Beim Schofarblasen.
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40. Dir, o allmächtiger und liebreicher Gott, will ich huldigen als dem König der Welt! Deshalb ruft mich heute Schofars (der Posaunen) Schall auf zum Kampfe wider den Feind, der in meiner eignen Brust hauset, siehe, alle die verflossenen Zeiten mit ihren denkwürdigen Begebenheiten ziehen an meiner Seele vorüber, indem mein Ohr auf diese Töne lauscht. Im Geiste sehe ich des Widders Horn vom Gebüsch festgehalten, mich daran erinnernd, wie jener Patriarch die schwere Prüfung bestanden. Ach Herr, wie oft seufzte ich doch, selbst bei dem Geringsten das mich heimsuchte; wie werde ich bestehen, wenn du beschlossen haben solltest, meine Treue auf gleiche Art zu prüfen? Und im Geiste höre ich gleichsam das Wort des Bundes, wie es verkündigt wird unter Posaunenschall, und ich erbebe; denn mit zerknirschtem Herzen muß ich es bekennen: Ich habe deinen heiligen Bund nicht gehalten. Es ist mir, als ob der Propheten gewaltige Stimme, ihre Warnungsrufe und Ermahnungen, ihre Predigt zur Buße und Umkehr und die Verkündigung des mahnenden Gerichts in dieser Stunde an mein Ohr dringe, und ich erbebe. O Ewiger! laß diese Töne mich aus meinem Schlummer wecken, laß sie mich mit Reue erfüllen über die Tage der Vergangenheit, welche ich nicht für das ewige Leben benutzt habe, aber auch zugleich mit dem Trost, daß du als ein huldreicher Herr mit Erbarmen auf deinen bußfertigen Diener herabschauen, und daß du, ein gütiger Vater, dein reuiges Kind in Liebe wieder zu Gnaden aufnehmen wirst. Stärke mich in der Prüfungszeit, laß mich widerstehen allen Versuchungen der Welt, laß mich siegen über die sündige Lust und verachten den Spott der Ungläubigen. Ja, laß diese Stunde gnadenbringend sein für mein Herz und meine Seele, daß ich von dieser Zeit an wandern möge in dem Lichte deines Angesichtes.
Amen!