Note 58 — ANHANG. (continued 2)
Reading edition
Die Zusammengehörigkeit dieser Negritoschädel wird in deutlichster Weise dargelegt durch ein höchst characteristisches Zeichen, nämlich durch die vermittelst Feilung in eine Sägenform gebrachten Zahnreihen. Es sind die Zähne, namentlich die vorderen und von diesen wieder am meisten die des Oberkiefers seitlich abgefeilt, so dass sie in scharfe Spitzen, wie Raubthierzähne, auslaufen, — eine Art der Feilung, welche der bisher bekannten malaischen gerade widerstreitet, indem diese auf der vorderen Fläche der Zähne stattfindet und zugleich der untere Rand der letzteren geebnet wird. Höchst merkwürdig ist es, dass beide Arten der Feilung schon von dem alten Thévenot angegeben sind: les vns rendent les dents égales, les autres les affilent en pointes, en leur donnant la figure d’une scie. Nur von der mit Gold gefüllten Oeffnung in der oberen Zahnreihe, welche er gleichfalls beschreibt, ist nichts wahrzunehmen. Indess mag das längst aufgegeben sein, da Gold unter den Negritos wohl eine Seltenheit ist. Jedenfalls stammen die Schädel, welche Hr. Dr. Meyer selbst unter grosser Gefahr auf dem ihm bekannt gewordenen Begräbnissplatze eines Negrito-Stammes in der Provinz Bataan (Zambales), im Nordwesten von Luzon, ausgegraben hat, aus neuer Zeit58.