← Table of contents
Reisen in den Philippinen

Note 45 — ANHANG. (continued 2)

Reading edition

Dass auf den Inseln Asiens ähnliche Gebräuche geherrscht haben, wie in Amerika, ist allerdings, wie sich bei genauerer Nachforschung gezeigt hat, von einzelnen Schriftstellern berichtet, indess ist die Thatsache doch so verborgen geblieben, namentlich ist sie so wenig durch authentische Funde belegt worden, dass davon auch in den Werken der Specialschriftsteller kaum die Rede ist. Nur Thévenot, dessen Werk45 am Ende des 16. Jahrhunderts erschienen ist, lässt einen Geistlichen in einer Beschreibung der Philippinen berichten, dass die Eingebornen auf einigen dieser Inseln die Gewohnheit hätten, den Kopf ihrer neugebornen Kinder zwischen zwei Bretter zu legen und so zusammenzupressen, dass er nicht mehr rund bliebe, sondern sich in die Länge ausdehne. Er fügt hinzu, dass sie auch die Stirn abplatteten, indem sie glaubten, dass diese Form ein besonderer Zug von Schönheit sei. Eine genauere Betrachtung der vorliegenden Schädel ergiebt in der That deutlich die doppelte Compression, welche einerseits schräg von hinten und unten her, andererseits von vorn und oben her auf den Schädel ausgeübt ist, und man braucht sich diese beiden Druckflächen nur verlängert zu denken, so bekommt man die nach vorn zusammengehende Stellung der Druckbretter, welche noch heute bei gewissen wilden Stämmen der nordamerikanischen Westküste im Gebrauch ist.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings