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Heimat und Fremde

Osterglocken.

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Die Verstummten singen wieder Hoch von steiler Türme Rand Und ihr Dröhnen rauscht hernieder Schwerem Regen gleich ins Land. In die Tiefe, durch die Düfte, Die aus Aun und Wiesen wehn, Über Klüfte, über Grüfte Hallt ihr Lied vom Auferstehn. Nach dem Liede lauschen alle, Die im Staub der Straße ziehn, Überwältigt von dem Schalle Hoher, heiliger Melodien, Die den dumpfen Glockenhöhlen Sich entrungen selbstbefreit, Sturmbeschwingte Jubelseelen, Kündiger der Ewigkeit. Alle, die nach Glück noch fragen, Deren Gang ein Blütengang; Alle, die ein Leid beklagen, Ruft zu sich der mächtge Sang Aus den Höhn, der durch die Trübe Trägt die traute Wundermär Von der gottgewordnen Liebe, Die viel tiefer als das Meer. Von der Liebe, die noch größer Als der Menschheit ganzes Leid, Die mit uns geht als Erlöser Ungesehn durch Raum und Zeit; Von der Liebe, die gestorben, Die von Tod zu Tode drängt, Dennoch lebt und lichtumworben Gräber öffnet, Särge sprengt... Und die Glocken singen’s allen, Die mit Mühn beladen sind; Brausend ist ihr ehern Schallen Wie der wilde Märzenwind: Menschen laßt den Haß vergehen, Daß nur Liebe fürder spricht Und auf jeder Stirn zu sehen Glanz vom Heilandsangesicht! Wie aus winterdunkeln Stunden Aufersteht das weite Land, Das aus Blüten sich gewunden Selbst ein schimmernd Brautgewand, Sollt auch ihr beim Osterläuten Auferstehen unbetrübt Und die Hände segnend breiten Über alle, die ihr liebt!

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