Revanche
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Als Edelsheim Korpskommandant in Pest war, traf er einmal auf der Promenade einen Leutnant mit Rasselgeräuschen.
„Sie,“ sagte Seine Exzellenz, „Sie habe sich Ihren Sporn abgetrete — richte Sie sich ihm emol!“
Worauf der Leutnant in einen Hausflur trat und auf alle Art versuchte, den Sporn einzurenken.
Doch es ging nicht.
Ach was — der Korpskommandant ist sicher schon weit weg — los auf die Promenade!
Der erste Mensch, dem er begegnete, war der Korpskommandant.
„Herr Leutnant,“ sagte Seine Exzellenz, „Ihr Sporn ischt noch immer abgetrete. Sie müsse sich Zeit nehme. Bleibe Sie emol drei Tag zu Haus un richte Sie ihm ordentlich!“
Der Leutnant meldete den Vorfall pflichtgemäß dem Regiment und trat seinen Zimmerarrest an.
Als er ihn verbüßt hatte, ging er auf die Promenade.
Und wer kam ihm entgegen?
Seine Exzellenz, der General der Kavallerie Freiherr v. Edelsheim.
Und was schleifte Seiner Exzellenz nach?
Die Hosenstrupfe.
„Exzellenz, ich erlaube mir, gehorsamst aufmerksam zu machen ...“
„Ah, da schau her! Mei Strupfe ischt abgetrete? Und grad Sie habe es gemerkt? Mein Spornleutnat? Ich danke Ihnen.“
Nächste Begegnung.
„Exzellenz, ich erlaube mir, gehorsamst aufmerksam zu machen ...“
„Was? Mei Strupfe wieder abgetrete? Da verdien ich ja ... Wieviel Arrest habe Sie damals für Ihren Sporn kriegt, Herr Leutnant?“
„Drei Tage, Exzellenz.“
„Drei? Na, da verdien ich wenigschtens acht. Aber ich als Korpskommandant hab ja nit Zeit. ... Wissen Sie was, Herr Leutnant? Sitze Sie emol die acht Tag für mich ab!“