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Prophezeiungen

Vorwort

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Nicht eine Geschichte der Prophezeiungen zu schreiben, stellte ich mir zur Aufgabe. Auch lag es mir fern, den flauen Geschäftsbetrieb der Wahrsagerinnen in eine Hausse überzuleiten. Ich müßte daher eine mir von dieser Seite etwa zugedachte Ehrung dankend ablehnen.

Was ich beweisen wollte und bewiesen habe, ist lediglich das Vorhandensein einer Kraft des zeitlichen Fernsehens. Und zwar trat ich ursprünglich an die Frage heran im Glauben, die Prophetie als Rest mittelalterlichen Denkens endgültig abtun zu können. Erst im Laufe der Untersuchung und unter dem Gewicht der Argumente verwandelte sich der Verfasser von einem Saulus in einen Paulus.

Ich übergebe diese Blätter der Öffentlichkeit in der festen Überzeugung, eine neue Wahrheit gefunden, als erster den Glauben der Jahrtausende zum Wissen erhoben zu haben. Daß es Jahrzehnte dauern wird, bis daraus die notwendigen Schlüsse auf unsere Weltanschauung gezogen werden, darüber bin ich mir im klaren. Ebenso darüber, daß die erdrückende Mehrzahl der Zeitgenossen mit jener beneidenswerten Sicherheit, die nur die absolute Ignoranz verleiht, das Thema, wie seine Beantwortung ablehnen wird. Die Gewißheit aber, daß noch einmal die Zeit kommen wird, in der die gedankenlose Menge unter unserem Einfluß ebenso ungeprüft das in Bausch und Bogen ablehnen wird, was sie jetzt, gleichfalls ungeprüft, anbetet, um das anzubeten, was sie heute verwirft, wird mir niemand rauben können.

Für freundliche Unterstützung und Anregung in Gesprächen ist es mir ein Bedürfnis, den Herren Privatdozent Dr. Alfred Brunswig, Dr. Hans F. Helmolt und Friedrich Freih. von Stromer-Reichenbach, sämtlich in München, meinen herzlichsten Dank auszusprechen. Besonders aber Herrn Geheimrat Prof. Dr. Ferdinand Lindemann, der die große Güte hatte, den mathematischen Teil meiner Beweisführung in den Korrekturbogen einzusehen und zu begutachten.

Für den Hinweis auf Versehen irgendwelcher Art werde ich jederzeit dankbar sein.

München, im März 1911

Der Verfasser

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