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Gebete für Israeliten

XXII. Gebete während einer ansteckenden Krankheit.

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Gebt dem Herrn, Eurem Gott, die Ehre, bevor er es finster werden läßt, und bevor eure Füße anstoßen gegen die dunkle Höhe. (Jer. 13, 16.)

1. Allmächtiger Gott! Du erinnerst uns Menschenkinder daran, daß wir Staub und Asche sind; denn über unsere Stadt ist die schlimme Zeit hereingebrochen, von der es heißt: « Das Volk soll geängstigt werden und umhergehen wie Blinde, weil es gegen mich gesündigt hat«(Zeph. 1, 17). Ach, schon hören wir das Seufzen der Angst und bemerken die Zeichen des Schreckens auf dem Antlitz vieler Leute, während unser Inneres bebt und fragt: wer kann oder wird uns doch retten? Wir tappen umher in der Finsternis, die sich über uns gelagert hat.—O du, dessen Barmherzigkeit ohne Ende ist, dessen Güte sich mit jedem Morgen erneuert, sieh unsere Bekümmernis, öffne unsere Augen und lehre uns begreifen, daß du es bist, der Allbarmherzige, der diese Zeit über uns geschickt hat, auf daß wir unsere Ohnmacht erkennen und uns überzeugen, daß du dich gegen dein sündiges Kind als ein lieber Vater zeigst, der es wieder in Gnaden annehmen will. Sende uns deinen Geist, daß diese Zeit der Heimsuchung zu unserer Heiligung diene; denn ach, wir müssen bekennen, daß wir dich lange nicht über alles in der Welt geliebt haben, wie wir es dir schulden. Nicht auf dich haben wir unser Vertrauen gesetzt, sondern auf vergängliche Dinge, auf schwache Menschen. Eitelkeit und Habsucht, Hochmut und Haß, Neid und Wollust beherrschen uns. O lieber Gott, laß uns deine Güte in dieser schlimmen Schickung erkennen, daß sie uns läutere und reinige, und laß sie auch mich also rühren, daß ich zu dir wieder mit getrostem Mute aufschauen kann, wie ein Kind zu seinem Vater, in der Gewißheit,»daß du mich nur strafst, aber nicht auch dem Tode hingibst.« O du, der du gut bist und gerne vergibst, der du Erbarmen gegen den zeigst, der dich anruft, o vergib mir meine Sünden und laß mich deine Vaterstimme hören, die mir zuruft:»Du bist nicht verlassen, ich bin bei dir in der Not, ich will mich über dich erbarmen und will dich aus derselben erlösen!« Erschaffe in mir ein reines Herz und einen neuen, beständigen Geist erneuere in meinem Innern. Du, der du mein Vater bist, mein ewiger Erlöser, gelobt sei dein Name.

Amen!

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