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Bach und Strom

Das Lied vom Rhein

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Es klingt ein heller Klang, Ein schönes deutsches Wort In jedem Hochgesang Der deutschen Männer fort: Ein alter König hochgeboren, Dem jedes deutsche Herz geschworen — Wie oft sein Name wiederkehrt, Man hat ihn nie genug gehört. Das ist der heilge Rhein, Ein Herrscher, reich begabt, Des Name schon wie Wein Die treue Seele labt. Es regen sich in allen Herzen Viel vaterländssche Lust und Schmerzen, Wenn man das deutsche Lied beginnt Vom Rhein, dem hohen Felsenkind. Sie hatten ihm geraubt Der alten Würden Glanz, Von seinem Königshaupt Den grünen Rebenkranz. In Fesseln lag der Held geschlagen: Sein Zürnen und sein stolzes Klagen, Wir haben’s manche Nacht belauscht, Von Geisterschauern hehr umrauscht. Was sang der alte Held? — Ein furchtbar dräuend Lied: „O weh dir, schnöde Welt! wo keine Freiheit blüht, Von Treuen los und bar von Ehren! Und willst du nimmer wiederkehren, Mein, ach! gestorbenes Geschlecht Und mein gebrochnes deutsches Recht? O meine hohe Zeit! Mein goldner Lebenstag! Als noch in Herrlichkeit Mein Deutschland vor mir lag. Und auf und ab am Ufer wallten Die stolzen, adligen Gestalten, Die Helden, weit und breit geehrt Durch ihre Tugend und ihr Schwert. Es war ein frommes Blut In ferner Riesenzeit Voll kühnem Leuenmut, Und mild als eine Maid. Man singt es noch in späten Tagen, Wie den erschlug der arge Hagen, Was ihn zu solcher Tat gelenkt, In meinem Bette liegt’s versenkt. Du Sünder! Wüte fort! Bald ist dein Becher voll; Der Nibelungen Hort Ersteht wohl, wenn er soll, Es wird in dir die Seele grausen, Wenn meine Schrecken dich umbrausen, Ich habe wohl und treu bewahrt Den Schatz der alten Kraft und Art!“ Erfüllt ist jenes Wort: Der König ist nun frei, Der Nibelungen Hort Ersteht und glänzet neu! Es sind die alten deutschen Ehren, Die wieder ihren Schein bewähren: Der Väter Zucht und Mut und Ruhm, Das heilge deutsche Kaisertum! Wir huldgen unserm Herrn, Wir trinken seinen Wein. Die Freiheit sei der Stern! Die Losung sei der Rhein! Wir wollen ihm aufs neue schwören; Wir müssen ihm, er uns gehören, Vom Felsen kommt er frei und hehr, Er fließe frei in Gottes Meer! Max von Schenkendorf

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