Aulestad, 22. April 1892.
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Süße Bergliot, die Sache mit dem Gelde mußt Du nicht so tragisch nehmen. Du kannst Dir doch denken, daß Mutter und ich immer genug zum Leben haben werden, und könnt Ihr uns etwas wiedergeben, so ist es gut; könnt Ihr nicht, so ist es auch gut. Dafür leben wir doch nicht. Und am allerwenigsten ich, der den größten Teil seines Lebens für andere gelebt hat. Das ist ja die einzige Freude, die ich habe.
Deine Stimme läßt Dich noch immer bisweilen im Stich; — ich bin sicher, sie wird Dir eine Lebensfreude werden, wie sie in ihren guten Stunden die unsre ist. Wenige Menschen können so hell ins Leben schauen wie Du, die zweifellos großen Aufgaben und mancher schönen Tat entgegengeht.
Wir müssen unsern Lebensmut hüten, er ist unser höchster Schatz. Gut essen, gut schlafen, das Rechte tun, gute Menschen in unser Herz schließen und die Zerstörungslust der anderen hindern, das erhält den Mut in uns. So ausgerüstet und begabt und geliebt, wie Du bist, — — Bergliot!
Du kannst überzeugt sein, ich leuchte Jonas Lie heim; denn ich habe Briefe gefunden, die alles bestätigen, was ich gesagt habe. Ich glaube nicht einmal, daß er es selbst erlebt haben kann; dazu war der Konflikt in Rom wegen der gleichen Angelegenheit zu heftig.
Grüß’ Ingeborg, an die ich niemals wieder schreiben darf, und Björn, der bereits seine Sommergage erhoben hat — wozu? Hier ist alles wohl; meine Herzbeschwerden gänzlich vorüber.
Dein Freund Vater.