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Hans Effenberger translation
Der zahme Vogel war in einem Käfig, der freie Vogel war im Walde.
Als ihre Zeit gekommen war, trafen sie sich; so wollte es das Schicksal.
Der freie Vogel ruft: „O Liebster, laß uns zum Walde fliegen.“
Der Vogel im Käfig zwitschert: „Komm her, laß uns beisammen im Käfig leben.“
Sagt der freie Vogel: „Wo ist denn Platz hinter Stäben, seine Flügel zu spreiten?“
„Ach,“ ruft der Vogel im Käfig, „wo sollte ich mich in den Lüften ausruhn ohne Stange?“
Der freie Vogel ruft: „Mein Liebling, singe die Lieder der Wälder.“
Der Vogel im Käfig sagt: „Setz Dich zu mir, ich will Dich unterweisen in der Sprache der Gelehrten.“
Der Waldvogel ruft: „Nein, ach nein! Lieder können niemals gelehrt werden.“
Der Vogel im Käfig sagt: „Weh mir, ich weiß sie nicht, die Lieder der Wälder.“
Ihre Liebe ist heiß, voll Verlangen; doch können sie nie Schwinge an Schwinge fliegen.
Durch die Stäbe des Käfigs schauen sie und sehnen sich vergebens, einander zu kennen.
Sie flattern sehnsüchtig mit ihren Flügeln und singen: „Komm näher, mein Lieb!“
Der freie Vogel ruft: „Es geht nicht, ich fürchte die verschlossenen Türen des Käfigs.“
Der Vogel im Käfig zwitschert: „Weh, meine Flügel sind kraftlos und tot.“