Note 53 — ANHANG. (continued 2)
Reading edition
Nach den Mittheilungen des Hrn. Schetelig stammt der grössere Theil seiner Schädel, nämlich 5, von Kirchhöfen. Er bemerkt in seinem Briefe, dass man dort in den spanischen Ländern die Sitte habe, die Gräber alle 3 Jahre zu leeren, falls nicht die erforderliche Zahl von Seelenmessen gelesen oder die Kirchhofsteuer jährlich entrichtet werde. Wie es scheint, häuft man dann die Schädel auf, wie es auch in manchen katholischen Ländern Europas geschieht. Dann unterliegen sie natürlich manchen atmosphärischen Einflüssen. Hr. Schetelig verweist auf diese wegen der Verschiedenheit in dem äusseren Verhalten der Schädel. Ich hatte namentlich die Frage aufgeworfen, ob nicht einer dieser Schädel, der äusserlich mit einer weissen, hier und da grünlichen Incrustation überzogen ist, gleichfalls aus der Kalkschicht einer Höhle stamme; er hat es aber in Abrede gestellt. Vier Schädel sind von ihm im Mai 1867 in Tabaco (Provinz Albay, Luzon) gesammelt; nach seiner Angabe sind es ganz bestimmt Bicol-Schädel. Darunter ist ein jugendlicher, wahrscheinlich weiblicher, mit noch nicht hervorgetretenen Weisheitszähnen und noch offener Synchondrosis spheno-occipitalis. Ein anderer Schädel, mit einer gut erhaltenen Sutura frontalis, scheint einem erwachsenen Weibe angehört zu haben. (Es ist der oben erwähnte incrustirte.) Der fünfte (April 1867) stammt ebenfalls von einem Kirchhofe und zwar aus Tibi, einem Orte in der Nähe von Tabaco; Hr. Schetelig erklärt ihn auch für einen Bicol-Schädel. Sodann finden sich zwei, an der Oberfläche stark veränderte, sehr leichte und vielfach verletzte Schädel, welche als Cimarronen-Schädel53 bezeichnet sind, aus der Nähe von Albay; auch sie stammen aus der Erde. Hr. Schetelig schreibt sie einer Mischlingsrace von Negritos und Bicols zu. Endlich der letzte Schädel ist derjenige, welcher das grösste Interesse beansprucht, insofern er einem Negrito-Häuptling angehört haben soll. Dazu ist auch das in seinen Haupttheilen erhaltene Skelet vorhanden.