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Der Gärtner

65

Hans Effenberger translation

Bist du es wieder, die ruft?

Der Abend ist gekommen. Die Müdigkeit umschlingt mich wie die Arme bittender Liebe.

Rufst Du mich?

Ich hatte Dir meinen ganzen Tag gegeben, grausame Herrin, mußt Du mir auch meine Nacht noch rauben?

Alles hat irgendwo sein Ende und die Einsamkeit des Dunkels gehört uns selbst.

Muß Deiner Stimme Pfeil sie durchschneiden und mich tödlich treffen?

Singt Dir der Abend kein Schlummerlied unter Deinem Fenster?

Steigen die Sterne mit ihren lautlosen Schwingen niemals hinan zu dem erbarmungslos dunklen Himmel über Deiner Burg?

Sinken die Blumen in Deinem Garten niemals in den Staub zu sanftem Tode?

Mußt Du mich rufen, Du Ruhelose?

Dann laß die traurigen Augen der Liebe vergeblich wachen und weinen.

Laß die Lampe brennen im einsamen Haus.

Laß das Fährboot die müden Arbeiter heimtragen.

Ich reiße mich los aus meinen Träumen und folge eilig Deinem Ruf.

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