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Gebete für Israeliten

Am Grabe eines Kindes.

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5. Allweiser! du, dessen Gedanken weit hinausreichen über die unseren, vergib, wenn mein betrübtes Herz hier am Grabe eines geliebten Kindes seufzt, an das meine Seele so fest geknüpft, das meines Lebens Stolz, Freude und Hoffnung war. Ach, so oft ich mich seiner Asche nähere, werden die traurigen Betrachtungen erneuert, die sein Verlust verursachte; ach, welch freudige Aussichten wurden durch seinen Tod vernichtet, welche Hoffnungen mit ihm bestattet! Doch es ist deine Weisheit, erhabenes Wesen, das ich anbete; du weißt ja besser, als die schwachen Sterblichen, was zu ihrem Heile dient. Die fernste Zukunft liegt ja vor deinem Blicke offen da, und du kennst die Tage deiner Frommen, wenn sie zum ewigen Erbe und Lohn erfüllt sind. (Ps. 36, 18.) Du wolltest vielleicht meinen so früh heimgegangenen Liebling vor großen Gefahren und Versuchungen, vor unzähligen Beschwerden bewahren. Wohl rinnen meine Tränen bei dem Gedanken, daß ich niemals mehr hier auf der Erde dem begegnen soll, was meine Augenweide war, aber ich will in dem Gedanken Trost suchen, daß die Unschuldigen, welche früh sterben, doch lange gelebt haben; denn ihre Prüfungszeit war bald vorüber, ihre Seele gefiel dem Ewigen, deshalb beeilte er sich, dieselbe von dem sündigen Leib zu befreien und sie dorthin zu versetzen, wo sie besser der Vollkommenheit entgegenreisen kann. Ich will Trost in der Überzeugung finden, daß ich durch Ergebenheit in deinen Willen deinen Namen heiligen soll, du Heiliger!—O, mein geliebtes Kind, sehe ich dich auch nicht mehr um mich, ewig will ich dich doch mein nennen und in der Hoffnung leben, daß ich dich einst verklärt unter den Engeln in der Ewigkeit wiedersehen werde. O, wenn ich nur nichts versäumt habe in der Ausbildung deines unvergänglichen Geistes! (Dein frühzeitiger Tod soll mich noch mehr bestimmen, deine Geschwister nicht nur für die Welt, sondern auch für den Himmel zu erziehen, indem ich in ihrem Herzen den Glauben befestige und so dieselben zur Seligkeit vorbereite.) O Herr! vergib mir, wenn ich je meine mütterlichen Pflichten vergessen habe, und laß die teure Seele, die jetzt bei dir ist, schon mehr und mehr deinem Reiche entgegenreisen! Erhöre mich, o himmlischer Vater, und laß Trost, Ruhe und Seligkeit mein Inneres erfüllen, so daß ich freudig deinen Namen in aller Ewigkeit preisen kann.

Amen!

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