Die Fliegen.
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Die gute Sonne!
Vor mir auf dem Fensterbrett haben die Fliegen ihr Treiben. Sie trippeln durcheinander, reiben sich den Hinterleib, fliegen gegen die Fensterscheibe auf.
Plötzlich kommt mir, ich weiß nicht wie? eine Erinnerung.
Ich sehe den Kirchhof wieder.
Es ist wieder der graue Tag, der mit Regen droht. Im fahlen Licht stehen die Leidtragenden um das offene Grab herum. Über sie erhöht, auf der aufgewühlten Lehmerde, hat der Prediger seinen Stand, der Prediger mit seinen Bäffchen, seinem Talar und seiner hohen Mütze, und spricht den Segen über den Sarg, der eben mit einem dumpfen Schollern in die Tiefe verschwunden ist.
Einer nach dem andern tritt heran und läßt seine Handvoll Erde hinunterplumpen.
Aber das Weib!
Mit einem winselnden Weinen hat sie dagestanden und im verhaltenen Wahnsinn ihres Leides das Taschentuch zerrissen. Und nun ist sie nicht mehr zu halten, in diesem letzten, so erbarmungslosen Augenblick.
Mit lautgellender Wehklage ist sie auf das Grab zugestürzt, ist hineingesprungen und umklammert nun den Sarg.
Es war zum Nievergessen! —
... Mir kommt ein Gedanke.
Behutsam hebe ich die Hand, schlage zu und wage einen Mord.
Geglückt! — Eine von den Fliegen liegt tot.
Für den ersten Augenblick sind die andern gegen die Fensterscheibe aufgeflogen; aber bald sind sie wieder zurück. Geschäftig trippeln sie umher, als wenn nichts geschehen wäre.
Nur eine von ihnen ist auf die tote Spielkameradin gestiegen und hat für einen Augenblick den Saugrüssel in den Blutstropfen gesenkt, der aus dem zerquetschten Körperchen gequollen ist, und saugt...