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Die schwarzen Brüder

Viertes Kapitel. Sie reisen zur Hochzeit.

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Duur war niedergeschlagen und so mißvergnügt, nach seiner Heimkunft, daß er keine kleine Lust hatte, sich in den Salomonismus einweihen zu lassen.

Er verließ ungern sein Zimmer; floh alle Gesellschaften, so sehr es thunlich war; nachtwandelte in seinem Zimmer, träumte, schwärmte, seufzte, klagte und zankte mit dem Schicksal, wie es seit dem achtzehnten Jahrhundert noch immer die Sitte der unglücklichen Liebhaber war.

Josselin hingegen schien seinen Trübsinn zu verlieren und seinen Vorsatz ausführen zu wollen, in Zukunft sich ganz dem schönen Spiel der Sinnlichkeit zu überlassen. — Rosalia war ein reizendes Mädchen; das wußte Josselin, er wußte auch noch mehr, daß er — von ihr geliebt wurde.

Es dauerte nicht lange: so kam es zwischen ihm und ihr zu umständlichen Erklärungen; der alte brave Silberot hatte gegen diese Erklärungen keine Sylbe einzuwenden, und — eh mans sich versah, hieß Josselin des braven Commendanten Schwiegersohn.

Florentin wünschte seinem Freunde Glück — mit schwerem, traurigen Herzen wünschte er Glück, freuen konnt’ er sich nicht.

„Damit die Lust vollkommen werde,“ sagte der brave Commendant: „so soll die Vermählung ebenfalls am ersten September, und zwar auf dem Gute des Grafen von Gabonne vollzogen werden. Rosalia und Imada sind Freundinnen; — das giebt ein Doppelfest, eine Doppelhochzeit.“

Josselin und Rosalia nickten freundlich und schweigend mit dem Kopf.

„Damit aber,“ sezte Josselin hinzu, indem er Florentinens Hand faßte: „unser lieber Freund dort heitrer sey, als ers bei uns izt ist; so werd’ ich mit ihm zu Fuß nach Mont-Rousseau reisen, kreuz und quer durch Deutschland. — Das vertreibt die hypochondrischen Grillen. Vielleicht finden wir unterwegs ein niedliches Mädchen, das sich nicht schämen darf, neben Rosalia und Imada vor dem Altar zu stehn, das nehmen wir mit uns, wenn Florentin will — und die Triple-Allianz ist da. Zum ersten September treffen wir gewiß in Mont-Rousseau ein.“

Rosalia wollte freilich bei diesem Vorschlage etwas böse seyn — aber dann fiel ihr Blick auf den schwermüthigen Duur, und sie wars zufrieden.

Florentin hatte Josselinen selbst gebeten, mit ihm eine solche Wanderung zu unternehmen, weil er doch, vor seinem Rückzuge nach Holders Einsiedelei, die Genossen des dreiundzwanzigsten Jahrhundertes noch ein wenig näher kennen zu lernen wünschte.

Es wurden also die besten Anstalten zu der Pilgerschaft getroffen, und —

Warum soll ich meinen Lesern vorerzählen von den Thränen der schönen Rosalia, die sie beim Abschiede ihrem lieben Josselin und Duur nachweinte? — Warum soll ich die Küsse berechnen, die wechselseitig gegeben und genommen wurden? —

Man reiste ab.

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