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Der Gärtner

63

Hans Effenberger translation

Wanderer, mußt Du gehn?

Die Nacht ist still, und das Dunkel bricht über dem Walde zusammen.

Die Lampen sind hell auf unsrem Balkon, die Blumen alle frisch, und die jungen Augen noch wach.

Ist die Zeit für Dein Scheiden gekommen?

Wanderer, mußt Du gehn?

Wir haben Deine Füße nicht gefesselt mit unsren bittenden Armen.

Deine Türen sind offen. Dein Pferd steht gesattelt an der Pforte.

Wenn wir versuchten, Deinen Pfad zu hemmen, geschah es nur mit unsern Liedern.

Haben wir je versucht, Dich zurückzuhalten, geschah es nur mit unsern Augen.

Wanderer, wir sind ohnmächtig, Dich zu halten. Wir haben nur unsre Tränen.

Welch unauslöschliches Feuer glüht in Deinen Augen?

Welch ruhloses Fieber jagt durch Dein Blut?

Welcher Ruf aus dem Dunkel zwingt Dich?

Welch schreckliche Zauberformel hast Du in den Sternen am Himmel gelesen, daß die Nacht mit versiegelter, heimlicher Botschaft in Dein Herz trat, schweigend und fremd?

Wenn Dir nichts liegt an fröhlichen Gelagen, wenn Du Frieden haben mußt, müdes Herz, werden wir unsre Lampen auslöschen und unsre Harfen schweigen lassen.

Wir werden still im Dunkel sitzen im Flüstern der Blätter, und der müde Mond wird fahle Strahlen an Dein Fenster gießen.

O Wanderer, welch schlafloser Geist aus dem Herzen der Mitternacht hat Dich berührt?

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