Note 95 — Viertes Kapitel Die lehninsche Weissagung
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Die ersten beiden Verse (89 und 90) passen in erstaunlicher Weise auf Friedrich Wilhelm III. Denn tatsächlich hat dieser schwache und unfähige Monarch, nachdem er im Tilsiter Frieden alles Land westlich der Elbe hatte abtreten müssen, so daß Preußen von 5551 qkm und 8 687 000 Einwohnern unter seinem Vorgänger auf 2859 qkm mit 4 940 000 Einwohnern zusammengeschmolzen war, am Ende seiner Regierung wieder über 5050 qkm mit 10 400 000 Einwohnern verfügt. Ja, das Rheinland und einen großen Teil Sachsens hatte er neu gewonnen. Die furchtbaren Leiden des Volkes während der Napoleonischen und Freiheitskriege sind hinlänglich bekannt, ebenso, daß das Volk und durchaus nicht der König die Wiederaufrichtung des Staates ermöglichte. Ferner ist zu beachten, daß in die Regierung des Königs die Säkularisationen von Klöstern und Kirchengut fallen, was wenigstens der katholischen Bevölkerung schmerzlich war. Die neu heranwachsende Macht des Volkes, die sein Sohn verspüren sollte, ahnte Friedrich Wilhelm III. allerdings nicht. Daß die Untertanen durch ihr Gut und Blut das Schicksal abwenden und nach vollbrachter Tat sich ruhig knechten lassen sollten, war seine naive Auffassung. (Vers 89–92.)