Die Kindheit
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Als der Pfarrer von Schönhausen den Namen Otto von Bismarck in das Kirchenbuch der Gemeinde eintrug, da verhallte eben in der Ferne der Kanonendonner, der das Jubellied der neuerrungenen deutschen Freiheit begleitet hat. Da schien auf dem blutgetränkten Felde junge Hoffnung zu sprießen, der Glaube an ein geeintes deutsches Reich ergriff die von dem Stolze über die aus eigener Kraft erfochtenen Siege erfüllte Menschheit; das Tor des Kyffhäuserberges schien gesprengt, alter Glanz wiederzukehren und junge Freiheit zu wachsen. Aber die Zeit war noch nicht erfüllt; das Geschlecht, das bei Leipzig und Waterloo siegte, war noch nicht reif. Die Erziehung, die das deutsche Volk durch Napoleons eiserne Faust und durch den feurigen Schöpfergeist Scharnhorsts und des Freiherrn vom Stein erhalten hatte, trug noch nicht die ersehnten Früchte. Und fast ist es ein Glück: Nicht aus den Händen intriganter Diplomaten, die in Wien sich um die Landkarte stritten, nicht nach dem Willen fremder Souveräne sollte das deutsche Volk die besten Gaben seines Schicksals erhalten, sondern von der eigenen gesteigerten Kraft, vom eigenen Verdienst. Erst mußte die Nation durch das Fegefeuer einer neuen harten Prüfungszeit wandern, ehe wirklich die Zeit erfüllt war. Und wunderlich, daß just in jenen Tagen, die so bittere Enttäuschung heraufführen sollten, in dem märkischen Dorfe, die Welt begrüßend, die Stimme des Knaben erklang, der alles Hoffen erfüllen, alles Leid in Segen verwandeln sollte. Die Zeit aber, die bestimmt war, eine Zeit des Reifens, des inneren Erstarkens für die deutsche Nation zu werden, diese Zeit der scheinbaren Erstarrung, in der über dem Weltteil sich mit schwerem Druck der armselige Ideenschatz der heiligen Allianz gelegt hat, in der Stein vor Metternich erlag und Hilflosigkeit und böser Wille in dem Bundesstaate nur die Karikatur eines Staatsgebildes schufen, diese Zeit der Indolenz, die nur der flammende Mut der Jugend zuweilen mit Blitzen heiligen Zornes erhellte, ist auch die Zeit des jugendlichen Reifens jenes Mannes gewesen, der sie ins Grab geleiten sollte. Bismarcks Jugend stand nicht unter dem Sterne bedeutenden Geschehens, hinreißender Taten. Philosophie und Empfindsamkeit führten die Herrschaft; die Tatenmenschen fanden keinen Raum. Der gewaltigen Periode der Freiheitskämpfe folgte die Reaktion der Ermattung.
Am 11. April 1815 erschien in der Spenerschen Zeitung zu Berlin folgende Anzeige:
Die gestern erfolgte glückliche Entbindung meiner Frau von einem gesunden Sohn verfehle ich nicht, allen Verwandten und Freunden unter Verbittung des Glückwunsches bekanntzumachen.
Schönhausen, den 2. April 1815. Ferd. v. Bismarck.
Schönhausen — noch steht das alte, efeuumsponnene Haus, noch kann ein dankbares Volk ehrfürchtig dorthin wallfahren, wo Bismarcks Wiege stand, noch ist das Zimmer unverändert, in dem Frau Wilhelmine einst in Nöten rang.

Geburt Bismarcks
Otto von Bismarck war das vierte Kind seiner Eltern, doch war nur der fünf Jahre ältere Bernhard noch am Leben. Siebenundzwanzig Jahre zählte die Mutter, fünfundvierzig der Vater, als dem Schöpfer des neuen deutschen Reiches die Geburtsstunde schlug. Ein schlichter, mit Glücksgütern nicht reich gesegneter Landwirt, der einst als Rittmeister das Heer verließ, hatte jene Anzeige in der Zeitung erlassen. Fünf Fuß zehn Zoll zeigte das Maß des Vaters, kräftig und derb war seine Erscheinung. Die Mutter aber, Wilhelmine Mencken, war mittelgroß, zeigte feine Züge und leuchtende Augen. Sie war schön und geistreich, städtisch erzogen, und sie verlor auch in der Fülle des ländlichen Lebens niemals die heimliche Sehnsucht nach der großen Welt. In dem Briefe vom 24. Februar 1847, den später der junge Bräutigam an Johanna von Puttkamer schrieb, hat er die Mutter geschildert:
Wilhelmine Mencken
»Heute war der Geburtstag meiner verstorbenen Mutter. Wie deutlich schwebt es mir vor, als meine Eltern in Berlin am Opernplatz wohnten, dicht neben der Katholischen Kirche, wenn ich des Morgens durch den Jäger aus der Pension geholt wurde, das Zimmer meiner Mutter mit Maiblumen, die sie vorzüglich liebte, mit geschenkten Kleidern, Büchern und interessanten Nippes garniert fand; dann ein großes Diner mit vielen jungen Offizieren, die jetzt alte Majors sind, und schlemmenden alten Herrn mit Ordenssternen, die von den Würmern verzehrt sind. Und wenn man mich als gesättigt vom Tische geschickt hatte, so nahm mich die Kammerjungfer in Empfang, um mir mit beiseite gebrachtem Kaviar, Baisers u. dgl. den Magen gründlich zu verderben. Meine Mutter war eine schöne Frau, die äußere Pracht liebte, von hellem, lebhaftem Verstand, aber wenig von dem, was der Berliner Gemüt nennt. Sie wollte, daß ich viel lernen und viel werden soll, und es schien mir oft, daß sie hart und kalt gegen mich sei. Was eine Mutter dem Kinde wert ist, lernt man erst, wenn es zu spät, wenn sie tot ist; die mittelmäßigste Mutterliebe, mit allen Beimischungen mütterlicher Selbstsucht, ist doch ein Riese gegen alle kindliche Liebe. ... Von der Religion meiner Mutter erinnere ich nur, daß sie viel in den ›Stunden der Andacht‹ las, über meine pantheistische Richtung und meinen gänzlichen Unglauben an Bibel und Christentum oft erschrocken und zornig war. Zur Kirche ging sie nicht und hielt viel von Swedenborg, der Seherin von Prevorst und Mesmerschen Theorien, Schubert, Justinus Kerner. Eine Schwärmerei, die im seltsamen Widerspruch zu ihrer sonstigen kalten Verstandesklarheit stand.« In den »Gedanken und Erinnerungen« schreibt Bismarck weiter von seiner Mutter: »Sie war die Tochter des in damaligen Hofkreisen für liberal geltenden Kabinettsrats Friedrich des Großen, Friedrich Wilhelm II. und III. aus der Leipziger Professorenfamilie Mencken, welche in ihren letzten, mir vorhergehenden Generationen nach Preußen in den Auswärtigen und den Hofdienst geraten war. Der Freiherr vom Stein hat meinen Großvater Mencken als einen ehrlichen, stark liberalen Beamten bezeichnet. Unter diesen Umständen waren die Auffassungen, die ich mit der Muttermilch einsog, eher liberal als reaktionär, und meine Mutter würde, wenn sie meine ministerielle Tätigkeit erlebt hätte, mit der Richtung derselben kaum einverstanden gewesen sein, wenn sie auch an den äußeren Erfolgen meiner amtlichen Laufbahn große Freude empfunden haben würde. Sie war in bureaukratischen und Hofkreisen groß geworden; Friedrich Wilhelm IV. sprach von ihr als ›Minchen‹ im Andenken an Kinderspiele.« Über »Minchen« lag eine gewisse Kühle, auch ihre Briefe an die Söhne strahlen selten innere Wärme aus. Ihre Briefe sind literarisch, vernünftig, erfüllt von Sentenzen: »Es wäre das höchste Ziel meines Lebens,« so schreibt sie an den jungen Sohn, »und ich dachte es mir als das größte Glück für mich, das ich erreichen könnte, einen erwachsenen Sohn zu haben, der, unter meinen Augen gebildet, mit mir übereinstimmen würde, der als Mann berufen wäre, viel weiter in das Reich des Geistes einzudringen, wie es mir als Frau vergönnt ist.« Ihre Gedanken sind stets auf ein »Leben im höheren Sinne« und eine Vervollkommnung des Geistes gerichtet, niemals unmittelbar, niemals, selbst dem Sohne gegenüber, von rückhaltlosem Mitempfinden erfüllt. Die Frohnatur und die Lust zu fabulieren, die Goethe der Frau Rat verdankte, hat Bismarck von der Mutter sicherlich nicht geerbt.
Ferdinand von Bismarck
»Mein Vater war von aristokratischem Vorurteil frei, und sein inneres Gleichheitsgefühl war, wenn überhaupt, nur durch die Offizierseindrücke seiner Jugend, keineswegs aber durch Überschätzung des Geburtsstandes modifiziert«, so urteilt der achtzigjährige Staatsmann über den Vater. Er war der Landjunker der guten alten Zeit, ein eifriger Reiter und Jäger, der Freund eines guten Trunkes. Über seinem ganzen Wesen liegt ein gewisses robustes Behagen, ein behäbiger harmloser Humor. Er ist ganz unliterarisch, aber er umfaßt seine Jungen mit warmer Güte und väterlicher Treue. Und als sie zu tüchtigen Knaben heranwachsen, da blickt er mit naivem Stolze auf sie. »Mit Eure Zeugnisse«, schreibt er 1828, »brüste ich mich noch immer, gestern waren Bülows, Bekedorff und Blankenburgs hier, wo ich sie zeigte und meine recht innige Freude hatte, wie sie Euch rühmten; schon im voraus freue ich mich auf die, so Ihr auf Johanny schicken, und bin ich von Eurer Liebe überzeugt, daß Ihr unsere Hoffnungen gewiß erfüllen werdet. Ich bin also berechtigt, Nr. 1 entgegenzusehen.« Wirtschaftsnöte und manche Sorge blieben ihm nicht erspart, und als er starb, da ließ der Zustand der Güter vieles zu wünschen übrig. Aber mit einer gottvertrauenden Sorglosigkeit ließ er die Dinge an sich kommen. Daß der Sohn über ihn hinauswuchs, hat er wohl kaum gespürt. Aber das Verhältnis der beiden blieb herzlich und vertraut bis ans Ende.
Am 15. Mai fand die Taufe statt. Nur das erste Jahr seiner Kindheit verlebte Bismarck in Schönhausen. Denn schon im Jahr 1816 siedelten die Eltern nach Kniephof in Pommern über. Sie waren durch Erbschaft und Vergleich in den Besitz dieses Gutes sowie von Jarchelin und Külz gekommen. Mancherlei landschaftliche Reize bot die Umgebung, und wenn auch das Herrenhaus selbst unansehnlich und einfach war, so waren doch der schöne Garten und der Karpfenteich des Gutes weithin gerühmt. Hier blieb der Knabe bis zum sechsten Lebensjahre. Eine Reihe von niedlichen Zügen ist uns schon aus dieser ersten Periode erhalten.
Er baumelt mit den Beenekens
Aus seiner frühesten Kindheit erzählt eine zur Familie gehörige Dame: »Otto saß am Nebentisch und wartete mit vorgebundener Serviette auf das Essen — das ihm von Kindheit an vortrefflich schmeckte —, den Rücken gegen die Tafel gekehrt, an welcher die Eltern mit den Gästen Platz genommen hatten. Der glückliche Vater betrachtete den Sohn mit den zärtlichsten Blicken und rief dann der Gemahlin entzückt zu: ›Minchen, sieh doch den Jungen, wie er dasitzt und mit den Beenekens baumelt!‹ Und so baumelte denn der kleine Otto ganz vergnügt mit den ›Beenekens‹ weiter zur Freude seines Vaters.«
Weil sie zu sehr stankte
Nach Kinderart hatte Otto die Leidenschaft, alles, was ihm eßbar dünkte, zu kosten. Die Mutter nahm ihn dann scharf ins Verhör. »Otto, was hast du gegessen? Du riechst nach Medizin!« rief die Mutter einst. Das Kind besann sich eine Weile, dann sagte es ruhig: »In des Vaters Stube stand am Fenster eine Flasche, die nahm ich an den Mund; ich habe aber nicht davon getrunken, weil sie zu sehr stankte.«
Die Kanonenkugel
Der Major von Schmeling, Kommandeur des Landwehrbataillons in Naugard, der in den Freiheitskriegen verwundet wurde und infolgedessen den linken Arm in der Binde tragen mußte, war eines Tages bei Bismarcks Eltern zu Tisch geladen. Der immer noch stattliche Krieger erregte in seiner blanken Uniform des Knaben ganze Aufmerksamkeit. Mit fragenden Augen schaute dieser über seinen Suppenteller hin, bald nach dem Eisernen Kreuze auf der Brust des Majors, bald auf dessen unbeweglichen Arm in der Binde. Das kindliche Fassungsvermögen vermochte sich wohl an der Erscheinung des tapferen Offiziers die Konsequenzen von »Blut und Eisen« noch nicht zu erklären; es mochte aber doch eine Ahnung in ihm aufsteigen, denn mit plötzlichem Entschlusse sprang er vom Stuhle, stellte sich in etwas breitbeiniger, doch gerader Haltung, mit den Händen in die Seiten gestemmt, vor den Major hin und frug ihn in echt friderizianischer Art zur größten Heiterkeit der Tischgesellschaft: »Ist Er von einer Kanonenkugel geschossen?«

Jugendbild I
In Versailles erzählte Bismarck einmal von seiner Jugendzeit und seinen frühesten Erinnerungen. Die erste knüpfte sich an den Brand des Berliner Schauspielhauses:
Die erste Erinnerung
»Ich bin damals«, so erzählte er, »ungefähr drei Jahre alt gewesen, und es war am Gendarmenmarkt auf der Mohrenstraße, gegenüber dem Hotel de Brandebourg, an der Ecke, eine Treppe hoch, da wohnten damals meine Eltern. Von dem Brande selbst weiß ich nicht, daß ich ihn gesehen hätte. Aber als Egoist weiß ich — vielleicht auch nur, weil man mir’s hernach oft erzählt hat, wir hatten da vor den Fenstern noch so eine Stufe, auf der Stühle und der Nähtisch meiner Mutter standen. Und wie es brannte, da stieg ich hinauf und hielt an der einen Seite meine Hände an die Scheiben und zog sie gleich zurück, weil es heiß war. Hernach ging ich an das rechte Fenster und machte es ebenso.« — »Dann erinnere ich mich noch, daß ich einmal fortlief, weil mein älterer Bruder mich schlecht behandelt hatte. Ich kam bis auf die Linden, da fingen sie mich wieder ein. Ich hätte eigentlich Strafe bekommen sollen, es wurde aber Fürsprache für mich eingelegt.«
Eine andere niedliche Erinnerung aus jener frühen Zeit, die Bismarck einmal vor Paris bei Tische erzählte:
Seltsame Bälle
»Ich besinne mich, obwohl ich damals noch sehr klein war, es muß im Jahre 1821 oder 1822 gewesen sein — da waren die Minister noch sehr große Tiere, angestaunt, geheimnisvoll. Da war einmal bei Schuckmann große Gesellschaft, was man damals Assemblée nannte. Was war der als Minister für ein schrecklich großes Tier! Da gingen meine Eltern auch hin. Ich weiß noch wie heute. Meine Mutter hatte lange Handschuhe an, bis hierher (er zeigte es am Oberarm), ein Kleid mit kurzer Taille, aufgebauschte Locken zu beiden Seiten und auf dem Kopfe eine große Straußenfeder. — Später war da ein Gesandter in Berlin, der gab auch solche Bälle, wo bis um drei Uhr getanzt wurde, und wo es nichts zu essen setzte. Da weiß ich, daß ich und ein paar gute Freunde oft hingingen, zuletzt lehnten wir jungen Leute uns auf. Als es spät wurde, zogen wir Butterbrote aus der Tasche und verzehrten sie. Hernach, das nächstemal, gab es zu essen, aber wir waren nicht wieder eingeladen.«

Aus einem Schönschreibheft des Knaben (Aus einer humorist. Biographie des »Kladderadatsch« zum 80. Geburtstag Bismarcks)
Reicher quellen schon die Erinnerungen aus der Zeit, die Otto von Bismarck in dem Plamannschen Institut zu Berlin verlebte, wohin man ihn in seinem sechsten Jahre brachte. Dieses Institut war nach den Grundsätzen Pestalozzis begründet; in dem Hause Wilhelmstraße 139 lebten etwa dreißig Schüler in der strengen Zucht ihrer Lehrer, nach den Erziehungsgrundsätzen der eben vergangenen eisernen Zeit. Hier sollte der Körper gestählt, die Persönlichkeit nach allen Seiten ausgebildet und zur Selbständigkeit erzogen werden. Hier hat der Knabe, vielfach vom Heimweh nach den Pferden und Kühen und der freien Luft der Heimat gefoltert, die erste Lehrzeit des Lebens verbracht. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend war jede Stunde des Tages geregelt. Unterricht, Gymnastik, einfache Mahlzeiten, Arbeitsstunden wechselten miteinander, und am Sonntag zog man wohl mit den Lehrern auf die Wanderfahrt. Aber ganz froh ist der Knabe hier nie geworden. Das Gärtchen mit Kresse und türkischem Weizen und dem einen Baum, der breitgeästet im Winkel stand, konnte ihm nicht die Freiheit des heimatlichen Lebens ersetzen. Noch in späten Jahren hat Bismarck oft bitter von dieser Zeit seiner Kindheit gesprochen und in einer vielleicht allzusehr gesteigerten Bitterkeit die Anstalt als ein Zuchthaus geschildert. So hat er noch im Jahre 1872 geklagt:
Philosophie des Prügelns
»Meine Geschlechtsfolge besteht aus der Abwechslung einer geprügelten mit einer prügelnden Generation. Die Geprügelten, zu denen gehöre ich — es waren die Gelehrten, die Büchersammler; — sie vermehrten die Hausbibliothek. Da sie hart erzogen wurden, machten sie es an ihren Kindern durch Liberalität wieder gut. Unsere Kinder natürlich sehen aber wieder ein, daß man sie hätte straffer zügeln müssen, und prügeln unsere Enkel!«
Mit Schrecken erinnerte sich der Kanzler auch an die Kost in der Anstalt.
Elastisches Fleisch
Es habe dort, so erzählte er in Versailles, ein künstliches Spartanertum geherrscht. Niemals habe er sich satt gegessen, ausgenommen, wenn er einmal ausgebeten gewesen sei. Immer habe es im Institut elastisches Fleisch gegeben, nicht gerade hart, aber der Zahn konnte damit nicht fertig werden. Und Mohrrüben — roh aß ich sie recht gern, aber gekocht und harte Kartoffeln darin, viereckige Stücke.
Um Ostern 1822 traf der Knabe in der Anstalt ein. Einer seiner Mitschüler, der sich damals in der Knabenschar befand, die den neuen Zögling begrüßte, hat später über diese Szene erzählt.
Wie kommt es nur?
»Wir befanden uns auf dem Mittelflur, als die nach der Straße führende Haustüre sich auftat und der Kutscher des Herrn von Bismarck in dem damals üblichen weiten Mantel mit lang herabhängendem Rundkragen eintrat, Otto, gleichfalls in einen solchen Mantel gehüllt, auf dem Arme tragend. Er war schon damals ein hochaufgeschossener Knabe und ragte weit über das Haupt des Kutschers hinaus. Wir eilten auf Otto zu, aber er verzog keine Miene und sah nur mit imponierendem Ernst von oben herab auf uns nieder. — ›Wie kommt es nur‹ — diese Frage knüpft der Erzähler an jene Mitteilung —, ›daß dieses Bild mir nach mehr als fünfzig Jahren klar im Gedächtnis geblieben ist, dieses Bild eines Knaben, von dem ich sonst aus jener Zeit nichts, durchaus gar nichts weiß? — War das eine Ahnung davon, daß er einst so hoch über uns gestellt sein werde?‹«

Der kleine Bismarck als Pflanzensammler (Aus einer humorist. Biographie des »Kladderadatsch« zum 80. Geburtstag Bismarcks)
Noch eine andere Schilderung aus jenen Tagen ist uns erhalten. Ernst Krigar ein Mitschüler Ottos, hat sie uns in einem kleinen Schriftchen gegeben.
Der Telamonier Ajax
»Zu Weihnachten hatte einer unserer Mitschüler von seinen Eltern ›Beckers Erzählungen aus der alten Welt‹ zum Geschenk erhalten; das Buch wurde von uns fleißig gelesen, so daß das eine Exemplar lange nicht ausreichte, unsere Wißbegierde zu stillen. Jetzt wurde der Trojanische Krieg vorgenommen. Der erste, welcher diesen ganzen Teil des Buches auswendig konnte, war Otto von Bismarck. Am Ende des Gartens der Anstalt, jetzt nach der Königgrätzer Straße zu, stand ein schöngewachsener Lindenbaum, zu dem hinaufzuklettern wir die Erlaubnis hatten. Dies war in den Freistunden unser liebster Aufenthalt. ›Nach der Linde!‹ hieß es, wenn irgend etwas Wichtiges mitzuteilen oder zu beraten war. Sie bildete den Mittelpunkt des Gartens für uns. Otto von Bismarck übernahm in der Regel das Vorlesen des Trojanischen Krieges und wählte sich dazu häufig seinen Lieblingssitz auf der Linde. Wir Zuhörer, soweit wir Platz hatten, bestiegen ebenfalls den Baum, die übrigen lagerten sich unter demselben. Mit welcher Aufmerksamkeit folgten wir dem Vorleser, mit welcher Begeisterung wurden die Heldentaten der Griechen vor Troja aufgenommen! Es dauerte nicht lange, so hatte jeder von uns den Namen eines dieser Helden. Bismarck konnte kein anderer als der Telamonier Ajax sein.«

Bismarck in Göttingen als Student (»Jugend«)
In der Tat war Otto ein frischer, lieber Junge und ein rechter Sohn der märkischen Erde. Leicht empfänglich für alle Eindrücke, tapfer und ein wenig hitzig, stellte er sich gern auf die Seite der Schwachen und kämpfte manche heiße Fehde. Sechs Jahre ist er in der Anstalt von Plamann geblieben. Jetzt ist das Haus verschwunden, in dem sie einst untergebracht war. Ein Prachtbau erhebt sich in der östlichen Häuserflucht der Königgrätzer Straße. Aber eine Tafel verkündet: »Hier stand die Bismarcklinde im Garten der Plamannschen Erziehungsanstalt, deren Zögling der Fürst Bismarck 1822 bis 1827 war.«
Schon im ersten Zeugnis bescheinigten ihm die Lehrer: »Seine gemütliche Freundlichkeit und sein kindlicher Frohsinn machen, daß ihn alle gern haben, so wie er auch seinerseits sich zutraulich anschließt.« Erhalten ist auch
Sein erster Brief
Liebe Mutter! Ich bin hier glücklich angekommen; es sind die Zensuren ausgefüllt, und ich hoffe, daß Du Dich freuen wirst. Es sind kürzlich neue Springer angekommen, die sehr schöne Kunststücke zu Pferde und zu Fuß machen können. Grüße alles vielmals und bleibe so gesund wie wir Dich verlassen hatten.
Ich bin Dein Dich liebender Sohn Otto.
War aber Otto immer ein Musterknabe? Erhalten blieb die Tatsache, daß er, als ihn der altdeutsch gescheitelte, langlockige Zeichenlehrer eine Zierpuppe schalt, ihm blitzschnell die Antwort gab: »Selbst eine!« Und auch in den Zeugnissen ist zu lesen, daß er im Arbeiten und Denken zu Übereilung, in allen Handtätigkeiten zur Flüchtigkeit neigte, und daß er allzu lebhaft und lange beinahe zerstreut war. »Er hat wohl über sich zu wachen, daß sein natürlicher Frohsinn nicht ausarte und daß jedes seine rechte Stelle habe, der Ernst bei der Arbeit und die Fröhlichkeit im geselligen Leben.«
Im September 1827 ging der junge Bismarck in das Gymnasium über. Gleichzeitig zogen die Eltern für einen großen Teil des Jahres nach Berlin und nahmen ihn auch in ihre in der Behrenstraße gelegene Wohnung mit. Während des Winters lebten Otto und sein Bruder Bernhard mit den Eltern zusammen, im Sommer zogen Vater und Mutter nach Kniephof, während die beiden Jungen, von einem Hauslehrer überwacht und von der getreuen Trine Neumann verpflegt, allein in der Hauptstadt wirtschaften durften.
Trine Neumann und der Eierkuchen
»Trine Neumann«, so erzählte später der Kanzler, »stammte von meinem väterlichen Gute Schönhausen in der Altmark. Sie hatte uns Jungen herzlich lieb und tat alles, was sie uns an den Augen absehen konnte. So machte sie uns zu Abend fast immer unser Leibgericht: Eierkuchen. Wenn wir gegen Abend ausgingen, ermahnte Trine Neumann uns regelmäßig: ›Bliewt hüt nich so lang ut, dat min Kauken nich afbacken!‹, und regelmäßig, wenn wir endlich nach Hause kamen, hörten wir die gute Trine schon von weitem wie einen Rohrsperling schimpfen: ›Na wart, Jungens, ut euch wart in’n Leben nix Vernünftiges — die Kauken sind all wedder afbackt!‹ Aber der Zorn der guten Trine war immer bald verraucht, wenn sie sah, wie vortrefflich ihre ›afbackten Kauken‹ uns Jungens schmeckten.« — Trompeterlungen-Posaunenstimmen rühmte in jener Zeit der Templiner Onkel seinen »beiden anderen Neffen nach«.
Auf der neuen Schule, dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, in deren Untertertia der Knabe eintrat, gewann besonders der spätere Direktor des Grauen Klosters, Professor Dr. Bonnell, Einfluß auf ihn. Dieser ausgezeichnete Pädagoge, dem Bismarck bis in die spätesten Jahre ein treues Gedenken bewahrte, gewann schon in den ersten Tagen die Haltung und das Wesen des Knaben lieb. Er erzählt:
Ein nettes Jungchen
»Die Neuaufgenommenen saßen im Schulsaale auf mehreren Bänken hintereinander, so daß die Lehrer während der Einleitungsfeier Gelegenheit hatten, die kleine Schar gehörig durchzunehmen. Otto von Bismarck saß mit sichtlicher Spannung, mit freundlichem Knabengesicht und helleuchtenden Augen frisch und munter unter seinen Kameraden, so daß ich bei mir dachte: Das ist ja ein nettes Jungchen, den will ich besonders ins Auge fassen.«
Der dankbare Schüler
Wie groß die Anhänglichkeit war, die Bismarck noch in späten Jahren für seinen alten treuen Lehrer bewahrte, beweist folgende Episode, die wiederum Bonnell erzählt: »Der 17. April 1871 war der Tag, an welchem die Stadt Berlin die zum erstenmal versammelten Abgeordneten des Deutschen Reichstages in dem großen Festsaale des neuen Rathauses begrüßte. Ich war auch dazu eingeladen. In dem großen Gedränge der Abgeordneten und Notabilitäten jeder Art zog natürlich Bismarck die Aufmerksamkeit am meisten auf sich. Plötzlich steht der große Mann vor mir und reicht mir in gewohnter Freundlichkeit die Hände. Die Hitze des Saales hatte mein Gesicht gerötet; deshalb drückte er seine Freude darüber aus, mich so wohl zu finden. ›Ich kann dies Ew. Durchlaucht zurückgeben,‹ sagte ich, ›und doch haben Sie einen bedeutenden Teil der Weltgeschichte nicht bloß durchgemacht, sondern gemacht.‹ — ›Nun,‹ erwiderte er, ›ich habe so etwas an ihren Fäden gesponnen!‹ Darauf folgten noch andere freundliche Worte, Erkundigungen nach meiner Frau.« Die Zeitungen schilderten dann in den nächsten Tagen den Eindruck, den dieser Vorgang auf die im Rathaussaale Versammelten gemacht hatte. In dem Bericht des einen Blattes hieß es: »Wer ist der kleine alte Herr, mit dem Bismarck so lange spricht, zu dem er sich fast herabzubeugen scheint? Es ist der Direktor Bonnell, der einst des Fürsten Lehrer war. Es tut einem wohl, zu sehen, wie respektvoll der große Schüler noch heute vor seinem alten Lehrer steht.« — Bonnell ist auch der Lehrer der beiden Söhne Bismarcks später geworden. Als sie im März 1869 die Reifeprüfung bestanden hatten, lud der Vater die Prüfungskommission zu Tische. Die Unterhaltung bewegte sich so ungezwungen wie immer in diesem Hause. Da erhob sich der Kanzler mit dem Glase und sprach etwa folgendes: »Vor achtunddreißig Jahren um dieselbe Zeit habe ich das Abiturientenexamen bestanden, und zwar vor demselben Mann und unter Leitung desselben Mannes, der jetzt meine beiden Söhne zu demselben Ziele geleitet hat. Ich weiß, was ich ihm verdanke. Mögen auch meine Söhne ihm stets ein dankbares Andenken bewahren. Indem ich Sie, verehrte Anwesende, auffordere, auf das Wohl meines alten lieben Lehrers, des Direktors Bonnell, anzustoßen, verbinde ich zugleich den Dank an die übrigen Lehrer meiner beiden Söhne.«
Sein Konfirmandenspruch
Am 31. März 1831, einen Tag vor seinem sechzehnten Geburtstag, wurde der junge Otto von dem berühmten Schleiermacher in der Dreifaltigkeitskirche eingesegnet. Noch als greiser Mann erzählte Bismarck: »Noch weiß ich genau das Plätzchen in der Kirche, wo ich unter den Konfirmanden gesessen habe; und als ich dann aufgerufen wurde und vor den Altar treten sollte, pochte mir gewaltig das Herz. Den Spruch, welchen Schleiermacher mir mitgegeben hat, glaube ich ziemlich richtig sagen zu können: ›Was ihr tut, das tut dem Herrn und nicht den Menschen‹; aber die Stelle, wo er steht, habe ich vergessen. Nicht wahr, ein besseres Wort konnte mir nicht mitgegeben werden! Der Spruch soll mein Leitstern bleiben.« Es ist die Stelle Kolosser 3, 23: »Alles was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen.«
Superintendent Pank, der an der gleichen Kirche tätig war, sprach im Jahre 1880 mit dem Reichskanzler von dieser Zeit und berichtet dann:
»Zu Hause erzählte ich es meinem Küster; dieser durchblätterte die alten Konfirmandenregister, fand dort richtig den Namen ›Otto von Bismarck‹ und sagte: ›Am kommenden 31. März sind seitdem gerade fünfzig Jahre verflossen; da müßten wir eigentlich dem Reichskanzler einen Jubiläumskonfirmationsschein schreiben; wer weiß, ob er den früheren noch hat.‹ Gesagt, getan. Der Konfirmationsschein wurde angefertigt, mit einfachen Randzeichnungen um den Text, oben das Bild Schleiermachers, unten den obenerwähnten Denkspruch. Am Morgen des 31. März 1880 legte ihn die Fürstin auf den Frühstückstisch des Reichskanzlers. Sie sagte mir nachher, daß er sich kaum über etwas so gefreut habe wie über diese überraschende ernste Erinnerung an einen Gedenktag seines Lebens, an dessen fünfzigste Wiederkehr er nicht im entferntesten gedacht hatte. Als ich einige Zeit darauf dem Fürsten das heilige Abendmahl reichte, führte er mich nach der Feier zu seinem Schreibtisch, auf dessen Mitte der Konfirmationsschein aufgestellt war, und sagte: ›Es hat doch etwas auf sich, wenn man sich sagen muß: Fünfzig Jahre sind dahingegangen, seitdem du vor dem Konfirmationsaltar gestanden! Aber der Spruch soll mein Leitstern bleiben!‹«
In Pension
Bald darauf wurde der Knabe der Pensionär seines Direktors, der am Königsgraben Nr. 4 wohnte. Auch aus dieser Zeit besitzen wir ein Urteil des trefflichen Pädagogen über seinen Zögling: »Er bewegte sich freundlich, anspruchslos und durchaus zutraulich in meiner einfachen Häuslichkeit, die sich damals auf meine Frau und meinen einjährigen Sohn beschränkte. Er zeigte sich in jeder Beziehung liebenswürdig. Er ging des Abends fast niemals aus; wenn ich zu dieser Zeit zuweilen nicht zu Hause war, so unterhielt er sich freundlich und harmlos plaudernd mit meiner Frau und verriet eine starke Neigung zu gemütlicher Häuslichkeit. Er hatte unser ganzes Herz gewonnen, und wir brachten ihm alle Liebe und Sorgfalt entgegen, so daß sein Vater später, nach seinem Scheiden von uns, äußerte, daß der Sohn sich in keinem Hause so wohl wie bei uns gefühlt habe.«

Jugendbild II
Am 14. April 1832 bestand der Jüngling, kaum siebzehn Jahre alt, das Examen der Reife mit dem Zeugnis Nr. 2. Seine Mitschüler in der Prima haben ihm später im Festsaal der Anstalt ein Denkmal gesetzt, eine Büste des Kanzlers auf einem Sockel aus schwarzem Marmor. Der Schüler hatte vorher seinen Lieblingslehrer, der zum Direktor des Grauen Klosters ernannt worden war, an die neue Anstalt begleitet.
Wie hat Bismarck das Gymnasium verlassen? Er schildert es selbst zu Beginn seines letzten Gedenkbuchs: »Als normales Produkt unseres staatlichen Unterrichts verließ ich Ostern 1832 die Schule als Pantheist, und wenn nicht als Republikaner, doch mit der Überzeugung, daß die Republik die vernünftigste Staatsform sei, und mit Nachdenken über die Ursachen, welche Millionen von Menschen bestimmen könnten, einem dauernd zu gehorchen, während ich von Erwachsenen manche bittere oder geringschätzige Kritik über die Herrscher hören konnte. Dazu hatte ich von der turnerischen Vorschule mit Jahnschen Traditionen (Plamann) deutsch-nationale Eindrücke mitgebracht. Diese blieben im Stadium theoretischer Betrachtungen und waren nicht stark genug, um angeborene preußisch-monarchische Gefühle auszutilgen. Meine geschichtlichen Sympathien blieben auf seiten der Autorität. Harmodios und Aristogeiton sowohl wie Brutus waren für mein kindliches Rechtsgefühl Verbrecher und Tell ein Rebell und Mörder. Jeder deutsche Fürst, der vor dem Dreißigjährigen Kriege dem Kaiser widerstrebte, ärgerte mich, vom Großen Kurfürsten an aber war ich parteiisch genug, antikaiserlich zu urteilen und natürlich zu finden, daß der Siebenjährige Krieg sich vorbereitete. Doch blieb mein deutsches Nationalgefühl so stark, daß ich im Anfang der Universitätszeit zunächst zur Burschenschaft in Beziehung geriet, welche die Pflege des nationalen Gefühls als ihren Zweck bezeichnete. Aber bei persönlicher Bekanntschaft mit ihren Mitgliedern mißfiel mir ihre Weigerung, Satisfaktion zu geben, und ihr Mangel an äußerlicher Erziehung und an Formen der guten Gesellschaft, bei näherer Bekanntschaft auch die Extravaganz ihrer politischen Auffassungen, die auf einem Mangel an Bildung und an Kenntnis der vorhandenen, historisch gewordenen Lebensverhältnisse beruhte, von denen ich bei meinen siebzehn Jahren mehr zu beobachten Gelegenheit gehabt hatte als die meisten jener durchschnittlich älteren Studenten. Gleichwohl bewahrte ich innerlich meine nationalen Empfindungen und den Glauben, daß die Entwicklung der nächsten Zukunft zur deutschen Einheit führen werde.«
Wie er sich sonst entwickelt hat? Mannigfache Reisen, vor allem aber der Ferienaufenthalt auf dem Lande mußten ihre Wirkung üben. Dort draußen treibt er dann mit der Schwester und Cousine »viel tolles Zeug«, dort lebt er, »wie Gott in Frankreich«. Er erzählt in seinen Briefen nur von Jagen und Tanz, übermütig, in keckem Stil, die Brust erfüllt von Lebensfreude. Und schon spürt man an seinen Briefen aus der keimenden Jünglingszeit den starken Stilisten mit seiner kraftvollen Art der Darstellung, mit den drastischen Bildern, mit dem köstlichen Humor. Hier ein Zitat:
Die Kniephofer Reichsexekutionsarmee
»Am Freitag«, schreibt er in einem Schülerbriefe, »sind drei hoffnungsvolle junge Leute, ein Brandstifter, ein Straßenräuber und ein Dieb, kurze Zeit vorher zwei gleichen Gelichters aus der Anstalt echappiert. Die ganze Gegend wimmelte von Patrouillen, Gendarmen und Landsturm; man war seines Lebens nicht sicher. Am Abend rückte gegen die drei Ungeheuer die Kniephofer Reichsexekutionsarmee aus, bestehend aus fünfundzwanzig Mann Landsturm, soviel es anging mit Schießgewehren, Flinten, Büchsen, Musketen, Pistolen, übrigens aber mit Forken und Sensen bewaffnet. Alle Übergangspunkte über die Zampel wurden besetzt. Unser Militär war aber erschrecklich in Furcht. Wenn zwei Abteilungen sich begegneten, riefen sie einander an; aber vor Angst wagte niemand zu antworten, die einen liefen was sie konnten, die anderen verkrochen sich hinter die Büsche.« — Es ist zu hoffen, daß die drei »hoffnungsvollen jungen Leute« doch noch von ihrem Schicksal ereilt worden sind.
Als ein befähigter und wohlvorbereiteter Jüngling, geleitet von den besten Segenswünschen seiner Lehrer und der Hoffnung, »daß er mit erneutem Eifer an seiner ferneren wissenschaftlichen Ausbildung arbeiten werde«, zog der junge Fuchs zur Universität.