Am Frauenstein.
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Als mild der Tag die Augen zum Schlummer zugetan, Stieg ich auf dunkeln Pfaden den Frauenstein hinan. Tief unter mir lag friedlich die große, bunte Stadt, Die hohe und niedere Häuser mit Gärten dahinter hat. Schon blitzten in manchen Fenstern die ersten Lichter auf, Und von der Othmarkirche klang Aveläuten herauf. Blaunebel stiegen und woben ums graue Felsgestein, Wie warmes Herzblut tauchte das sinkende Sonnlicht drein. Und seltsam leise harfte der Wind durch Tann und Ried, Es klang als säng’ einem Kinde die Mutter ein Wiegenlied. Mir war so ernst zumute, als wehte Geisterhauch Durchs schwarze Geäst der Föhren und um mich selber auch. Da griff’s mir an der Seele, da legt’ ich Hand in Hand Und schaute feuchten Auges hinunter aufs stille Land. »Herrgott«, so sprach ich betend, »laß du mein Österreich Von Streit und Schmerzen gesunden, an denen es überreich! Gieb Friede wie am Abend in Hütte und in Haus Und scheuch aus allen Herzen den finstern Haß hinaus! Gib Friede allen, allen, soweit das Auge reicht, Und mach die Lebensbürde, die schwere, allen leicht! Gib allen Müden Träume, die süß und selig sind...« Mir war’s, als spräch’ ein Amen in mein Gebet der Wind.