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Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst

Holland.

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In diesem Freystaate blühte die Musik weit mehr als in der Schweiz. Zwar hat der Geist der Handlung verursacht, daß sich der Holländer selbst nie sonderlich als Tonkünstler auszeichnete; aber doch unterstützt er große Tonkünstler. Zu Amsterdam halten sich immer die größten Virtuosen auf, und die Concerte werden stark besucht, selbst wenn ein Ducaten für die Entree verlangt wird. Lolli, der daselbst sehr bewundert wurde; erhielt einmahl für ein einziges Concert nach Abzug aller Unkosten über 1000 Ducaten.

Der musikalische Verlag in Amsterdam ist so stark, als irgend ein Verlag in der Welt, die guten Compositionen stattlicher Meister werden da brittisch bezahlt und gehen reissend ab.

Der Statthalter von Holland unterhielt stets ein sehr wohl eingerichtetes Orchester, das aus dreyßig bis vierzig, oft mehrern Personen bestand. Manche große Meister, worunter der oben gezeichnete Spandauer, auch Vanhal, Kampel und andere, schmückten dieses Orchester, und machten es zu einer Schule der Kunst.

Im Haag werden sehr glänzende Winterconcerte gegeben, in welchen Kraftmänner vom ersten Rang auftreten, und fürstliche Bezahlung erhalten. Sonst ist der Geist der Holländer für die Tonkunst etwas zu kalt; daher sind ihre Erfindungen eben nicht wichtig: doch macht ihnen die Erfindung des so genannten Hollandois ungemein viel Ehre. Diese National-Melodie hat in ihrer Einkleidung einige Aehnlichkeit mit dem Rundo, nur daß der zweyviertels Tact gemeiniglich mit sechsachtels Tact abzuwechseln pflegt. Dergleichen Stücke bringen eine sonderbare Wirkung hervor: man glaubt an den Ufern der offenbaren See zu stehen, und in der Morgendämmerung dem sanftgleitenden Kahne zuzusehen: wenn auch die Morgenluft etwas kalt athmet; so ist doch die im Purpur Aurorens erröthende See und der gleitende Kahn — ein herrlicher Anblick.

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