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Gebete für Israeliten

Am Schlußfeste (Schemini Azeres).

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49. Ewiger Gott! Das Fest und die Natur vereinen sich, um mir zu predigen;»Alles ist eitel, alles ist ganz eitel!«[48] Wohin ich jetzt meine Blicke wende, überall in der Natur treten mir die Zeichen der Vergänglichkeit entgegen. Die Schönheit der Ebene ist geschwunden, der Schmuck der Fluren ist dahingewelkt, auf dürre, welke Blätter tritt mein Fuß, und ich fühle mich tief von dem Gedanken ergriffen:»Des Menschen Leben ist wie Gras, er blüht wie eine Blume des Feldes, ein Wind fährt darüber hin und sie ist nicht mehr und ihre Stätte kennt man nicht länger;«[49] bald welkt die Schönheit des Lebens dahin, ach, gar bald werde ich dastehen wie ein entlaubter Baum, von dem Blatt nach Blatt herunterfällt. Und wird mir nicht dasselbe von diesem heiligen Schlußfest gepredigt, das mich daran erinnern soll, wie bald meine Tage zu Ende sind und mein Tagewerk abgeschlossen werden soll? Noch einmal will ich mich in dir und vor deinem Angesichte freuen, o Ewiger, und in meiner Seele alle die beseligenden Eindrücke sammeln, welche diese vielen Festtage auf mich gemacht haben, und ich will mich hüten, daß ich nichts von der mir noch vergönnten Zeit verliere. So will ich mich denn beeilen, ehe des Lebens Winter herannaht und die Kräfte mir versagen, das zu vollführen, wozu ich berufen worden bin, und ich will die wenigen Tage, welche mir zugemessen sind, noch mehr dazu benutzen, ein Leben zu führen, dir angenehm und den Menschen segenbringend. Mein himmlischer Vater! Nimm das Opfer meines Herzens gnädig an, das fromme Gelübde, daß ich in dem Vergänglichen das Ewige erfassen will, damit ich einst, wenn du mich rufst, ein Schlußfest bei dir in Seligkeit und ewiger Freude feiern möge.

Amen!

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