← Table of contents
Verfall und Triumph, Erster Teil

Stunde des Todes

Reading edition

Stunde des Todes, da Tag sich sein Kleid Borgte von Abends entlüfteter Weite. Stunde des Todes im Rosengeschmeide Und mit Kränzen zur Heimkehr bereit.

Stunde des Todes. Mit Liebe Gewalt Überflüsterst du uns, den bittern Kelch füllend mit Honig. Die Beine zittern. Ach, wir sind ja so gar nicht alt!

Stunde des Todes. In schweflichtem Schein Brennender Städte entmündend nach oben. Schweben, sorgfältigst aufgehoben, Wie Juwele aus finsterem Schrein.

Stunde des Todes. Die Bataillone Himmlischer Geister harren in Front. Graue Gesichter golden versonnt, Aber die Helmspitzen sprühen im Monde

Und die Panzer, Kürasse und Fahnen. Und die Armen stehn jubelnd im Tor, Strecken Lilienhände vor, Tiere mit Augen, die Frieden ahnen.

Stunde des Todes. Da geifert und keucht Schleimiger Schlund, nach Atem schnappend. Kinnbacken schauernd vor Kälte klappern. Wälzen sich Klumpen in Betten feucht

Und mit Lüften Weihrauch vermengt Und mit der Priester schalen Gebeten Muffige Stuben Schatten betreten Und die Fenster düster verhängt —

Stunde des Todes. Da hundsföttisch lacht Der Laster Grimasse, am Bettende hockend. Nebel, Züge, Glocken Schleppen sich durch die verweste Nacht.

Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings