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500 Schwänke

Der Kaltblütige

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In Venedig lebt ein Komponist, Sandro Mezzadri, ein ungemein begabter Kerl. Und sehr populär. Alle Welt grüßt ihn.

Unlängst geht er die Riva entlang — da hält Signor Parea ihn an und schreit:

„Sandro, Sie sind der gemeinste Hund und Schuft Europas. Sie haben mir dreißigmal versprochen, mir die Schuld abzutragen — dreißigmal haben Sie Ihr Wort gebrochen.“

Sandro Mezzadri steht still und hört aufmerksam zu. Die Leute sammeln sich an. Immer mehr und mehr. Ein ganzer Haufe.

„Sie sind kein Künstler, Sie sind ein Gauner und Hochstapler. Sie sind der Ruin meiner Familie. Ein nichtswürdiger Schwindler, ein Lump, ein Tunichtgut, ein ehrloser, niedriger Betrüger.“

Die Zuhörer füllen die Riva der ganzen Breite nach. Einige besonders Neugierige erklettern das Denkmal von Vittore Emanuele.

„Ein Schurk, der sich nicht scheut, das sauer erworbene Vermögen seiner Nebenmenschen zu verprassen — ein meineidiger Schuldenmacher, ein Dieb, den ich anspucke und verachte.“

Signor Parea schöpft Atem.

Sandro Mezzadri mit unverschämter Ruhe:

„Ganz recht hatten Sie. Und was hat der andre darauf erwidert?“

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