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Reisen in den Philippinen

ANHANG. (continued 2)

Reading edition

Von C. Semper am Maquiling gesammelte Handstücke zeigen, dass dort Schwefelwasserstofffumarolen und nach ihnen alkalische Bikarbonate enthaltende, Kieselsäure lösende und absetzende Quellen in grossem Maassstabe thätig sind. Dafür legen gebleichte, z. Th. mit Eisen durchzogene, und bis zu Bianchetto zersetzte Tuffe und Gesteine, Bildung von Gyps, z. Th. in schönen Krystallen, atlasglänzender faseriger Alunogen und Alaun, Absätze von Kieselsinter und weissem Opal sicheres Zeugniss ab.

Südlich von los Baños bei Calauan liegt ein Eruptionskrater, dessen Wände mehrere hundert Fuss hoch sind, (Llanura de Imuc) mit einer Kaffeepflanzung des Herrn Scott. Vom Südwestrand und vom Boden des Kraters liegen Rapilli vor: bis zollgrosse, unregelmässig begrenzte Bruchstücke schlackiger Doleritlava, welche triklinen Feldspath, Augit und Magneteisen erkennen lassen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen Doleritlavaströme von der gewöhnlichen mineralogischen Beschaffenheit und ohne Glimmer bilden neben der Hacienda eine 100 Fuss hohe Felswand, in welcher neben compakteren rissigen auch poröse Laven vorkommen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen, zwei Fuss mächtigen Tuffe mit Blattabdrücken von lebenden tropischen Pflanzen, deren Arten sich jedoch nicht sicher bestimmen lassen, liegen horizontal ausgebreitet in der Ebene von Calauan. Sie werden von 3 Fuss Dammerde bedeckt und ruhen auf einer über 5 Fuss mächtigen Thonschicht.

Der obere Rand des zur Hälfte von einem See eingenommenen, 100 Fuss tiefen Kraters Mar de Tigui (neben der Strasse von Calauan nach dem südlich gelegenen San Pablo) wird von Lapilli gebildet, die den oben beschriebenen gleichen. Das Plateau, in welchem der Krater aufgebrochen ist, besteht aus einem feinkörnigen, gelbbraunen Tuff, in dem einige stark verwitterte Gesteinsstücke zu erkennen sind.

Die Tuffe, welche den Krater Maïcap, eine Legua SO. von Calauan, und den Krater Palacpacan bilden, sind grobkörniger, enthalten zahlreiche Doleritstücke, z. Th. bimsteinartig aufgebläht und lassen einzelne glasige trikline Feldspathe und grüne Augite erkennen. Beide Krater enthalten Seen.

Weiter östlich am Wasserfall Butucan am Abhang des Vulkans Banajao bei dem Dorf Majayjay tritt zwischen zwei mächtige Tuffmassen eingeschaltet eine schwache Bank eines dem Piperno ähnlichen Gesteins auf. Unregelmässig begrenzte Streifen schwarzen Obsidians, dessen dünne Splitter gelbbraun durchsichtig sind, durchziehen ein feinkörniges, gelbgraues Gestein, in dem man einzelne Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, trikline Feldspathe, etwas dunklen Glimmer und grünen Augit erkennt. Man darf wohl annehmen, dass dieses Gestein durch Eindringen einer feurigflüssigen Masse in die Tuffe entstand.

Provinz Tayabas.

An der neuen Strasse, welche am rechten Ufer des Flusses Mapon von Lucban nach Mauban führt, stehen, bevor sie den Fluss erreicht, in grosse prismatische Blöcke abgesondert feinkörnige, compakte, dunkelblaugraue Dolerite an. Ihre Grundmasse enthält ausgeschieden zahlreiche kleine trikline Feldspathe, etwas Augit und reichlich Olivin. Das Gestein wirkt stark auf die Magnetnadel. Weiter am Weg finden sich stark verwitterte, wenig feste, graue bis gelbgraue, sehr feinerdige, thonige Tuffe, welche, ausser undeutlichen Resten, Blattabdrücke und nach der Bestimmung des Herrn Dr. von Martens Melania asperata Lam. var. M. dactylus Lea enthalten. Diese Melania stimmt am meisten mit lebenden Exemplaren aus Samar (Loquilocun) überein. Sie kommt auch auf Luzon, Mindanao, Guimares, Leyte vor. Diese Tuffe wechsellagern mit Kalkgeröllen, welche an einigen Stellen durch grobkrystallinischen Kalkspath zu grobem Kalkconglomerat verkittet sind. Hie und da sieht man in dem feinkörnigen gelblichgrauen Kalk undeutliche organische Reste. Inmitten der verwitterten Tuffe und der Kalkgeröllbänke kommt ein lockeres hellfarbiges Gestein vor, dessen Kalkbindemittel abgerundete erbsen- bis nussgrosse Kalkstücke und die Mineralien des vulkanischen Gesteins verkittet. Unter den oben angeführten verwitterten Tuffen liegen etwas gröbere und festere, grünlichgraue Tuffe mit Kalkbindemittel, in denen Feldspath, Augit, Olivin, z. Th. in verwittertem Zustande, zu erkennen sind. Dieselben Tuffe liegen weiter östlich auch über den verwitterten Tuffen.

Provinz Camarines norte.

An der Nordostküste der Provinz wird der Landstrich zwischen Paracali und Mambulao von Gneissen und Hornblendeschiefern gebildet, in denen Quarzgänge mit reicher Erzführung auftreten. Der Berg ¼ Legua N. von Mambulao und der Berg NNO. von Mambulao, durch den Bach vom Berg Dinaan getrennt, bestehen aus Gneiss, in welchem die weissen, aus feinkörnigem Quarz und Feldspath gemischten Lagen mit einzelnen weissen Orthoklasen und triklinen Feldspathen durch schwache, nicht continuirliche und wechselnd breite Lagen von tombakbraunem Glimmer gesondert werden. Das Gestein soll goldhaltig sein.

Der Berg ½ Legua NW. von Paracali, der Berg Dinaan und der Strich zwischen Paracali und Mambulao werden von Hornblendeschiefer gebildet. Das frische Gestein des Berges Dinaan ist dunkel gefärbt durch die überwiegende, ziemlich grobkörnige Hornblende, in welcher schmale, nicht zusammenhängende Lagen meist kleinkrystallinischen, weissen, triklinen Feldspathes weisse unterbrochne Streifen bilden. Ausserdem tritt noch etwas Schwefelkies und brauner Glimmer auf. Aus dem Pulver zieht der Magnetstab kein Magneteisen aus. Das verwitterte Gestein, dessen Streichen zwischen Paracali und Mambulao als ostwestlich, dessen Fallen als 40° nach Süd bestimmt wurde, ist graugrün, weich, reichlich mit Magneteisen durchzogen, und bald als serpentinhaltiger Talkschiefer, bald als talkhaltiger Serpentinschiefer umgebildet. Den Ursprung aus Hornblende verräth der Kalküberzug der Klüfte. Gelblichgrüne, weiche, scharf begrenzte Partien scheinen verwitterte Feldspäthe zu sein.

In diesen Serpentingesteinen vorzugsweise (ob im Gneiss ebenfalls steht nicht fest) treten Quarzgänge auf, z. Th. mit schönen Quarzdrusen, meist mit Schwefelkies, oft mit Kupferkies und Bleiglanz und den Verwitterungsprodukten dieser Mineralien (wie Brauneisen, manganhaltiges und mit Salzsäure und Chlor entwickelndes Eisenoxyd, Kupferindig u. s. w.), in denen Gold dendritisch vorkommt. Aus den zelligen verwitterten und dann eisenschüssig gewordenen Quarzgängen wird das Gold durch Waschen gewonnen.

Bisweilen nimmt der Gehalt an Kupferkies so sehr zu, dass das Kupfer den Betrieb der Gruben bedingt; an anderen Stellen überwiegt der Bleiglanz.

Am Strande zwischen Paracali und Mambulao bildet sich aus zertrümmerten Muschelschalen, Korallentrümmern, einzelnen Quarzen ein Conglomerat.

Oestlich von Paracali bei Lungos steht weisser, specksteinartiger Talkschiefer an, dessen früheren Eisen- und Kupfergehalt, wohl in Form von Kiesen, braune und grüne Färbungen einiger Partien beweisen. Die Indier waschen daraus Gold. Bei Lungos treten goldführende Quarze auf, ebenso wird aus dem magneteisenreichen Sande des Strandes Gold gewaschen.

Nach den in der Visita Colasi im Bach Colasi gesammelten Geschieben besteht der grosse Berg Colasi (nicht der kleine Pic von Colasi) aus Amphibolandesiten. In grauer, feinkörniger, fast dichter Grundmasse liegen neben triklinen Feldspathen grosse, braune, sparsame Hornblenden und etwas Magneteisen. Die Gesteine sind sehr wenig frisch, stärker verwitterte nehmen einen röthlichen Schein an. Aus denselben Gesteinen besteht der Hügel, welcher die südlich, etwa auf dem Drittel des Weges nach Cabusáo gelegene Visita Barceloneta trägt. Sie gehören demnach mit den Gesteinen des NW. liegenden Labo in dieselbe Gruppe.

Die Grenze der an der Nordwestküste beobachteten krystallinischen Schiefer mit den Tuffen des südlich weiter landeinwärts gelegenen Vulkanes Labo wird etwa zwischen Indan und Labo zu suchen sein. Der Labofluss führt dort neben zertrümmerten krystallinischen Schiefern die Mineralien des vulkanischen Gesteins: glasigen triklinen Feldspath, Hornblende und kleine Geschiebe von Amphibolandesit. Im Fluss selbst stehen feste, rothbraune Tuffe an mit meist zersetzten, gebleichten Amphibolandesitstückchen, aber auch mit rundlichen Quarzgeschieben und einzelnen rundum auskrystallisirten Hornblenden. Der Tuff macht nicht den Eindruck eines umgelagerten, auf sekundärer Lagerstätte befindlichen Gesteins.

An dem zweiten Aestuar zwischen der Barre von Daët und Colasi, gleich hinter dem Rio Fungbo, treten Felsen an’s Meer, die bis dahin flache, mit zertrümmerten Muscheln bedeckte Küste steigt an. Es sind vulkanische, gelbgraue, lockere Tuffe gemengt mit Muscheltrümmern.

Geschiebe des Flusses Labo, in Pueblo Labo gesammelt, geben Auskunft über die Zusammensetzung des 1½ Tagereisen südlich liegenden Berges Labo.

Es sind zunächst Amphibolandesite. In weissgrauer, etwas bimsteinig aufgeblähter, den Ausscheidungen etwa das Gleichgewicht haltender Grundmasse liegen rundliche oder doch schlecht begrenzte glasige trikline Feldspäthe, deren Längsaxe bis 6 Millimeter erreicht, in etwas grösserer Menge als die etwas kleineren dunkelbraunen Hornblenden. Ausserdem sind einzelne grössere Blättchen tombakbrauner Glimmer vorhanden, Augit, Titanit und Olivin scheinen nicht aufzutreten. In einigen Handstücken tritt die Hornblende fast ganz zurück, die blaugraue dichte Grundmasse wird stark überwiegend und sieht z. Th. wie durch Fumarolenwirkung zersetzt aus. In noch anderen Handstücken liegen in gelbbrauner, schaumiger, reichlicher Grundmasse grössere, glasige, trikline Feldspäthe neben kleineren sparsamen braunen Hornblenden und einzelnen grossen tombakbraunen Glimmerblättchen, die z. Th. eine Veränderung der Farbe durch erhöhte Temperatur erlitten haben. Endlich finden sich vereinzelt ganz dichte, schwärzlichgraue Gesteine, in denen man mit der Loupe kaum noch die Gemengtheile unterscheiden kann. Vermöge der Uebergänge lassen sich diese Gesteine als dichte Amphibolandesite auffassen.

Das Vorkommen dichter weissgrauer, röthlicher und graublauer Quarzmassen mit einzelnen Quarzkörnern deutet hin auf Absatz heisser Kieselquellen.

Das ½ Legua SSW. vom Pueblo Labo im Bach am Hügel Dalas vorkommende Gestein ist durch die Verwitterung des darin reichlich vorhandenen Schwefelkieses ziemlich unkenntlich geworden. Man darf es wohl für Gneiss nehmen; für quarz- und feldspathhaltigen Hornblendeschiefer die ebenfalls durch verwitterte Schwefelkiese zersetzte, behufs der Goldgewinnung am Berge Dalas geförderten Gesteine. Der daselbst geförderte Sand enthält neben Schwefelkies nicht wenig Bleiglanz und Blende. Aus einer andern jetzt verlassenen Grube Lugas wurde zum Zweck der Gold- und Bleigewinnung ein blaugrauer Thon gefördert, der neben Schwefelkies verwitterte Kupferkiese enthält. Festere Gesteinsstücke eben daher sind reich an Bleiglanz.

Provinz Camarines sur.

Die Umgebung des Vulkans Ysarog ist ausgezeichnet durch das Auftreten von Amphibolandesiten. Es sind hellfarbige, mit nur sehr wenig Grundmasse ausgebildete, feldspathreiche, etwas poröse Gesteine mit grösseren oder kleineren, ziemlich unregelmässig begrenzten, dunkelbraunen Hornblenden, etwas Magneteisen und wenig Olivin. An manchen Punkten wie z. B. an dem Hügel, auf dem die Kirche von Maguiring steht, findet sich neben der Hornblende sparsam grüner Augit vor. Die Uferwände des Flusses Goa am Fuss des Ysarog werden von sehr lockeren, bimsteinartig aufgeblähten, einzelne Augite führenden, röthlichgrauen Amphibolandesiten gebildet, die leicht zu einem röthlichweissen Sande zerfallen. Dieser Sand füllt die Zwischenräume zwischen den grösseren Gesteinsstücken aus; dasselbe Gestein kommt auch am Fuss des Ysarog bei Raï-Raï und Uacloy vor. Aus den sehr zersetzten, lockeren, porösen, gelblichen Gesteinen bei der Visita Uacloy tritt eine heisse Quelle hervor, welche eisenhaltigen, bräunlichweissen Kalksinter absetzt. Die Schluchten zwischen Maguiring und Raï-Raï, welche die hügelige Ebene zerschneiden, enthalten dieselben lockeren zersetzten Gesteine, die jedoch nicht das Ansehen von Tuffen haben. Aus dem Fluss von Uacloy liegen graue, feste, wenig poröse Amphibolandesite vor, welche neben brauner Hornblende etwas grünen Augit führen, deren Zersetzung oder Verwitterung jene lockeren Gesteinsmassen geliefert haben wird. Von der halben Höhe des Ysarog bis zum Gipfel herrscht dasselbe hellgrüne, schwach poröse Gestein, das neben brauner Hornblende untergeordnet grünen Augit und etwas Olivin erkennen lässt. Es erscheint nicht wahrscheinlich, wenn auch möglich, dass die Analyse der Feldspathe aus den Gesteinen des Ysarog neben dem herrschenden glasigen triklinen Feldspathe Sanidin nachweisen würde. Mit diesem Nachweis würde die Einordnung des Gesteins unter die Amphibolandesite fraglich werden und eine Näherung an die Trachyte gegeben sein.

Weiter südlich vom Ysarog folgt der am See von Buhi gelegene erloschene Vulkan von Yriga. Der isolirte Hügel westlich von Yriga an der Strasse nach Nabua besteht aus blaugrauem, etwas porösem Dolerit, in dessen feinkörniger Grundmasse neben kleinen, triklinen, glasigen Feldspathen reichlich gelblicher Olivin, ausserdem grüner Augit und Magneteisen ausgeschieden ist. Der Augit kommt in den Rapilli in losen rundum ausgebildeten Krystallen vor, welche durch die grade Endfläche (ähnlich wie die Krystalle vom Bufaure und vom Forstberg) ausgezeichnet sind. Manche dieser Krystalle sind in der Richtung der Hauptaxe so stark verkürzt, dass die Krystalle fast als Tafeln erscheinen, in denen die Säulenflächen deutlich, aber klein ausgebildet sind. Die bald compakten, bald porösen Doleritlaven des Vulkans Yriga sind z. Th. ärmer an Olivin, die Feldspäthe erreichen jedoch grössere Dimensionen. An einigen dieser Laven ist die Oberfläche stellenweise geschmolzen, so dass man auf Wirkungen des Blitzes geführt wird. Die etwas schlackigen Laven von der Visita Tambong am See Buhi zeichnen sich durch reichliche und grosse Olivine aus. Rothe Doleritschlacken mit triklinen Feldspäthen und grünen Augiten bilden eine Wand von 250 Fuss unter dem Gipfel des Yriga, den ziemlich frische, compakte, graubraune, an Olivin reiche Dolerite zusammensetzen. Die Blöcke auf dem westlichen höchsten Zacken des Kraterrandes sind grobkörniger und poröser.

Aus denselben Doleriten, meist mit grossen Augiten und kleineren triklinen Feldspäthen bei wechselndem Gehalt an Olivin, bestehen die vielen kleinen etwa 50 Fuss hohen Hügel zwischen Yriga und Buhi. Am Wege zwischen diesen beiden Orten tritt weisser Bimsteintuff auf, welcher sparsam unregelmässig begrenzte, dunkle Glimmerblättchen enthält. Der Feldspath scheint Sanidin zu sein und somit das Gestein dem Trachyt anzugehören. Die Hügel nächst Buhi bestehen aus grobgeschichteten Rapilli, die gegen den Ysarog einfallen, sich also auf ein anderes Eruptionscentrum beziehen. In dem am Ostfuss des Yriga liegenden See von Buhi wird die Felsinsel von einem hellgrauen, porösen, feinkörnigen Gestein gebildet, in dessen überwiegender Grundmasse neben brauner Hornblende grüner Augit, Olivin, Magneteisen und trikliner Feldspath sichtbar ist. Die im grossen Ganzen nach Einer und derselben Richtung langgestreckten Poren des Gesteins, das von den übrigen des Yriga abweicht, sind oft mit dünnen Tafeln triklinen Feldspathes ausgekleidet. Dünnschliffe zeigen die Grundmasse überwiegend aus dem Feldspath zusammengesetzt, daneben Hornblende, Augit, Olivin und Magneteisen.

In Folge des Hornblendegehaltes findet sich im Sande des Strandes des Buhisees Hornblende neben Augit.

Der Bergrücken zwischen Buhi und Tibi d. h. der Abhang des erloschenen Vulkans Malinao oder Buhi besteht aus Dolerit, welcher am Joch frisch, weiter abwärts nach Südwest hin sehr stark durch Schwefelwasserstoff zersetzt auftritt. Sie werden nach Buhi hin von vulkanischen, z. Th. zersetzten Sanden bedeckt. Der frische, nicht sehr feste, hellgraue, etwas poröse, feinkörnige Dolerit zeigt triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen. In den ziemlich groben vulkanischen Sanden findet sich ausserdem noch braune Hornblende, die in dem Dolerit nicht zu sehen ist. Einzelne Augite des Sandes sind rundum auskrystallisirt. Die durch Schwefelwasserstoff zersetzten Dolerite haben durch das ausgeschiedene Eisenoxyd einen röthlichweissen Schein erhalten. Die Grundmasse und die Feldspathe sind viel stärker angegriffen als die Augite, welche ihre grüne Farbe noch bewahrt haben. Von Olivin ist in ihnen nichts mehr zu sehen.

An der Südwestküste der Provinz sind westlich von Pasacao bei Calbajan die krystallinischen Schiefer wieder beobachtet. Sie treten hier als sehr grobkörnige, nicht schiefrige Gesteine auf, welche aus vorherrschender, schwarzer, sehr schön spaltbarer Hornblende, weisslichgrauem, nicht sehr deutlich spaltbarem, triklinem Feldspath, etwas Magneteisen und Schwefelkies bestehen. Der Feldspath zersetzt sich mit kochender Salzsäure behandelt vollständig, gehört also den basischen an, gelatinirt jedoch nicht.

Neben diesem grobkörnigen Hornblendegneiss kommt feinkörniger, ebenso zusammengesetzter, ebenfalls nicht schiefriger Hornblendegneiss vor. Andere verwitterte Gesteine eben daher, im Niveau der Ebbe und Flut wunderbar zerfressen, bestehen aus dichtem Feldspath mit etwas Quarz; die Spalten sind mit Kalkspath erfüllt. Darauf legt sich ein junges Conglomerat mit Kalkbindemittel, das von zertrümmerten Conchylien herrührt. Man erkennt darin weisse rundliche Quarze, Hornblendeschiefer, Kalkstückchen und einzelne braune Glimmerblättchen.

Oestlich des Höhenzuges, welcher an der Südwestseite der Provinz hinzieht, tritt (N. von Pasacao) am Ufer des Flusses Libmanan zwischen Libmanan und Naga ein gelblichweisses, lockeres Gestein auf. Nach Abschlämmung des reichlichen Thones bleiben gelblichbraune Glimmerblättchen, etwas Magneteisen, sparsam grüner Augit, etwas mehr braune Hornblende und durchsichtige Quarzsplitter zurück. In der Umgebung von Libmanan stehen mürbe, gelblichgraue vulkanische Tuffe an, in denen Hornblende und Feldspath hervortritt. Diese Beschaffenheit weiset auf den Ysarog als Ursprungsort hin.

SW. von Libmanan bietet der aus grauweissem, kleinkrystallinischem Kalkstein bestehende Berg Iamtik viele Tropfsteinhöhlen dar. Die Uferbänke des Flusses Bicol bei Visita Sibucat bestehen aus mürben, gelbbraunen, vulkanischen Tuffen mit Geschieben an Amphibolandesit, unter denen wiederum das eben angeführte mürbe, gelblichgraue Gestein liegt. Es ist hier viel thonreicher als zwischen Naga und Libmanan, der Rückstand nach Abschlämmung des Thones ist daher viel geringer und besteht aus Hornblende, Glimmer, Magneteisen, etwas grünem Augit und Quarzsplittern. Weiter oben stehen am Rio Bicol Thone mit Muschelresten an. Der ziemlich feste, fein poröse, gelbweisse, rundliche Massen von weissem feinkörnigem Kalkspath führende Kalkstein, der am Kalkofen Palsong (zwischen Naga und Batu) gesammelte Kalkstein steht SSW. an und enthält undeutliche Versteinerungen, von denen sich manche mit Wahrscheinlichkeit auf Abdrücke der Korallenzweige der noch im indischen Ocean lebenden Gattung Seriatopora beziehen lassen.

Ein angeblich von Montecillo bei Libon (S. vom See von Batu) herrührender, gelblichgrauer, feinerdiger, bituminöser Kalkstein führt ktenoide Fischschuppen. Er wird auf dem Rio Quinali als Baustein verführt.

Provinz Albay.

Die durch die schwache Solfatara von Igabo (NO. vom Gipfel des oben angeführten erloschenen Vulkans Buhi oder Malinao gelegen und etwa 250 Fuss im Durchmesser haltend) zersetzten, völlig abgerundeten und schalig gewordenen Steine, welche den ganzen Boden der Solfatara bedecken, bestehen, wie die frischen Kerne der Steine zeigen, aus einem hellgrauen Dolerit. Er führt neben überwiegendem triklinem Feldspath grünen Augit, sparsam Olivin und dunkeln Glimmer. Schliesslich wird das Gestein zu einem weissen, mit Eisenoxyd durchzogenen oder rothen Kaolin zersetzt, in welchem Schwefel und Gyps sich findet.

Der bei Tibi liegende Kieselbrunnen Naglĕgbĕng liefert sehr schöne Kieselsinter, z. Th. mit Blattabdrücken. In dem lockeren porösen Gestein kommen einzelne Anhäufungen von Hyalith vor. Nach einer gefälligen Analyse von Herrn Professor Rammelsberg enthält das Wasser in 100000 Theilen 7,5 Kieselsäure, 25,4 Kalk mit Spuren von Eisen, 0,2 Magnesia, eine reichliche Menge von Chloriden, aber keine Sulphate. Das Wasser hatte eine geringe Menge (0,02) Kieselsäure (ohne organische Formen) in der Flasche abgesetzt. Manche der Kieselsinterabsätze bilden schalige Röhren, deren rundliche Enden der Oberfläche das Aussehen eines Erbsensteines geben. Man darf ihre Bildung wohl von aufsteigenden Gasblasen ableiten. Wo sie schliesslich mit gelblichweissem Hyalith erfüllt werden, geben sie dem Absatz eine gewisse Aehnlichkeit mit Korallenbildungen, die freilich verschwindet, wenn die ganze Bildung in Hyalith umgesetzt ist. Bei stärkerem Erhitzen sieht man in der scheinbar homogenen Hyalithmasse die ursprünglichen Röhren wieder hervortreten, indem ihre Färbung eine etwas andere ist als die der Füllmasse.

Von den Doleriten des Mazaraga S. von Malinao und N. vom Vulkan Albay liegen von der halben Höhe entnommen compakte, bräunlichgraue, feinkörnige, feldspathreiche, an Olivin und Augit arme Gesteine vor. Die etwas porösen, sonst ähnlich beschaffenen Dolerite des Gipfels sind gebleicht und zersetzt durch saure Fumarolen. Die Rapilli eines grossen Barranco weisen grössere trikline Feldspathe, z. Th. rundum krystallisirte Augite, aber kaum Olivin auf.

Insel S. Miguel.

Die östlich von Malinao und Tabaco gelegene Insel S. Miguel zeigt an der Südküste einen sehr schmalen, mit vulkanischem Sand bedeckten Küstenstreifen. Der Sand besteht entweder vorzugsweise aus Magneteisen mit wenig Augit und Olivin oder aus Feldspath, grünem, z. Th. rundum auskrystallisirtem Augit, etwas Olivin und Magneteisen, dessen Oktaeder bisweilen deutliche Granatoederflächen zeigen. Um den ganzen Strand bilden grosse Blöcke von frischem, compaktem, hellgrauem Amphibolandesit, weiter NW. von blaugrauem compaktem Dolerit einen Saum. Der Andesit zeigt in feinkörniger Grundmasse neben zahlreichen, grossen, braunen Hornblenden glasige trikline Feldspathe, einzelne Augite und Magneteisen. Das Gestein gleicht ganz dem des Ysarog. Der Dolerit enthält in der feinkörnigen Grundmasse vorzugsweise triklinen Feldspath neben grünem Augit und etwas Magneteisen.

Hinter dem Küstenstreifen erheben sich Bänke eines wenig festen, grüngelben, sandigen, etwas thonigen, tuffähnlichen Gesteins mit Kalkcement. Ausser bimsteinartigen grauweissen Partien sieht man Feldspath, gelbe und dunkle Glimmerblättchen, etwas Magneteisen. Im Rückstand nach Behandlung mit Säure erkennt man etwas Augit und Stückchen eines grauen dichten, feldspathführenden Gesteins. Eingelagert in diese Bänke sind bläulichgraue, ziemlich homogene und feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen. Sie werden in Tabaco als Fliesen benutzt, die oberste, weisse, 2 Fuss mächtige, einzelne gelbe Glimmerschuppen und Bimsteinfragmente führende Bank als Baustein. Nach oben geht diese Bank in einen gelbe Glimmerschuppen, Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, glasigen Feldspath und weisse Bimsteinfragmente führenden, wenig festen, weissen Tuff über, der auch weiter nordwestlich mit faustgrossen Geschieben ansteht. Alle diese wechsellagernden Thon- und Tuffbänke streichen h. 4 und fallen nach Nord.

Weiter südöstlich stehen ältere, gelblichgraue, feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen an.

Die Mitte der Insel besteht aus eisenschüssigem Sand und aus Kies. An der Nordküste liegen Sande, vulkanische Blöcke und thonige Bänke ähnlich wie an der Südküste.

Ueber den Ursprungsort der vulkanischen Gesteine von S. Miguel lässt sich vorläufig nichts Genaueres angeben.

Der östlich vom Mazaraga gelegene, noch thätige Vulkan Albay oder Mayon hat hell- bis dunkelgraue, compakte bis poröse Doleritlaven geliefert, welche in der feinkörnigen Grundmasse hellgrauen triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen zeigen. Sie sind z. Th. den Doleriten von Mariveles und also auch denen des Aetna zum Verwechseln ähnlich. Durch grösseren Gehalt an Feldspath wird das Gestein bisweilen heller, ebenso sinkt die Menge des Olivins bisweilen auf ein Minimum. Die Laven des Gipfels sind durch die mächtigen Fumarolen — heisse Wasserdämpfe und Schwefelwasserstoff — stark zersetzt; Gyps findet sich daher dort in reichlicher Menge. Eine Varietät von faseriger bimsteinähnlicher Struktur gemengt mit zersetzten Silikaten analysirte de la Trobe, Rammelsberg Handb. d. Mineralchemie 263. Das untere Ende eines nahe am Gipfel beginnenden Lavastroms, liegt etwa am obersten Viertel des Berges. Es hat sich hier etwas aufgestauet und beim Erkalten in concentrisch schalige Bänke von etwa 1 Fuss Stärke abgesondert. Die Kluftflächen stehen senkrecht auf dem unterliegenden Gestein und gehen, Bogen bildend, allmählich in 20–30° Neigung gegen den Horizont über. Der grobe vulkanische Sand vom Südabhang zeigt nur Bruchstücke von Feldspath, Augit, Olivin, Magneteisen, keine rundum ausgebildeten Krystalle; daneben finden sich kleine Schlackenstücke und in geringer Menge Scherbchen braunen vulkanischen Glases. Am Südfuss des Vulkans bei Camalig treten durch Schwefelwasserstoff gebleichte und mit Gyps erfüllte Gesteine auf.

Der isolirte Hügel zwischen Legaspi, Daraga und Albay besteht aus dunkelem, etwas schlackigem Dolerit von der gewöhnlichen Zusammensetzung. Unter den Lapilli von der Oberfläche des Hügels finden sich häufig lose, rundum auskrystallisirte Augite in der gewöhnlichen Form. Diese, die gewöhnlichen Augitzwillinge und mit Flächen versehene Olivine kommen, mit triklinem Feldspath verbunden, in einzelnen festeren helleren Gesteinsstücken vor, aus denen die losen Krystalle wahrscheinlich durch Verwitterung hervorgehen. In einem Wasserriss des Hügels stehen rothe schlackige Dolerite an mit kleinen verwitterten Feldspathen und grossen grünen Augiten.

Auf der schmalen Landzunge zwischen dem Meerbusen am Albay und von Sorsogon liegt der wahrscheinlich vulkanische Berg Pocdol, der etwa die Mitte zwischen den thätigen Vulkanen Albay und Bulusan einnimmt. Um Bacon, östlich von Pocdol, liegt vulkanischer Schutt und Thon, letzterer Zersetzungsprodukt durch vulkanische Gase. Die gypsführenden Thone aus dem grossen Bergrücken zwischen Bacon und dem südöstlichen gelegenen Gubat lassen schliessen, dass dort doleritische Tuffe durch Fumarolenthätigkeit zersetzt wurden. Vor dem thätigen, wenigstens dampfenden Vulkan Bulusan wurden an 100 Fuss hohe Bimsteintuffe beobachtet.

II. Samar.

Weiter flussabwärts unterhalb der Visita Tragbukan stehen wieder grüne und braune, eisenschüssige, wenig feste Sandsteine von grobem Korn und der angeführten Beschaffenheit an, welche Bänke wie die oben genannten von verwittertem Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer herzuleiten sind. In allen diesen Thon- und Sandsteinlagen ist kein grösseres Gesteinsbruchstück zu finden, das weitere Auskunft gäbe.

Noch weiter unten folgen braune, feinerdige, feste, kalkhaltige Thonbänke mit undeutlichen Versteinerungen. Der Rückstand nach Behandlung mit Säure zeigt nur einige Glimmerblättchen und Quarzkörner.

Weiter südöstlich an der Küste treten bei Catbalogan und auf der nahen Insel Majava vulkanische Tuffe auf. Die letzteren sind ziemlich fest, wenig thonig, grobkörnig und grünlich grau. Sie enthalten neben den zahlreichen Augitbruchstücken einige rundum auskrystallisirte Augite, reichlich Magneteisen, weissen Feldspath und sparsam kleine Gesteinsstücke, welche ident sind mit einzelnen vorliegenden grösseren Gesteinstrümmern. Das graue, dichte und compakte Gestein enthält in Feldspathgrundmasse zahlreiche grüne Augite und Magneteisen ausgeschieden. Nach Behandlung mit kochender Salzsäure wird die Grundmasse weiss und ist stark angegriffen. Dieses Verhalten und die sehr sparsamen, kleinen, triklinen Feldspathe des Gesteins zeigen, dass man einen porphyrisch ausgebildeten Dolerit oder Pyroxenandesit vor sich hat. Ein denselben Conglomeratblöcken entnommenes gerundetes Geschiebe führt in dichter brauner Grundmasse grünen Augit. Die zahlreichen rundlichen Hohlräume sind mit Strahlzeolith und Opal erfüllt, die Tuffe streichen h. 2,5 und fallen 80° N.

Bei Catbalogan stehen graue und braune, etwas thonige, zum Theil sehr feinsandige Bänke an. Das Pulver gibt an den Magnetstab Magneteisen ab. Sie enthalten sparsam triklinen Feldspath, Augit und Bimstein ähnliche Trümmer, bisweilen auch Bruchstücke eines ganz dunkeln, dichten Gesteins, in welchem einzelne trikline Feldspathe zu erkennen sind. Im Anschluss an das Vorkommen von Majava darf man diese Bildungen wohl betrachten als aus doleritischen Gesteinen entstanden.

Diese Bänke werden von z. Th. mürbem gelblichgrauem, feinkörnigem Kalkstein überlagert. Er hinterlässt nach Behandlung mit Salzsäure einen aus vielen thonigen Partikeln, etwas Feldspath, Augit und Magneteisen und kleinen, grauen Gesteinstheilchen bestehenden Rückstand; z. Th. sind die Kalke, welche h. 5–5½ streichen und 35° N. einfallen, dicht, fest, weisslichgrau. Die unteren Schichten sind aus vulkanischen Tuffen und Kalk gemengt.

Im Walde zwischen Paranas und dem nach NO. landeinwärts gelegenen Loquilocun stehen Felsen an aus einem festen, graulichweissen, mit Kalkspathadern durchzogenen, breccienartigen Kalkstein, in dem undeutliche organische Reste, wohl von Korallen, zu erkennen sind. Im Loquilocunfluss, der seinen Lauf nach NO. an die Ostküste der Insel richtet, stehen unterhalb der Visita Loquilocun in grossen ungeschichteten Massen stark verwitterte, mürbere, bräunlichgelbe Kalke an. Die bei der sechsten Stromschnelle unterhalb Loquilocun angeschwemmte, schwefelkiesreiche, mit Gyps durchzogene Kohle gleicht den Hölzern der Braunkohle. Sie lässt die Holzstruktur mit blossem Auge erkennen und giebt ein braunes Pulver.

Aus einer grossen Anschwemmung von Kies und Geröllen gegenüber der Stromschnelle unterhalb Loquilocun, wo zum ersten Mal die Kähne entleert und das Gepäck über Land getragen werden muss, liegen vor: ein stark verändertes, mit Epidot durchzogenes, körniges, rothgraues Gestein, in dem neben Quarz und triklinem Feldspath ziemlich viel Magneteisenpunkte zu sehen sind; es macht nicht den Eindruck eines Eruptivgesteins und möchte der feldspathigen Reihe der Hornblendeschiefer angehören; ein blaugraues, porphyrisches Gestein, dessen glasige, nicht doppelbrechende Grundmasse mit kleinen Sphärulithen erfüllt ist und sparsam kleine Quarzkörner und Magneteisen neben grösseren mattweissen Feldspathen enthält. Nur an einem der Krystalle liess sich mit Sicherheit trikline Streifung erkennen. Ist wohl das Gestein ein jungeruptives, so bleibt doch die weitere Bezeichnung zweifelhaft; immerhin ist das Auftreten von Quarz in der glasigen Grundmasse von Interesse. Als Einschlüsse kann man die Quarzkörner nicht auffassen. Ferner milchweisser Achat, der einer Mandelsteinerfüllung angehört hat, wie die Oberfläche nachweiset; rothbrauner Jaspis mit feinen Quarzadern durchzogen.

Geschiebe aus dem Baseyflusse (Südküste der Insel) an der Grotte Sogoton gesammelt bestehen aus einem alten Eruptivgestein. Es führt in feinkörniger, dunkelgraugrüner Grundmasse mattweisse trikline Feldspathe, sparsam Magneteisen und einige undeutliche grünliche Krystalle, die man für Augit halten darf. Nach diesem Bestande und dem Verhalten des Gesteins und der Feldspathe gegen kochende Salzsäure wird man das Gestein den Oligoklasaugitporphyren zuzählen. Das neben demselben vorkommende, rothbraune, eisenschüssige, mit Säuren brausende, mürbe Gestein mit einem durch Säure ganz zersetzbaren Feldspath mag ein Tuff eines ähnlichen Porphyrs sein. Im Bett des Flusses Sogoton N. von Basey finden sich Gerölle von Talk- und Chloritgesteinen.

Die Grotte Sogoton wird von Kalkfelsen gebildet, in denen man Spuren von Zweischalern und Echinitenstacheln erkennt. Vor der Grotte liegen 20 Fuss hoch über dem Fluss am rechten Ufer Bänke mit marinen Muscheln. Es sind noch lebende Arten; nach Herrn Dr. von Martens Venus (Hemitapes) hiantina Lam., Arca (Scapharca) Cecillei Phil., Arca uropygmelana Bory; Placuna placenta L. Die Schalen haften z. Th. kaum an der Zunge, die Ablagerung muss also sehr recent sein. An einer der kleinen Inseln bei Nipa-Nipa (Basey) finden sich in den 60 Fuss hoch über dem Meer liegenden, gehobenen Muschelbänken nach Herrn Dr. von Martens die noch lebenden Arten: Chama sulfurea Rv., Pinna cf. nigrina Lam. Ostrea denticulata Born; O. Cornucopiae Chemn.; O. rosacea Desh. Am Strand westlich von Basey steht ein lockeres Aggregat von Muscheltrümmern mit einzelnen gerundeten, kleinen Geschieben an.

III. Leyte.

Von der Ostküste der Nordspitze der Insel liegen aus der Gegend von Dagami und Tanauan Gesteine vor. Am Joch des Berges Dagami steht frischer Amphibolandesit an. Die fast compakte, feinkörnige, graulichweisse Grundmasse, welche sich durch Verwitterung bräunlichgrau färbt, enthält zahlreiche, grosse braune Hornblendesäulen, kleinere trikline glasige Feldspathe, etwas Magneteisen; die in dünnen Splittern grünlich durchscheinende Hornblende schliesst oft Feldspath ein. Das Gestein gleicht dem vom Ysarog vollständig. Daran schliesst sich nördlich ein Rapilliberg und weiter unten vulkanischer Sand. Am Ostfuss des Dagami liegt eine Solfatara, aus welcher ein Bach mit 50° R. hervortritt. Den Rand des Baches umsäumen röthliche Kieselsinterkrusten, deren Oberfläche ästige Fortsätze trägt: ähnliche, mit braunem basisch schwefelsaurem Eisenoxyd überzogene Absätze finden sich am Rande des Kieselsprudels Nol. In den einerseits bis zu Bianchetto, andererseits zu Thon zersetzten Gesteinen der Solfatara fehlt es nicht an Ueberzügen von basisch schwefelsaurem Eisen und an Ablagerungen von Schwefelkrystallen. Die weniger zersetzten Gesteine zeigen noch Ueberzüge von Gyps. Neben den fast intakten Hornblenden zeigt sich die Grundmasse viel stärker angegriffen als Magneteisen und Feldspath.

Die Solfatara am Berg Danaan zeigt dieselben Erscheinungen: einen Kieselsprudel, Schwefelabsätze und Alaunbildung in den gebleichten und zersetzten Amphibolandesiten. Am Meer bei Tanauan südlich vom Pueblo stehen jenseits des Aestuars graugrüne quarzige Chloritschiefer an, in welchen Epidotadern auftreten.

Ueber alte und neue Schädel von den Philippinen

von Rud. Virchow.

(Hierzu Taf. I–III.)

Herr Jagor hatte die grosse Güte, mir die von ihm auf den Philippinen gesammelten und von dort mitgebrachten Schädel zur Bearbeitung zu überlassen. Ich legte die erste Reihe derselben in der Sitzung der Berliner anthropologischen Gesellschaft am 15. Januar 1870 vor und bemerkte darüber Folgendes:

»Als Herr Jagor mir die Mittheilung machte, dass er eine grössere Anzahl von Schädeln von den Philippinen mitgebracht habe, welche er meiner Untersuchung unterbreiten wolle, machte ich mich alsbald daran, um wenigstens Einiges über ihre anatomische Beschaffenheit seinem Vortrage hinzufügen zu können. Der erste Blick zeigte, dass eine der seltensten künstlichen Verunstaltungen des Schädels, welche überhaupt bekannt ist, in ausgezeichneten Exemplaren hier vorliegt, und dass diese Schädel ein ganz besonderes Interesse in Anspruch nehmen. Ein Theil von ihnen hat wesentlich dieselbe Form, welche sich im nordwestlichen Nordamerika findet, und unter dem Namen des Flachkopfes (Flathead) bekannt ist. Namentlich einer der von Herrn Jagor mitgebrachten Schädel aus der Höhle von Lanang ist ein Flachkopf von musterhafter Ausbildung; er ist von oben und vorn her flachgedrückt, wie ein Kuchen, und von den weit nach hinten geschobenen Seitenbeinhöckern (Tubera parietalia) läuft das fast ganz abgeplattete Hinterhaupt in einer Ebene schräg nach unten gegen das grosse Hinterhauptsloch (Taf. I. fig. 3–4). Einige der anderen Schädel verhalten sich ähnlich, wenngleich ihre Verunstaltung keinen so hohen Grad erreicht hat.

Taf. I.
Taf. I.

Taf. I.

Die Sache hat gegenwärtig eine ganz besondere Bedeutung, weil die Zahl der Fundstellen solcher verunstalteter Schädel im Laufe der letzten Jahre immer grösser geworden ist, und zwar auch in Europa. Was insbesondere Deutschland anbetrifft, so sind am meisten bekannt die in der Nähe von Wien gefundenen difformen Schädel, über welche lange und gelehrte Streitigkeiten stattgefunden haben, indem die eine Partei meinte, es handele sich um Awarenschädel, möglicher Weise um direkte Ueberreste der alten Hunnen, während auf der anderen Seite sogar die Frage auftauchte, ob nicht bei der grossen Aehnlichkeit, welche diese Schädel mit gewissen Peruaner-Schädeln zeigen, anzunehmen sei, dass durch die Beziehungen der alten Habsburger zu Peru Schädel von da nach Deutschland gekommen und hier verloren gegangen sein könnten.

Diese letzte Frage, die immerhin discussionsfähig war, hat ihren Boden gänzlich verloren, seitdem in den letzten Zeiten ähnliche Funde auch an anderen Orten Europas gemacht worden sind. Nachdem schon Blumenbach in seiner berühmten Schrift De generis humani varietate nativa, 1776, p. 63 eines derartigen Schädels aus einem Göttinger Grabe gedacht hat, ist neulich von Hrn. Ecker in Freiburg im ersten Bande des Archives für Anthropologie S. 75 ein solcher Fund aus Rheinhessen genauer beschrieben worden. Der Schädel wurde gefunden in der Nähe von Niederolm, zwischen Mainz und Alzey, innerhalb einer grösseren Gräberreihe, welche dort aufgedeckt worden ist. Diese Beschreibung hat Hrn. Barnard Davis Veranlassung gegeben, auf einen schon früher von ihm in seinen Crania britannica bezeichneten Schädel aufmerksam zu machen (Archiv f. Anthropologie II. S. 17), welcher auf einem seiner Meinung nach angelsächsischen Kirchhofe zu Harnham bei Salisbury, Wiltshire, aufgefunden worden ist.

Es wird daher wohl kaum noch zweifelhaft sein können, dass in der That auch in Europa einheimische Stämme ähnliche Gebräuche gehabt haben, und wenn wir nun auf der anderen Seite das Gebiet dieser Difformitäten sich weit über die bisher gekannten Grenzen auf die Inseln Ostasiens ausdehnen sehen, — bisher war Tahiti der von Osten her am meisten vorspringende Punkt, von welchem derartige Schädel bekannt waren, — wenn wir sehen, dass dasselbe Verfahren auf den Philippinen geübt worden ist, so wird man sich wohl darein finden müssen, anzunehmen, dass durch eine gewisse Uebereinstimmung des menschlichen Geistes, wie sie uns auch sonst oft genug überrascht, derartige Gebräuche sich an den verschiedensten Orten festgestellt haben, ohne dass man daraus Folgerungen auf einen direkten Zusammenhang der Völker ziehen darf, und ohne dass man, was meiner Meinung nach das Wichtigste ist, von dem Vorkommen gewisser Schädel-Difformitäten berechtigt ist auf die Abstammung der Völkerschaften und auf prähistorische Wanderung derselben zurückzuschliessen. Ich betone dies namentlich gegenüber den Ausführungen des Herrn Gosse (Mém. de la soc. d’anthrop. de Paris. 1861 T. II. p. 567), welcher aus gewissen übereinstimmenden Verunstaltungen der Schädelform darthun will, dass von Florida eine alte Bevölkerung in Mexiko eingewandert sei und sich später bis nach Peru ausgebreitet habe.

Ueberall, von wo wir seitdem Nachrichten über die Entstehung dieser Difformität erhalten haben, kommen sie darin überein, dass die neugebornen Kinder entweder auf ein Brett gelegt werden und ihnen dann durch Binden der Kopf gegen dasselbe angezogen wird, oder dass ihr Kopf zwischen zwei Bretter gezwängt und dadurch ein Druck auf zwei Punkte desselben ausgeübt wird, oder endlich, dass an bestimmte Stellen des Kopfes Compressen angelegt und darüber Binden in allerlei Zirkeltouren um den Kopf herumgeführt werden, so dass durch die Compresse eine Abplattung, durch die Binden circuläre Eindrücke hervorgebracht werden.

Die ersten ikonographischen Mittheilungen über diese Verhältnisse hat der berühmte amerikanische Reisende Catlin veröffentlicht; bei ihm finden wir auch Abbildungen der Compressionsmaschine. In seiner Beschreibung der Chinook’s an der Westküste Nordamerikas zeichnet er auf der einen Tafel eine flachköpfige Dame, welche ihr neugebornes Kind im Druckapparate hält, auf der nächstfolgenden Tafel ein kleines kahnartiges Werkzeug, in welchem das Kind eingewickelt liegt, und welches so eingerichtet ist, dass es auf den Rücken gehängt werden kann, um so die Wanderungen mitzumachen, welche diese wenig sesshaften Völkerschaften unternehmen.

Dass ähnliche, wenn auch nicht so complicirte, aber doch nicht minder wirksame Operationen noch gegenwärtig in Europa vorgenommen werden, ist namentlich durch verschiedene Beobachtungen in südfranzösischen Departements festgestellt worden. Man kennt 3–4 solche Gegenden, wo noch gegenwärtig durch Druckeinwirkungen der Kopf der Neugebornen verunstaltet wird. Da nun auch in verschiedenen Gegenden Deutschland’s ähnliche Schädel gefunden worden sind, so erlaube ich mir ganz besonders die Aufmerksamkeit auf diesen Punkt zu lenken, da es wünschenswerth wäre, darauf Acht zu geben, ob etwa Rückstände dieser Gebräuche auch in der norddeutschen Bevölkerung anzutreffen sind, worauf eine Notiz bei Blumenbach (De generis humani varietate nativa, p. 60) speciell für Hamburg hindeutet.

Nachdem wir die Analogie der difformen Schädel von den Philippinen mit denen der Chinooks und verschiedener anderer flachköpfiger Bevölkerung constatirt haben, so fragt es sich: Was mag der Volksstamm, welchem diese Schädel angehörten, für eine primäre Gestaltung des Schädels besessen haben? wie würden diese Schädel ausgesehen haben, wenn sie nicht künstlich missgestaltet worden wären?

Für die Erörterung dieser Frage an den Philippinen-Schädeln ist ein Umstand von besonderem Nutzen. Ausser dem Eingangs erwähnten Muster-Schädel gehören noch 4 andere demselben Fundorte an. Sie sind sämmtlich in der Höhle bei Lanang unter Verhältnissen gefunden, welche ein grosses Alter andeuten. Ich erwähne zuerst einen ringsum mit starken Kalkmassen incrustirten und dadurch colossal vergrösserten Schädel, welcher ein ganz formidables Aussehen darbietet und als richtiger fossiler Schädel erscheint. Trotz der Kalkmassen, die ihn umhüllen, kann man sehr wohl erkennen, dass er wesentlich derselben abgeplatteten Form angehört oder ihr jedenfalls sehr nahe steht. An einem dritten Schädel dagegen ist keine Spur jener künstlichen Form vorhanden, so dass durchaus kein Zweifel darüber bestehen kann, dass er niemals einem Druckverfahren unterlegen hat, und da er an derselben Stelle mit den anderen gefunden worden ist, so ist meiner Meinung nach auf dies Verhältniss ein grosser Werth zu legen. Endlich die letzten beiden Schädel, obwohl sie deutliche Spuren der Abplattung an sich tragen, zeigen dieselbe doch in abnehmendem Maasse, so dass man, wenn man einen nach dem andern mit jenem ersten vergleicht, eine ziemlich regelmässige Stufenfolge der Verunstaltung erkennt. Ich habe von diesen letzteren Schädeln den Kalküberzug grossentheils abgesprengt, worauf sich ergab, dass man schon auf eine mehr natürliche Form gelangt, welche weit davon entfernt ist, eine augenfällige Aehnlichkeit mit den Chinook-Köpfen darzubieten; freilich der schnelle und ebene Abfall des Hinterhauptes deutet immer noch darauf hin, dass eine künstliche Einwirkung stattgefunden hat (Taf. I, fig. 1–2).

Noch wichtiger ist es, dass aus einer anderen und zwar aus einer von der eben erwähnten ziemlich entfernten Lokalität, nämlich aus der von Herrn Jagor (Zeitschrift für Ethnologie I. S. 80) beschriebenen Felsklippe von Nipa-Nipa, welche in der Strasse zwischen Samar und Leyte gelegen ist, zwei andere Schädel (Taf. I, fig. 5–6) von ihm mitgebracht worden sind, von denen der eine dieselbe Verunstaltung, wie die besprochenen, in hohem Maasse darbietet (fig. 6). Ich erwähne nur aus der Mittheilung des Herrn Jagor, dass vom Meere aus eine Art Thor in die Klippe hineingeht, durch welches man in eine innere Bucht gelangt, die von steilen Felswänden umgeben ist; an einer der letzteren befindet sich hoch über dem Meere die schwer zugängliche Höhle, aus welcher die Schädel genommen sind.

Auch an diesen beiden Schädeln aus der Höhle von Nipa-Nipa zeigt sich eine entschiedene Differenz: an dem einen bemerken wir eine positive Abplattung, einen steilen Abfall, von den Tubera parietalia nach unten, wie er niemals an einem natürlichen Schädel vorkommt (Taf. I, fig. 5), und von unmittelbar derselben Lokalität rührt ein anderer Schädel von übrigens ganz ähnlicher Färbung und Beschaffenheit der Knochen her, der vielleicht einer leichten Abplattung unterlegen hat, worauf eine gewisse Verschiebung nach der einen Seite hin deutet, der aber im Uebrigen ganz offenbar dem gewöhnlichen oder ursprünglichen Zustande sich nähert (Taf. I, fig. 6).

Auf diese Weise kann man, wie mir scheint, seinen Weg von den künstlich erzeugten zu den ursprünglichen Verhältnissen zurückfinden, und es ist möglich, zu Schädelformen zu gelangen, bei welchen man wenigstens annähernd richtig gewisse Verhältnisszahlen aufstellen kann, welche zur Vergleichung mit anderen Befunden dienen dürfen. Unsere Zuversicht in die Richtigkeit der Schlussfolgerungen ist um so grösser, als die Zahlen beider Beobachtungsreihen sich gegenseitig controliren.

Für diejenigen, welche nicht Anatomen sind, bemerke ich, dass es in neuerer Zeit Gebrauch geworden ist, die ethnologisch wichtigsten Maassverhältnisse des Schädels zunächst in der Weise zu bestimmen, das man Verhältnisszahlen zwischen Länge, Breite und Höhe des Schädels sucht, in der Art dass die Länge = 100 gesetzt und Breite und Höhe darnach reducirt werden. Der Kürze wegen kann man die gefundene procentische Zahl für die Breite als Breitenindex, diejenige für die Höhe als Höhenindex bezeichnen. Das Verhältniss von Höhe zu Breite wird gleichfalls auf eine Breite von 100 berechnet und die Zahl für die Höhe als Breitenhöhenindex aufgeführt. Thut man dies nun an den am wenigsten difformen Schädeln der Philippinen, so kommt man immer noch auf einen Breitenindex, welcher nach den bisher bekannten Erfahrungen für die ostasiatische Inselbevölkerung ganz unerhört ist. Bei dem einen relativ normalen Schädel aus der Höhle von Nipa-Nipa beträgt der Breitenindex 89,1, der Höhenindex 78,9, der Breitenhöhenindex 88,5; bei dem einen Lanang-Schädel ist der Breitenindex 80,1, der Höhenindex 77,8, der Breitenhöhenindex 97,1. Solche Breitenverhältnisse sind überall ungewöhnlich; z. B. die äusserste Grenze der Breitenverhältnisse in Europa finden wir bei den Lappen, wo sie zwischen 82 und 83 schwankt.

Es bleibt aber noch eine Reihe von Schädeln, 6 an der Zahl, zu betrachten, welche zwar sämmtlich aus einer anderen Höhle genommen sind, als die bisher besprochenen, aber doch von demselben Felsencomplex von Nipa-Nipa stammen, in welchem die eine der vorhin erwähnten Höhlen liegt. Diese Schädel (Taf. II, fig. 1–3) haben namentlich durch die häufige Erhaltung der Unterkiefer einen besonderen Werth. Sie gehören ihrer ganzen Erscheinung nach einer anderen Kategorie an und machen, namentlich durch ihre gute Erhaltung, den Eindruck einer mehr modernen Gruppe. Für das chronologische Datum, welches man ihnen beilegen kann, tragen sie noch ein besonderes Indicium an sich: es sind nämlich zwei derselben exquisit syphilitisch, so dass sie wirklich als Musterspecimina in einem pathologischen Museum aufgestellt zu werden verdienen. An dem einen findet sich eine Durchbohrung des harten Gaumens und eine Zerstörung im Umfange des Naseneinganges an dem Oberkiefer und den Nasenbeinen, welche jedoch offenbar geheilt gewesen ist; der andere (Taf. II. fig. 3) bietet ein mustergültiges Beispiel von Caries sicca, welche die Gegend der Stirn einnimmt und von da auf die Nasenwurzel übergreift, so dass kein Zweifel sein kann, dass es sich um eine chronische Periostitis gummosa des Stirnbeines und der Nasenbeine gehandelt hat.

Nun giebt es freilich über das Alter der Syphilis verschiedene Meinungen, indess ist bis jetzt weder die Meinung aufgestellt worden, dass die Syphilis ursprünglich auf den Philippinen geherrscht habe, noch ist irgend eine Thatsache an einem alten Schädel entdeckt worden, welche darthäte, dass syphilitische Veränderungen in der alten Zeit bestanden hätten. Man wird also immerhin annehmen können, dass diese Schädel erst zu einer Zeit in die Höhle gebracht worden sind, als schon ein längerer Contact mit europäischen Völkern stattgefunden hatte, also wahrscheinlich nach dem Anfange des 16. Jahrhunderts. Andererseits darf man nicht wohl annehmen, dass eine christianisirte Bevölkerung noch diese Höhle benutzt habe, da, wie Herr Jagor berichtet, die christlichen Priester mit grosser Heftigkeit gegen diese Ueberreste gewüthet haben. Es lässt sich daher wohl mit ziemlicher Sicherheit schliessen, dass die Zeit, innerhalb deren diese Leichen in der Höhle von Nipa-Nipa deponirt worden sind, nicht allzu lange nach demjenigen Zeitpunkte zu suchen ist, in welchem eine häufigere Beziehung mit Europäern hergestellt worden war, und man wird vielleicht annehmen dürfen, dass die Schädel dem Ende des 16. oder dem Anfange des 17. Jahrhunderts angehören; denn diese Zeit ist es, wo die spanische Herrschaft sich ausbreitete, und es ist nicht wahrscheinlich, dass derartige Bestattungs-Gebräuche von dieser Zeit ab gerade unter der Küstenbevölkerung, von der ein grosser Theil vorher muhamedanisirt worden war, weiter fortbestanden haben.

Da nun die Stämme, welche an der Küste ihren Sitz haben, mit denjenigen im Innern des Landes in loserer Berührung stehen, so wird in der Regel wohl der Fundort der Schädel dem Sitze der Bevölkerung, von welcher sie stammen, entsprechen. Handelt es sich also, wie bei der Höhle von Nipa-Nipa, um eine Küsten-Lokalität, so wird man auch annehmen können, dass der betreffende Volksstamm an der Küste gewohnt hat. Es liegt daher nahe zu schliessen, dass diese Gruppe von Schädeln eine Beziehung zu den noch jetzt vorhandenen Stämmen der Küste hat, und in der That, wenn man diese Schädel betrachtet und damit die Physiognomien der Leute auf den Abbildungen des Herrn Jagor vergleicht, so zeigen sich gerade bei den Bisayos gewisse Eigenschaften, welche an allen diesen Schädeln wiederkehren: die verhältnissmässige Kürze bei relativer Breite der Schädel findet sich bei der Vergleichung der Profil- und Frontalansichten der Bisayerinnen leicht wieder; dazu kommt die charakteristische Bildung der Stirn- und Nasengegend, die von der kaukasischen gänzlich verschieden ist, insofern die stärkste Wölbung der Stirn gerade da liegt, wo bei uns eine flache Vertiefung (Glabella) besteht; endlich sind die ungewöhnliche Niedrigkeit der Nase und der stark prognathe Zustand der Kiefer überall deutlich zu erkennen. Wenn man die Profile mit einander vergleicht, so ist so viel Aehnlichkeit vorhanden, wie man überhaupt zwischen einem Schädel und einem lebendigen Gesichte nur erwarten kann.

Auch diese Schädel besitzen eine ungewöhnliche Breite; sie haben im Mittel gerechnet einen Breitenindex von 83,3 bei einer Höhe von 76,5, ein nach den Messungen von Davis und Schetelig auch bei Bisayos-Schädeln gefundenes Verhältniss, welches sonst noch von keiner andern hinterasiatischen Bevölkerung bekannt ist. Noch weniger findet es sich bei der Bevölkerung der polynesischen Inseln; in Australien, Neukaledonien, Neuseeland, Tahiti treten ganz andere Stammeseigenthümlichkeiten hervor, so dass dieser Theil der Bevölkerung der Philippinen als ein ganz eigenthümlicher und charakteristischer erscheint. Ich bemerke zu ihrer Charakteristik noch, dass sie eine Höhlung von durchschnittlich 1282 Cub.-Cm. Inhalt besitzen, dass der Breitenhöhenindex ihrer Orbitae 94,7, der Höhenbreitenindex ihrer Nasen 41,3 und der Breitenhöhenindex ihrer Schädel überhaupt 91,7 beträgt. Auch ist erwähnenswerth, dass weder an diesen Schädeln, noch an den übrigen etwas von künstlicher Feilung der Zähne zu bemerken ist, die doch sonst bei Malaien so häufig vorkommt und die auch auf den Philippinen von Thévenot noch erwähnt wird. Nur an einzelnen zeigen die Zähne die Betelfärbung.

Ich verzichte auf die weiteren Details der Schädelfrage; ich will nur noch auf ein besonders wichtiges Verhältniss hinweisen. Wenn es sich feststellen lassen sollte, dass innerhalb des Gebietes der malaischen Rasse eine in so eminentem Grade brachycephalische Bevölkerung an einer verhältnissmässig gut gegen fremde Einwanderung geschützten Stelle sich lange erhalten hat, während nicht bloss auf den benachbarten Inseln (Borneo, Java, Sumatra) eine sich mehr den Dolichocephalen annähernde Bevölkerung vorkommt, sondern auch dicht daneben im Innern von Luzon noch jetzt nicht civilisirte, dolichocephalische Stämme leben, wie der beschriebene Cimarronen-Schädel zu beweisen scheint, so würde man anerkennen müssen, dass in einer und derselben Rasse die äussersten Schwankungen der Schädelformen vorkommen, und es würde damit ein sehr erheblicher Einwand gegeben sein gegen die Bemühungen, ganzen Rassen durch die Aufstellung der Breitenindices ihre Stelle anzuweisen; es würde vielmehr auf das Unzweideutigste dargethan sein, dass nur durch eine grössere Menge von Vergleichungszahlen die ethnologische Position eines Schädels gefunden werden kann.

Diese ziemlich grosse Reihe untereinander verschiedener Schädel hat jedoch, von dem Cimarronen abgesehen, in sich eine nähere Beziehung, als sie zu irgend einer der benachbarten Rassen hat, und wenngleich die einzelnen Gruppen wieder so viele Differenzen haben, dass ich wohl geneigt bin, anzunehmen, dass die Stämme, von welchen sie stammen, unter sehr verschiedenen Verhältnissen gelebt haben müssen, so wird man doch nicht umhin können, sie einer grösseren Familie zuzurechnen. Von den beiden Hauptgruppen der Höhlenschädel kann man sagen, dass die aus der zweiten Nipa-Nipa-Höhle, welche durchweg geringere Dimensionen haben, den Eindruck einer zarteren, sesshaften und mehr civilisirten Bevölkerung machen, während an den Schädeln aus der ersten Nipa-Nipa- und denen aus der Lanang-Höhle sich eine grosse Energie, eine gewisse Massenhaftigkeit und Kräftigkeit der Entwicklung zeigt, welche einem mehr wilden Volke anzugehören scheint.

Was die Grössenverhältnisse betrifft, so zeigt der erste Blick, dass die Schädel der letzteren Gruppe bei ihrer grossen Breite auch eine relativ grosse Höhe haben. Auch die künstliche Verunstaltung hebt dies Verhältniss nicht ganz auf, denn selbst der am stärksten abgeplattete Schädel hat bei einem Breitenindex von 94,8 noch immer einen Höhenindex von 80. Dies begründet einen wesentlichen Unterschied von den Chinook-Schädeln. Mit dieser Grösse hängt zusammen die beträchtliche Capacität der Philippinen-Flachköpfe. Die in der That makrocephalen Schädel von Lanang besitzen eine durchschnittliche Capacität von 1510 Cub.-Cm., die aus der ersten Höhle von Nipa-Nipa von 1380, während die mehr runden Schädel aus der zweiten Höhle von Nipa-Nipa, wie erwähnt, im Durchschnitt nur 1282 Cub.-Cm. fassen. Es sind dies Grössen-Differenzen, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf.

Ich will für diesmal nicht genauer darauf eingehen, inwiefern die künstlichen Veränderungen des Schädels einen Einfluss auf das Gehirn haben. Ganz kurz erwähne ich, dass derselbe Herr Gosse, welcher die schon erwähnte Monographie geschrieben hat, die Meinung vertritt, welche sich hauptsächlich auf tahitische Tradition stützt, dass es möglich sei, durch die Gestaltung des Schädels den psychischen Eigenschaften eines Individuums eine ganz bestimmte Richtung zu geben. Es wird nämlich erzählt, dass man auf Tahiti zwei Arten von Deformation des Schädels erzeugt habe; den Kriegern habe man die Stirn eingedrückt, dagegen, wie sich ein Redner in der anthropologischen Gesellschaft zu Paris ausdrückte, den Senatoren das Hinterhaupt. Herr Gosse erklärt dies so, dass man beabsichtigt habe, bei den Kriegern die energischen Eigenschaften des hinteren, bei den Staatsmännern die mehr intellektuellen Eigenschaften des vorderen Abschnitts des Gehirns ganz besonders zur Ausbildung zu bringen, und er ist ernsthaft der Meinung, dass dieser Versuch als Muster für moderne Pädagogik empfehlenswerth sei. Ich kann dieser Ansicht nicht beistimmen, insofern die Erfahrung ergiebt, dass auch das Gehirn so gut wie der Schädel dislocirt werden kann, dass also das Vorderhirn sich zurückschiebt, wenn die Stirn zurückgedrängt wird, und ebenso die hinteren Theile des Gehirns sich vorschieben bei einer Abflachung der hinteren Partie des Schädels. Wie ich früher nachgewiesen habe, pflegt einer Verkürzung des Schädels eine compensatorische Verbreiterung und umgekehrt zu entsprechen. Es kann wohl kein Zweifel darüber bestehen, dass eine Abflachung einzelner Schädeltheile an sich eine Verminderung der Hirnmasse nicht zur nothwendigen Folge hat, und es stimmt damit überein die Angabe namhafter Beobachter, dass die Flatheads in der That keinen Mangel an Intelligenz wahrnehmen lassen.«

Diese Mittheilung hatte das glückliche Ergebniss, die Aufmerksamkeit auf die so lange vernachlässigte Craniologie jener entfernten Inseln zu lenken. Zunächst erhielt unsere anthropologische Gesellschaft von dem holländischen Residenten in Gorontalo auf Celebes, Hrn. Riedel die Mittheilung, dass noch gegenwärtig bei den Bewohnern der Landschaften Buool, Kaidipan und Bolaangitam die Sitte der künstlichen Verunstaltung des Schädels bei den neugebornen Kindern geübt wird (Zeitschr. für Ethnologie Bd. III. S. 110. Taf. V.). Sodann besprach Hr. Barnard Davis eingehender die Negrito-Schädel. Da mir selbst inzwischen neues Material zugegangen war, so machte ich in der Sitzung der Gesellschaft am 10. Dezember 1870 folgende weiteren Mittheilungen:

»Die interessanten Mittheilungen aus Celebes, welche uns heute von Hrn. Riedel zugegangen sind, haben dargethan, dass mein erster Bericht über die Philippinen-Schädel in der Sitzung vom 15. Januar 1870 zu rechter Zeit die Aufmerksamkeit auf ein Gebiet gelenkt hat, welches gerade in ethnologischer Beziehung die höchste Wichtigkeit hat und welches doch noch so wenig erforscht ist. Nichts konnte mehr überraschend sein, als dass für eine Weltgegend, aus der seit länger als zwei Jahrhunderten keine Nachricht über künstliche Verunstaltungen der Schädel zu uns gelangt ist, durch eine in Europa ausgeführte craniologische Untersuchung die Thatsache des Fortbestehens einer solchen Sitte gleichsam erschlossen worden ist. Leider benimmt uns der Brief des Hrn. Riedel alle Aussicht, entsprechende Schädel von Celebes zu erhalten, denn er besagt, dass die dortige Volkssitte dem zu sehr widerstrebe. Wir werden uns daher vor der Hand noch an die Philippinen-Schädel halten müssen.

Glücklicherweise habe ich seit der Zeit, wo ich zuerst über die Philippinen zu sprechen die Ehre hatte, Gelegenheit gehabt, meine Erfahrungen zu vervollständigen. Zunächst hatte Hr. Jagor noch eine gewisse Zahl zertrümmerter Schädel aus einer grossen Höhle von Caramuan auf der Insel Luzon. Dieselben waren so vielfach zerbröckelt, dass es kaum möglich schien, daraus etwas zu machen. Es ist mir jedoch gelungen, den grösseren Theil der Stücke wieder zusammenzusetzen und auf diese Weise wenigstens die vorderen Hälften von drei Schädeln, mit Einschluss des grössten Theils des Gesichtes, wiederherzustellen. Dieselben sind von etwas verschiedener Beschaffenheit: zwei (E. 319–20) sind mit einer rauhen Kalkschicht überzogen, welche an vielen Punkten durch Eisenbeimischung bräunlich erscheint; die Knochen selbst sind sehr brüchig, kleben an der Zunge und sehen auf dem Bruche kreidig aus; ein anderer (E. 318) ist viel glatter, die Knochen selbst sind tief braun geworden, ja am rechten Theil der Stirn sehen sie vollständig grünlich aus.

Alle drei zeigen sehr deutliche Spuren künstlicher Abplattung. Es ist dadurch das Vorkommen dieses Gebrauches, welchen wir bis dahin nur von der Insel Samar kannten, auch für die Insel Luzon dargethan. Am stärksten ist die Abplattung an den beiden erstgenannten. Bei dem einen (E. 319) ist freilich nur der Vorderkopf vorhanden, indess beginnt die Abflachung sofort hinter den Superciliarbogen; die Stirnhöcker sind fast ganz verschwunden, die Stirn selbst sehr breit und erst kurz vor der Kranznaht endet die künstlich hergestellte Fläche mit einer rundlichen Wölbung. Obwohl nicht so stark, so doch ungleich mehr charakteristisch ist der zweite Schädel (E. 320), bei welchem glücklicherweise die Basis cranii und der Anfang der Hinterhauptsschuppe erhalten sind. Hier lässt sich deutlich die doppelte Abplattung erkennen: eine ziemlich steile hintere und eine schräg zurückgehende vordere. Bei dem dritten Schädel (E. 318) ist die Stirn so rundlich gewölbt, dass man ohne Kenntniss der anderen Formen schwerlich eine Abplattung vermuthen würde, obgleich doch auch hier die Breite der Stirn und die geringe Prominenz der Stirnhöcker sehr auffällig sind. Dagegen lässt sich am Hinterhaupte, trotzdem dass der Schädelgrund fehlt, eine sehr starke, steil abfallende Deformation erkennen, welche eine fast winklige Einbiegung der Seitenwandbeine hervorgebracht hat. Ganz besonders interessant ist jedoch das Stirnbein eines etwa zweijährigen Kindes, welches aus derselben Höhle stammt, äusserlich gleichfalls einen gelbbraunen Beschlag zeigt, übrigens sehr stark an der Zunge klebende Oberflächen besitzt. Innerlich zeigt dasselbe sogenannte osteophytische Auflagerungen als Zeichen einer inneren Entzündung und dem entsprechend ist es verhältnissmässig dick. Ganz deutlich lassen sich die Spuren der Abplattung erkennen. Bis zu den niederen Höckern ist die Stirn wenig verändert; oberhalb derselben weicht sie aber sofort, fast unter einem Winkel, zurück, und was besonders charakteristisch ist, kurz vor der Kranznaht liegt eine stärkere Wölbung, von der aus gegen die Naht zu die Fläche sich wieder senkt.

Ob diese Schädel einer Zeit und einem Stamme angehört haben, wage ich nicht zu entscheiden. Der erstgenannte zeigt eine solche Uebereinstimmung mit einem der früher von mir beschriebenen Höhlenschädel aus Lanang (Z. 842), dass ihre Zusammengehörigkeit kaum bezweifelt werden kann. Aehnlich verhält sich der zweite Schädel von Caramuan (E. 320), der mit einem Schädel aus der Höhle von Nipa-Nipa (Z. 873) parallel gestellt werden kann. Dagegen gleicht der dritte Schädel (E. 318) weit mehr den neueren Schädeln aus der grossen Höhle von Nipa-Nipa, welche Zeichen der Syphilis tragen. Namentlich stimmt mit diesen die Gesichtsbildung sehr überein. Dasselbe gilt von dem kindlichen Stirnbein, sowie von einem zarten Unterkiefer (E. 322), der vielleicht zu dem Schädel E. 318 gehört und der sich durch den colossalen Prognathismus seines Mittelstückes auszeichnet, während ein anderer, nach Form und Incrustation zu E. 319 gehöriger Unterkiefer von grosser Stärke ganz wenig prognath ist und eine ganz andere, weit geräumigere Ausrundung zeigt.

Ich möchte es daher für wahrscheinlich halten, dass auch in der Höhle von Caramuan längere Zeit hindurch Beerdigungen stattgefunden haben und dass daselbst neben einander Personen verschiedener Stämme niedergesetzt worden sind. Was die Form der Abplattung betrifft, so entspricht sie in hohem Grade einer peruanischen, wie ich später darthun werde; keines der Beispiele erreicht jedoch die Verhältnisse, welche wir früher an Beispielen aus der Höhle von Lanang kennen gelernt haben. —

Eine zweite Gruppe von Philippinen-Schädeln wurde mir durch die Güte des Hrn. Dr. Schetelig, der gleichfalls längere Zeit in Asien war, zur Verfügung gestellt. Es sind dies 8 Schädel, grossentheils gut erhalten, darunter 4 mit Unterkiefern; zu dem einen gehört ein vollständiges Skelet. In Verbindung mit den von Hrn. Jagor mitgebrachten Schädeln ergiebt diese Sammlung ein recht bedeutendes Material.

In seinem Vortrage vom 15. Januar hatte Hr. Jagor erwähnt, dass im Innern und an der Nordostküste der Insel Luzon noch ein schwarzer Menschenstamm von kleiner Statur und mit krausem Haar existirt, der ganz verschieden von den Küstenvölkern ist, von denen wiederum verschiedene Stämme (Tagalen, Bicols, Bisayos u. s. w.) unterschieden werden. Die ethnologische Stellung jener sogenannten Negritos war bis jetzt völlig dunkel geblieben. Gewöhnlich hat man sie den Papuas zugerechnet. In diesem Sinne hatte sich auch Hr. Semper (Die Philippinen und ihre Bewohner. Würzb. 1869. S. 48) ausgesprochen, indem er zugleich eine eingehende Schilderung von ihnen entwarf. Seine Angaben sowohl, als die in unserer Gesellschaft gemachten Mittheilungen haben Hrn. Barnard Davis Veranlassung gegeben, in dem Journal of Anthropology (Lond. 1870, Oct., p. 139) eine kritische Besprechung über die Negrito-Frage zu veranstalten. Er betont darin mit Recht, dass alle früheren Angaben über diese Rasse willkürlich gewesen seien, weil man sich nur auf Aeusserlichkeiten eingelassen habe und daraus allerlei verwandtschaftliche Verhältnisse mit anderen ostasiatischen und australischen Völkern hergeleitet habe. Er macht auch mir, und wohl mit Recht, den Vorwurf, dass ich mich von diesem Vorurtheile habe leiten lassen; ich muss wenigstens anerkennen, dass nach dem, was er selbst über Negrito-Schädel von Luzon berichtet, und nach dem, was die von Hrn. Schetelig mitgebrachten Schädel ergeben, keine Beziehung zwischen den Schwarzen der Philippinen und denen Melanesiens und Australiens aufrecht erhalten werden kann. Ihre Schädel sind ganz verschieden von einander, und, wenn sie als massgebend angesehen werden dürfen, so kann auf sonstige verwandtschaftliche Verhältnisse kein Werth mehr gelegt werden.

Diese Frage hat aber ein überaus grosses wissenschaftliches Interesse, da nach den bisherigen Vorstellungen es in der That nahe lag, wie auch Hr. Semper angenommen hat, in den Negritos das Urvolk der Insel zu sehen, welches sich im Innern der Gebirge noch erhalten habe, nachdem es durch eine spätere Einwanderung von den Küsten mehr und mehr zurückgedrängt sei. Erinnert man sich, dass auf den benachbarten Inseln anthropoide Affen vorkommen, die in ganz ähnlicher Weise in die Gebirge zurückgedrängt sind, so kann sich leicht der Gedanke daran schliessen, dass im Sinne der Descendenztheorie gerade hier eine Uebergangs-Rasse construirt werden dürfe. Allein schon Hr. Jagor hat sein Bedenken über jene Auffassung der Negritos ausgedrückt, und Hr. Davis schliesst aus den von mir gegebenen Beschreibungen der Höhlen-Schädel, dass eben so viel Grund vorhanden sei, gewisse weisse Stämme, welche sich von der malaischen Rasse unterschieden, mindestens neben den Negritos als autochthon anzunehmen.

Es scheint mir, dass dies zu weit gegangen ist. Nachdem Hr. Jagor dargethan hat, ein wie weiter Seeverkehr von Alters her zwischen den Inselgruppen stattgefunden hat, welcher mit den gebrechlichsten Fahrzeugen bewerkstelligt wurde, so wird man sich dem Gedanken Forster’s nicht verschliessen können, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zurückdrängens der Urbevölkerung in die Gebirge durch eine eingewanderte Küstenbevölkerung nahe liegt. Mag man immerhin zwei Aboriginer-Stämme annehmen, so kann dies doch zunächst nur soviel heissen, dass das Küstenvolk schon vor sehr langer Zeit eingewandert ist und dass im historischen Sinne beide als Urbevölkerung gelten müssen. Ich will jedoch zugestehen, dass dies lauter Wahrscheinlichkeitsrechnungen sind, denen man, ehe man nicht genauere Kenntniss über die Einzelheiten hat, keinen zu grossen Werth beilegen darf.

Hr. Davis hat in seiner Besprechung einen Negrito-Schädel von Panay auf Luzon abbilden lassen, und er erwähnt, dass er ausserdem noch zwei andere besitze. Er findet, was übrigens schon d’Omalius d’Halloy (Des races humaines ou éléments d’ethnographie. Brux. 1869. p. 103.) angenommen hatte, am meisten Uebereinstimmung mit den Schädeln der Andamanen-Insulaner, jedoch auch Verschiedenheiten genug, um beide Rassen von einander zu trennen. Seiner Abbildung nach zu urtheilen, hat der von Hrn. Schetelig mitgebrachte Schädel in seinem Kopftheile manche Aehnlichkeit mit dem von Hrn. Davis erwähnten, aber die Gesichtsbildung erscheint ziemlich verschieden. Der letztere hat einen starken Unterkiefer und ist sehr bedeutend prognath; der erstere zeigt, trotz einer gewissen Verletzung am Oberkiefer, das Gegentheil.

Der Schädel besitzt dem entsprechend eine nur mässige Capacität; er hat nur 1350 Ccm. Gehalt, immerhin genug, um ihn von den Australierschädeln zu trennen. Seine Gestalt ist eine ziemlich gleichmässig rundliche: die Stirn ist voll, der Scheitel hoch gewölbt, die Schläfengegend ausgelegt, die Hinterhauptsschuppe stark gerundet. An letzterer findet sich rechts ein besonderer Processus paracondyloideus mit überknorpelter Gelenkfläche; da der Atlas leider fehlt, so lässt sich nicht genau sagen, in welcher Weise die Verbindung mit dem Querfortsatze des Atlas stattgefunden hat. Bei der Messung hat der Schädel sich als wesentlich brachycephal ergeben; der Breiten-Index beträgt 83,4 bei einem Höhen-Index von 77,10 (Höhe zu Breite = 93,2 : 100). Obwohl er sich in diesen Verhältnissen den früher von mir vorgelegten Philippinen-Schädeln, namentlich den jüngeren aus der Höhle von Nipa-Nipa nähert, so bietet er doch Manches dar, was ihn von jenen unterscheidet. Insbesondere ist die Bildung des Gesichtsskelets höchst abweichend; nur einer der früheren Schädel (Z. 865) steht ihm näher. Ich erwähne hier vor Allem die ungewöhnliche Zartheit der Knochen des Gesichts, die selbst, wenn man eine jugendliche Entwicklung annehmen wollte, sehr auffällig sein würde. Wenn man jedoch die Zähne vergleicht, so ergiebt sich eine sehr merkliche Abschleifung der Schneide- und Mahlzähne, welche beweist, dass das Individuum nicht im Jugendalter gewesen ist. Ausserdem sind die Synchondrosis spheno-occipitalis vollständig, der untere Abschnitt der Sutura coronaria links und die unteren Abschnitte der Sutura lambdoides beiderseits verknöchert; der Processus styloides rechts hat eine ungewöhnliche Länge und Stärke; alle Muskelinsertionen sind durch tiefe Unebenheiten, Gruben und Vorsprünge bezeichnet; die Superciliargegend ist durch dicke und poröse Wülste ausgezeichnet, welche über der Nase zusammengehen. Nimmt man zu diesen anatomischen Merkmalen die Angabe des Hrn. Schetelig, dass der Mann ein Häuptling gewesen sei, so wird kein Zweifel bleiben können, dass dieser Schädel einem vollkommen ausgewachsenen Individuum angehörte. Keiner von den anderen Schädeln hat eine so verkümmerte Gesichtsbildung, wie dieser; sie erinnert fast an die von mir beschriebene Physiognomie des Lappengesichts. Die ganze Höhe (Nasenwurzel bis Kinn) beträgt nur 103 Millim., die Höhe der Nase 46, die mediane Höhe des Unterkiefers 25, der Maxillar-Durchmesser 60. Nur die Orbita (37,4 breit und 34,6 hoch) ist stark entwickelt und ihre mehr quer-viereckige Gestalt unterscheidet sie wesentlich von den Augenhöhlen aller anderen Philippinen-Schädel. Dem entsprechend ist auch die Nasenwurzel schmal, der Nasenrücken scharf vortretend und scheinbar eine Adlernase andeutend. Der Oberkiefer hat leider in der Mitte des Alveolarrandes einen kleinen Defect; trotzdem kann man ziemlich sicher erkennen, das nur ein sehr geringer Prognathismus des Oberkiefers vorhanden war. Am Unterkiefer fehlt derselbe gänzlich. Dies ist wohl der grösste Unterschied von den vorliegenden Bicol-Schädeln. Es ist weiterhin in der Schädelbildung dieses Mannes auffallend, so wenig Uebereinstimmung mit den gewöhnlichen Verhältnissen der wilden Rassen zu finden: die Plana semicircularia reichen nicht weit hinauf, die obere Wölbung zwischen den Ansätzen der Schläfenmuskeln ist sehr gross, die Jochbeine treten nicht sehr stark hervor, der Kieferast ist von geringer Stärke. Es lässt sich daher nicht verkennen, dass die ganze Form den äusseren Verhältnissen nach nichts Wildes an sich trägt, und wenn man hinzunimmt, dass auch die Länge der Schädelknochen ziemlich gute Verhältnisse darbietet, so muss man sagen, dass die Schädelform sich deutlich den civilisirten annähert. Schon aus diesem Grunde muss eine mögliche Verwandtschaft mit der australischen Rasse entschieden abgelehnt werden. Andererseits ist es gewiss bemerkenswerth, dass in Beziehung auf die Zartheit der Gesichtsbildung wohl die jüngeren Schädel aus der Nipa-Nipa-Höhle eine gewisse Uebereinstimmung darbieten, aber keineswegs die Kirchhofsschädel von Tabaco und Tibi. Bei allen diesen ist das Gesichtsskelet sehr stark entwickelt, namentlich die Jochbeine sehr vorspringend, der Oberkiefer und die Nasenwurzel breit, das Gesicht hoch und vor allen Dingen ein überaus starker Prognathismus des Ober- und Unterkiefers, so dass besonders am Oberkiefer der Alveolarfortsatz sich fast der horizontalen Stellung nähert. Selbst der jugendliche, im Ganzen sehr zarte und kleine Schädel von Tabaco zeigt in Beziehung auf die Gesichtsbildung die grösste Differenz, und namentlich die vorspringenden Zähne bilden den geraden Gegensatz gegenüber den Verhältnissen bei dem Arituktuk-Schädel. Bei den Bicols ist in der That eine affenartige Construction der Fresswerkzeuge vorhanden.

Im Uebrigen bilden diese Kirchhofs-Schädel eine vortreffliche Ergänzung des von Hrn. Jagor mitgebrachten Materials, insofern sie uns die Osteologie der neueren Bevölkerung kennen lehren. Alle fünf bieten unter sich eine grosse Uebereinstimmung dar: neben einem höchst auffälligen Prognathismus zeigen sie eine Brachycephalie, so stark, wie wir sie nur irgend an ostasiatischen Völkern kennen. Der Schädel von Tibi hat einen Breitenindex von 80,2 bei einem Höhenindex von 78,5; die 4 Schädel von Tabaco haben Breiten-Indices von 81,1 — 83,3 — 83,1 —84,6 bei Höhen-Indices von 79,7 — 82,4 — 80,5 — 80,5. Dabei hat der Tibi-Schädel eine Capacität von 1595, die Tabaco-Schädel von 1505, 1330, 1350 und der jugendliche von 1290 Ccm. Dem entsprechend beträgt die Circumferenz bei dem Tibi-Schädel 514, bei den Tabaco-Schädeln 514, 490, 478, 495. Sämmtliche Schädel sind schön gewölbt, haben volle Stirnen und Schläfen, sehr hohe und stark ausgelegte Hinterhauptsschuppen und grosse Plana semicircularia. Ueber ihre Gesichtsbildung habe ich schon vorher gesprochen und die relative Grösse und namentlich Breite derselben hervorgehoben. Der Tibi-Schädel hat einen formidablen Unterkiefer von 18,5 Centim. Umfang und 34,5 Centim. medianer Höhe.

Vergleichen wir nun diese Bicol-Schädel mit den früher beschriebenen Höhlen-Schädeln, so zeigt sich eine nicht geringe Aehnlichkeit zwischen dem Schädel von Tibi und dem von Hrn. Jagor neben einem Holzsarge in der Höhle Nipa-Nipa gefundenen, während die Tabaco-Schädel den jüngeren und zum Theil syphilitischen Schädeln der Nipa-Nipa-Höhle näher stehen. Nur der weibliche Tabaco-Schädel schliesst sich an die mehr brachycephalen Schädel aus der anderen Höhle von Nipa-Nipa (Z. 873. 874), welche Spuren künstlicher Missstaltung zeigen, und es ist bemerkenswerth, dass gerade bei ihm gleichfalls derartige Zeichen hervortreten. Das Hinterhaupt fällt nämlich unmittelbar hinter den Tubera parietalia ab, die Gegend der hinteren seitlichen Fontanellen ist abgeplattet, und daher die Hinterhauptsgruben für das Kleinhirn und für die Hinterlappen des Grosshirns stärker vorgewölbt. Die gleiche seitliche Compression zeigt auch der Mädchenschädel von Tabaco.

Ein noch erhöhtes Interesse haben die Cimarronen-Schädel von Albay, welche ihrem äusseren Ansehen nach älter sind und einige Analogie mit den Schädeln von Lanang bieten, welche Hr. Jagor mitgebracht hat. Die beiden sind allerdings unter sich sehr verschieden. Ob diese Differenz sich nur durch das verschiedene Geschlecht erklärt, ist mir in hohem Maasse zweifelhaft; handelt es sich um ein Mischvolk, so liesse sich die Vererbung wohl mit mehr Recht anrufen. Der Schädel des Weibes (Omang) ist kurz und breit, der des Mannes (Baringeag) breit und lang; beide lassen aber deutlich eine künstliche Deformation erkennen.

Der weibliche Schädel schliesst sich einerseits den Lanang-Formen, andererseits dem weiblichen Tabaco-Schädel und den ihm verwandten Nipa-Nipa-Formen an. Er hat einen Breitenindex von 87, einen Höhenindex von 79,7, eine Circumferenz von 488, eine Capacität von 1380. Das Gesicht ist breit, die Nase abgeplattet, der Oberkieferrand stark vorspringend. Dabei zeigt sich eine starke Veränderung des Hinterhauptes, welche aber anders ist als die an den alten Flachschädeln von Lanang. Während an diesen eine einfache Abplattung der Stirn und des Hinterhauptes vorhanden ist, bemerkt man bei der Cimarrona, ähnlich wie bei dem Tabaco-Weibe, jedoch viel stärker, dass jederseits ein seitlicher Druck von hinten und oben her eingewirkt hat; ja, es ist sehr merkwürdig zu sehen, wie der Druck nur auf die Gegend ausgeübt worden ist, wo die Lambda-Naht mit der Mastoidal- und Schuppen-Naht zusammenstösst, also dort, wo die seitliche hintere Fontanelle liegt. Die Folge davon ist gewesen, dass sich nach drei Richtungen, nach oben in der Mitte, nach unten rechts und links, also gleichsam kleeblattförmig, kuglige Protuberanzen gebildet haben, welche offenbar dadurch entstanden sind, dass das comprimirte Gehirn genöthigt gewesen ist, sich anderweit Raum zu verschaffen. Es ist dies eine sehr auffällige Form. Sehr bezeichnend ist übrigens, dass der laterale Druck ausserdem noch schief gewesen ist, rechts stärker, als links, so dass das ganze Hinterhaupt dadurch verschoben worden ist.

Der männliche Schädel (Baringeag) ist lang und entschieden dolichocephal. Bei ihm beträgt der Breitenindex 75,4, der Höhenindex 77,7, der grösste Umfang 515, die Capacität 1470. Alle Muskelansätze sind sehr stark, das Gesicht eher etwas schmal, der Nasenrücken gleichfalls schmal, der Kieferrand jedoch stark vorspringend. Dieser Schädel bietet entschiedene Beziehungen mit dem von Hrn. Jagor mitgebrachten Schädel eines Ygorroten vom Berge Ysarog, der 1856 mit einem Taco (Waldmesser) erschlagen war. Auch bei ihm muss man annehmen, dass ein seitlicher Druck stattgefunden hat; denn es erstreckt sich jederseits von den Tubera parietalia eine ganz steil abfallende Seitenfläche herab, und es sind ausserdem ähnliche, wenngleich kleinere kuglige Vortreibungen an der Schuppe des Hinterhaupts. Die obere ist nur dadurch maskirt, dass eine ungewöhnlich starke Protuberantia occipitalis externa darüber sitzt.

Ich bin daher der Meinung, dass man in beiden Fällen, trotz ihrer ursprünglichen Verschiedenheit, genöthigt ist anzunehmen, dass eine gewisse Deformation stattgefunden hat, welche jedoch wesentlich anders angelegt gewesen ist, wie bei den Flachköpfen von Lanang. Stammen sie, wie Hr. Schetelig angiebt, gleichfalls von einem Negrito-Mischvolk, so wird man kaum zweifeln können, dass der dolichocephalische Mannesschädel dem erblichen Typus der Ygorroten entspricht, dass dagegen der brachycephale Weiberschädel und der Häuptlingsschädel, obwohl unter einander nicht wenig verschieden, sich mehr dem Bicol-Typus annähern. Was in dem einen oder andern Falle speciell Negrito-Eigenthümlichkeit ist, kann ich nicht sagen; indess möchte bis auf Weiteres der Häuptlingsschädel als der reinere angesehen werden dürfen, zumal da die Architectur des Skelets im Ganzen mit den Beschreibungen der Reisenden von der äusseren Gestalt der Negritos am meisten harmonirt.

Werfen wir nunmehr einen kurzen Rückblick auf die gewonnenen Resultate, so zeigt sich uns, mit Ausnahme zweier dolichocephaler Schädel von Cimarronen, eine durchweg brachycephale Reihe mit mehr oder weniger ausgesprochenem Prognathismus. Am meisten tritt dieser in den Hintergrund bei dem auch sonst in vielen Beziehungen abweichenden Schädel des sogenannten Negrito-Häuptlings. Die modernen Bicol-Schädel füllen dagegen die früher bemerkte Lücke zwischen den älteren und mehr oder weniger deformirten Lanang-Schädeln und den offenbar jüngeren, durch Syphilis ausgezeichneten Schädeln von Nipa-Nipa, zumal wenn man die Höhlenschädel von Caramuan hinzunimmt. Eine durchgehende Verwandtschaft lässt sich nicht verkennen. Höchst auffällig bleibt dabei die grosse Verschiedenheit in der Gesammt-Architectur. Die Lanang-Schädel zeigen einen sehr starkknochigen, die jüngeren Nipa-Nipa-Schädel einen ebenso ausgeprägt schwachknochigen Stamm. Die modernen Bicols stehen auch hier in der Mitte, so dass man nicht mehr berechtigt ist, wie früher, aus der blossen Zartheit der Formen auf einen Fortschritt in der Civilisation zu schliessen. Möglicherweise dürfen wir in dem schwachknochigen Stamme den Bisayer-Typus annehmen, indess fehlt es für diese feineren Entscheidungen noch immer an dem nöthigen Material, das erst von weiteren Zusendungen erwartet werden darf. Für einen wirklichen Stammes-Unterschied spricht natürlich auch die verschiedene Art der Abplattung, welche wir constatirt haben. Während die Höhlenschädel von Lanang und Caramuan eine vordere und hintere Abplattung erfahren haben, zeigen die modernen Kirchhofsschädel eine seitliche, so dass die Beschreibung von Thevénot im Ganzen weit mehr für sie zutrifft.

Zum Schlüsse will ich noch auf einen Punkt aufmerksam machen, worauf ich bei einer späteren Besprechung der Peruanerschädel noch zurückkommen werde. Es findet sich nämlich bei dem Mädchen-Schädel von Tabaco, der auch deutliche Zeichen der seitlichen Abplattung darbietet, jenes grosse Schalt-Stück zwischen den Scheitelbeinen und der Hinterhauptsschuppe (Os epactale) vor, welches man mit dem Namen Os incae belegt hat. Dasselbe ist fast vollkommen dreieckig und misst an der Basis 115, an den Schenkeln 76–78 Millim. Ich urgire dieses Vorkommen deshalb, weil in der neueren Zeit durch Gosse (Bull. de la soc. d’anthropol. de Paris 1860, Vol. I. p. 549. Mémoires de la même soc. T. I. p. 165) und Jacquart (Bullet. 1865. T. VI. p. 720) der Bedeutung dieses Knochens meiner Meinung nach etwas zu wenig Werth beigelegt worden ist. Man hat sich bemüht zu zeigen, dass diese Trennung in einer einfachen Entwicklungs-Hemmung beruhe, weil in einer früheren Zeit des Fötallebens diese Trennung stets vorhanden sei. Allein daraus folgt meiner Meinung nach nichts Erhebliches für die Bedeutung eines solchen Vorkommens nach der Geburt. Ich habe in der letzten Zeit eine grosse Anzahl von Schädeln neugeborner Kinder maceriren lassen; es war kein einziger darunter, bei welchem eine solche Trennung noch existirte. Diese ist eine solche Rarität, dass jedesmal, wo sie vorkommt, die Frage nach der Ursache derselben aufgeworfen werden muss. Nun ist es doch nicht gering anzuschlagen, dass unter 8 Philippinen-Schädeln sich einer mit einem solchen Beine befindet. Noch bedeutungsvoller wird dieser Fund dadurch, dass auch unter den von Hrn. Jagor mitgebrachten 16 Schädeln ein gleicher ist und zwar einer aus der zweiten Höhle von Nipa-Nipa auf Samar (Z. 865). Er gehört einem erwachsenen, kräftigen Manne an. Der Zwischenknochen ist 50 Millim. hoch, an der Basis 115, an den Schenkeln 25–28 Millim. lang, reicht bis dicht über die Protuberantia occipitalis externa und ist hier durch eine starke Zackennaht abgesetzt. Was aber noch merkwürdiger ist, der einzige Negrito- oder Aita-Schädel von Manila, der sich in der anthropologischen Gallerie des Jardin des Plantes zu Paris befindet, besitzt nach Jacquart gleichfalls ein Os epactale.

Das Alles mag Zufall sein, aber es wäre doch ein sonderbarer Zufall. So hat man auch Zweifel über die Bedeutung des Os incae bei den Peruanern aufgestellt. Wir haben neulich aus Peru zwei alte Schädel bekommen; einer davon hat das Schaltbein in vollster Ausbildung. Nirgends sonst, soweit es uns bekannt ist, zeigt sich dasselbe in einer solchen Häufigkeit, und ich möchte daher wohl annehmen, dass hier eine ethnologische Eigenthümlichkeit hervortritt, die nicht als eine gewöhnliche und nichtssagende Erscheinung aufgefasst werden darf. Es wird ein Gegenstand unserer späteren Betrachtung sein, wie dieses Vorkommen zu erklären ist und ob daraus irgend welche Aufschlüsse in Bezug auf die Völkerbeziehungen über den stillen Ocean zu gewinnen sind«.

Seit der Zeit dieses Vortrages ist nun das Material noch ungleich mehr angewachsen, indem Hr. Dr. A. B. Meyer eine grössere Anzahl von Philippinen-Schädeln und Skeleten mitgebracht und der Gesellschaft überlassen hat. In der Sitzung vom 15. Juni 1872 konnte ich über 6 Negrito-Skelete und einen Ygorrotenschädel berichten (Correspondenzblatt der deutschen anthropologischen Gesellschaft 1872. No. 8). Eine spätere Sendung brachte hauptsächlich moderne Schädel von einem Kirchhof bei Manila.

Von diesen Objekten stimmt zunächst der Ygorrotenschädel mit dem durch Herrn Jagor überbrachten vom Ysarog (und dem einen Cimarronen-Schädel von Albay aus der Sammlung des Hrn. Schetelig) am meisten überein, obwohl er in einem noch viel höheren Maasse lang und zugleich schmal ist. Er besitzt einen Breitenindex von 68,8 bei einem Höhenindex von 73,1, ist also in höchstem Grade dolichocephal und zugleich niedrig. Die Verhältnisse der drei Schädel werden am besten durch eine Zusammenstellung der Zahlen sich ergeben:

Breitenindex. Höhenindex. Capacität.

Cimarrone vom Ysarog 76,9 76,1 1315

Cimarrone ,, vom ,, Albay 75,4 77,7 1470

Ygorrote (Meyer) 68,8 73,1 1400

Sehr bemerkenswerth sind bei dem letztern Schädel ferner der geringe Prognathismus des Alveolarrandes, die verhältnissmässig hohen Augenhöhlen, die hohe Nase mit schmaler Wurzel und der starke Wulst über der letzteren. Giebt dieser Wulst dem Schädel den Ausdruck einer gewissen Wildheit, so wird diese gesteigert durch die stark abstehenden Jochbogen und die bedeutend hinaufgerückten Plana temporalia, deren Abstand, über den Schädel gemessen, an der Kranznaht nur 105 Millim. beträgt: also eine colossale Entwickelung der Kaumuskeln. Es bestätigt sich demnach die Existenz einer wilden dolichocephalen Rasse, welche den Hypsistenocephalen der Inseln Polynesiens und der Sundagruppe näher steht.

Die Negrito-Schädel sind davon gänzlich verschieden. Ich beschränke mich darauf, die entsprechenden Zahlen für 4 derselben zu geben:

Breitenindex. Höhenindex. Capacität.

I. 90,6 77,6 1310

II. 80,8 75,6 1200

III. 83,8 77,8 1250

IV. 86,7 82,3 1150

Von diesen ist No. II. ein männlicher und, wie mir scheint, verhältnissmässig typischer Schädel, während vornämlich bei No. I. künstliche Deformation bemerklich ist. Man sieht hier eine ausgezeichnet brachycephale Rasse, deren Schädel eine mässige Höhe und durchschnittlich eine geringe Capacität besitzen. Zugleich sind sie stark prognath, jedoch betrifft die Vorschiebung mehr die Alveolarfortsätze, während die Ansatzstelle des unteren Nasenstachels dem grossen Hinterhauptsloche näher liegt, als die Nasenwurzel. Letztere befindet sich fast senkrecht unter der Nasenwurzel.

Taf. II.
Taf. II.

Taf. II.

Spuren künstlicher Verunstaltung finden sich an der Mehrzahl der Schädel, jedoch erreichen sie auch nicht entfernt das Maass, wie diejenigen an den Höhlenschädeln von Lanang und Caramuan. In der Regel ist das Hinterhaupt sehr steil und die Seitenwandbeine sind dicht hinter den Tubera parietalia fast rechtwinklig herab gebogen. Nur der eine und zwar männliche Schädel zeigt gar nichts von Deformation: sein Hinterhaupt springt stark vor, und zwar findet sich die stärkste Vorwölbung an der Schuppe oberhalb der Linea nuchae suprema (vgl. Taf. II, fig. 5–6). Wenn dieser letztere Schädel gegenüber den weiblichen und deformirten (Taf. II, fig. 4) als der am meisten typische angesehen werden darf, so könnte es doch sein, dass ihm an einer andern Stelle die künstliche Verunstaltung nicht fehle. Er zeigt nämlich eine ungemein breite und platte Nasenwurzel, und die Nasenbeine sind seitlich mit den Processus nasales des Oberkiefers verwachsen. Da sich dieselbe Synostose noch bei einem andern Negrito-Schädel findet, so entsteht die Frage, ob hier eine blosse Rassen-Eigenthümlichkeit oder ein pathologisches Ereigniss vorliegt. Wenn nun an sich der ganze Habitus der Stelle diesen Eindruck hervorbringt, so hat mich eine Mittheilung des französischen Missionärs Montrouzier noch mehr für diese Ansicht gewonnen. Derselbe berichtet nämlich, dass in ganz Neu-Caledonien nach der Geburt eines Kindes Wasser heiss gemacht, die Finger in dasselbe getaucht und mit denselben die Nase des Neugebornen zerquetscht wird. Freilich ist von den Philippinen bis jetzt nichts Aehnliches bekannt, aber vielleicht wird es damit, wie mit der Schädelverunstaltung, gehen.

Ich muss endlich noch eine besondere Eigenthümlichkeit der Negrito-Schädel erwähnen, nämlich die ausgezeichnet ogivale Form, welche sowohl in der Stirn-, als Hinterhaupts-Ansicht bemerkbar wird und welche auch in den Photographien (Taf. III.) zu Tage tritt. Namentlich bei der männlichen Bevölkerung ist die dachförmige Gestalt des Vorderkopfes leicht erkennbar. Die Glabella ist an diesen Schädeln ungewöhnlich voll, die Stirnhöcker schwach entwickelt, in der Mitte öfter die Andeutung einer Crista frontalis. Damit hängt zusammen die auffällige Höhe der Plana temporalia, welche sich bei dem Manne (Taf. II, fig. 5 und 6) bis über die Tubera parietalia erstrecken und hinter der Kranznaht nur 95 Millim. von einander entfernt sind.

Taf. III.
Taf. III.

Taf. III.

Es lässt sich daher nicht verkennen, dass der Schädeltypus der Negritos etwas Bestiales, wenn man will, etwas Affenartiges an sich hat. Die grosse Breite der unteren Theile der Nase, welche in den Photographien (vergl. die Tafel III.) so auffällig hervortritt, trägt nicht wenig dazu bei, den Eindruck der Hässlichkeit zu erhöhen. Hr. de la Gironière (Aventures d’un gentilhomme breton aux îles Philippines. Paris 1855 p. 321) mag daher wohl einen ersten Eindruck, richtig wiedergeben, wenn er in seiner lebhaften und etwas übertreibenden Weise sagt: Les hommes — me paraissaient plutôt une grande famille de singes que des créatures humaines.

Um das osteologische Bild zu vervollständigen, will ich noch hervorheben, was auch die übrigen Skeletknochen bezeugen und alle Reisende berichten, dass die Negritos von niedrigem und gracilem Bau sind. Ihre Schienbeine sind seitlich abgeplattet, wie zusammengedrückt. Ihre Oberarmbeine haben öfters ein Loch über den Gelenktheilen der Ellenbeuge und zeigen überdiess eine andere Drehung in der Continuität, als die europäischen. Kurz, alles vereinigt sich, um uns das Bild einer niedrigeren Entwickelung zu geben, aber einer Entwickelung, welche weder mit derjenigen der afrikanischen Neger, noch mit denen der Papuas und der Australneger, soviel bis jetzt ersichtlich, irgend eine Aehnlichkeit zeigt.

Wenn wir nun, nachdem wir im Innern der Philippinen sowohl dolichocephale, als brachycephale wilde Stämme kennen gelernt haben, zu der Küstenbevölkerung zurückkehren, so möchte ich zuerst daran erinnern, dass nach dem Zeugnisse der verschiedensten Reisenden hier zahlreiche, durch Einwanderung bedingte Kreuzungen stattgefunden haben. Namentlich werden chinesische und japanesische Beimischungen als sehr einflussreich geschildert. Es wird daher nothwendig sein, hier sehr vorsichtig zu sein, und ich möchte namentlich darauf aufmerksam machen, dass auch Mischungen zwischen der wahrscheinlich malaiischen Küstenbevölkerung und den erwähnten Bergstämmen sorgfältig in Betracht gezogen werden müssen. Gerade in dieser Beziehung dürften die von Hrn. Jagor mitgebrachten Höhlenschädel von Samar sowohl wegen ihres Alters, als auch wegen der Küstenlage der Höhlen und der mehr südlichen Lage dieser Insel eine besondere Bedeutung beanspruchen, da sie vermuthlich reineren Elementen der Bevölkerung angehörten, als die Kirchhofsschädel, nach denen wir die heutige Küstenbevölkerung meist zu beurtheilen haben.

Auf den beigegebenen Tafeln sind geometrische Linearzeichnungen der 3 Höhlengruppen von der Insel Samar zusammengestellt, welche ausreichen werden, um ein übersichtliches Bild dieser Küstenschädel zu geben und deren Vergleichung mit den Negrito-Schädeln anschaulich zu machen. Es sind dies folgende:

1) Aus der Höhle von Lanang ist auf Taf. I, fig. 3–4 (z. 841) der am meisten verdrückte Flachkopf, fig. 1–2 (z. 839) ein nur massig veränderter Schädel abgebildet. Es sind dies Beispiele eines ungewöhnlich grossköpfigen und wahrscheinlich starken Stammes, welcher, obgleich brachycephal, doch nur mässig prognath ist und am weitesten von den Negritos abweicht.

2) Aus der ersten Höhle von Nipa-Nipa stammen zwei Schädel Taf. I, fig. 5 (z. 873) und fig. 6 (z. 874), beide stark brachycephal und mehr prognath, beide, namentlich fig. 6 beträchtlich, von hinten her abgeplattet.

3) Aus der zweiten Höhle von Nipa-Nipa zwei Schädel Taf. II, fig. 1–2 (z. 867) und fig. 3 (z. 870). Sie gehören jenem zarten und mehr kleinköpfigen, brachycephalen und eminent prognathen Stamme an, unter dem die Syphilis verbreitet war.

Ich stelle auch hier, wie früher, einige Zahlen zusammen, indem ich zugleich die modernen, von Hrn. Schetelig mitgebrachten Kirchhofsschädel berücksichtige:

Lanang Breitenindex. Höhenindex. Capacität.

No. 839 93,0 78,6 1510

No. ,, 841 94,8 80,0 1470

Nipa-Nipa B.

No. 873 89,1 78,9 1360

No. ,, 874 96,2 83,6 1400

Nipa-Nipa A.

No. 867 78,4 74,5 1210

No. ,, 870 86,6 77,0 1351

Tabaco

No. III. 83,3 82,4 1320

No. ,, IV. 81,1 79,7 1505

Tibi 80,2 78,5 1595

Man ersieht leicht, dass die Brachycephalie durch die ganze Reihe durchgeht und dass auch die Höhe verhältnissmässig überall beträchtlich ist. Am meisten schwankt die Capacität, weniger jedoch in den einzelnen Gruppen der Höhlenschädel, als unter den modernen. Eine endgültige Entscheidung über die Stellung der verschiedenen Gruppen zu einander dürfte daher noch immer verfrüht sein. Die Schwierigkeit, welche durch die künstliche Deformation so vieler diese Schädel herbeigeführt wird, ist zu gross, um für die einzelnen Gruppen sichere gesetzliche Normen zu finden. Wie ich schon früher anführte, so zeigen die Indices für die modernen Kirchhofs-Schädel, welche von Bicols stammen, am meisten Uebereinstimmung mit den Höhlenschädeln von Nipa-Nipa A, welche jedoch weit hinter ihnen zurückbleiben in Bezug auf die Capacität. Allein die hier in Betracht kommenden Höhlenschädel sind auch am wenigsten durch künstliche Verunstaltung betroffen und es liegt daher nahe, dass jeder von ihnen den Typus deutlicher wiedergiebt, als die Schädel der beiden anderen Höhlengruppen. Hoffentlich wird eine weitere Durchforschung des nun reichlicher zuströmenden Materials bald eine vollständigere Darlegung gestatten, und so eines der interessantesten ethnographischen Gebiete klar legen.

Notes in this chapter

Note 1 · Morga f. 156. ↑Note 2 · 1867 wurde die Zahl der gewerbesteuerpflichtigen Chinesen auf 2589 geschätzt, davon gehörten 30 zur 1ten, 517 zur 2ten, 812 zur 3ten, 746 zuNote 3 · Zu Morga’s Zeit wurde den spanischen Beamten und Geistlichen wöchentlich eine Anzahl Leute zugewiesen (Polistas), die ihnen für geringen LohNote 4 · Crawfurd (Dict. 345) verweist auf die Aehnlichkeit der Barangays mit den angelsächsischen Hundreds and tithings. ↑Note 5 · Diese Zentralkasse (caja central = caja del ramo = caja real) enthält zu Zeiten bis 40 Millionen Realen (fast 3 Millionen Thlr.). Dieser, auNote 6 · Die Verordnung von 1786 ist nie zur Ausführung gekommen, weil sie dem Wesen der spanischen Kolonialpolitik widerspricht; thatsächlich werdenNote 7 · (Sinibaldo Mas) La Chine et les puissances chrétiennes, Paris 1861. ↑Note 8 · Vermuthlich Lei-tschi, Nephelium litchi Wight. ↑Note 9 · Es schien angemessen hier nur den Flächeninhalt der grösseren Inseln zu geben. Die mehrere Seiten umfassende, von einem Hülfsarbeiter des GeNote 10 · F. B. Engelhardt, Der Flächenraum der einzelnen Staaten in Europa und der übrigen Länder auf der Erde. Berlin 1853. ↑Note 11 · Rechnet man hierzu, wie im Anuario, die thatsächlich unabhängigen Inseln Basilan 23.2, Sulu 14.5, Taui-taui etc., zusammen 27.5 □M., so erhäNote 12 · Bemerkungen und Ansichten auf der Entdeckungsreise von O. von Kotzebue 1821. ↑Note 13 · Geognostische Beobachtungen auf der Reise von O. von Kotzebue 1829. ↑Note 14 · Reise um die Erde. Berlin 1835. ↑Note 15 · Constitucion geognostica de las Islas filipinas. Anales de minas. 2. 197–212. 1841. Spätere Bände habe ich nicht einsehen können. ↑Note 16 · Voyage de la Bonite. Géologie. Paris 1844. ↑Note 17 · U. S. Exploring expedition under the command of C. Wilkes. Geology by Dana. Philadelphia 1849. ↑Note 18 · Wiener Akad. Ber. 36. 121. 1859. ↑Note 19 · Zs. geol. Ges. 14. 358. 1862. ↑Note 20 · Zs. f. allgem. Erdkunde. N. F. 10. 249. 1861 u. 13. 81. 1862. ↑Note 21 · Kosmos. Bd. 4. 405. ↑Note 22 · Auch auf Java fand L. Horner (J. Miner. 1838. 2) in einigen der Südsee zufallenden Flüssen »granitische, syenitische und dioritische GesteinNote 23 · Die Lage des Serangani in oder bei Mindanao erscheint nicht sicher festgestellt. Ob der Vulkan von Davao, an der Bai von Davao oder Tagloc, Note 24 · Semper Skizzen, p. 14. ↑Note 25 · Horsburgh (Citat in Berghaus, geohydrographischem Memoir von den Philippinen 1832) spricht von einer Lava oder Cap islet genannten Insel mitNote 26 · Vom Mainit, der eng verbunden zu sein scheint mit dem Maquiling, sagt de la Gironière (Citat in Perrey Documents sur les tremblements de terNote 27 · Entdeckungsreise. II. 137. ↑Note 28 · Vgl. auch Zs. f. allg. Erdkunde. N. F. 6. 71. 1859. ↑Note 29 · Dana l. c. 545 sah dort Blöcke zelliger Lava und graue Tuffe, denen von Manila ähnlich. ↑Note 30 · A. von Humboldt. Kosmos IV. 522 u. 287. ↑Note 31 · S. die Abbildung in Choris Voyage pittoresque. 1820. ↑Note 32 · U. S. Explor. Expedition V. 317. ↑Note 33 · Bull. soc. géogr. 19. 79. 1842, im Auszuge in d’Archiac hist. d. progrès de la géologie. 1. 544. 1847. ↑Note 34 · Description physique des îles Canaries. Paris 1836. 437. ↑Note 35 · Citat bei Chevalier p. 227. ↑Note 36 · d’Archiac histoire de la géologie 3. 520. ↑Note 37 · Die Nummuliten von Borneo beschrieb Verbeek im Jahrb. Miner. 1871. 1. ↑Note 38 · Zs. f. allg. Erdkunde. N. F. 13. 86. ↑Note 39 · l. c. 204. ↑Note 40 · Vgl. die Angabe von Itier. S. 7. ↑Note 41 · Vgl. die krystallographischen Bestimmungen von Dauber. Wien. Akad. Ber. 42. 26. ↑Note 42 · Es liegt dort gewonnenes Kupfer vor. ↑Note 43 · Weiter östlich sollen 6 Stunden von Lauang flussaufwärts bei Binontuan marmorartige Kalke anstehen. ↑Note 44 · Die Zähne sind etwas zahlreicher und schmaler als bei A. inaequivalvis Brug. ↑Note 45 · M. Thévenot, Rélations de divers voyages curieux. Paris 1591. (Wie später angeführt wird, war die Jahreszahl irrig.) ↑Note 46 · Die Makrocephalen im Boden der Krym und Oesterreichs. Mém. de l’acad. imp. des sciences de St. Pétersbourg. Sér. VII. T. II. No. 6. ↑Note 47 · L. A. Gosse, Essai sur les déformations artificielles du crâne. Annal. d’hygiène publique et de méd. légale. Paris 1855. Juill. ↑Note 48 · Da seit Thévenot kein neuerer Autor von der Flathead-Mode auf den Philippinen spricht, so wird man diese Schädel mindestens nicht hinter dasNote 49 · Für zwei Schädel von Madura bei J. van der Hoeven (Catal. craniorum p. 38) berechne ich den Breitenindex zu 80,4 und 78,4, den Höhenindex zuNote 50 · Meyen (Nova Act. Acad. Leop. Car. 1834. Vol. XVI. suppl. I. p. 47), der auch den Schädel einer Tagalin von Manila abbildet, rechnet diesen SNote 51 · Welcker berechnet für diese einen Breitenindex von 75 bei einem Höhenindex von 77. Einer der Dajak-Schädel bei van der Hoeven hat einen BreiNote 52 · Schädel und Skelet gehören jedoch offenbar nicht zusammen. ↑Note 53 · Der eine trägt die Inschrift Semarrona Ilamada Omang, der andere Semarron Ilamado Baringeag (?). ↑Note 54 · Die von Hrn. Jagor geäusserte Meinung, dass dieser Berg identisch mit dem Vulkan Yriga sein müsse, der in der Provinz Camarines auf Luzon amNote 55 · Das Os femoris ist 38 Centim. lang, die Tibia 30,5, das Os humeri 27, der Radius 21. ↑Note 56 · Die Stelle steht in Relations de divers voyages curieux, Paris 1664, II., und zwar in der Relation des Isles Philipines, faite par un religiNote 57 · Pour ce qui est des dents, elles (les femmes) imitent en tout les hommes: ils se les liment dès leur plus tendre jeunesse, les vns les rendeNote 58 · Nach einer Mittheilung des Hrn. Semper feilen nur die Negritos von Mariveles und der Nachbarbezirke die Zähne in der angegebenen Weise. Bei Note 59 · Von denselben Mineralien begleitete und durchaus ähnliche Quarzgänge (z. B. am Berge Dinaan) führen Chrombleispath41. Dieser ist nicht selteNote 60 · Die gewaltige Bergmasse des Ysarog nimmt den ganzen Raum zwischen der Bai von S. Miguel und dem Meerbusen von Lagonoy in einer Breite von 18Note 61 · Im Rio Catarman (Nordküste der Insel43) stehen zwischen Catarman und Cobo-Cobo Bänke eines ziemlich festen, eisenschüssigen hellbraunen, kalNote 62 · Hart am Meeresstrande bei dem am Ostende der Bucht gelegenen Paranas sieht man harte Muschelbreccie, durch Kalk verkittete Muscheltrümmer, iNote 63 · Dass auf den Inseln Asiens ähnliche Gebräuche geherrscht haben, wie in Amerika, ist allerdings, wie sich bei genauerer Nachforschung gezeigtNote 64 · Von besonderem Interesse sind die sehr ähnlichen Schädel, welche in der Krim gefunden worden sind, und die Herr v. Baer zum Gegenstande eineNote 65 · In dieser Beziehung bemerke ich, dass Herr Gosse, ein Genfer Arzt, der eine sehr verdienstvolle Abhandlung über die künstliche VerunstaltungNote 66 · Es ergiebt sich zunächst aus diesen Verhältnissen in ganz unzweifelhafter Weise, dass diese in ausgezeichnetem Sinne brachycephale BevölkeruNote 67 · Man ist daher für unsere Schädel darauf angewiesen, andere Verwandtschaften aufzusuchen, und die nächste Frage, welche sich hier aufwirft, iNote 68 · Unter den vorliegenden Schädeln stammt nur einer, derjenige nämlich, welchen Herr Jagor am Ysarog auf der Insel Luzon ausgegraben hat, nach Note 69 · Es sind endlich noch zwei Schädel zu erwähnen, welche von den bisher besprochenen wesentlich verschieden sind. Der eine ist in der zweiten HNote 70 · Nach den Mittheilungen des Hrn. Schetelig stammt der grössere Theil seiner Schädel, nämlich 5, von Kirchhöfen. Er bemerkt in seinem Briefe, Note 71 · Hier kommt nun freilich die schwierige Frage nach der Reinheit der Race in Betracht. Hr. Dr. Schetelig theilt mir mit: »Ich habe das Skelet Note 72 · Was nun den Schädel von Arituktuk (oder Yriga) betrifft, so gehört er einem ausgewachsenen, aber wahrscheinlich jüngeren Manne an. Es fand sNote 73 · Ich habe noch zu erwähnen, dass Hr. Davis in Beziehung auf das Alter der Funde, die ich früher besprochen habe, einen Zweifel aufgeworfen haNote 74 · Die Zusammengehörigkeit dieser Negritoschädel wird in deutlichster Weise dargelegt durch ein höchst characteristisches Zeichen, nämlich durc
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