← Table of contents
Quer durch Uganda

AM FUSSE DES ELGON.

Reading edition

Die letzte Telegraphenstation / Im Anblick der Gebirgswelt / Trägersorgen / Englische Gastfreundschaft / Vorbereitung für die Elgonbesteigung / Der Abmarsch / Durch die Eingeborenendörfer / Einheimische Justiz / Der Aufstieg in die Felsen / Im Urwald / Die letzte Ansiedlung.

Ein dreieinhalbstündiger Marsch brachte uns am nächsten Tage nach Mbale, der am Südabhange des Kogonchoro gelegenen letzten englischen Station im Nordosten Ugandas. Eine gut gepflegte, von Gummibäumen beschattete Strasse führt durch die Niederlassungen der Eingeborenen an indischen Kaufläden und den Hütten der Askari vorbei zum höchsten Punkte des Ortes, einer grossen Wiese, die uns vom Distriktskommissär Mr. Peryman, der uns entgegengekommen war, als Lagerplatz angewiesen wurde. Am Ende der Strasse liegt das Regierungsamtshaus (Boma) mit einer Askariwache und hinter ihm in kreisförmiger Anlage die hübschen, villenartigen Wohngebäude des Distriktskommissärs, seines Assistenten, des Arztes Dr. Lionel Sells und des Polizei-Offiziers. Jedes Haus steht in einer geschmackvollen Gartenanlage, und zwischen ihnen breitet sich gepflegter Rasen und sogar ein Tennisplatz aus.

Das Klima von Mbale — in der Eingeborenensprache Karungu genannt — ist trotz seiner 3800 Fuss hohen Lage über dem Meeresspiegel sehr ungesund, und es ist namentlich die Malaria und die Beulenpest verbreitet, an der in den letzten Wochen nicht weniger als 150, im Verlaufe eines Jahres aber 3000 Eingeborene gestorben waren. Ich hatte auch Gelegenheit, das Pestspital in Mbale zu besichtigen, eine einfache Strohhütte, in deren Nähe die an Pest Verstorbenen in seichte Gruben eingegraben werden. Nächtlicher Zeit werden sie von Hyänen, deren Geheul die ganze Nacht hörbar ist, ausgegraben und aufgefressen. Um so schöner ist aber das Landschaftsbild, das sich von Mbale und namentlich von unserem Lagerplatze aus bot. Im Norden steigt, knapp hinter dem Ort, der nach Westen fast senkrecht abfallende Kogonchoro aus der Ebene auf, links von ihm liegt, seine Spitzen von Wolken gekrönt, der mächtige Elgon oder Sabey, wie er von den Eingeborenen genannt wird, und weiter nach Nordwest reiht sich Berg an Berg, denen kleine, bis Mbale auslaufende Hügel vorgelagert sind, die im leuchtenden Grün ihrer Bananenpflanzungen ein Bild der reichen Fruchtbarkeit dieses Bodens geben. Ganz weit, in duftiger Ferne, sieht man den trotzigen Koloss des 3000 Meter hohen Konkoro oder Mont Debasien emporragen.

Die nächsten Tage galten nun der Vorbereitung der Elgon-Besteigung (Tafel 7). Von Elgon wollten wir wieder nach Mbale zurückkehren, um über Einladung Dr. Sells und Mr. Perymans das Weihnachtsfest in ihrem Kreise zuzubringen und ausserdem die bis dorthin angelegten Sammlungen zu verpacken und nach Europa zu schicken. Die genannten Beamten überboten sich gegenseitig, uns nach jeder Richtung hin zu unterstützen und Ratschläge zu erteilen. Die grössten Sorgen machte uns die Trägerfrage. Alle Träger mit Ausnahme derer aus Nairobi mussten zurückgeschickt werden, da sie für die weitere Reise und die zu gewärtigenden Anstrengungen viel zu schwach waren. 60 Träger von Mboa, 110 von Jinja sowie die sechs Askari und ihr Korporal wurden in Mbale entlassen. An ihre Stelle sollten 250 starke und erprobte Kawirondoträger treten, die über Auftrag Mr. Perymans für unsere Expedition in Mumias angeworben werden sollten. Für die Besteigung des Elgon genügten uns unsere Suaheliträger, die Boys sowie die Heatmans, und einige Eingeborenenträger aus dem Elgonlande als Führer, da wir ja nur das notwendigste Gepäck, Wäsche und warme Kleider, die Apotheke und die wissenschaftlichen Apparate mitzunehmen gedachten. In Mbale hatte ich übrigens noch einen energischen und erfahrenen Heatman in dem Araber Abeidi Abdulla aus Mekka gefunden, der als Elefantenjäger die durch ihre Wasserarmut und ihren Mangel an Lebensmitteln bekannten Karamojogebiete gut kennen gelernt hatte, und der mir versprach, bis zu meiner Rückkehr vom Elgon die noch fehlenden Träger zu beschaffen. Auf sein Anraten bestellte ich aus Kilimi im südlichen Karamojo dreissig kräftige Esel, von denen jeder 200 Pfund trug. Dadurch ersparten wir uns 90 Träger, was uns im weiteren Verlaufe der Expedition sehr zustatten kam. Denn je tiefer wir in das noch unerschlossene Gebiet von Uganda vordrangen, desto schwieriger war es, Träger zu finden, die uns begleitet hätten. Man hatte zu viel von der Gefährlichkeit der Gebiete gehört, die wir durchqueren wollten, und besass namentlich vor den sehr feindseligen und hinterlistigen Naqua- und Toburstämmen grosse Angst.

In den vier Tagen unseres Aufenthaltes in Mbale war ich auch viel mit den kartographischen und astronomischen sowie den täglichen meteorologischen Aufnahmen beschäftigt, während Dr. Stigler stark von den erkrankten Trägern in Anspruch genommen war, ausserdem aber auch seinen rassenphysiologischen Studien oblag. Die Abende waren wir abwechselnd bei Dr. Sells und Mr. Peryman geladen und genossen im Innersten Afrikas eine Geselligkeit, die durch die Damen des Hauses, die jungen und liebenswürdigen Frauen der beiden englischen Beamten, noch einen besonderen Reiz gewann. Dr. Sells machte sich erbötig, uns auf den Elgon zu begleiten, und auch Mr. Peryman wollte sich uns anschliessen und beabsichtigte, mit seiner jungen Frau eine Inspektionsreise durch die von uns zu passierenden Gebiete bis zur Ugandagrenze zu unternehmen.

Der Elgonkrater ist von Mbale in fünf Tagereisen zu erreichen und liegt auf der Wasserscheide des Viktoria- und Rudolf-Sees, ebensoweit westlich vom Ostafrikanischen Hauptgraben als der Kenia östlich. Der Elgon oder Sabey ist ein Bau aus vulkanischer Asche und festem vulkanischen Gestein mit einem mächtigen Urwaldbestand, der sich auf den Westabhängen in der Höhe von 2300 bis 3000 Meter hinzieht. Viele Flüsse haben ihren Ursprung auf den Abhängen dieses Bergriesen, einer — der Suam — entspringt im nordöstlichen Teile des Kraters selbst und hat sein Bett westlich von der höchsten Spitze, Kaiser Franz Josefspitze, in einer tiefen, wilden Schlucht des nördlichen Kraterrandes gefunden.

Der Abmarsch von Mbale war auf den 7. Dezember festgesetzt. Leider konnte Dr. Stigler mit Dr. Sells ihn erst zwei Tage später antreten, da er sich eine ziemlich schwere Magenindisposition zugezogen hatte, die sich jedoch infolge der Pflege, die ihm Dr. Sells in seinem Hause angedeihen liess, bald wieder behob. Ich selbst marschierte mit Mr. Peryman, dem Photographen, dem Präparator und ungefähr 60 Eingeborenen (30 Träger hatte ich Dr. Stigler zurückgelassen), am festgesetzten Tage ab, und zwar zunächst bis Bujobo, wo wir unser erstes Nachtlager aufschlugen. Von dort stieg ich am nächsten Morgen auf schmalem Eingeborenenpfad den steilen vulkanischen Hügel Buwalesi (1629 m) empor, der ausgezeichnete Punkte für meine kartographischen Arbeiten bot und von dem aus sich ein herrlicher Ausblick auf die zwischen dem Elgon und dem Kogonchoro gelegenen Zwischenberge öffnete. Auffallend war der Reichtum an Schmetterlingen, den ich hier antraf und von dem bisher sehr wenig zu spüren war. Auf dem ganzen Wege von Jinja bis Mbale hatten mein zwölfjähriger Mohammedaner Amissi und der Vogelpräparator Paulo, den ich aus Entebbe mitgenommen hatte, für meine entomologische Sammlung nicht mehr als 600 Schmetterlinge aufbringen können (Tafel 8).

Auf dem Wege zum Buwalesi fanden sich noch einige spärliche Niederlassungen von Eingeborenen, die hier schwächliche, fast ganz nackte Menschen von mittlerer Grösse sind. Die Männer tragen vorne einen kleinen Schurz, die Weiber einen Grasgürtel und ausserdem — eine ethnologische Merkwürdigkeit, die ich nur im Elgongebiete antraf — ein gleichfalls aus Gras geflochtenes Glied, das die verheirateten Frauen vorne tragen (Tafel 9).

Schon um 5 Uhr morgens verliessen wir am nächsten Tage unseren Rastplatz und marschierten bis Buhugo. Zunächst ging es bergauf und bergab durch die gewohnten Bananenpflanzungen, bis wir bald in ein meilenbreites Tal niederstiegen, das vom Siroko durchflossen ist, einem zur Regenzeit mächtigen Flusse, der aber, als wir ihn überschritten, nur sehr wenig Wasser führte. Ueber ihn spannt sich eine noch nicht lange bestehende Brücke, deren Decke aus 3 m langen, mit Bast zusammengeflochtenen Bambusstämmen gebildet ist. Nun stieg das Terrain fortwährend, bis wir endlich — es war gegen 10 Uhr vormittags — Buhugo zu Gesicht bekamen. Wir wurden dort vom Häuptling und seinen Ministern erwartet und mit den üblichen Geschenken — einem Schaf, Hühnern, Milch und Eiern — bedacht. Ueber meinen Wunsch brachte er mir auch noch Fische, die ich in den blechernen Spiritusbehältern präparierte und aufbewahrte, und eine Menge ethnologischer Gegenstände. Am Abend versammelte Mr. Peryman die Häuptlinge und Eingeborenen um sich und hielt ihnen aufklärende und belehrende Vorträge.

Hier waren wir auch Zeugen der einheimischen Gerichtsbarkeit. Ein Eingeborener hatte eine Ziege gestohlen und wurde von einem Askari ins Lager gebracht. Hier legte man ihn auf den Bauch, band ihm die Füsse und die auf dem Rücken gelegten Hände zusammen und schnallte ihn an dicke Pfähle, die am Ende der Füsse und zwischen den Oberschenkeln in den Boden getrieben wurden. Nun hätte ihm eine tüchtige Tracht Prügel verabreicht werden sollen, aber Mr. Peryman liess des grausamen Spiels schon ein Ende sein und gab den Schwarzen gegen das Versprechen frei, nie mehr einen Diebstahl zu begehen. Ob der Pardonierte sich später dieser Gnade würdig erwiesen hat, ist freilich sehr zu bezweifeln, denn die Eingeborenen dieser Gegend sind wilde, verwegene Leute und, wie uns Dr. Sells, der uns mit Dr. Stigler und den übrigen Trägern in Buhugo eingeholt hatte, mitteilte, war das Gebiet noch vor zwei Jahren vollkommen unsicher (Tafel 10).

Tafel 7

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Eingeborene in Ketten

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Blick nach dem Kogonchoro

Tafel 8

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Bageshudorf in Bujobo

⇒ GRÖSSERES BILD

Tafel 9

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Landschaftsbild bei Bujobo

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Brücke aus Bambus über den Siroko

Tafel 10

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Unser Lager in Buhugu

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Blick von Buhugu gegen den Elgon

Tafel 11

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Senecio Johnstoni im Urwald des Elgon

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Lager, 3390 m hoch

Nach den Autochromaufnahmen des Verfassers hergestellt

Tafel 12

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Bergeingeborener vom Stamme Batwa

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912

Aufstieg in den Felsen

Am nächsten Morgen brachen wir zu gewohnt früher Stunde das Lager ab und langten nach einstündiger Wanderung durch ansteigende Bananenpflanzungen und an einigen Dörfern vorbei am Fuss des Namugawehill an, eines Ausläufers des Elgon, der derart steil abstürzt, dass ein Erklimmen für die Karawane fast unmöglich erschien. In einem am Berg liegenden Eingeborenendorf machten wir Halt, um uns über den Aufstieg zu beraten und von den Eingeborenen Auskünfte über die Richtung einzuholen, in der der steile Abhang am ehesten erklettert werden könnte. Das Ergebnis war, dass wir beschlossen, den Aufstieg direkt durch die Felsen zu unternehmen, was allerdings ein heisses Stück Arbeit war. Die Träger mussten sich mit ihren schweren Lasten gegenseitig hinaufziehen und aufwärts schieben, die grösste Schwierigkeit boten aber die Maultiere, die oft über meterhohe glatte Felsblöcke emporgezogen werden mussten. Ueberdies hatten wir noch unter der drückenden Hitze — 38 Grad C. im Schatten — zu leiden, so dass es zwei Stunden währte, bis die ganze Karawane die Höhe erreicht hatte. Oben angelangt stiegen wir nach kurzer Rast den Kamm entlang bis zu einem Platze, der sich Masobu nennt und in der Höhe von 2285 m am unteren Ende des Elgon-Urwaldes liegt. Mitten zwischen Bäumen und Gebüschen schlugen wir unsere Zelte auf, so dass unser Lager das Bild eines malerischen Durcheinanders gab.

Am nächsten Morgen verliess uns Mr. Peryman, der am Fieber erkrankt war und nach Mbale zurückkehrte. Wir anderen drangen in steilem Terrain langsam gegen Nordosten vor. Bald nahm uns ein Wald mit enorm hohen, alten Bäumen und dichtem, stellenweise undurchdringlichem Unterwuchs auf. Vereinzelt zeigen sich Bambusstauden, sie werden aber immer zahlreicher und schliessen sich zusammen, und nach einer Stunde stehen wir mitten in einem ausgesprochenen Bambuswalde, der sich erst nach einem weiteren einstündigen Marsche und nachdem wir einen kleinen Bach mit klarem hellen Wasser überschritten hatten, langsam wieder lichtet und den an seine Stelle tretenden Laubbäumen Platz gibt. Das Bild wird nun bald ein total verändertes, und über uns wölbt sich in dunkler Majestät der Urwald. Die Baumbestände werden immer dichter und enger, Lianen winden sich in unendlichen Verschlingungen von Stamm zu Stamm, und die buschige Untervegetation ist so hoch, dass sie fast über unseren Köpfen zusammenschlägt. Die mächtigen Stämme sind von dickem Moos und anderen Schmarotzerpflanzen bewachsen, und den Boden überzieht ein grüner Polster von allen möglichen Farren und Kräutern, in den der Fuss wie in einen Teppich tief einsinkt. Das Vorwärtskommen ist hier eine schwere Arbeit, es ist ein unaufhörliches Kriechen, Bücken und Ueberklettern der umgestürzten Baumstämme oder der mächtigen Wurzeln, die oft und oft den Weg versperren. Dazu steigt das Terrain unausgesetzt an. Gleich am Beginne des Urwaldes zeigten sich auf einer kleinen Lichtung einige schlanke schöne Lobeliaceen, die sich im Glanz des grellen Sonnenlichtes doppelt wirksam von dem violetten Dämmerlichte abhoben, das ringsum den dichten Urwald füllte (Titelbild und Tafel 11).

Stundenlang geht es nun Schritt für Schritt langsam vorwärts, und das tiefe Schweigen versagt sogar auf unsere sonst so sangeslustigen und lärmenden Träger nicht seine Wirkung, die stumm ihren Weg suchen. Nur das Knacken und Brechen der Aeste ist zu hören und das zarte Gezwitscher der kleinen prächtigen Nektarinen, die hier die ganze Fauna ausmachen, sonst herrscht Totenstille und heiliges Schweigen.

Fünf Stunden lang währte dieser unvergessliche Marsch durch den Urwald, dann wurde die Walddämmerung heller, der Baumbestand lichtete sich, wir sind am oberen Ende des Urwaldes angelangt. Noch muss ein kurzer, steiler Abhang überwunden werden, und wir befinden uns auf einem terrassenartigen Plateau, auf dem wir, alle stark ermüdet, — in der Höhe von 3390 m — das Lager aufschlagen. Es wurde rasch abgekocht, und ich fand in der Nähe des Lagers einen günstigen Punkt für meinen Theodoliten. Ich arbeitete, bis mich — es war halb sechs Uhr geworden — derart fror, dass die Hände den Dienst versagten. Die Temperatur, die schon mittags nur 10 Grad C. betragen hatte, war auf 4 Grad gesunken, und am nächsten Morgen zeigte mein Minimum-Thermometer 2 Grad C. unter Null. Nach dem Abendessen begaben wir uns denn auch bald zu Bette, nicht ohne vorher warme Wäsche angezogen zu haben. Meinen braven Trägern, die an diesem Tage ganz Ausserordentliches geleistet hatten, versprach ich als Zubusse zu ihren Mehlrationen einen Ochsen, dessen Fleisch an sie bei der Rückkehr vom Elgon und sobald das Tier heraufgetrieben wäre in diesem Kamp verteilt werden sollte (Tafel 11).

Von grossem Interesse war es, von unseren Eingeborenenführern zu erfahren, dass es auch in dieser Höhe, und zwar nur eine Stunde von unserem Lager entfernt, noch eine kleine Niederlassung von Eingeborenen gebe. Ich erteilte den Auftrag, einige von diesen zu uns zu bringen, und gegen Abend kam tatsächlich der Häuptling mit zweien seiner Leute in unser Lager. Es waren ungemein scheue, mittelgrosse Menschen, mit einem hemdartigen Ueberwurf bekleidet, Ohren, Hals und Arme reich mit Eisenringen beschmückt, die Haare, die in schmalen Strähnen geflochten, eingefettet und mit roter Erde bestrichen waren, über die Stirne herabhängend, und in der Hand einen langen Speer, so dass diese Wilden, die sich Batwa nennen, ein ziemlich kriegerisches Aussehen haben. Ich beschenkte sie mit Amerikani, Messingdraht und Spiegeln, und namentlich die letzten machten, nachdem sie darin ihr Ebenbild erblickt hatten, starken Eindruck auf sie. Meiner Einladung, uns bis zur Spitze des Elgon zu begleiten, gaben sie erst nach einigem Zögern Folge (Tafel 12).

Illustration from Quer durch Uganda: eine Forschungsreise in Zentralafrika, 1911/1912
Explore with AITake your curiosity a little further.

Reading settings