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Stille Welten

Unser Haus.

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Es will Nacht werden.

Ich steige den Hügel hinauf, auf dem unser Haus liegt.

Die kleine Häuserreihe da oben, die größere Häusermasse des Dorfes hier unten: über alles scheint der runde Mond...

Hell wie am Tage breitet sich die ganze Gegend. Die Hofhunde kläffen und bellen in allen Tonarten. Der glitschige Rasen, auf dem ich in die Höhe klimme, breitet sich im Silberflimmer.

Nun bin ich vor unserm Haus.

Unserm Haus..

Mein Gott, diese Stille!...

Ich betrachte das kleine Gebäude, und erfasse es mit meinen gestillten Sinnen.

Diese weiße geisternde Tünche! Und so eigen dunkel das verwitterte Ziegeldach drüber in den erhellten Höhen! Und wie der riesige Nußbaum es überragt! Dieses unaufhörliche Flüstern und Rauschen in seiner runden Krone...

Wie ein Hauch alles, wie ein Hauch! Wie ein Traum, ein Träumen...

Nur ein Erdgeschoß. In der Mitte dunkelt die braune Hausthür. Zwei rissige Kalksteinstufen führen zu ihrer Schwelle hinauf. Sie reichen bis zur Ladenthür hinüber. Die dicken Firmschildbuchstaben mit ihrer schwarzen Ölfarbe: Albert Haberland.

Die Läden des kleinen Schaufensters sind geschlossen.

Vier Fenster. Oben seh ich meine zwei Giebelfensterchen. So licht ist die Nacht, daß ich das Kornblumenmuster der Gardinen erkennen kann.

Ein kühler Luftzug weht von den Bergen her die Häuserreihe herab und spielt mit dem blauen Pappschild neben dem Schaufenster. Mit weißer Kreide sind allerlei in dieser Jahreszeit besonders verlangte Waren draufgeschrieben.

Dieses Klappern und Rascheln des Schildes gegen die Hauswand! Heimisch-gruslig wie so eine Art Gespenst in dieser Nachteinsamkeit!

Nun, Gott bewahre Herrn Haberland vor Alpdrücken und uns alle vor allen schlimmen Dingen...

Gute Nacht! —

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