Ergebenheit in Gottes Willen.
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Und sie riefen zum Herrn in ihrer Not, und er half ihnen aus ihrer Angst. (Ps. 107, 13.)
4. Umgeben von den Schrecknissen des Todes, umringt von den Ängsten der Drangsale und der Betrübnis, sucht mein bekümmertes Herz dich, du Herr des Lebens und des Todes, der die Stunde bestimmt hat, in der wir von hier scheiden sollen, und ich bete zu dir, daß du meine Seele mit Ergebung in deinen Willen erfüllen mögest, so daß ich vertrauensvoll mich dir hingebe und spreche:»Siehe, hier bin ich, Allgütiger, tue mit mir, wie dir am besten scheint!«(1. Sam. 15, 26.) Ach rings um mich her rast ja die verheerende Krankheit, und der kalte Flügelschlag des Todes trifft so viele, die noch so frisch und froh ins Leben dreinschauen; er schont weder das Alter, noch die kraftvolle Jugend. Was kann da mein Herz stärken, wenn es verzagen und verzweifeln will, als nur allein der Gedanke, daß meine Zukunft, mein Schicksal in deiner lieben Hand ruht? Du hast mir das Leben verliehen, und in deiner Macht steht es, dasselbe wieder zurückzunehmen, aber gewiß wirst du es nicht tun, ohne daß auch darin deine Liebe, deine Gnade sich mir offenbart.»Herr, in deine Hand befehle ich meinen Geist; du wirst mich erlösen, wenn du es für gut findest, du wahrhaftiger, getreuer Gott!«—Mit Sorgfalt will ich mich vor allem hüten, wodurch ich leichtsinnig mein Leben in Gefahr bringen könnte, und will suchen, dasselbe durch Mäßigkeit, durch Ordnung in meinem Lebenswandel, durch einen wohlzufriedenen und ruhigen Sinn und durch die Kunst und Klugheit des Arztes zu beschützen. Aber ich will auch bereit sein, von hier zu scheiden und mich deshalb im Geiste mit allen versöhnen, die irgendwie mich gekränkt oder beleidigt haben, und ich will alle äußeren und inneren Angelegenheiten meines Lebens ordnen und eine innige Gemeinschaft mit dir suchen, daß ich nicht unvorbereitet vor dein Angesicht treten möge, wenn du mich zur Ewigkeit rufen solltest.—Allgütiger! deinem Schutze und deiner Leitung befehle ich mich und diejenigen, welche mir lieb und teuer sind. Dir überantworte ich mein und ihr zeitweiliges und ewiges Wohl, und mein Herz ist ruhig und gefaßt. Weshalb sollte mir vor dem Tode und seiner vernichtenden Hand grauen? Mein Leben und meine Seligkeit ist ja in deiner Hand und wird von deiner Liebe behütet, die stärker ist als der Tod. Deshalb verzage nicht, meine Seele, sondern befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, denn er wird's wohl machen.
Amen!