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Verfall und Triumph, Erster Teil

Der irdische und der himmlische Gesang

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Die Lebenden

Wie öffnet schauerig sich der Hölle Pforte! Jäh aufgerissen starrt der Erde Scholle. Geheul von einem Hund schwirrt in der Luft. Es schütteln schwarze Engel ihr Gefieder, Und durch die Nacht zuckt flammend Gottes Stoß.

Eine Hure

Die Stiege, die ich nächtlich schwank, knarrt düster. Wir krümmen uns im Schweiß der Kavaliere. Der Sonne Tag blitzt falb, voll Blut und Gräuel. Wer mag an einer rauhen Brust leis wimmern? Ein Kleines rutscht in den Abort. Es platscht.

Ein Mörder

Die Straße, die ich finster schreit, glotzt feindlich. Bin ich der Feind? Das Dunkel schwillt zum Loch. Die schlanke Brücke soll mich heute bergen. Mein Kopf zerplatzt, der Klumpen Haut und Blut. Die Straßenbahn stürzt die Allee herab.

Chor der schwarzen Engel

Wir kauern an den Türen grau-versteckt. Des Haares Strähne baumelt schwank als Strick. Jetzt klatscht aus unseren Mänteln Wassersturz. Wir schlagen auf die großen Nebelflügel. Wir rinseln durch die Finsternis als Brand.

Der Dichter

Es jagt mich durch der Straßen Schächte hin. Ich hoffe Wunder, doch Verderbnis lauert. Wenn ein Klavier mich aus dem Wege schlägt . . . Ich kenne sie an ihrem Trippelschritt Und Hängetasche, schiefem Federhut.

Chor der blonden Engel

Wir tragen unsere Haare glatt gekämmt, Wir müssen auf gespannten Seilen tanzen. Vom Platze wirbelt Militärmusik. Der Fledermäuse-Schwestern falbe Wangen, Wir wollen sie mit weichen Händen streichen.

Eine Hure

Nur manchmal darf man sich im Schlafe strecken So lang und müd, daß alle Glieder singen. Und manchmal kann man in den schönen Abend stelzen Allein und in dem hohen Dome knieen Und fallen süß zurück in einen Park.

Ein Mörder

Daß sie vielleicht ein holdes Lächeln zeigt! Noch Tage Aufschub und noch manche Nacht Und spitz am Ufer blinkt ein kleines Licht. Ein schönes Schiff mit vollem Dampfe fährt. Triumphgeschmetter kreischet die Fabrik.

Der Dichter

Ich pralle feuerig wider Gott und Welt. Ich spei Vernichtung, Haß, Verrat und Gift. In meinen Muskeln strömt Empörungskraft. Ein Akrobat ich mich im Zirkus schwinge, Ich spiel mit Kugeln, schleudere Messer weit.

Die Toten

In unseren Grüften zieht es eisig-streng. In unseren Särgen schwiert ein kleines Loch. Jetzt hat ein toter Wurm den Ritz verstopft. Grün schillern Gase, steigen Dämpfe matt. Mit zackichter Fresse wandeln wir Gespenster.

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