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Die schwarzen Brüder

Drittes Kapitel. Sie wandern alle in ihre Heimath.

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„Leb wohl! und folg mir bald!“ rief Holder, indem er seinen Bruder noch einmal in die Arme schloß und an sein redliches Herz drückte.

„Leb wohl! tausend Küsse Deiner Idalla, und meinem Karl, die in der Einsamkeit Dir entgegen seufzen. Leb wohl! Ich folge Dir bald!“ entgegnete Florentin, dems weh und bang ums Herz ward, ungeachtet die Scheidung nicht auf ewig gelten sollte.

Holder umarmte izt den ehrwürdigen Grafen von Gabonne — und Beide, statt einige Rührung bei ihrer Trennung zu empfinden, und zu äussern, da sie sich doch einander so theuer geworden waren, Beide, sag ich, brachen statt in Thränen, — in ein lautes schallendes Gelächter, aus.

Florentin machte ein paar große Augen. — Aber die Herrn liessen sich nicht stöhren, sondern lachten so herzlich und so anhaltend fort, daß die ganze Versammlung bald darauf mit einstimmte und Florentin, der auf keine Weise errathen konnte, warum sich das Zwergfell dieser scheidenden Freunde so unwillkührlich erschütterte, geneigt ward, selbst mit zu lachen.

Er erkundigte sich endlich, mit sehr verzeihlicher Neugier, nach dem Grund dieser unerwarteten Erscheinung, aber statt aller Antwort — lachte man. — Lachend stieg Holder in die für ihn bereitete Luftgondel; lachend empfahl er sich nochmals und in einigen Minuten war er in der Luft ihren Blicken entführt.

Weinend stand Imada an eine Mauer gelehnt — eben sie, die vor wenigen Augenblicken selbst an dem Gelächter ihren grossen Antheil nahm. Schluchzend wankte sie Florentinen entgegen, schweigend küßte sie ihn, verhüllte sich das Gesicht, und nahm in einer andern Montgolfiere ihren Platz.

Florentin verbiß seinen Schmerz.

„Am ersten September sind Sie doch bei uns?“ fragte sie mit einem wehmüthigen Lächeln.

„Gewiß!“ antwortete bebend Duur.

„Das müssen Sie,“ rief der alte Graf von Gabonne, indem er Florentins Hand schüttelte: „das müssen Sie mir feierlich noch einmal vor dieser ganzen lieben Gesellschaft angeloben. Es soll Ihr Schade nicht seyn; ich will alles dran wenden, Sie vollkommen vergnügt zu machen!“

„Ich werde erscheinen — gewiß erscheinen!“ antwortete Duur mit stockender Stimme.

„Verlassen Sie sich auf mich!“ rief Josselin dazwischen: „ich bürge für ihn; er trifft mit mir zugleich bei Ihnen ein!“

Der Bund ward mit Küssen und Händedrücken wechselseitig bestätigt — der alte Graf sezte sich zu seiner reizenden Nichte — die Gondel flog auf und ruderte langsam und majestätisch durch die Luft hin, wie ein Schwan in den Wellen.

So riß sich einer nach dem andern von Gobby los. Der Commendant und Rosalia mit ihrer Freundin, Josselin und Duur waren in einigen Stunden wieder in der alten Heimath.

„Wie behagte Ihnen die kleine Spazierfahrt?“ fragte der biedre Commendant den träumenden Duur.

„Sie war reicher an Intresse, als das ganze Leben manches Menschen!“ erwiederte der Träumer, nicht um seine Meinung, sondern um eine Antwort zu geben.

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