Griechische Musik.
Reading edition
Die Griechen müssen sehr früh mit den Geheimnissen dieser Kunst vertraut gewesen seyn. Durch ihre früheste Geschichte, so sehr sie in das mystische Dunkel der Fabeln gehüllt ist, blitzt doch schon die Gewalt der Tonkunst durch, ja man sollte glauben, daß die Musik diesem großen Volke die Schwingen zu seinem staunenswerthen Auffluge gegeben habe. Wer kennt nicht die Fabel vom Orpheus, der mit dem Zauber seiner Leyer die Ungeheuer des Waldes zähmte, daß sie kamen und seine Sohlen leckten?
In dieser ganzen Dichtung sieht der Philosoph nichts anders, als die ersten Eindrücke der Musik auf ein Volk, das so musikalisch als irgend eines in der Welt war. Alles förderte die Tonkunst in Griechenland. Die günstigen Einflüsse des Himmels, die weichliche und empfängliche Bildung griechischer Körper; die gelinde und den Künsten entsprechende Regierungsverfassung; die fast heilige Verehrung des Genies aller Art; und sonderlich die Verbindung der Religion mit den Künsten, mußten die Musik unter diesem Volke bald in außerordentliche Aufnahme bringen. Lange sogen die Griechen nun den Zauber der Tonkunst ein, ehe sie die Göttinn selber skeletirten und ein System bildeten. Doch findet man schon in den Gesetzen Draco's und Solon's Spuren, daß dieses Volk die Musik mit der Erziehung auf das strengste verband. Gymnastik und Musik waren die beyden Hauptpfeiler, worauf sich ihr ganzes Erziehungssystem gründete. Doch ist es außer allem Zweifel, daß sie dem Worte Musik eine viel weitere Deutung gaben, als wir heutiges Tages anzunehmen gewohnt sind. Sie verstanden unter dem Begriffe Musik, nicht bloß die Kunst auf die Empfindung durch Töne zu wirken, sondern gaben ihm sogar eine moralische Bedeutung, und begriffen darunter die Harmonie aller Seelenkräfte, oder wie Plutarch sagt, den Einklang des moralischen Gefühles. Indessen beschäftigte sie schon die Musik in der Kindheit ihrer Geschichte. Homer selbst sang seine göttlichen Gedichte ab, und ob dieß nun gleich mehr musikalische Declamation als wirklicher Sang gewesen seyn muß; so ist es doch schon ein klarer Beweis, wie tief es die Griechen fühlten, daß Poesie immer mit der Musik verbunden seyn sollte; die Gesänge des Alcäus, Pindars und der Sappho, des Musäus und Anakreons wurden nicht bloß gelesen, wie wir wähnen, sondern sie wurden abgesungen und mit der Leyer begleitet. Diese Lyra war eigentliches Heptachord, oder ein mit sieben Saiten bezogenes Instrument, welches folgende Töne in sich begriff: F, G, A, B, C, D, E. Bald aber kam noch die Octave hinzu.
Die Griechen erkannten sehr frühzeitig die Kraft des vollen Accordes. Sie wußten, daß der Grundton schon seine Quinte enthalte, und durch die innigste Vereinigung mit derselben die Terze zeuge. Dieß nannten sie den einfachen Accord; bald aber fanden sie durch die Richtigkeit ihres Ohrs, daß die Prime sich mit der Octave verdoppeln lasse; ja sie legten noch die kleine Septime in ihre Tonleiter, weil ihr richtiges Gehör bemerkte, daß die schneidende Octave, wenn sie zu ermatten beginnt, sich freywillig zur kleinen Septime hinneigt: wie der Mann sein Weib küßt, um sein Geschlecht fortzupflanzen: Eine Bemerkung, die schon der große welsche Harmonist Tartini in seinem vortrefflichen leider fast ganz unbekannten Tractat über die Harmonie gemacht hat.
Die griechische Tonleiter war also folgende:
7. Nete -- -- e

6. Paranete -- d
5. Paramese -- c
4. Mese -- -- a
3. Lichanos -- g

2. Parypate -- f
1. Hypate -- -- e
Pythagores bemerkte zuerst die darin enthaltene Lücke, und stellte in zwey unverbundenen Tetrachorden folgende Tonleiter auf:
8. Nete -- -- e das oberste Tetrachord.

7. Paranete -- d
6. Trito -- -- c
5. Paramese -- h
4. Mese
3. Lichanos oder Hyperpate -- g unterstes Tetrachord.

2. Parypate -- f
1. Hypate -- -- e
Was nun die Stimmung der griechischen Saiteninstrumente betrifft, ob solche nach dem Boethius folgender Maßen beschaffen war
o die höchste Saite
h die beyden mittlern Saiten

a
e die tiefste Saite.
oder ob das griechische Tetrachord vor den Zeiten des Pythagoras Töne enthielt, die näher beysammen lagen, läßt sich nicht mit Gewißheit behaupten. Immer war es sehr unvollkommen und so schmeichelnd das Harpeggio ist; so entstehen doch im weitern Fortschritt der Töne wahre Dissonanzen. Pythagoras sah zuerst diese Unvollkommenheit ein, und erfand deßwegen das berühmte Instrument, Helikon genannt, welches eine ganz simple Form: und seinem Bau nach einige Aehnlichkeit mit unserm jetzigen Hackbrete hatte.
Dieses Instrument war zunächst dazu geeignet, um die Verhältnisse der Consonanzen darauf zu bestimmen. Kircher gibt bey dessen Verfertigung sieben Linien an, und sagt: man soll die eine Seite eines Vierecks zuerst in zwey, alsdann in vier, und endlich in drey gleiche Theile abtheilen. Durch diese also gemachten Puncte soll man alsdann Parallellinien ziehen. Hierauf ziehe man von der obern Ecke oben gedachter Seite eine Linie in die Mitte der untersten Linie, alsdann gibt diese unterste auf solche Art in zwey gleiche Theile getheilte Linie den Einklang; die zweyte längere Linie von unten gegen die dritte ihres gleichen das Semitonium majus oder den großen unvollkommenen Ton, z. B. cis, d, e, f, dergleichen vierte gegen die fünfte den Tonum majorem oder ganzen Ton u. s. w. Caelius Rhodiginus legte dem Helikon neun Saiten bey, wovon jede den Nahmen einer Muse führte.
Hieraus sieht man, daß dieses Instrument, wenn man es auch wirklich spielte, den Vortrag ganz einfacher Tonstücke zwar vertrug, aber im ganzen doch noch sehr unvollkommen war. Nur kärglich konnte man auf demselben in eine verwandte Tonart ausweichen, weil die Einleiter dazu fehlten.
Von den wenigen Ueberresten altgriechischer Musik, die Herr Burette zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in der Bibliothek des Königs von Frankreich auffand, mag auch hier der schon bekannte Hymnus an die Muse Calliope eine Stelle einnehmen:

Α - ει - δε, Μου - σω, μοι φι λη, Μολ - πης δ' ε - μης κατ

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- αρ - χου, Αυ - - ρη δε σων απ' αλ - σε - ων, Ε - μας φρι - νας δο νει - τω, καλ - λι - ο πει: α σο- φα, Μου - σων χρο - κα - τα γε - τι τερ - πνων, και σο - φε μη - στο -δο τα. Λα -τους γο - νε, Δη - λι - ε Παι - αν! Ευ - με - νεις πα - ρε - στε μοι
Dieß griechische Liedchen, das seiner Einfalt nach sich unserm alten Choralgesang völlig nähert, hat bey aller seiner Einfalt das Gebrechen der äußerst eingeschränkten Tonleiter. Ueberall vermißt man Töne, die dem Gesange Anmuth und Rundung geben. Nirgends ist eine Spur von Modulation in andere Tonarten. Zwar war dieses bey dem Mangel so vieler Semitonien unmöglich, indessen standen dem Künstler noch immer leicht zu erfindende Kunstgriffe offen, die halben und Viertelstöne hervor zu bringen. Zu den Zeiten Alexanders des Großen war die Tonkunst unter den Griechen im hohen Flore. Schon hundert Jahre vor ihm hatte Perikles, der Kenner und Schätzer jeder Kunst, auch die Musik mit verschwenderischer Freygebigkeit unterstützt. Einem großen Flötenspieler ließ er nach unserm Gelde ein Geschenk von 20000 Gulden reichen. Noch freygebiger belohnte der Besieger Asiens die Tonkünstler. Er führte den ersten Virtuosen seiner Zeit, Timotheus, mit sich umher, und ehrte und belohnte ihn königlich. Dieser Tonkünstler hatte jeden Zauber der Musik in seiner Macht. Er weckte den schlafenden Muth zum Streit; er sänftigte das lodernde Kriegsungestüm; er blies die Funken der Liebe zu Flammen auf; er schmelzte das Heldenherz Alexanders zum Mitleid gegen die von den Persern gemordeten Griechen: vom Mitleid ging er zur Rache über, und bewaffnete Alexanders Faust mit der Mordfackel, womit er Persepolis in Brand steckte: wie dieß alles Dryden in seiner meisterhaften Ode, Alexandersfest oder die Macht der Tonkunst, ganz unnachahmlich schön und stark gemahlt hat.
Wenn man der Begeisterung der Dichter glauben dürfte; so könnte man in der Geschichte der griechischen Tonkunst noch höher hinaufgehen. In Homers Iliade, sonderlich in der Odyssee findet man unzählige Spuren, wie hoch die Musik schon in den frühesten Zeiten von den Griechen geschätzt wurde. Allein die blühende Phantasie des Dichters abgerechnet; so haben wir ganz und gar keine bestimmte Nachricht von den Schicksalen dieser göttlichen Kunst unter den Hellenen. Man sog die Töne ein, und schrieb keine Theorie. Endlich trat Aristoxen auf, und anatomirte zuerst den himmlischen Körper der Tonkunst. Er brachte ein Zahlensystem hervor, das keine Genies zeugt, und nichts weiter beweist, als daß die Quinte, die Terze, und die höhere Octave, mit einem Worte, der volle Acord im Gebiethe der Tonkunst liege. Aus dem Verhältniß der gleichen und ungleichen Zahlen bewies er, daß die Tonkunst nichts anderes sey als eine Rechenkunst, die man dunkel fühle, z. B.
1. 2. 4. 5. 16. 32. 3. 9. 15. 7. 14.
In diesen Zahlen liegen die Verhältnisse der Tonkunst so wie sie noch heute unter uns bekannt sind. Doch, da die Ziffern des Generalbasses noch weitern Umfang haben, und auch die Semitonien in sich begreifen, so paßt sein System ganz und gar nicht mehr auf unsere Zeiten. Dessen ungeachtet war die Eintheilung der Griechen von musikalischen Tönen ganz vortrefflich. Sie theilten nähmlich solche nach dem Zeugniß des Plutarchs
α) in das diatonische, β) in das chromatische und γ) in das enharmonische Klanggeschlecht ein.
Die diatonische Tonleiter der Griechen schritt gleich der unsrigen in ganzen und halben Tönen, die chromatische und enharmonische aber auf eine ganz verschiedene Art fort, nähmlich die eine in halben Tönen und kleinen Terzen, die andern in Viertelstönen und großen Terzen. Ihre chromatische Tonleiter enthielt Töne, die wir heutiges Tages mit Kreuzen bezeichnen, z. B. Gdur Ddur Adur Edur Hdur Fisdur Cisdur Gisdur.
Die Molltöne kannten sie ganz und gar nicht; denn es ist Unsinn, wenn man annehmen will, daß die lydische Flöte bloß für weiche Töne geschaffen gewesen: eine Flöte von lauter Molltönen läßt sich nicht denken. Die lydische Flöte war gewiß unsern Flöten ähnlich; und die dorische unserer Hoboe.
Indessen verdient es hier bemerkt zu werden, daß auch die Griechen sehr frühzeitig anfingen Vocalmusik von der Instrumentalmusik zu sondern, und daß die ersten bewundernswerthen Wirkungen der Tonkunst nicht anders begriffen werden können, als daß Pöesie lange Gebietherinn über die Tonkunst war, und daß also der griechische Musiker nichts zu thun hatte, als den großen Rhapsoden zu begleiten. Die Griechen hatten gewisse Odeen, die man ungefähr unsern Opernhäusern vergleichen kann, in diesen Odeen übten sich nicht allein große Declamatoren, Mimiker und Künstler aller Art; sondern auch die Musiker. Was todt war, was keinen andern Ausdruck der Dichtkunst zuließ; dahin strömte der Katarrakt der Tonkunst!
Die Griechen hatten zwar unsere Noten nicht, womit man die musikalischen Ideen allen Nationen mittheilen kann; aber sie hatten doch gewisse Zeichen, die sie über, oder unter die Worte der Dichter hinsetzten, und wodurch sie das Steigen und Fallen der Stimmen so ziemlich bezeichnen konnten. Wir verstehen zwar jetzt ihre musikalische Charakteristik nicht ganz mehr, doch sehen wir so viel daraus, daß sie äußerst eingeschränkt war. Der träge oder schnelle Gang der Töne, die Bestimmung der Tacte, die Bemerkung der musikalischen Farben, die Verflößung der Töne, und sonderlich die Eintheilung der Tacte, fehlte den Griechen ganz und gar. Selbst der Tiefforscher Plutarch hat in seiner Abhandlung über griechische Musik nichts weiter bewiesen, als daß sie mit der unserigen ungefähr im Verhältnisse eines Zwerges gegen einen Riesen stand. Einfalt, und richtige Verhältnisse mögen ungefähr den Charakter der griechischen Musik ausgemacht haben. Aber was ist dieß gegen die Musik der Welschen und Deutschen?! Als die Griechen von ihrer Urgröße herab sanken, da versank auch ihre Tonkunst, und Dio der Geschichtschreiber sagt mit Recht: die Griechen heulen und singen nicht mehr; die Griechen leyern und spielen nicht mehr.
Ehe ich den Artikel von der griechischen Tonkunst beschließe; muß ich ihren Charakter, so weit es sich thun läßt, erst kurz bezeichnen.
Fürs erste scheint sie weit mehr Declamation, als Gesang gewesen zu seyn. Das Pathos war gewiß dieser Musik eigen, wie man theils aus den vortrefflichen Gedichten, theils aber auch aus den wenigen Ueberresten derselben mit Zuverlässigkeit schließen kann.
Die ersten Christen fanden die griechische Musik so vortrefflich, daß sie viele gangbare Melodien beybehielten, und nur christliche Texte darunter setzten. Sie gaben ein griechisches Gesangbuch heraus, welches aus acht Stimmen oder Singweisen besteht, und deßwegen Achtklang heißt. Zur Zeit Carls des Großen kam dieser Achtklang auch in die lateinische Kirche, und unser großer Luther behielt sie bey, und setzte deutsche Texte darunter.
Wir besitzen sie also noch in unserer Kirche, in den herrlichen Liedern:
»Ein Kind geboren zu Bethlehem. »O Lamm Gottes, unschuldig. »Es ist das Heil uns kommen her. »Ein feste Burg ist unser Gott. »Dank sagen wir alle. »Christ ist erstanden. »Mitten wir im Leben sind. »Vom Himmel hoch da komm ich her.«
Nach diesen herrlichen Melodien zu urtheilen, die seit so vielen Jahrhunderten in den christlichen Gemeinden hallen, ist Einfalt und Erhabenheit ganz gewiß der Hauptcharakter der griechischen Musik gewesen. Hochgefärbte Töne, künstliche und weitgesuchte Modulationen, schnelle und geflügelte Melodiegänge, Eintheilung in die vier Stimmen des Discants, Tenors, Alts und Basses kannten sie sicher nicht. Ihre Gesänge gingen im Einklange: wie einer sang, so sangen alle. Auch scheinen sie von der Verschiedenheit der Tacte und Mensuren nichts gewußt zu haben. Ihr musikalischer Rhytmus muß also äußerst reich, abwechselnd und gerade derjenige gewesen seyn, den unser Klopstock an der heutigen Musik vermißte. Die Eintheilung der Melodie in Tacte bestimmt zwar den Gang derselben; aber hemmt zugleich den Flug der Einbildungskraft. Ob auch die Griechen den musikalischen Styl in den gottesdienstlichen, dramatischen, mimischen, Kammer- und Volksstyl eintheilten, ist sehr schwer zu beantworten: doch beweisen ihre (Scolien) Tischgesänge, worüber Hagedorn uns eine so vortreffliche Abhandlung geliefert hat, daß sie den Ton der Volkslieder sorgfältig vom Tone der religiösen Gesänge zu unterscheiden wußten. Dem Euripides, Sophokles und Aeschylus nach zu urtheilen, waren ihre Chöre voll Majestät und Würde: und da sogar die Chöre des Aristophanes gesungen wurden; so müssen sie auch im komischen Styl keine Fremdlinge gewesen seyn. Mit einem Wort, und ohne Gräkomanie gesprochen; so kann man zuverlässig behaupten, daß ihre Musik zwar in einem verhältnißmäßig trefflichen Zustande gewesen, aber sich doch bey weitem nicht mit unserer heutigen vergleichen lasse. Diesen Reichthum, diese Mannigfaltigkeit der Ideen, Melodien, Harmonien, Modulationen, diese kühne Imagination, diese oft schwelgende Phantasie, sucht man C.
Zum Beschlusse fügen wir noch ihre Tonleiter bey:
Für das Clavier.

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Noch muß ich dem Einwurfe begegnen, welchen Nepos in der Vorrede zu seinen Biographien, in den Freunden der Tonkunst zu erregen sucht, woraus scheint, als hätte es Personen von Stande zur Unehre gereicht, sich auf die Musik zu legen, wie er ausdrücklich das Beyspiel des Epaminondas anführt. Aber hier ist nicht die Rede von der Musik überhaupt, sondern nur von dem Mißbrauch der weichen lydischen Flöte, welcher damahls so eingerissen war, daß die griechische Seele nicht dadurch gestärkt, sondern entnervt wurde.
Und in diesem Betracht, wäre es noch heut zu Tage Schade für einen Helden, wenn er durch weiche Gesänge, und durch ein weibisches Instrument, die Nerven seiner Seele abspannen wollte. Auch hielten es die Griechen aus diesem Grunde einem großen Manne unanständig, sich auf ein blasendes Instrument zu legen, weil der Ansatz Verzerrung des Mundes und Bausbacken verursacht, und dieß gegen ihre hohen Begriffe von Schönheit und Anstand war. Sonst aber gab es wenige große Männer in Griechenland, die nicht auch ein musikalisches Instrument, sonderlich die Leyer zu spielen wußten. So traf nach dem Zeugniß Homers, die an den trotzigen Achilles abgeordnete Gesandtschaft, den Helden mit der herzbezwingenden Leyer an. Miltiades, Cimon, Timoleon, Alcibiades, selbst Perikles, und Sokrates, waren vortreffliche Musiker. Sie sangen bey ihren Gastmahlen, und wußten diese Gesänge mit der Lyra zu beseelen, nur blieb es immer unanständig, die Flöte zu blasen. Plutarch in seiner oft gerühmten Abhandlung über die Musik entscheidet diesen Streit ganz und gar.
