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Heimat und Fremde

Meinem toten Vater.

Reading edition

(An seinem Namenstage.)

Vor einem Jahr noch hab den Tisch Mit Rosen ich dir reich geschmückt, Ein Wort, ein liebes, dir gesagt Und warm dabei die Hand gedrückt. Da war ich reich noch durch das Glück, Daß deine Liebe ich besaß, Und nun (o Gott, kaum faß ichs ganz!) Schläfst du schon unterm Kirchhofgras. Wie hast das Leben du geliebt, Du großes Kind im grauen Haar, Das scherzend alles Leid verwand Und gern mit Frohen fröhlich war! Und nun ist deiner Augen Licht Erloschen längst — Gott weiß warum! Dein Mund, der nie ein Böses sprach, Verstummt und bleibt für ewig stumm. Ein Haufen Erde deckt dich zu, Die Nacht des Todes hüllt dich ein Und alles, was uns von dir blieb, Ist nur der Schmerz um dich allein! Leer bleibt dein Platz an unsrem Tisch Und keine Sehnsucht ruft dich her, — Die Rosen duften schwül wie sonst, Du aber siehst’s und fühlst’s nicht mehr! Und meiner Wünsche weher Klang Dringt nimmer an dein taubes Ohr... O Gott, wie traurig stimmt ein Tag, Der mahnt an das, was man verlor!

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