← Table of contents
Prophezeiungen

Viertes Kapitel Die lehninsche Weissagung

Reading edition

I. Der Text

Um 1300 soll ein Abt Hermann des Cisterzienserklosters Lehnin in der Mark folgende Prophezeiung über die Schicksale des Brandenburgischen Hauses verfaßt haben:

1) Jetzo will ich, Lehnin, dir sorgsam singen die Zukunft⁠[75], Nunc tibi cum cura, Lehnin! cano fata futura

Die mir gezeigt der Herr, der alles einst hat geschaffen. Quae mihi monstravit Dominus, qui cuncta creavit;

Denn obschon du erglänzest im hellen Licht, wie die Sonne, Nam licet insigni sicut sol splendeas igni,

Und der Andacht allein dein ganzes Leben jetzt widmest, Et vitam totam nunc degas summe devotam,

5) Reichtum auch und der Segen des friedlichen Daseins dir zuströmt: Abundentque rite tranquillae commoda vitae:

So wird doch kommen die Zeit, die dich nicht erschaut, wie du jetzt bist, Tempus erit tandem, quod te non cernet eandem,

Nein, kaum etwas von dir, ja richtig gesagt, vielmehr gar nichts. Immo vix ullam, aut, si bene dixero, nullam.

Allzeit hat das Geschlecht dich geliebt, das einst dich begründet⁠[76]. Quae te fundavit gens, haec te semper amavit.

Sinkt es dahin, fällst auch du, und bleibst nicht liebwerte Mutter. Hac pereunte, peris, nec mater amabilis eris.

10) Und jetzt naht sich ohne Verzug die traurige Stunde, Et nunc, absque mora, propinquat flebilis hora,

Da Ottos Geschlecht, die Zierde unserer Gegend, Qua stirps Othonis, nostrae decus regionis,

Durch schweres Schicksal dahinsinkt, da Leibeserben nicht da sind. Magno ruit fato, nullo superstite nato;

Und dann fällst du zuerst, doch noch nicht fällst du am tiefsten. Tuncque cadis primum, sed nondum venis ad imum.

Unterdes wird die Mark durch schreckliche Drangsal geängstigt. Interea diris angetur Marchia miris.

15) Denn der Ottonen Haus wird werden die Höhle des Löwen⁠[77]. Nam domus Ottonum fiet spelunca Leonum.

Und verstoßen wird sein, wer echtem Blute entsproßte. Ac erit extrusus vero de sanguine fusus;

Dann dringen Fremdlinge vor bis zum Dache des Klosters Chorin⁠[78]. Quando peregrini venient ad claustra Chorini,

Des Kaisers List aber bald beseitigt den höllischen (des Cerberus) Hochmut. Cerbereos fastus mox tollet Caesaris astus.

Doch wird wenig die Mark sich freuen des sicheren Schutzes, Sed parum tuto gaudebit Marchia scuto.

20) Denn auf anderer Bahn wird wandeln der Löwenkönig. Regalis leo rursum tendit ad altera cursum,

Nicht wird sehen das Land die wahren Herrn und Gebieter. Nec dominos veros haec terra videbit et heros.

Alles werden Regenten verwirren und Schaden ihm machen; Omnia turbabunt rectores, damnaque dabunt

Quälen wird allerwärts der reiche Adel die Bürger, Nobilitas dives vexabit undique cives,

Und berauben den Klerus, ohne irgendwie Auswahl zu treffen. Raptabit clerum nullo discrimine rerum:

25) Und werden tun alsdann, was man tat zu den Zeiten des Heilands. Et facient isti, quod factum tempore Christi.

Und vieler Leiber verkaufen, was gegen den göttlichen Willen⁠[79]. Corpora multorum vendentur contra decorum.

Daß dir Mark nicht völlig ein Herrscher fehle, so steigst du, Ne penitus desit tibi, qui, mea Marchia, praesit,

Durch zwei Burgen berühmt, empor aus niederer Stellung, Ex humili surgis, binis nunc inclyte burgis,

Zündest die Kriegsfackel an, da dein Name doch Friede bedeutet. Accendisque facem jactando nomine pacem,

30) Während die Wölfe du tötest, zerschneidest das Herz du den Schafen. Dumque lupos necas, ovibus praecordia secas.

Wahrheit künde ich dir: dein Stamm von sehr langer Zukunft, Dico tibi verum, tua stirps longaeva dierum

Wird mit schwacher Gewalt nur die heimischen Gaue beherrschen, Imperiis parvis patriis dominabitur arvis,

Bis zu Boden gestreckt, die bisher mit Ehren bekleidet, Donec prostrati fuerint, qui tunc honorati

Städte verwüsteten und die Herren am Herrschen gehindert⁠[80]. Urbes vastabant, dominos regnare vetabant.

35) Wer dem Vater jetzt folgt, der nimmt dem Bruder sein Vorrecht, Succedens patri tollet privilegia fratri,

Aber kein Testament macht Recht, was wider das Recht ist. (oder: Nicht wird machen das Grab, daß Unrecht für Recht wird geachtet) Nec faciet testum (andere Lesart: bustum) non justum credere justum.

Ihm von mancherlei Krieg und Schicksalsschlägen ermüdet, Defesso bellis variis, sortisque procellis,

Folgt bald zur Zeit des Tods der tapfere Heldenbruder⁠[81], Mox frater fortis succedit tempore mortis,

Tapfer ist dieser gewiß, doch auch der eitelsten einer. Fortis et ille quidem, sed vir vanissimus idem.

40) Während er denkt an den Berg, kann kaum er besteigen die Brücke. Dum cogitat montem, poterit vix scandere pontem.

Schaut nur, er schärfet das Schwert! Weh euch, ihr armen Lehniner! En acuit enses! Miseri vos, o Lehninenses!

Wie will schonen der Brüder, der die Väter sinnt zu vernichten?⁠[82] Quid curet fratres, qui vult exscindere patres?

Wer ihm folgt, der versteht durch Künste den Mars zu verspotten Alter ab hoc martem scit ludificare per artem,

Und weissaget den Söhnen der Zukunft reichlichen Segen; Auspicium natis hic praebet felicitatis;

45) Solange man dessen gedenkt, ist riesiges Glück im entstehen. Quod dum servatur, ingens fortuna paratur.

Gleiches Glückslos wird ja seinen Söhnen zuteil⁠[83], Hujus erunt nati conformi sorte beati.

Doch wird tragen ein Weib dann traurige Pest in die Lande. Inferet at tristem patriae tunc foemina pestem,

Dieses Weib durchseucht vom Gifte der neuen Schlange. Foemina, serpentis tabe contacta recentis.

Gar bis zum elften Glied wird dauern das Gift in dem Stammbaum⁠[84]. Hoc et ad undenum durabit stemma venenum.

50) Nun wird der, oh Lehnin, der dich maßlos hasset, hervorgehn: Et nunc is prodit, qui te, Lehnin! nimis odit:

Der dich wie ein Messer zerteilt, ein gottloser, ehbrechender Lüstling! Dividit ut culter, atheus, scortator, adulter!

Er verwüstet die Kirche, versteigert die geistlichen Güter. Ecclesiam vastat, bona religiosa subhastat.

Geh von dannen, mein Volk! kein Schützer wird dir verbleiben, Ite, meus populus! protector est tibi nullus,

Bis die Stunde dir schlägt, die das Verlorne zurückbringt⁠[85]. Hora donec veniet, qua restitutio fiet.

55) Des Wahnsinnigen Sohn billigt das Treiben des Vaters; Filius amentis probat instituta parentis;

Gänzlich ohne Verstand, beugt er sich dem Willen des Pöbels; Insipiens totus, tamen audit vulgo devotus;

Weil er nicht strenge genug, nennt ihn man den Besten der Helden. Nec sat severus, hinc dicitur optimus herus.

Er darf aus seinem Geschlecht einen sehn, der nicht ist, wie er selber, (oder: Er darf aus seinem Geschlecht fünf sehn, wie er selber geraten) Huic datur ex genere, qui non (andere Lesart: Quinos) qualis ipse, videre,

Und in dem Todesjahr an ehrbarem Orte verscheiden⁠[86]. Et anno funesto vitam loco linquit honesto.

60) Fordern wird nun die Herrschaft des Volks, der städtisch Geborne (Meinhold übersetzt: Hierauf erklärt sein Sohn in einer Stadt sich zum Bischof). Postulat hinc turbae praeponi natus in urbe.

Hegend mit Furcht sein Kind, das andere hegen mit Hoffnung. Spe caeteri sobolem; fovet hie formidine prolem.

Was er fürchtet ist dunkel, doch sicher wird es geschehen⁠[87]. – Quod timet obscurum: certe tamen, ecce, futurum. –

Neu wird bald der Dinge Gestalt, da der Herr es gestattet! Forma rerum nova mox fit, patiente Jehova!

Fehler an tausend hat er, dessen Leben so kurz ist, Mille scatet naevis, cujus duratio brevis.

65) Vieles verwirrt er durch seinen Befehl, noch mehr durch sein Schlagen, Multa per edictum, sed turbans plura per ictum.

Doch was durch seine Befehle sich hat zum Schlechten gestaltet, Quae tamen in pejus mutantur jussibus ejus,

Kann, o glaube es mir, durchs Schicksal zum Guten sich wandeln⁠[88]. In melius fato converti posse putato.

Markgraf wird nun wieder nach seinem Vater der Sohn sein, Post patrem natus princeps erit Marchionatus,

Viele läßt straflos er leben gemäß seiner Geistesrichtung. Ingenio nullos non vivere sinit inultos.

70) Während zu viel er vertraut, frißt der Wolf ihm die arme Herde, Dum nimium credit, miserum pecus lupus edit,

Und der schamlose Knecht folgt bald im Tode dem Herren⁠[89]. Et sequitur servus domini mox fata protervus.

Nunmehr kommen heran, die nach drei Burgen sich nennen, Tunc veniunt, quibus de burgis nomina tribus,

Und ein großer Fürst läßt wachsen den Staat in die Breite⁠[90]. Et crescit latus sub magno principe status,

Sicherheit seinem Volk schafft die Kraft des tücht’gen Regenten: Securitas gentis fortitudo Regentis:

75) Doch nichts nützt es ihm, wenn die Klugheit schlafen gegangen⁠[91]. Sed nil juvabit, prudentia quando cubabit.

Wer ihm nachfolgen wird, folgt nicht den Spuren des Vaters. Qui successor erit, patris haud vestigis terit.

Betet, ihr Brüder, und spart auch nicht die Tränen, ihr Mütter! Orate, fratres, lacrymis nec parcite matres!

Täuschung ist ja sein Name, der frohe Regierung verheißet. Fallit in hoc nomen laeti regiminis omen.

Nichts bleibt vom Guten zurück: ziehet aus, ihr alten Bewohner! Nil superest boni: veteres migrate coloni!

80) Und entseelt liegt er da, zerbrochen von außen, wie innen⁠[92]. Et jacet exstinctus, foris quassatus et intus.

Bald braust ein Jüngling daher, die große Gebärerin seufzet, Mox juvenis fremit, dum magna puerpera gemit.

Doch wer könnte den Staat wieder aufbaun nach solcher Zerrüttung? Sed quis turbatum poterit refingere statum?

Nehmen wird er die Fahne, doch grauses Schicksal beklagen: Vexillum tanget, sed fata crudelia planget:

Während der Südwind weht, will sein Leben vertraun er den Klöstern⁠[93]. (Meinhold übersetzt: »Weht es im Süden hierauf, will Leben er borgen den Klöstern«). Flantibus hinc austris, vitam vult credere claustris.

85) Der ihm als Schlechtesten folgt ahmt nach böse Sitten der Väter, Qui sequitur, pravos imitatur pessimus avos.

Hat weder Kräfte des Geists, noch Gottesfurcht lebt jetzt im Volke; Non robur menti, non adsunt Numina genti.

Der, des Hilf’ er begehrt, wird feindlich entgegen ihm treten, Cujus opem petit, contrarius hic sibi stetit:

Und er im Wasser sterben, das Oberste kehren zu unterst⁠[94], Et perit in undis, dum miscet summa profundis.

Blühen wird aber sein Sohn und erhalten, was nie er gehofft hat, Natus florebit; quod non sperasset, habebit:

90) Doch sein trauriges Volk wird weinen in selbigen Zeiten. Sed populus tristis flebit temporibus istis.

Denn von erstaunlicher Art scheint sich das Schicksal zu nahn. Nam sortis mirae videntur fata venire,

Und es ahnt nicht der Fürst, welch neue Macht da heranwächst⁠[95]. Et princeps nescit, quod nova potentia crescit.

Endlich führet der Letzte von diesem Stamme das Zepter. Tandem sceptra gerit, qui stemmatis ultimus serit:

Israel, wagt eine Tat, unaussprechlich, mit dem Tod nur zu sühnen⁠[96]. Israël infandum scelus audet, morte piandum.

95) Und die Herde der Hirt, Germania den König erhält nun⁠[97], Et pastor gregem recipit, Germania regem.

Jegliches Unglück vergißt die Mark nun völlig und gänzlich, Marchia, cunctorum penitus oblite malorum,

Wagt es die Ihren zu pflegen, kein Fremdling darf mehr frohlocken. Ipsa suos audet fovere, nec advena gaudet,

Und von Lehnin und Chorin ersteht die alte Bedachung, Priscaque Lehnini surgunt et tecta Chorini,

Und die Geistlichkeit glänzt nach alter Weise in Ehren Et veteri more clerus splendescit honore,

100) Und es stellet kein Wolf mehr nach dem edlen Schafstall. Nec lupus nobili plus insidiatur ovili.

II. Kommentar

Wie bereits kurz erwähnt, wird die Lehninsche Prophezeiung als Werk eines Bruders Hermann aus dem Zisterzienserkloster Lehnin in der Mark Brandenburg ausgegeben, bzw. gibt sich selbst als solche aus. Wenn sich auch zahlreiche Abschriften der 100 leonischen Verse erhalten haben, so existiert doch keine, die in die mittelalterlichen Jahrhunderte hinaufreicht.⁠[98] Vielmehr gehen die ältesten existierenden Handschriften auf das Ende des 17. Jahrhunderts – etwa 1690 – zurück. Im Druck erschien das Vaticinium Lehniense zuerst von G. P. Schulz bis auf 4 Verse vollständig in »das gelahrte Preußen II. Teil S. 290« (Königsberg 1723), dann, ohne Angabe des Druckortes, im Jahre 1741 und hierauf noch außerordentlich oft.

Legt das Fehlen alter Handschriften schon den Gedanken nahe, es handle sich insofern um eine Fälschung, als einer neueren Dichtung aus irgendwelchen Gründen ein wesentlich höheres Alter zugeschrieben wurde, so wird diese Vermutung noch durch zwei andere Momente gestützt.

Erstens sind die »Prophezeiungen« aus den mittelalterlichen Jahrhunderten (Vers 1–75), wenn auch häufig verschwommen in der Fassung, so doch inhaltlich ausnahmslos zutreffend, während die neuzeitlichen (Vers 76–100) zum Teil falsch sind. Das legt den Verdacht nahe, daß es sich für die älteren Zeiten um ein Vaticinium post eventum handelt, d. h. daß der Verfasser seine historischen Kenntnisse nachträglich in die Form einer Prophezeiung kleidete. Es sei nicht verschwiegen, daß sich hiergegen auch in der Literatur, die außerordentlich reich ist⁠[99], Stimmen erhoben haben, die für die Authentizität auch des ältesten Teiles und die Verfasserschaft eines der im 13. Jahrhundert in Lehnin nachweisbaren Äbte mit dem Namen Hermann eintreten⁠[100]. Besonders seien hier genannt: Wilhelm Meinhold, Die Lehninsche Weissagung, Leipzig 1849, Neuausgabe von Paul Majunke, Regensburg 1896. Ferner Johannes Ponk (Knop), Schrammen-Lehnin. Untersuchung, ob in dem Schriftchen: »Des seligen Bruders Hermann aus Lehnin Prophezeiung über die Schicksale und das Ende der Hohenzollern von Johannes Schrammen« die Lehninsche Prophezeiung unwiderleglich als Fälschung nachgewiesen ist. Regensburg 1896. Daß ausschließlich kirchliche Kreise bisher Verteidiger stellten macht umso mißtrauischer als, worauf wir noch zurückkommen werden, die Prophezeiung zweifellos der Kirche und zwar der katholischen Kirche wohl will.

Anderseits darf man nicht vergessen, daß alle weltlichen Gelehrten und Schriftsteller von dem ungeprüften Dogma ausgehen, daß Prophezeiungen unmöglich sind, während die Kirchen deren Möglichkeit zugeben, ohne im einzelnen Falle für die Wirklichkeit offiziell einzutreten. Wenigstens nicht für die Wirklichkeit der nachevangelischen Prophezeiungen, die uns ja in unserer Untersuchung allein interessieren. Deshalb ist – so merkwürdig es klingen mag – in dieser Frage die Kirche aufgeklärter – ja freiheitlicher als die profane Wissenschaft. Denn der dogmatischen Gebundenheit der letzteren mit ihrem Zwange die Möglichkeit der Prophetie a limine abzulehnen und als Schwindel oder Zufall zu erklären, steht das kirchlicherseits gewährte Prüfungsrecht, jedes einzelnen derartigen Phänomens gegenüber bei gleichzeitigem Zwange die Möglichkeit der Prophetie prinzipiell anzuerkennen. Da also der Kirchengläubige das Recht der unbeschränkten Prüfung besitzt, der »voraussetzungslose« Gelehrte aber verwerfen muß, so ist in diesem Falle dem ersteren von vorn herein mehr Vertrauen entgegenzubringen.

Das zweite für die Abfassung der Weissagung in späteren Jahrhunderten sprechende Moment ist der in ihr zutage tretende tendenziöse Geist. Es war überhaupt das Unglück dieser Prophezeiung, daß sie, statt ruhiger wissenschaftlicher Prüfung unterzogen zu werden, seit je Parteizwecken dienen mußte. Waren es z. B. im Jahre 1848 die Demokraten, die frohlockend auf den Sturz des preußischen Königtums hinwiesen, so waren es seit dem Kulturkampf die Ultramontanen, die den Sieg des Papsttums aus den Worten des Sehers ableiteten.

Sehen wir uns die Schrift mit Rücksicht auf die in ihr waltende Tendenz näher an, dann werden wir die merkwürdige Beobachtung machen, daß zwar jeder Kommentator von ihr spricht, aber auch fast jeder eine andere in ihr findet.

Während der Pfarrer J. C. Weiß in Lehnin bereits im Jahre 1746 durch das Buch »Vaticinium metricum D. F. Hermanni in Lenyn . . .« die Schrift widerlegte, war es das Ziel späterer Forscher den Verfasser zu ermitteln und das besonders aus der Tendenz des Gedichtes heraus.

Wilken erklärte, 1827 von König Friedrich Wilhelm III. mit Nachforschungen betraut, den im Jahre 1693 verstorbenen Kammergerichtsrat Martin Friedrich Seidel für den Autor. Das bestreitet u. a. Giesebrecht, weil Seidel weder Katholik, noch Feind des Hauses Hohenzollern gewesen, gegen das die Weissagung als Schmähschrift gerichtet sei. Giesebrecht macht dafür einen ehemaligen Rittmeister Oelven namhaft.

Heffter entgegnet mit anderen, daß der Verfasser des Gedichtes keineswegs Katholik gewesen sein müsse und bestreitet auch die antihohenzollernsche Tendenz. Daß andrerseits die Tatsache, daß Seidel, der sich im Besitze einer Abschrift befand, zu einzelnen Versen Zusätze gemacht hat – z. B. zu Vers 95, daß innerhalb fünfzig Jahren kein Reformierter und innerhalb hundert Jahren kein Lutheraner mehr in der Mark sein würde, sondern nur mehr Katholiken – kein Beweis für seine Autorschaft ist, liegt allerdings auf der Hand. Uns interessiert am meisten, daß die Vertreter Seidels in dem Verfasser einen Protestanten sehen, der unmutig über die damaligen relativ toleranten Maßregeln der brandenburgischen Regierung, seinen lauen Glaubensgenossen das künftige Schicksal der Mark in kirchlicher Beziehung habe vor Augen führen wollen und zu dem Zweck die Maske eines prophetischen Katholiken angenommen habe.

Andere glauben einen gewissen Andreas Fromm identifizieren zu können. Fromm war Probst zu St. Petri in Berlin bis 1666, wurde dann seines Amtes entsetzt, trat 1668 in Prag zum Katholizismus über und erhielt, trotz seiner Verheiratung daselbst ein Dekanat, dann zu Leitmeritz ein Kanonikat. Das Vaticinium wäre dann nichts als ein Racheakt. Er starb, etwa siebzigjährig, im Jahre 1685. Dagegen wird angeführt, daß er dazu zu früh gestorben sei, da die wirkliche Abfassung in die Jahre 1691 oder 1692 falle, ferner, daß der Verfasser ja nicht durchaus ein Katholik gewesen sein müsse. Was den Einwurf des frühen Todes betrifft, so ist er genau genommen eine petitio principii, da wir die Entstehungszeit des Gedichtes keineswegs genau kennen. Das einzige, was wir in dieser Hinsicht mit Bestimmtheit wissen, ist der von Gieseler⁠[101] erbrachte Nachweis, daß die Weissagungen spätestens seit 1693 bekannt sind. Ferner ist es richtig, daß das ausgehende 17. Jahrhundert zu weissagen liebte. Aber das ist keine Spezialität dieser Zeit, denn das ganze Mittelalter hatte dieselbe Neigung.

Andere sehen in der Prophezeiung eine Staatsschrift gegen den Kurfürsten Friedrich III., nachmaligen ersten König von Preußen, unter Billigung seiner Stiefmutter gerichtet in der Absicht den großen Kurfürsten zur Enterbung seines ältesten Sohnes zu Gunsten des Markgrafen von Schwedt zu bestimmen.

Nach Heinrich Pröhle⁠[102] ist der Grundgedanke der Weissagung keineswegs der Haß gegen die Hohenzollern, sondern das Verlangen nach einer Rückgabe der geistlichen Güter. Das Thema sei das Glück der Mönche, das, wie das Kloster Lehnin zeige, immer wieder im Wechsel der Zeiten zum Vorschein komme. Für den Verfasser hält Pröhle – wie schon früher Gieseler – den Abt von Huysburg, von Zitzwitz. (Geb. 1643, gest. 1704).

Ist diese Vermutung richtig, dann wäre die ganze Prophezeiung entstanden, weil im Jahre 1691 Lehnin eine Kolonie reformierter Schweizer erhielt. Das soll den zum Katholizismus übergetretenen Zitzwitz empört haben. Andrerseits wäre es auch eine Zurücksetzung der lutherischen märkischen Bauern gewesen. Zitzwitz soll bei Abfassung des Vaticinium Virgils Hirtengedichte nachgeahmt haben. Guhrauer vermutet einen Jesuiten Friedrich Wolf († 1708) als Autor.

Uns ist es recht gleichgültig, wer der Verfasser der Prophezeiungen war. Feststellen wollen wir aber, daß kein genügender Gegenbeweis für das hohe Alter des Vaticinium erbracht ist, wenn es auch sehr wahrscheinlich ist, daß es erst am Ausgang des 17. Jahrhunderts, keinesfalls später, entstand. Ferner, daß aus der Unsicherheit des Verfassers sowohl wie seiner Tendenz hervorgeht, daß es keineswegs so überaus leicht ist die Weissagung als Fälschung zu brandmarken.

Mir scheint sogar die Strittigkeit der Tendenz die Vermutung nahe zu legen, daß eine solche überhaupt nicht vorhanden ist. Das schließt ja gewiß nicht aus, daß der Verfasser, auf dem Boden einer bestimmten Weltanschauung stehend, die Dinge durch eine konfessionelle Brille betrachtet. Aber braucht das in gehässiger Absicht zu geschehen? Ist der Gedanke so unerhört, daß jemand aus keinem anderen Grunde prophezeit als dem, die Wahrheit zu entschleiern? Jedenfalls können wir das annehmen.

Da das für uns einzig wertvolle der Nachweis ist, daß es zu allen Zeiten mit Sehergabe ausgerüstete Menschen gab, ihr Name aber recht gleichgültig ist, so lassen wir uns nicht auf irgendwie strittige Momente ein, sondern konzedieren den Gegnern sowohl die Abfassung am Ende des 17. Jahrhunderts, als auch die katholische Richtung. Nicht weil wir beides für bewiesen hielten, sondern lediglich weil es wenig Wert hat sich mit Fragen aufzuhalten, deren unumstößlich richtige Beantwortung kaum möglich ist.

Selbst mit der obigen Einräumung bleiben immerhin noch reichlich zwei Jahrhunderte, für die geweissagt wird, ohne daß die Möglichkeit eines Schwindels gegeben wäre.

Wir haben bereits früher die historischen Tatsachen notiert, die auf die Weissagungen bezogen werden können. Daß dazu etwas guter Wille nötig ist, sei keineswegs geleugnet. Aber ihn brauchen wir naturgemäß bei jeder Auslegung, und das um so mehr, je dunkler der Text ist. Wir bestreiten aber ausdrücklich, daß hierzu mehr bona fides unsererseits nötig ist, als beim Gegner mala fides, um das Unsinnige des Vaticinium zu beweisen. Ja, wir gehen so weit, zu behaupten, daß eine Reihe von Vorhersagen nur durch Unwissenheit oder Gehässigkeit mißzuverstehen sind. Denn da nun einmal das profane Dogma zu Recht besteht, daß ein Enthüllen der Zukunft unmöglich sei, wird jede Beweisführung mit dem Endziel und der unausgesprochenen Voraussetzung geführt, daß alles Geweissagte falsch sein müsse.

Nichts liegt uns, die wir ohne jegliche Tendenz an die Prüfung des Phänomens herantreten und nicht, wie die Gegner behaupten werden, uns zum Anwalt der Prophetie machen, weil wir a priori ihre Richtigkeit voraussetzen, sondern im Gegenteil, weil a potiori sie uns beweisbar und bewiesen dünkt, ferner als die These, alles, was prophezeit sei, müsse auch eintreffen. Im Gegenteil zögern wir nicht, zuzugeben, daß sowohl die Vorhersage, der elfte im Stammbaum werde auch der letzte protestantische Herrscher aus dem Hause Hohenzollern sein, falsch ist, als auch die andere, daß Deutschland zum Katholizismus zurückkehren wird, sich bis dato nicht erfüllt hat und auch hoffentlich nie erfüllen wird.

Das hindert aber nicht, die verblüffende Übereinstimmung der Weissagung mit vielem, was sich später ereignete, anzuerkennen. Daß auch die zünftige Geschichtsschreibung so ein unbestimmtes Gefühl hat, geht schlagend aus der Tatsache hervor, daß man am liebsten das ganze Vaticinium als nachträglich konstruiert hinstellen möchte und mit Bedauern nur anerkennt, daß es unbedingt spätestens im Jahre 1692 in der vorliegenden Form abgefaßt war.

Ein sehr wichtiger Punkt ist noch vorauszuschicken: Wir nehmen an, daß die Verse 72 und 73 sich auf den Großen Kurfürsten beziehen, was ja auch die Gegner zugeben. Während diese aber noch die beiden folgenden ihm zuschreiben, geben wir sie mit Meinhold und anderen Friedrich I. Und zwar nicht allein deshalb, weil nur auf diese Weise das Folgende einen Sinn, und zwar einen erstaunlich zutreffenden Sinn erhält. Wiewohl auch dieser Grund völlig zulässig wäre. Denn wie jeder Herausgeber eines alten Schriftstellers so lange Konjekturen macht – und oft was für welche! – und deutelt, bis sein Autor etwas Vernünftiges sagt, so besteht gar kein Grund, dieses Recht dem Interpreten einer Weissagung zu beschneiden. Um so weniger, als kein Wort verändert, noch ein Vers umgestellt werden muß.

Wir sind noch deshalb hierzu vollauf berechtigt, weil Vers 73 von einem princeps spricht, während Vers 74 ausdrücklich den Regens, denjenigen, der Rex ist – wie die wohlwollende Interpretation um so eher annehmen kann, je mehr sie den Standpunkt vertritt, die Prophezeiung stamme erst aus dem Ende des 17. Jahrhunderts – nennt und dazu in Gegensatz stellt. Auf Friedrich I. beziehen sich dann also die Verse 74 und 75, die folgenden 76–80 aber auf den Soldatenkönig. Daß aber Vers 78 wieder von regimen spricht, ist ein weiterer Hinweis darauf, daß der Seher die Erhebung Preußens zum Königreich im Auge hatte.

Die Gegner beziehen, mindestens ebenso übelwollend wie wir wohlwollend, die vier Verse von 72–75 auf den Großen Kurfürsten, ohne sich am Worte Regens zu stoßen. Daß dann alle weiteren Verse bis zum Schluß Unsinn enthalten müssen, und das um so mehr, je präziser und verblüffender ihre Angaben sind, das stört sie nicht nur nicht, ist im Gegenteil gerade das Motiv, das sie zu dieser Zuteilung veranlaßte.

Auch auf einem Umwege, Majunke folgend, kommen wir zu demselben Resultat. Wir argumentieren dann: die konkreten Tatsachen der Verse 72 und 73 deuten, was noch niemand bestritt, zweifellos auf den Großen Kurfürsten. Ebenso die konkreten Tatsachen des Verses 77, der Jammer im Lande über das brutale Aushebungssystem, auf Friedrich Wilhelm I. Also müssen – allerdings unter einer Voraussetzung, die wir nicht teilen, daß nämlich jede Prophezeiung eintreffen müsse – die dazwischen liegenden Verse auf den ersten König Preußens bezogen werden. Das ist ja gewiß nicht zwingend, aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit unserer Zuteilung. Und dies um so mehr, als das nunmehr in allen wichtigen Punkten – von dem bereits erwähnten Irrtum bezüglich der elften Generation abgesehen – mit den historischen Tatsachen harmonierende Vaticinium gewiß den Anspruch erheben darf, nicht sinnwidrig ausgelegt zu werden. Wenn wir auch keinem Menschen Unfehlbarkeit einräumen, so werden wir doch bei einem als klug bekannten Manne jedem Ausspruch mehr Beachtung schenken, als bei einem Toren und sogar in gewissen Fällen geneigt sein, bei Worten, die uns anstößig erscheinen, den Fehler eher bei uns, als beim andern zu suchen. Diesen Analogieschluß fordern wir auch für das Vaticinium.

Daß Vers 80 nur teilweise auf den Soldatenkönig paßt, sei nicht geleugnet. Der Seher sah eben nicht nur bisweilen falsch, er sah auch manchmal unklar, wie das ja bei Weissagungen sehr häufig ist.

Dies berücksichtigt muß jeder, der tendenzlos an die Weissagung herantritt, zugeben, daß ihr Inhalt in ganz wunderbarer Weise von der späteren Geschichte bestätigt wurde.

Friedrich der Große ist nicht minder treffend charakterisiert, wie sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II., auch wenn man nicht zugeben wollte, daß er im Wasser gestorben ist. Desgleichen Friedrich Wilhelm III., dessen Regierung bedeutend günstiger endete, als er es nach seinen Fähigkeiten und der politischen Konstellation Europas je hätte hoffen dürfen. Und zwar, wie das Vaticinum ganz richtig andeutet, durch eine neu heranwachsende Macht, nämlich durch den Patriotismus eines Volkes, das sich mündig zu fühlen beginnt.

Der letzte des Stammes, Friedrich Wilhelm IV., soll nicht heißen der letzte Hohenzoller, wie aus Vers 49 hervorgeht, sondern der letzte Protestant. Denn das durch das verruchte Weib in die Familie getragene und elf Generationen fortwirkende Gift, ist ja der Protestantismus. Daß die Hohenzollern noch heute Protestanten sind, ist hinlänglich bekannt. Trotzdem stimmt die Prophezeiung wunderbar in anderer Beziehung, da Friedrich Wilhelm der letzte absolute Beherrscher Preußens war. Wer aber das wichtigste Ereignis in der Regierungszeit dieses hochbegabten Monarchen angeben wollte, würde die Revolution des Jahres 1848 nennen müssen mit ihren konstitutionellen Folgen. Und mit diesem Ereignis sind tatsächlich die beiden einzigen Verse, die von diesem König handeln, Vers 93 und 94, ausgefüllt.

Und wer wird endlich die verblüffende Wahrheit des 95. Verses leugnen wollen? Hier ist ja mit klaren und deutlichen Worten, ohne jede symbolisierende Einkleidung, die Neuerrichtung des deutschen Reiches unter Wilhelm I. vorhergesagt. Diesen Vers hatte übrigens bereits Seyler in seiner im Jahre 1741 zu Frankfurt und Leipzig erschienenen Schrift: »Weitere Ausführung derer ohnlängst bekannt gewordenen, und jetzo in einem Zusammenhang gebrachten, auf das allerdurchlauchtigste Königliche Haus Preußen und dessen noch bevorstehende glückliche Fata, abzielender, nachdenklichen, wundersamen und in gegenwärtigen Zeiten eingeschlagenen Weissagungen usw.« richtig interpretiert. Allerdings glaubte er – was er ja nach der damaligen politischen Konstellation auch glauben mußte – ein König von Preußen würde zum römischen Kaiser erwählt werden.

Sind wir also auch der Ansicht, daß es sich in diesem Vaticinium um eine Weissagung handelt, deren Inhalt in einer stattlichen Reihe von Punkten in Erfüllung gegangen ist, so ist damit allerdings noch nichts über die Gründe dafür gesagt. Mancher, der unserer Ansicht in materieller Beziehung beipflichten wird, mag den Zufall als Erklärungsgrund zur Hilfe nehmen. Wir sind nicht in der Lage diesen Skeptiker zu widerlegen. Aber wir halten es für höchst unwahrscheinlich, daß eine so lange und komplizierte Reihe von Vorhersagen durch weiter nichts als den Zufall in Erfüllung gegangen sein soll.

Doch wollen wir vorläufig das Urteil hierüber noch dem Leser überlassen.

Fahren wir in unserem Beweise fort. Wir gingen von einzelnen Prophezeiungen, bei denen Zufall oder Berechnung eine mehr oder minder große, bisweilen ausschlaggebende Rolle spielen können, aus, um im Vaticinium lehniense eine ganze Reihe von Vorhersagen derselben Person, anzuführen, und finden, daß die große Mehrzahl der Vorhersagen in Erfüllung ging. Allerdings haben wir es hier mit Versen, also mit stilisierten Visionen zu tun, was in mancher Hinsicht freilich ihre Realisierung desto erstaunlicher macht.

Gegen das Vaticinium lehniense kann der Einwand erhoben werden, man kenne noch nicht einmal den Verfasser – wiewohl das sachlich ja gar nichts ändert – auch die Interpretationen stammten nicht vom Seher selbst, sondern zum Teil von uns. Deshalb wollen wir im folgenden das Rohmaterial einiger Personen anführen, deren historische Persönlichkeit völlig einwandfrei identifizierbar ist und die womöglich selbst ihre Visionen deuteten.

Notes in this chapter

Note 1 · Übersetzt in Anlehnung an Wilhelm Meinhold. Die Lehninsche Weissagung, Neuausgabe von Paul Majunke, Regensburg 1896, S. 156 ff. Die AnmerkunNote 2 · Lehnin wurde im Jahre 1180 vom Markgrafen Otto I. aus dem Hause der Askanier, dem Vater Albrechts des Bären, begründet. Das Haus ging 1313 uNote 3 · Die »Höhle der Löwen«, da sowohl die Wittelsbacher, die von 1323–1373 über die Mark herrschten, als auch die Luxemburger, von 1373–1415 HerrNote 4 · Bezieht sich vielleicht auf den Einfall der Polen und Littauer in die Mark 1326. Ob Chorin, ein um 1272 angelegtes Tochterkloster von LehninNote 5 · Da Karl die Mark bald verließ, Sigismund sie gar an Jobst von Mähren, der sie schamlos ausbeutete, verpfändete, der Adel (Quitzow, Jagow, BrNote 6 · V. 27–34 betreffen Friedrich I. von Hohenzollern, seit 1415 Markgraf von Brandenburg († 1440), der durch Unterwerfung des Adels (Wölfe) natüNote 7 · Nach dem Recht der Erstgeburt wäre Friedrichs Nachfolger sein Sohn Johann der Alchymist gewesen. Friedrich aber bestimmte ihn, zugunsten desNote 8 · Albrecht Achilles folgte »zur Zeit des Todes« – 1472 war eine heftige Pest – seinem Bruder. Seine Fehden gegen Nürnberg (»den Berg«) sind beNote 9 · Johannes Cicero, Freund der schönen Künste und sehr beredt. Er soll durch seine Rednergabe die Versöhnung des römischen Königs Matthias mit Note 10 · Gemeint ist die Kurfürstin Elisabeth, Gemahlin Joachims I., Tochter Königs Johann von Dänemark, die der Reformation (»traurige Pest«) zuneigNote 11 · Joachim II. trat mit seinem Lande dem Protestantismus bei, hob 1542 die Klöster, auch Lehnin, auf, brach den seinem Vater geleisteten Eid, dNote 12 · Johann Georg setzte die Reformation fort, befehdete die Calvinisten und war schwach. Er starb im Pestjahr 1598 in seinem prächtigen Schloß zNote 13 · Joachim Friedrich war der erste in Berlin geborene Kurfürst, ein eifriger Anhänger des Luthertums, der, mit Recht, den Übertritt seines SohnNote 14 · Joachim Sigismund trat zum Calvinismus über (eine Erfüllung des Vers 58) und verursachte durch sein dahingehendes Edikt viel Verstimmung, meNote 15 · Georg Wilhelm war ein schwacher Fürst, unter dessen zwischen den Schweden und dem Kaiser schwankenden Regierung das Land durch den DreißigjäNote 16 · Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, in der Prophezeiung interessanterweise »groß« genannt, hat tatsächlich sein Land bedeutend vergrößertNote 17 · Diese Verse könnten auf den klugen Kurfürst Friedrich III., als König Friedrich I. Anwendung finden, sind allerdings sehr verschwommen. Daß Note 18 · Friedrich Wilhelm I., Sohn des Vorigen, trat allerdings nicht in die Fußtapfen des Vaters, was aber sicherlich für Preußen kein Unglück war.Note 19 · Die Verse 83–84 beziehen sich auf Friedrich den Großen, der als achtundzwanzigjähriger Jüngling den Krieg mit Maria Theresia, der »großen GeNote 20 · Friedrich Wilhelm II., der Neffe Friedrichs des Großen – daß hier der Prophet die Bezeichnung als Sohn, was doch sonst bei ihm die Regel istNote 21 · Die ersten beiden Verse (89 und 90) passen in erstaunlicher Weise auf Friedrich Wilhelm III. Denn tatsächlich hat dieser schwache und unfähiNote 22 · Vers 93 und 94 beziehen sich auf Friedrich Wilhelm IV. Ohne gewaltsame Interpretation anzuwenden, werden wir finden, daß auch sie wunderbar Note 23 · Am verblüffendsten ist das Eintreffen des 95. Verses: Das 1871 durch Wilhelm I. errichtete deutsche Kaisertum. Ob die folgenden Verse nun inNote 24 · Vgl. M. W. Heffter, Die Geschichte des Klosters Lehnin, Brandenburg 1851, S. 103 ff. Dagegen führt Ponk (Schrammen-Lehnin S. 15 ff.) eine ReNote 25 · Sabell, Literatur der sogenannten Lehninschen Weissagung. Heilbronn 1879.Note 26 · Nämlich Hermann I. 1234–1243; Hermann II. 1248–1257 und Hermann III. bis 1296. Vgl. D. B. Dettmar, Lehnin und seine Fürstengräber, RegensburNote 27 · J. C. L. Gieseler, Die Lehninsche Weissagung gegen das Haus Hohenzollern als ein Gedicht des Abtes von Huysburg, Nicolaus von Zitzwitz, aus Note 28 · Die Lehninsche Weissagung, Berlin 1888, S. VII.
Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings