Heilige Nacht.
Reading edition
Dämmerstille Gassen, Sterne schaun herein. Alle Fenster funkeln voller Lichterschein. Schmucke Gabenbäume in den Stuben stehn, Reichbeglückte Menschen Aug’ in Aug’ sich sehn. Mistelzweige grünen und der Tannenbaum Duftet herb durchs Zimmer — o du Kindertraum! O du heller Zauber heil’ger Weihenacht, Web’ durchs Dunkel wieder heimlich, fromm und sacht! Liebe ist gekommen aus verschneitem Land, Liebe, die der Heiland einst für uns empfand, Und sie redet wieder, keusch und silberbleich, Von verschollnen Wundern und vom Gottesreich. In ihr süßes Raunen hallen Glocken drein, Die ihr Beten tragen auf zum Sternenschein. Weiße Engel haben in des Ew’gen Raum Wispernd angezündet einen Weihnachtsbaum: Goldne Lichtlein steckten sie der Nacht ins Haar Und sie glänzt hernieder licht und wunderbar.