Mödling.
Reading edition
Willst du Mödling lieb gewinnen, Steig den Frauenstein hinan Oder auf des Kirchbergs Zinnen, Schau die Stadt von oben an! Unter dir, ein Riesenfächer, Liegt der Häuser bunte Meng’, Hohe Giebel, graue Dächer, Wirre Gassen, breit und eng. Über all dem siehst du ragen Hoch der Othmarkirche Bau Als ein Hort von frommen Sagen, Stolz und ernst und wettergrau. Und das alte Rathaus drüben, Von Jahrhunderten umkreist, Ist sich immer gleich geblieben, Herrscht auch drin ein neuer Geist. Noch ein Zeuge ferner Jahre Steht im lauten Stadtgewühl: Dunkler Kirchturm ragt ins Klare, Wo die Straße weist zur Brühl. Niedre Häuser, schmale Gärten Schmiegen sich ans Felsgestein, Schwarze Föhren von den Höhen Trotzig schau’n ins Tal hinein. Und die Wälder, die da grünen In verschwiegner heil’ger Pracht, Halten mit den Burgruinen Hoch auf Bergen treue Wacht. Halten Wacht, daß deutsche Sitte Und der Väter Brauch und Recht Walte fort in Haus und Hütte, Rein bewahrt und ungeschwächt. Segne Gott euch, deutsche Schollen! Dich, du Stadt, die drauf erblüht! Segen jedem, dessen Wollen Sich um dein Gedeih’n bemüht!