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500 Schwänke

Österreich

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Baron Meyringer sah, daß es so nicht weiterging — sein Vermögen war tschari, nur seine drei Autos waren ihm geblieben — da gründete er die Erste Wiener Autounternehmung.

Wenn man aber in Wien ein Lohnfuhrwesen betreiben will, muß man eine Lizenz haben.

Eine Lizenz bekommt man nur, wenn ‚die fraglichen Fuhrwerke in ihrer Gänze oder den überwiegenden Teilen nach inländischen Ursprungs sind‘.

Meyringers Wagen waren französischen Ursprungs.

Was tun?

In solchen Fällen geht der Österreicher auf die Statthalterei, ‚um sich das zu richten‘. — Meyringer ging auf die Statthalterei.

Jede höhere österreichische Behörde hat einen sogenannten Präsidialisten, dessen Aufgabe es ist, wenig erfahrenen, jedoch durch ihre Geburt bevorzugten Klienten die Wege zu weisen zur Umgehung der Gesetze.

Der Präsidialist ließ sich den Fall Meyringer vorlegen und dachte lange nach.

Dann aber sprach er:

„Also so viel is gwiß, daß der überwiegende Teil der Wagen heimischer Erzeugung sein muß. Könnten S’ net, zum Beispiel, für Ihnere Wägen Wiener Laternen anschaffen?“

„Was mach ich mit den alten?“ wandte Meyringer ein.

„Oder Wiener Fußteppiche?“

„Drei Stück ... Es kostt halt Geld ...“

Der Präsidialist sann und sann.

„Eine Idee, Herr Baron: das Wasser im Kühler; wir haben das berühmte Wiener Hochquellwasser ...“

Meyringer nickte.

Und bekam die Lizenz.

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