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Verfall und Triumph, Erster Teil

Drei geistliche Lieder

Reading edition

I

Wiedergeburt

Durch finsterer Straßen Gang, Der Schlöte Qualm und Gier . . . Wir sind ohne Belang, Wir angehören dir. Du hüllest die Geschwulst. Am Ende du uns lullst (. . . im Hemde dürr und klein . . .) In süßen Schlaf-Tod ein.

Gebrochen und zerhackt, Du zogst uns in Kontrakt, Du herrschest bitter-streng. Wir taumeln im Gedräng. Du zwangst uns dich zu rufen, Du schleudertest den Speer. Wir stürzten bei den Stufen Des Tempels, bläßlich-leer.

Du streckest aus die Hände, Gewaltig weckst du uns. Gelöst sind die Verbände. Zu weißen Äthers Dunst Hebst du uns auf den Flügeln Von Schwanenengeln licht. Entrückst uns Fluren, Hügeln, Dem irdischen Gewicht.

II

Anfechtung und Geißelung

Fahl ziehen auf die Höllen, Gespenst und geller Schrei. Die blechernen Tuben gellen. Rot rauscht ein Schwarm vorbei. Die schwarzen Engel schlagen Aus Flügeln Schlangenbrut. Die nackten Toten jagen Einher mit spitzem Hut.

Legt um die eisernen Riemen! Der Knochen Mark zerbricht. Es streicht ein blutiger Striemen Querüber das Gesicht. Die Haare sind zerrissen Von Hände Krampf und Zorn. Gedärm quillt. Aufgeschlissen Der Bauch von Stacheldorn.

Jetzt tupft mit eisernen Pinseln! Schon regt sich Glauben wach. Ja, röchelnd schwer und winselnd Wir stürzen ab vom Dach, Wir brechen in die Gosse. Du bist vorbeigerauscht, Du hast dich aufgebauscht . . . Wir sind in dir zerflossen.

III

Tod

Verwelkt wir liegen ganz In deiner Hut. Gefaltet Ruhn unsere Hände. Glanz Auf unseren Stirnen waltet. Hoch schwankt die düstere Lade Voraus dem trüben Blick. Du hast bewahrt vor Schaden Uns und vor Mißgeschick.

Du machtest uns zufrieden, Du hast uns wohl bestellt, Du hast uns nicht gemieden. In graue Unterwelt, Wo wir verhurt, verlaust In Sumpfes Löchern staken, Bist du hinabgebraust, Als Strahl aus heiterem Tage.

Umschleicht ein böser Sinn. Nah uns! Komm her! Nimm hin! Es raschelt finsteres Laub. Ein Wagen blitzt im Staub. Winkt da nicht Ufer schon, Ist das nicht Fluß, dies Park? Und dies der einstige Ton, Der uns vorirdisch barg?!

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