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Gebete für Israeliten

Betrachtung über 1. Buch Mosis 1, 24-31.

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22. Dir, ewiger Quell des Lebens, dir danke ich am letzten Arbeitstage dieser Woche, daß du mich so wunderbar erschaffen, und daß du mich bis zu dieser Stunde so treu und sicher bewahrt hast! Dieser Tag war es ja, an dem du in der Schöpfungszeit alle lebenden Tiere auf der Erde geschaffen und zuletzt den Menschen, daß er herrsche über die Fische des Meeres und die Vögel des Himmels und alles, was da lebt und sich regt auf Erden. Ja, du hast den Menschen verherrlicht, indem du kund getan, daß er nach deinem Bild und dir ähnlich geschaffen ist;»nur um ein Geringes hast du ihn den Engeln nachgesetzt, und mit Ehre und Würde hast du ihn gekrönt.«[23] Von dir erhielt ich die Kraft des Geistes, mich über die Vergänglichkeit zu erheben und die Macht, mir die Erde untertänig zu machen, sie zu verschönen und zu verherrlichen, aber auch Macht, um die irdischen Begierden und die wilden Lüste des Fleisches in mir zu bezwingen. O, mein Gott, ich kann Herrscher sein über den rauhen, widerstrebenden Erdboden, über die wildesten Tiere, die in der Wüste rasen, über die zügellosen, lieblosen Naturen in der Menschenwelt und über die unbändigen Leidenschaften, die hier in meiner eigenen Brust sich regen! Ja, ich bin in deinem Bilde geschaffen, ich kann denken, glauben und beten und im Geiste mich zu dir emporschwingen; ich kann die Macht der Begierden brechen, mit Liebe jeden widerstrebenden Geist besiegen, mit Selbstverleugnung und Versöhnlichkeit jede lieblose Gesinnung bezwingen, und mit Gedanken der Ewigkeit, die in meine Seele—dein Ebenbild—niedergelegt sind, kann ich Ruhe und Frieden in angstvollen Stunden und unter schweren Schicksalen gewinnen.—Aber, o mein Gott! je höher du mich erhöhet hast, desto tiefer werde ich gedemütigt, und sehe beschämt auf alles, was ich in der verflossenen Woche getan und gedacht habe. Nicht war ich in meinem Denken, Sprechen und Streben so wie es dem geziemt, der in deinem Bilde geschaffen; ich habe es ausgelöscht, so daß es kaum noch kenntlich, daß kaum noch in mir wahrzunehmen ist, daß ich das Meisterwerk deiner Schöpfung bin. O, möge dieser Gedanke neue Kraft meinem Geiste verleihen, und sei du selbst mit mir, daß ich als Ebenbild des ewigen Vaters aller Geister nicht meinen Sinn auf eitles Streben richte, nicht an den leeren Freuden der Erde hänge und nicht von zeitlichen Bekümmernissen geängstigt werde! Möchte ich mit echter Liebe die heiligen Bande, die mich mit meiner Familie (meinem Gatten, meiner Gattin, meinen Freunden usw.) vereinen, noch fester knüpfen, daß ich sanftmütig und geduldig unter meinen Mitmenschen wandere. Laß mich eingedenk sein, daß das Leben, wie der heutige Tag, nur eine Vorbereitung zur Sabbatruhe, jener seligen Ruhezeit bei dir, ist, und daß daher von mir unermüdliche, beständige Arbeit und Wachsamkeit gefordert wird. Und wenn ich zweifeln sollte, weil ich nicht die Frucht des Fleißes und den Segen der frommen Tat schaue, o, dann laß mich erkennen, daß der Lohn erst nach vollendeter Arbeit genossen werden soll, wenn der Sabbat sich einstellt. O du, der du mich geschaffen hast zu deiner Verherrlichung, hilf du mir auch, daß ich dir aufrichtig diene und mein Lebenswerk vollende, und daß ich vorwärts schreite von Kraft zu Kraft, bis ich einst gewürdigt werde, zu schauen dein Antlitz in der Ewigkeit.

Amen!

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