67
Hans Effenberger translation
Ob auch der Abend kommt mit langsamen Schritten, und allen Liedern das Zeichen zum Schweigen gegeben hat;
Ob auch Deine Gefährten zur Ruhe gegangen sind, und Du müde bist;
Ob auch die Furcht im Dunkel brütet, und das Antlitz des Himmels verschleiert ist;
Dennoch, Vogel, mein Vogel, höre auf mich, laß Deine Schwingen nicht sinken.
Das ist nicht das Schimmern des Laubs im Walde, es ist das Meer, das wie eine unheimliche schwarze Schlange schwillt.
Das ist nicht der Tanz des blühenden Jasmins, es ist der gischtende Schaum.
Ach, wo ist das sonnig grüne Ufer, wo ist Dein Nest?
Vogel, mein Vogel, höre auf mich, laß Deine Schwingen nicht sinken.
Die einsame Nacht liegt über Deinem Weg, die Dämmerung schläft hinter den schattigen Hügeln.
Die Sterne halten den Atem an und zählen die Stunden, der bleiche Mond überschwemmt die tiefe Nacht.
Vogel, mein Vogel, höre auf mich, laß Deine Schwingen nicht sinken.
Da ist keine Hoffnung, keine Furcht für Dich.
Da ist kein Wort, kein Flüstern, kein Schrei.
Da ist kein Heim, keine Ruhestatt.
Da ist nur Dein eigenes Paar Schwingen und der pfadlose Himmel.
Vogel, mein Vogel, höre auf mich, laß Deine Schwingen nicht sinken.