael sat en sanc.

5‘O nachtegael, dein voghel,

woudt ghijder mijn bode wel sijn

en vlieghen tot den ruiter,

den alderliefsten van mijn

en segghen dat hi comt alhier?

ic sal hem hier verwachten

bi desen toren schier.’

6En dat verhoorden een dwerrech,

die achter de berghen lach,

hi keerder hem soetjes omme

en hi boter haer goeden dach:

‘ic bender een bode tot u ghesent

van een so stouten ruiter,

ic weet niet of ghi hem kent?’

7‘En soudic hem niet kennen!

ic ken hem veel beter dan ghi.

had ic hem so wel niet ghekennet,

ten souder mijn schade niet sijn.’

8Den dwerrech nam de maghet

bi haer sneewitte hant,

hi leidese maer so verre

tot dat hi sijn moeder vant:

‘och moeder, dees maecht hoort mi alleen,

ic vontse ghister avont

op enen blauwen steen.’

9‘Vont ghise ghister avont

op enen blauwen stein,

so brenctse wederomme,

sen hoorter dats u, niet mijn;

so brenctse weder sonder verdrach!

daer sullen noch drie om sterven,

eer datter aencomt den dach.’

10Den dwerrech nam de maghet

bi haer sneewitte hant,

hi brachtse wederomme

daer hise eerstmael vant.

daer lach haer lief en hi was doot

met tsweert al in sijn side,

van bloet so was hi root.

11‘Och lecht ghi hier verslaghen

al om den wille van mijn?

nu wil ic wederom sterven

al om den wille van dijn.’

si nam dat mes al bi den cnoop,

si stacket in haer hertje:

was dat gheen grote malloot?

12Den wachter op den toren,

hoe luide wast dat hi sanc:

‘in drieendertich jaren

noit nacht viel mi so lanc!

al dieder verholen te vrijen plach,

tis tijt maer datse scheiden,

ic sieder den lichten dach.’

13De moeder op haer bedde,

op haer bedde wast dat si lach,

si hoorde den wachter singhen

met een so droeven gheclach:

‘och man, wat leit is ons gheschiet

en onse lieve wachter

sinct een so droevich liet!’

14De moeder van haer bedde,

van haer bedde wast datse spranc,

si ghinc van bed tot bedde,

haer dochter si niet en vant:

‘och man, wat leit is ons gheschiet

en onse lieve dochter

en die en vindic niet.’

15Si namen den wachter ghevanghen,

si leiden hem op den disch,

si lieten hem houwen en kerven

ghelijc een brasemvisch.

och waer om hebben si dat ghedaen?

om dat gheen conincs kinderen

meer uit avont spelen souden gaen.

Oudt Amst. LB. bl. 49. (Hor. belg. 2, 105. Willems Nr. 65.)

Von dem deutschen Liede (Uhland Nr. 90. A.) sind handschriftliche und gedruckte Texte des 16. Jahrhunderts vorhanden; handschriftlich aus dem Anf. des 16. Jahrh., aber sehr lückenhaft bei Uhland Nr. 90. B., dann ein späterer (Cod. palat. 341. Bl. 103. bei Görres, Altt. Volksu. Meisterlieder S. 191–195); die ältesten gedruckten Texte sind zwei Nürnberger fliegende Blätter: bei Kunegund Hergotin (Wolff, Proben altholl. Volkslieder 8. 197–203) u. bei Valentin Newber (Wunderhorn 2. Ausg. 1, 299. ff.) Spätere Drucke sind nachgewiesen bei Uhland S. 1008.

In die Lücke (Str. 7.) gehört vielleicht was nur die Heidelberger Hs. enthält:

Ab zog sie iren schleier,

sie warf in uf baumes ast:

nu sihst du, vil edler ritter,

daß ich alhie was.

mich füert ein wilder zwerg hindan.

ach reicher got vom himel,

wie sol es mir ergan!

9, 4. wird klarer durch den hdschr. Text bei Uhland:

wis got wilkum, der sune mein

und auch die juncfrau fein!....

die füegt dir nit zu einem weib,

nu füer sie bald hinwider aus!

es gilt das leben dein.

Der Zwerg also entführte sie, um sie zu seinem Weibe zu machen. Dass Zwerge Jungfrauen entführen und sich mit ihnen vermählen, kommt auch sonst in Liedern und Sagen vor, s. Grimm Mythol. 262. 263.

Im Dänischen beginnt dasselbe Wachterlied: Jeg veed saa rig en ridder ff. und ist in alten Drucken und Handschriften vorhanden, s. Nyerup Udvalg af Danske Viser 1, 50–56.

¶ 1, 1. bogaert für boomgaert, Baumgarten (am Niederrhein Bungert)—2, 1. ken für ic en—9, 4. dats u noch mijn: dafür bei Willems: noch u noch mijn—11, 5. mes, Schwert—11, 7. malloot, Närrin, thörichtes Weib, aus mal, närrisch und hoot für hooft—15, 2. so auch im Liede vom Brennenberg, Uhland Nr. 75, 7. A. u. C.—15, 4. brasemvisch, braessem, Brachse.

Andere Fassung nach dem Deutschen (Uhland Nr. 90. A.), aber sehr lückenhaft (12 Strophen) im Antw. LB. 1544. Nr. 158.

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