Gebet um Mut.
Reading edition
Wenn ich mitten in Angst wandere, so erquickst du mich. (Ps. 138, 1.)
2.»Zu dir, o Gott, rufe ich, und bete, o, laß mein Seufzen nicht unerhört zurückkehren.« Dich suche ich auf in dieser Zeit der Not und nach dir strecke ich meine Hand aus in der Nacht, wenn nichts meine bange Seele erquicken will, denn rings um mich her verbreitet der Tod seine Schrecken, und der Mut verläßt mich. O, mein Vater, du bist bisher mit mir gewesen, verlaß mich auch jetzt nicht, sondern erneuere in mir deine gnadenreiche Verheißung:»Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir in der Not; verzage nicht, ich bin dein Helfer; ich stärke dich und behüte dich, ich unterstütze dich mit der Hand meiner Gerechtigkeit.« Flöße mir Mut ein, daß ich, umringt von den Schrecknissen des Todes, sicher ausrufen möge:»Der Herr ist mit mir, deshalb fürchte ich nichts!« O, nicht nur um meinetwillen sondern auch für die, welche verzagt und in des Todes Ängsten wandeln, bitte ich dich: gib mir Mut, daß ich sie in ihrer Furcht beruhigen, daß ich zur Hilfe eilen könne, wo jemand niedersinken will, und daß ich ihre angsterfüllten Herzen stärken könne.—Ich bitte um Mut und Kraft für die, deren Beruf es ist, die Kranken zu besuchen, daß sie auf dich vertrauen und es erfahren, wie »du ihren Mut und ihre Kraft vermehrst, daß sie gehen und nicht ermatten, daß sie laufen und nicht müde werden!« Wir sind ja in deiner Hand, wie sehr wir auch bedroht sind, und nichts kann uns widerfahren, ohne daß es von dir geschickt ist, und niemand stirbt, bevor seine Zeit verflossen, die du ihm zugemessen hast! Soll ich da Furcht hegen in den bösen Tagen, in denen meine Treue ja recht geprüft werden soll, wenn ich glaube, daß es ein weiser und liebevoller Lenker ist, dessen Augen offen sind über den Wegen aller Menschenkinder, und der über Leben und Gesundheit eines jeden wacht; wenn ich glaube, dawir einen Gott haben, der da hilft, und den Herrn, der vom Tode errettet!« O, Herr, vergib mir meine sündige Schwäche, laß mich schöpfen aus der Quelle des Lebens, aus der Gottesfurcht und den Schlingen des Todes entgehen. So sei denn ruhig, meine Seele; weshalb bist du so niedergebeugt und stürmst in mir? Warte auf den Herrn, denn ich soll ihm noch danken, daß er mein Helfer war! O Herr, stärke mich, durch Unerschrockenheit deinen Namen zu verherrlichen und ihn vor den kommenden Geschlechtern zu preisen. Zeige dich gütig gegen mich, daß ich leben möge und deine Gebote halte.
Amen!