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Elemente der Paläontologie

SYSTEMATIK. (continued 8)

Reading edition

Eintheilung der Goniatitidae.

Goniatites. Sipho bauchständig, dünn. Septaldüten meist kurz; nur bei den ältesten Formen trichterförmig. Aussenlobus trichterförmig, bei den jüngeren Formen durch einen Mediansattel getheilt. Unterdevon — Perm.

Clymenia. Sipho rückenständig, relativ weit. Septaldüten meist lang. Aussenlobus nur selten entwickelt. Nur im Oberdevon.

Goniatites.

Die unter diesem Sammelnamen zusammengefassten Formen gruppiren sich wie folgt:

Reihe I. Anarcestinae (Formenreihe des G. lateseptatus). Lobenzahl mit seltenen Ausnahmen gering (ein Seitenlobus); wenn mehrere Loben vorhanden, gewöhnlich gleich gross. Erste Scheidewand anfangs asellat, später latisellat. Schale bei den jüngeren Formen nicht selten querberippt.

Reihe II. Mimoceratinae (Formenreihe des G. compressus). Loben sehr rasch sich vermehrend und ungleich. [Wenn ein einziger Seitenlobus persistirt, so kommt derselbe innerhalb der Projection des vorhergehenden Umganges zu liegen (Fig. 477)]. Erste Scheidewand anfangs asellat, später wahrscheinlich angustisellat. Schale sehr selten berippt.

I. Anarcestinae.

Schon die ältesten Vertreter dieser Abtheilung, welche als

Anarcestes Mojs. (Fig. 469, 470 A) unterschieden werden, sind stark eingerollt — zuweilen mit Ausnahme der ersten 2 Umgänge. Die kugelige Embryonalblase wird durch ein asellates Septum abgeschlossen. Die Wohnkammer bis über 1 Umgang lang. Windungen niedrig, aussen gerundet. Seitenlobus (sl) flach. Aussenlobus (el) trichterförmig, ungetheilt. Nur im Devon, besonders im unteren und mittleren.

A. lateseptatus Beyr. (= plebejus Barr.). Böhmen, Harz, Rheinisches Schiefergebirge.

A. subnautilinus Schl. (? = fidelis Barr.) (Fig. 469, 470 A). Rheinisches Schiefergebirge, Böhmen, Bretagne.

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Fig. 469. Anarcestes subnautilinus Schl. Mitteldevon (Wissenbacher Schiefer). Nassau. Schale von der Seite.

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Fig. 470. A Anarcestes subnautilinus Schl. Aeusserlich sichtbarer Theil der Lobenlinie. B dieselbe von Tornoceras simplex v. B. n = Naht; el = Aussenlobus; es = Aussensattel; sl = Seitenlobus; ss = Seitensattel.

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Fig. 471. Tornoceras simplex v. B. Oberdevon (Goniatiten-Sch.). Büdesheim, Eifel. s’ = Schale; s = Scheidewände.

Tornoceras Hyatt (= Parodiceras H.) (Fig. 470 B, 471). Schale stärker involut, als bei Anarcestes. Seitenlobus gerundet oder winkelig. Seitensattel breit, gerundet. Innensattel und Innenlobus entwickelt, Aussenlobus ungetheilt. Aus dieser oberdevonischen (Deutschland, Frankreich, Russland, Nord-Amerika) Gruppe entwickeln sich 2 Zweige, der eine durch wenig Loben (1 Seitenlobus — Paucilobati), der andere durch vermehrte Lobenzahl (2 oder mehr Seitenloben — Multilobati) ausgezeichnet.

T. simplex v. B. (= retrorsum Sdb.) (Fig. 470 B, 471).}Oberdevon, besonders häufig in den sog. Goniatiten-Schichten des Oberdevon.

T. auris Qu. (Leth. pal., t. 35, Fig. 12).

T. subpartitum Vern.

T. Verneuili Mnstr.

a. Paucilobati.

Brancoceras Hyatt. Schale involut. Aussen- und Seitenlobus tiefer und spitzer als bei Tornoceras. Innere Seitenloben entwickelt. Aussensattel schmal, Seitensattel breit, gerundet. Oberdevon und Subcarbon.

Br. subsulcatum Mnstr. (Leth. pal., t. 36, Fig. 12). Oberstes Oberdevon. Fichtelgebirge.

Br. rotatorium de Kon. (Leth. pal., t. 46, Fig. 12). Subcarbon, Nordamerika, Belgien.

Durch im Allgemeinen flachere Gehäuse und schwach entwickelten Mittelsattel ist unterschieden (Muensteroceras Hyatt):

M. parallelum Hall. Subcarbon. Nordamerika.

M. truncatum Phill. Subcarbon. Grossbritannien, Belgien.

Glyphioceras Hyatt (Fig. 472 A, B, D). Schale dick, fast kugelig oder mehr abgeplattet, oft mit spiralen und queren Verzierungen. Loben und Sättel tief und spitz, seltener gerundet. Mittelsattel deutlich, pyramidal. Ammoniten-Charaktere beginnen: der Trichterausschnitt verschwindet, Querberippung tritt hervor, ausser den kurzen Septaldüten Septalkragen entwickelt, Scheidewand in der Mittellinie convex. Ein zweiter äusserer Lobus bildet sich bei den jüngeren Formen aus. Subcarbon — Perm.

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Fig. 472. A, B, D Glyphioceras sphaericum Mart. Subcarbon. Ratingen bei Düsseldorf. A Schale von der Seite. B dieselbe gegen die Septalfläche gesehen. D Lobenlinie bis zur Naht. s’ = Schale; si = Sipho; u = Septalumschlag. C Lobenlinie von Sporadoceras Bronni Mnstr. Oberes Oberdevon. Brilon, Westfalen. Zwei nahezu gleiche Seitenloben (sl1, sl2) entwickelt.

Aus dieser Gruppe entwickeln sich die berippten Latisellati der Trias: Fam. Ceratitidae (p. 402) und Tropitidae (p. 405).

A. Umgänge gerundet, niedrig. Sättel meist spitz. Subcarbon, selten jünger.

G. sphaericum Mart. (Fig. 472 A, B, D) mit spitzem Aussensattel. Leitend für das Subcarbon (Kohlenkalk und Culm) in Europa. Turkestan.

G. striatum Sow. (= crenistria Phill.) mit gerundetem Aussensattel. Leitend für das Subcarbon (Kohlenkalk und Culm) in Europa.

B. Umgänge gerundet, aber höher; Sättel mehr oder weniger gerundet. Carbon.

G. diadema Gf. Carbon. England, Deutschland, Belgien, Russland.

C. Umgänge gerundet, etwas höher als breit. Aussensattel breit und gerundet. Schale mit starken Querrippen (Pericyclus Mojs.). Subcarbon.

G. princeps de Kon. Subcarbon. Belgien, Grossbritannien, Nordamerika.

D. Nabel weit. Umgänge im Querschnitt halbmond- bis trapezförmig, niedrig, mit hervortretender Nabelkante. Querberippung. Seitensattel durch einen kleinen (zweiten) Seitenlobus getheilt (Gastrioceras Hyatt). Carbon und Perm.

G. Listeri Phill. (Leth. pal., t. 46, Fig. 10). Carbon. Deutschland, Belgien, Grossbritannien, Russland, Sumatra.

G. Roemeri Gem. Perm. Sicilien.

G. Kingi White. Perm. Nordamerika.

b. Multilobati.

Sporadoceras Hyatt (Fig. 472 C). Von Tornoceras durch die allmählich eintretende Vermehrung der Seitenloben unterschieden; letztere zumeist von gleicher Tiefe. Oberdevon.

Sp. Bronni Mnstr. (= Muensteri Br., = bidens Sdb.) (Fig. 472 C — Leth. pal., t. 36, Fig. 4). Oberes Oberdevon. Mitteleuropa.

Die jüngeren Glieder dieser Reihe, wie Agathiceras Gem. und Doryceras Gem. aus dem Perm Siciliens, erhalten weitere Seitenloben und sind z. Th. mit Spiralrippen verziert. Durch Zerschlitzung und weitere Vermehrung der Loben entstehen aus der Gruppe der Multilobati die glattschaligen Latisellati der Trias Fam. Arcestidae (p. 406).

II. Mimoceratinae.

Die ältesten hierher gehörigen Formen sind noch nicht spiral eingerollt; sie werden als

Bactrites Sdb. (Leth. pal., t. 35, Fig. 14) unterschieden. Die stabförmige, im Querschnitt kreisrunde oder ovale Schale gleicht einem Orthoceras, besitzt aber eine asellate Embryonalblase. Der fadenförmige Sipho liegt auf der Bauchseite, die an dem Zurückweichen der Zuwachsstreifung kenntlich ist. Septaldüten trichterförmig. Ein mehr oder weniger tiefer Seitenlobus und ein kurzer, ungetheilter Aussenlobus vorhanden. Devon, wahrscheinlich auch im Silur.

B. carinatus Mnstr. Mittel- und Oberdevon. Deutschland, Bretagne. Oberdevon. Russland.

B. gracilis Sdb. Mittel- und Oberdevon. Deutschland.

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Fig. 473. Mimoceras compressum Beyr. Mitteldevon (Wissenbacher Schiefer). Nassau. Schalenanfang. e = Embryonalblase, kugelig; 1–5 = die ersten fünf Scheidewände; x = das durchbrochene Centrum.

Mimoceras Hyatt (Fig. 473) werden die spiral eingerollten Formen genannt, welche sich sonst nicht von Bactrites unterscheiden. Die ersten Windungen berühren sich oft noch nicht oder das Centrum ist durchbrochen (x). Aussenseite gerundet. Unter- und Mitteldevon.

M. compressum Beyr. (Fig. 473).}Mitteldevon (Orthocerasschiefer). Nassau, Harz.

M. gracile Qu. (Leth. pal., t. 25, Fig. 7).

Agoniatites Hyatt. Wie vorige, aber Schale stärker involut, ihre Aussenseite mehr oder weniger verschmälert und meist abgeflacht. Seitenlobus tief. Ein kleiner Innenlobus entwickelt. Mitteldevon.

A. bicanaliculatus Sdb.}Mitteldevon. Deutschland.

A. Dannenbergi Beyr. (= evexus v. B.).

A. occultus Barr. Mitteldevon. Mitteldeutschland, Böhmen.

Aus diesen beiden mitteldevonischen Gruppen entwickeln sich in den jüngeren Abtheilungen des Devon zwei wesentlich verschiedene Formenreihen mit vermehrter Lobenzahl, aus denen später ammonitische Formen hervorgehen; eine dritte, aberrante, scheint bereits im Devon zu erlöschen; sie behält den einen äusseren Seitenlobus. Bei allen 3 Reihen ist eine Theilung des Aussenlobus durch Mittelsättel schon sehr früh angedeutet oder ausgebildet. Die 3 Reihen sind:

Compressus-Reihe (an Mimoceras anschliessend). Aussenseite der Schale im Allgemeinen gerundet. Sattelenden abgerundet oder lanzettförmig. Evexus-Reihe (an Agoniatites anschliessend). Aussenseite der Schale zugeschärft. Windungsquerschnitt dreieckig. Sattelenden zugespitzt. Primordialis-Reihe (an Mimoceras und Agoniatites anschliessend). Aussenseite gerundet oder zugeschärft. Nur ein Seitenlobus, dem Rücken genähert. Aussenlobus sehr tief.

a. Compressus-Reihe.

Pharciceras Hyatt (Fig. 474). Schale ungerippt. Umgänge niedrig. Aussenlobus getheilt. Zwei Seitenloben und Hilfsloben. Sättel und Loben zungenförmig, gerundet. Oberdevon, aber auch schon im Mitteldevon.

Ph. tridens Sdb. (Fig. 474). Oberdevon. Mitteldeutschland.

Ph. clavilobus Sdb. Mittel- und Oberdevon. Mitteldeutschland.

Hier dürfte sich die Ammonitenfamilie der Ptychitidae anschliessen (p. 412).

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Fig. 474. Pharciceras tridens Sdb. Unteres Oberdevon. Oberscheld, Nassau. Lobenlinie bis zur Naht. Der Aussensattel (es) sehr niedrig.

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Fig. 475. Pronorites cyclolobus Phill. Subcarbon. Belgien. Lobenlinie. Der Aussenlobus (el) ist dreispitzig, der erste Seitenlobus (sl1) durch einen Secundärsattel zweitheilig.

Prolecanites Mojs. Schale ungerippt. Windungsquerschnitt oval. Aussenlobus ungetheilt. Lobenlinie normal oder überzählig. Sättel gerundet, an der Basis eingeschnürt. Loben spitz endigend. Oberdevon und Subcarbon.

P. lunulicosta Sdb. (Leth. pal., t. 35, Fig. 11).}Unteres Oberdevon. Mitteldeutschland.

P. Becheri Gf.

Pronorites Mojs. (Fig. 475). Von Prolecanites durch den dreispitzigen Aussenlobus und die beginnende Zerschlitzung des ersten Seitenlobus durch 1 oder 2 kleine Secundärsättel ausgezeichnet. Steinkohlenformation und Perm.

P. mixolobus Phill. Subcarbon. Grossbritannien, Belgien, Westfalen.

P. cyclolobus Phill. (Fig. 475). Subcarbon. Grossbritannien, Belgien, Pyrenäen, Deutschland, Ural.

An diese Gattungen reihen sich die Ammonitenfamilien der Phylloceratidae (p. 418), Lytoceratidae (p. 420) und Aegoceratidae (p. 424) an.

b. Evexus-Reihe.

Beloceras Hyatt (Fig. 476). Schale flach scheibenförmig, aussen zugeschärft. Lobenlinie mit zahlreichen zungenförmigen Loben und Sätteln, vollzählig, mit Adventiv- und Hilfsloben. Aussenlobus getheilt. Oberdevon.

B. multilobatum Beyr. (Fig. 476). Unteres Oberdevon. Mitteldeutschland, Frankreich.

Hieran schliesst sich die Ammonitenfamilie der Pinacoceratidae (p. 410).

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Fig. 476. Beloceras multilobatum Beyr. Unteres Oberdevon. Martenberg, Waldeck. Schale von der Seite. s = die sichelförmige Streifung der Schale. Der Aussensattel (es) ist in zahlreiche adventive Elemente zerfallen.

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Fig. 477. Manticoceras primordiale Schl. Oberdevon. Grund a. H. Ansicht der Septalfläche. p = Projection des vorhergehenden Umganges; nl = Nahtlobus.

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Fig. 478. Manticoceras intumescens Beyr. Oberdevon. Grund am Harz. A Schale von der Seite. B dieselbe von vorn. C Lobenlinie bis zur Naht. s’ = Schale.

c. Primordialis-Reihe.

Manticoceras Hyatt (Fig. 477, 478). Schale mehr oder weniger scheibenförmig, ihre Aussenseite gerundet oder zugeschärft. Embryonalblase eingerollt, asellat. Septa in der Jugend procöl, später durch Vertiefung des Aussen- und Innenlobus opisthocöl. Aussenlobus (el) sehr breit und tief zweitheilig. Seitensattel (ss) breit, gerundet. Seitenlobus (sl) weniger tief, z. Th. innerhalb der Projection des vorhergehenden Umganges (Fig. 477). Ein Innenlobus und ein innerer Seitenlobus entwickelt. Die inneren Windungen sind wenig abgeplattet, fast halbmondförmig. An die Compressus-Reihe anschliessend. Eine im übrigen ähnliche, aber durch die Scheibenform der inneren Windungen ausgezeichnete Gruppe, welche an die Evexus-Reihe sich anschliesst, wird als

Gephyroceras Hyatt bezeichnet. Beide sind sehr häufig im Oberdevon, scheinen aber in jüngeren Formationen nicht fortzusetzen.

M. primordiale Schl.}Sehr häufig im unteren Oberdevon (»Intumescens-Stufe«). Russland, Deutschland, England.

M. intumescens Beyr. (Fig. 478).

M. carinatus Beyr.

G. calculiformis Beyr.}Ebendaselbst.

G. Buchi d’Arch. & Vern.

Clymenia.

Die Clymenien bilden einen Seitenzweig der Goniatiten, dessen Glieder durch die rückenständige Lage des Sipho, die häufig langen Septaldüten und die seltene Ausbildung des Aussenlobus gekennzeichnet sind. Im Gegensatz zu den Nautilidae zeigen sie die Tendenz, ihre Loben zu vertiefen und zu vermehren, sowie das Siphonalrohr zu verengern. Die Berippung erreicht vielfach einen höheren Grad der Ausbildung als bei den gleichaltrigen Goniatiten. Die Zuwachsstreifung, bez. Berippung und besonders die stehen gebliebenen Mundränder, welche auf dem Steinkern oder auch auf der Schale sichtbar sind, zeigen eine S-förmige Biegung auf den Seiten und einen tiefen Ausschnitt auf der Aussenseite. Die Schalen sind meist wenig involut und im Windungsquerschnitt höher als breit, wodurch sie sich den Mimoceratinae enger anschliessen, als den Anarcestinae. Doch giebt es einige wenige Formen mit niedrigen Windungen, welche an die letztgenannte Familie anzureihen sein dürften.

Die Clymenien scheinen ein rasch erlöschender Zweig der Ammonoidea zu sein. Sie sind bisher nur im Oberdevon, und zwar in der obersten Abtheilung desselben, der sog. »Clymenien-Stufe«, in Deutschland, in den Ostalpen, in Frankreich, Belgien, England und am Ural gefunden worden. Von den Gruppen, welche man unterschieden hat, heben wir folgende hervor:

A. Nautiliniformes. Aussensattel breit, in der Mitte ungetheilt. Ein Seiten- und ein tiefer Innenlobus entwickelt. Septaldüten kurz.

Oxyclymenia Gü. (Fig. 479, 480 A, B). Schale scheibenförmig, meist ungerippt. Ein meist spitziger, selten gerundeter Seitenlobus vorhanden. Ein äusserer Seitensattel fehlt. Innenlobus tief.

O. laevigata Mnstr. (Fig. 480 A).

O. undulata Mnstr. (Fig. 479, 480 B).

O. Dunkeri Mnstr.

B. Primordialiformes. Aussensattel breit, in der Mitte ungetheilt. Zwei Seitenloben und ein Innenlobus vorhanden. Septaldüten mässig lang.

Cymaclymenia Gü. (Fig. 480 C, D). Schale nicht oder schwach gerippt. Ein auf der Aussen- oder Innenseite stehender, gerundeter zweiter Seitenlobus ausser dem meist spitzigen ersten entwickelt.

C. striata Mnstr. (Fig. 480 C).

C. bilobata Mnstr. (Fig. 480 D).

C. Serratiformes. Aussensattel durch einen tiefen Aussenlobus in der Mitte und jederseits durch einen Adventivlobus getheilt. Sipho weit. Septaldüten conisch, sehr lang.

Gonioclymenia Gü. (Fig. 480 E). Schale mit Querrippen und häufig mit Aussenknoten. Aussenseite abgeflacht oder eingedrückt.

G. speciosa Mnstr. (Fig. 480 E).

G. subarmata Mnstr.

G. intermedia Mnstr.

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Fig. 479. Oxyclymenia undulata Mnstr. Oberes Oberdevon. Elbersreuth, Fichtelgebirge. Schale von der Seite. Oben rechts: Querschnitt der Windung, um die dorsale Lage des Sipho zu zeigen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 480. Lobenlinien verschiedener Clymenien. A Oxyclymenia laevigata Mnstr. B Oxyclymenia undulata Mnstr. C Cymaclymenia striata Mnstr. D Cymaclymenia bilobata Mnstr. E Gonioclymenia speciosa Mnstr. Alle aus dem oberen Oberdevon des Fichtelgebirges. es = Aussensattel; el = Aussenlobus; il = Innenlobus; sl1 = erster, sl2 = zweiter Seitenlobus; ss1 = Seitensattel; is = Innensattel; n = Naht.

Die genetischen Beziehungen der Goniatitidae unter einander und ihr Verhältniss zu den Ammonitiden-Familien, sowie sich dieselben nach den bisherigen Untersuchungen darstellen, ist aus nachfolgender Stammbaumtafel ersichtlich. Die früher gebräuchlichen Gruppenbezeichnungen der Goniatiten entsprechen z. Th. genetischen Reihen, z. Th. aber Entwickelungsstufen des ganzen Stammes. Es sind deshalb nur die wichtigsten derselben hier aufgenommen worden.

Stammbaumtafel Goniatitidae
Stammbaumtafel Goniatitidae

Abtheilung II. Ammonitidae.

Die Grenze, welche man zwischen Goniatiten und Ammoniten zieht, ist weder eine natürliche, noch eine scharfe, da die unterscheidenden Merkmale nicht alle gleichzeitig erscheinen. Unter den Goniatiten giebt es Formen, bei welchen eine Zerschlitzung der Loben bereits sehr früh (im Subcarbon) einzutreten beginnt (Pronorites), andere, bei welchen die Septalfläche schon opisthocöl wird und die Septaldüte durch den Septalkragen z. Th. ersetzt ist (Glyphioceras). Ebenso ist der Trichterausschnitt vielfach schon verschwunden. Andrerseits giebt es Ammoniten der Trias (Lobites — p. 409) mit goniatitischen Loben. Die Umprägung der goniatitischen Merkmale in die ammonitischen ist eben in den verschiedenen Formenreihen zu verschiedenen Zeiten erfolgt. Im Perm sehen wir bereits die Mehrzahl der Ammonoidea in das ammonitische Stadium eingetreten.

Der Entwickelung eigentlicher Ammonitenloben (mit stark zerschlitzten Sätteln und Loben) geht bei fast allen Gruppen ein sog. Ceratiten-Stadium voraus, welches durch beginnende Kerbung des Lobengrundes ausgezeichnet ist. Einige Gruppen kommen nicht über dieses Stadium hinaus (vgl. Fig. 483–485). An das Ceratiten-Stadium schliesst sich ein weiteres Uebergangsstadium, welches als brachyphyll bezeichnet wird, wenn die Sättel am ganzen Umfange eingekerbt sind (Fig. 486 C — vgl. p. 376), als phylloid dagegen, wenn die Sättel nur an der Basis Kerben erhalten, ihre Enden aber blattförmig bleiben (Fig. 493 C — vgl. p. 377). Nur aus phylloiden Uebergangsloben entwickeln sich später zweitheilige Ammonitensättel, wie in den Familien der Phylloceratidae, Lytoceratidae, Aegoceratidae und z. Th. in der Familie der Arcestidae (Fig. 492 x).

Eine natürliche Eintheilung der Ammoniten nach der Form und Berippung der erwachsenen Schale ist undurchführbar. Unter Zuhilfenahme der Merkmale der ersten Scheidewand und des allgemeinen Charakters des Lobenbaues gelingt aber eine wie es scheint natürliche Gruppirung in die beiden Stämme der Latisellati und Angustisellati, den Goniatitenfamilien der Anarcestinae und Mimoceratinae entsprechend. Wenn auch vielleicht die Angustisellati ein latisellates Stadium durchgemacht haben, so scheint dasselbe rasch überwunden worden zu sein. Latisellate Schalen verschwinden mit dem Ende der Triasformation fast vollständig, nachdem sie z. Th. trachyostrak geworden sind und Nebenformen gebildet haben; die Angustisellati sind in der Trias zum grössten Theil noch glattschalig, werden aber im Jura und in der Kreide fast durchgängig trachyostrak.

Die Familienmerkmale finden sich, soweit sie sich in wenigen Worten angeben lassen, auf nachfolgender Tabelle zusammengestellt:

FamilienLänge der WohnkammerAussenseite der SchaleVerzierung der SchaleSeitenlobenHilfslobenNebenformen

Trachyostraci: 1) Ceratitidae Trias½–¾gerundet, abgeflacht oder gefurcht, selten gekielteinfache oder gespaltene Rippen, meist Knoten1 oder 2spärlich, wenn zahlreich sehr viel kleiner als die SeitenlobenbekanntLatisellati

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

2) Tropitidae Perm — Trias1–1¼gerundet, häufig gekieltmeist Spaltrippen1 oder 2spärlich und kleinunbekannt

Leiostraci: 2) Arcestidae Perm — Trias1–1½gerundetungerippt, selten flache Falten; Varices häufig2zahlreich, den Seitenloben ähnlichdit.

Serratiformes: 4) Pinacoceratidae Perm — Trias½–¾zugeschärft, selten gerundetglatt oder mit gebogenen Streifen oder flachen Rippenmeist 3 mit Adventivlobenzahlreichdit.Angustisellati

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

? 5) Cladiscitidae Trias1breit gerundetglatt oder mit Spiralstreifen2 oder 3mässig zahlreich, den Seitenloben ähnlichdit.

Linguatiformes 6) Ptychitidae Perm — Trias¾gerundet, selten zugeschärft oder gekieltglatt oder mit flachen, einfachen Rippen2, selten 3mässig zahlreich, den Seitenloben ähnlichdit.

7) Amaltheidae Jura u. Kreide⅔meist zugeschärft oder gekieltmeist ungerippt, häufig mit Spiralstreifen2, oft mit Adventivlobenzahlreich bis fast fehlenddit.

Lanceolatiformes 8) Phylloceratidae Perm — Kreide¾gerundetungerippt, mit einfachen Querstreifenmeist 3zahlreich, den Seitenloben ähnlichdit.

9) Lytoceratidae Trias — Kreide (? Tertiär)⅔–¾ (1)gerundetmeist nur gestreift, zuweilen mit Rippen oder Kanten; Einschnürungen häufig2zuweilen angedeutet, in der Regel fehlendhäufig

10) Aegoceratidae Jura u. Kreide (? Tertiär)⅔–1gerundet, zugeschärft, gefurcht oder gekieltsehr mannigfach verziert, selten glatt2, selten 1meist spärlich, in der Regel ein Suspensivlobus entwickelthäufig

A. Latisellati.

Die erste Scheidewand mit einem relativ breiten Aussensattel (Fig. 481). Loben unterzählig oder vollzählig. Hilfsloben entweder spärlich oder, wenn zahlreich, sehr klein oder den Seitenloben ähnlich. Perm und Trias, vielleicht noch im Lias.

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Fig. 481. Embryonalblase eines latisellaten Ammonoiden (Goniatites diadema Gf.). A von der Seite, B von oben (gegen die Bauchseite), C von vorn. si = Sipho; n = Nabel; es = Aussensattel.

Unterabtheilung I. Trachyostraci.

Schale meist mit Rippen und Knoten verziert. Hilfsloben meist spärlich.

1. Fam. Ceratitidae.

Schale durchgängig mit einfachen oder gespaltenen Rippen und meist mit einer oder mehreren Reihen von Knoten verziert. Einschnürungen und Varices fehlen. Wohnkammer ½–¾ Umgang einnehmend, selten von der übrigen Schale abweichend. Lobenlinie unterzählig oder vollzählig, z. Th. noch goniatitisch, meist nur mit gezähnten Loben, bei den jüngeren Formen auch mit gezähnten Sätteln. Aussenlobus weniger tief als der erste Seitenlobus. Mittelsattel klein und meist schmal. Hilfsloben fehlend oder sparsam, wenn zahlreich, sehr klein. Die Familie schliesst an die im Perm noch vorhandene Goniatiten-Gruppe der Carbonarii (Gastrioceras — p. 393) mit unterzähligen Loben an; sie ist ausschliesslich triadisch.

Rippen und Knoten am Nabelrande am stärksten. Knotenreihen nie zahlreich. Sättel fast nie zerschlitzt. Die beiden Aeste des Aussenlobus meist ∧-förmig nach hinten divergirend (Fig. 482 B el).

Ceratitinae.

Dinarites Mojs. Schale scheibenförmig, weit genabelt. Die Querrippen sind am Nabelrande am stärksten und dort häufig geknotet. Loben unterzählig bis vollzählig, ganzrandig oder schwach gezähnt. Sättel ganzrandig. Hilfsloben fehlen. In der ältesten Trias Nordsibiriens und in der alpinen Trias (Werfener Schichten — Karnische Stufe).

D. spiniplicatus Mojs. Unterste Trias. Olenekmündung.

D. Liccanus v. Hau. Werfener Schichten. Südalpen, Kroatien.

D. Avisianus Mojs. Norisch.}Südalpen

D. Eduardi Mojs. Karnisch.

Ceratites d. Haan (Fig. 482, 483). Schale scheibenförmig mit mehr oder weniger offenem Nabel. Skulptur meist stärker als bei der vorigen Gattung: Spaltrippen und oft mehrere (2–3) Knotenreihen. Mundrand an der Aussenseite vorgezogen. Loben vollzählig, mit wenigen, selten zahlreichen und dann sehr kleinen Hilfsloben (Fig. 483 A). Loben mehr oder weniger stark gezähnt. Sattelenden gerundet, ganzrandig, selten fein gezähnt. Von der vorigen Gattung nicht scharf geschieden.

In der älteren Trias weit verbreitet. Nordsibirien, Kirgisensteppe, Himalaya, Japan, Europa, Spitzbergen, in den Alpen und im germanischen Triasbecken, hauptsächlich im Muschelkalk, seltener in der norischen Stufe (Lettenkohle).

1. Mit wenigen Hilfsloben.

C. Middendorfi Keys. Unterste Trias. Olenekmündung.

C. laqueatus Lindstr. Muschelkalk. Spitzbergen.

C. binodosus Hau. (Fig. 482 B). Leitfossil für die untere Abtheilung des südalpinen Muschelkalkes.

C. antecedens Beyr. Unterer Muschelkalk. Nord- und Süddeutschland.

C. trinodosus Mojs. (Fig. 482 A). Leitfossil für die obere Abtheilung des Muschelkalkes in den Nord- und Südalpen, Bosnien.

C. Hantkeni Mojs. Norisch. Südalpen, Bakony.

2. Mit zahlreichen Hilfsloben.

C. nodosus d. Haan (Fig. 483). Leitend für die mittlere Abtheilung des oberen Muschelkalkes (»Nodosuskalk«) des germanischen Triasbeckens.

C. semipartitus v. B. Nimmt im oberen Muschelkalk ein etwas höheres Lager ein als C. nodosus (»Semipartitus-Schichten«).

C. Schmidi Zimm. Lettenkohle. Thüringen.

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Fig. 482. A Ceratites trinodosus Mojs. Muschelkalk. Bakony. Schale von der Seite. (Die dritte, nabelständige Knotenreihe ist bei grossen Exemplaren verschwunden.) B C. binodosus Hau. Lobenlinie, die geringe Zahl der Hilfsloben (hl) und den ∧-förmig gespreizten Aussenlobus (el) zeigend.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 483. Ceratites nodosus d. Haan. Oberer Muschelkalk. Wolfenbüttel. A vollständige Schale von der Seite. Der Mundrand (mr) ist auf der Aussenseite vorgezogen, gegen den Rücken zu ausgebuchtet. rk = äussere Knotenreihe. B dieselbe von vorn. Die Sättel (ss, ss1, ss2, hs) sind ganzrandig, die Loben (el, sl1, sl2, hl) gezähnt.

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Fig. 484. Arpadites Manzonii Ben. Norisch. Esino, Lombardei. Schale von der Seite, mit eingezeichneter Lobenlinie.

Arpadites Mojs. (Fig. 484). Von Ceratites wesentlich nur durch den schmäleren Mündungsquerschnitt und die jederseits von einem Kiele eingefasste Aussenfurche unterschieden, aber nicht scharf davon getrennt. In der norischen Stufe der Südalpen, des Bakony und Japans; seltener auch noch in der karnischen.

A. Arpadis Mojs. Norisch. Südalpen, Bakony.

A. Manzonii Ben. (Fig. 484). Norisch. Lombardei.

Rippen und Knoten gegen den Aussenrand besonders stark. Knotenreihen oft zahlreich, Sättel oft ringsum gekerbt. Die beiden Aeste des Aussenlobus convergiren meist ∨-förmig nach hinten (Fig. 486 C el).

Tirolitinae.

Tirolites Mojs. (Fig. 485). Schale flach, weit genabelt. Die Rippen gegen aussen am stärksten und dort oft mit Knoten versehen. Loben unterzählig, goniatitisch oder schwach gezähnt. Sättel ganzrandig. Alpine Trias, hauptsächlich in den Werfener Schichten, selten jünger (Karnische Stufe).

T. Cassianus Qu. (Fig. 485). Werfener Schichten. Südeuropa, Astrachan.

T. Smiriagini Auerb. Werfener Schichten. Südeuropa, Astrachan.

Trachyceras Laube (Fig. 486). Schale mässig weit oder eng genabelt. Seiten gewölbt. Rippen meist gespalten und mit mehreren Knotenreihen verziert. Aussenseite oft gefurcht. Loben vollzählig, zuweilen ein Hilfslobus. Die Sättel bei den geologisch jüngeren Formen gekerbt. Mittelsattel schmal. Leitend für die norische und karnische Stufe (Alpen, Bakony, Spanien, Nevada).

Tr. Reitzi Boeckh. Leitend für die untere Abtheilung der norischen Stufe. Südalpen, Bakony.

Tr. Archelaus Laube (Fig. 486).}Leitend für die obere Abtheilung der norischen Stufe. Südalpen, Bakony.

Tr. doleriticum Mojs.

Tr. hispanicum Mojs. Norisch. Spanien.

Tr. Whitneyi Gabb. Norisch. Nevada.

Tr. Aon Mnstr.}Leitend für die untere Abtheilung der karnischen Stufe. Südalpen, Bukowina.

Tr. furcatum Mnstr.

Tr. Basileus Mnstr. Karnisch (Cassianer Sch.). Südalpen.

Tr. Aonoides Mojs. Leitend für die obere Abtheilung der karnischen Stufe in den Nord- und Südalpen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 485. Tirolites Cassianus Qu. Werfener Schichten. Campil, Dolomitalpen. A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie, den schwach gezähnten Seitenlobus (sl1) und den flachen Aussenlobus (el) zeigend.

Rippen meist über die Aussenseite fortsetzend. Lobenlinie nur z. Th. gezähnt, meist goniatitisch. Kleine, weitgenabelte oder ausgerollte, schnecken- oder stabförmige Schalen (Fig. 487). Norische — Rhätische Stufe der Alpen.

Clydonitinae.

Choristoceras Hau. (Fig. 487). Die letzte Windung von den früheren abgelöst. Die einfachen Rippen an der Aussenkante geknotet. Seitenlobus zweispitzig. Rhätische Stufe der Nordalpen.

Ch. Marshi Hau. (Fig. 487).}Rhätische Stufe. Nordalpen.

Ch. rhaeticum Gü.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 486. Trachyceras Archelaus Laube. Norisch. Bakony. A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie mit 2 Seitenloben (sl1, sl2), gekerbten Sätteln (es, ss1) und schmalem Mittelsattel (ms).

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 487. Choristoceras Marshi Hau. Rhätische Stufe. Salzkammergut. Die letzte Windung ist von den früheren abgelöst. ¹⁄₁.

2. Fam. Tropitidae.

Wohnkammer 1¼–1⅓ Umgänge lang. Schale mit einfachen oder gespaltenen, häufig geknoteten Rippen verziert. Aussenseite meist mit Kiel oder Furche. Lobenlinie z. Th. schon bei den permischen Formen zerschlitzt und vollzählig, bei den jungtriadischen vielfach reichlich verästelt. Hilfsloben spärlich. Mittelsattel klein und meist unverziert. Diese Familie geht aus der Goniatiten-Gruppe der Carbonarii, insbesondere aus den schon früh stark verzierten Formen wie Pericyclus hervor; sie ist im Perm und in der Trias durch eine Reihe von Gattungen vertreten.

Acrochordiceras Hyatt. Schale mit breit gerundetem Querschnitt. Die zu je 3 am Nabel entspringenden und z. Th. daselbst geknoteten Rippen setzen über die gerundete Aussenseite fort. Loben unterzählig bis fast vollzählig, gezackt. Sättel ganzrandig oder gekerbt. Bezeichnend für den Muschelkalk in den Südalpen, Bosnien, Schlesien, Nevada.

A. Damesi Nötl. unterer Muschelkalk. Bosnien, Niederschlesien.

A. Carolinae Mojs. Oberer Muschelkalk. Nordalpen.

Tropites Mojs. (Fig. 488). Schale aufgeblasen oder scheibenförmig. Wohnkammer oft ausgeschnürt. Die gespaltenen und meist geknoteten Rippen auf der Aussenseite durch einen Kiel unterbrochen. Loben vollzählig, stark zerschnitten, die Sättel baumförmig verästelt, ihre Stämme breit. Hilfslobus klein. Obere Trias des Salzkammergutes.

Tr. subbullatus Hau. (Fig. 488). Bezeichnend für die untere Abtheilung der karnischen Stufe im Salzkammergute.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 488. Tropites subbullatus Hau. Karnisch. Salzkammergut. A Schale von vorn, die ausgeschnürte Wohnkammer zeigend. B dieselbe von der Seite. C die stark zerschlitzte Lobenlinie.

Celtites Mojs. Rippen der weitgenabelten Schale meist einfach nach vorn geschwungen, auf der glatten Aussenseite fehlend. Loben goniatitisch (Paraceltites) oder schwach gezähnt. Sättel ganzrandig. Vom Perm bis in die karnische Stufe, vielleicht noch im Lias.

C. (Paraceltites) Hoeferi Gemm. Perm. Sicilien.

C. epolensis Mojs. Norisch. Südalpen, Bakony.

Unterabtheilung II. Leiostraci.

Schale im Allgemeinen glatt. Loben und Sättel meist stark zerschlitzt. Die meist zahlreichen Hilfsloben den Seitenloben ähnlich.

3. Fam. Arcestidae.

Schale im Allgemeinen glatt, zuweilen mit feinen Querstreifen oder flachen, niemals gespaltenen Rippen. Varices häufig. Wohnkammer 1 bis 1½ Umgänge einnehmend, häufig geknickt oder ausgeschnürt. Mundrand oft verdickt und die Aussenseite verschmälert oder verbreitert, meist auf der Aussenseite vorgezogen, selten an den Seiten eingebogen. Perm und Trias. Diese Familie ist im Perm bereits mit ammonitischen Loben ausgestattet, goniatitische Formen reichen aber bis zum Schluss der Triasformation.

a. Lobenlinie mit brachyphyller Entwicklung (Fig. 489, 490).

Arcestinae.

Sphingites Mojs. Schale weit genabelt. Umgänge langsam anwachsend, nur mit Wülsten und Einschnürungen. Im Uebrigen wie Arcestes. Die ältesten Formen aus der unteren Trias besitzen nur 1 Seitenlobus und unzerschlitzte Sättel (Prosphingites). Trias.

Sph. (Prosph.) Czekanowskii Mojs. Unterste Trias. Olenekmündung.

Sph. Meyeri v. Kl. Karnische St. Nord- und Südalpen, Bukowina.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 489. Arcestes gigantogaleatus Mojs. Norisch. Salzkammergut. A Schale von der Seite, B von vorn. Die gegen aussen zusammengedrückte, mit schwachen Querstreifen verzierte Wohnkammer allein sichtbar. Mundrand gegen innen zu verdickt, mit schwachem Trichterausschnitt.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 490. Arcestes subtridentinus Mojs. Norisch. Bakonyer Wald. Lobenlinie. Die Sättel sind nicht zweitheilig wie bei Joannites (Fig. 492).

Arcestes Suess. (Fig. 489, 490). Schale eng- oder nicht genabelt, aufgeblasen bis fast kugelig. Aussenseite gerundet, auf der abweichend gebildeten Wohnkammer zuweilen zugeschärft oder abgeplattet. Verzierung fehlend oder in einfachen Querstreifen oder flachen Rippen bestehend. Lobenlinie bei den permischen Arten noch wenig, bei den triadischen sehr stark zerschlitzt. Loben gegen innen langsam an Grösse abnehmend. Aussenlobus am tiefsten, Aussensattel am höchsten. Mittelsattel stark zerschlitzt, hoch. Im Perm, besonders häufig in der oberen Trias der Alpen, Californiens, des Himalaya und Spitzbergens.

A. antiquus Waag. Perm. Ostindien.

A. Bramantei Mojs. Muschelkalk. Nord- und Südalpen, Bosnien.

A. extralabiatus Mojs. Muschelkalk. Nordalpen, Bosnien.

A. subtridentinus Mojs. (Fig. 490).}Norisch. Südalpen, Bakony.

A. Boeckhi Mojs.

A. gigantogaleatus Mojs. (Fig. 489).}Norisch. Nordalpen.

A. subumbilicatus Br.

A. intuslabiatus Mojs.

A. bicarinatus v. Mü.}Karnisch. Nord- und Südalpen.

A. Ausseanus Hau.

A. Gaytani Kl. Karnisch. Nord- und Südalpen, Bukowina.

b. Lobenlinie mit phylloider Entwicklung (Fig. 491–493).

Joannitinae.

Cyclolobus Waag. (Fig. 491). Schale stark eingerollt, enggenabelt, mit niedergedrückten Windungen. Oberfläche mit Einschnürungen und feinen Querstreifen. Lobenlinie bogenförmig, zuweilen mit 2 kleinen Adventivloben, nicht sehr stark zerschlitzt. Hilfsloben mehr oder weniger zahlreich. Im Perm Ostindiens und Siciliens.

C. Oldhami Waag. Perm. Ostindien. Mit Adventiv- und zahlreichen Hilfsloben.

C. (Waagenoceras) Stachei Gem. (Fig. 491).}Perm. Sicilien. Ohne Adventiv- und mit wenigen Hilfsloben.

C. (Waagenoceras) Mojsisovicsi Gem.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 491. Cyclolobus Stachel Gem. Perm. Sicilien. A Schale von der Seite, B von hinten. v = Schalenwulst. C Lobenlinie.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 492. Joannites Joannis-Austriae Kl. Karnisch (Cassianer Schichten). St. Cassian, Südtirol, Ein Theil der Lobenlinie, um den bogigen Verlauf derselben, die Zweitheilung (x) des Aussensattels (es) und den hohen und reich verzierten Mittelsattel (ms) zu zeigen.

Joannites Mojs. (Fig. 492). Schale enggenabelt, aber flach und glatt. Steinkern mit bogenförmigen Furchen. Lobenlinie bogig, stark zerschlitzt, ohne adventive Elemente, von Arcestes durch die tiefe Zweitheilung der Sättel (x) unterschieden. In der norischen, besonders aber in der karnischen Stufe der alpinen Trias.

J. cymbiformis Wulf.}Karnisch. Nord- und Südalpen.

J. Klipsteini Mojs.

J. Joannis-Austriae Kl. (Fig. 492). Karnisch. Nord- und Südalpen. Bukowina.

Popanoceras Hyatt (Fig. 493). Schale enggenabelt oder ungenabelt, ohne Furchen oder Varices. Die Schlusswindung oft abweichend gestaltet. Oberfläche mit S-förmiger Streifung, die auf der Aussenseite stark nach rückwärts biegt. Lobenlinie gerade oder schwach gebogen, wenig zerschlitzt; Sattelenden breit, blattförmig. Im Perm des Urals und Siciliens; nahe verwandte, aber durch das Fehlen des Trichterausschnittes unterschiedene Formen in der älteren Trias (Muschelkalk) Spitzbergens.

P. Sobaleskyanum d. Vern. Perm. Ural.

P. multistriatum Gem. (Fig. 493).}Perm. Sicilien.

P. clausum Gem.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 493. Popanoceras multistriatum Gem. Perm. Sicilien. A Schale von der Seite, B von hinten. C Lobenlinie. t = Trichterauswölbung.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 494. Lobites pisum Mnstr. Karnische Stufe (Cassianer Sch.). St. Cassian, Südtirol. A Schale von der Seite. B von vorn, die kapuzenförmig vorgezogene Mündung zeigend. C Lobenlinie.

c. Lobenlinie goniatitisch. Sättel an der Basis verschmälert. Hilfsloben spärlich (Fig. 494).

Lobitinae.

Lobites Mojs. (Fig. 494). Kleine, involute Schalen mit abweichender Schlusswindung; letztere hinter der Mündung oft eingeschnürt. Oberfläche glatt oder schwach quergefaltet. Mundrand auf der Aussenseite meist kapuzenartig vorgezogen. Seitensättel oft abwechselnd hoch und niedrig. Loben gerundet oder spitz. Norische und karnische Stufe der alpinen Trias.

L. pisum Mnstr. (Fig. 494). Karnisch. Nord- und Südalpen.

L. delphinocephalus Hau. Karnisch. Nordalpen.

B. Angustisellati.

Die erste Scheidewand mit einem relativ schmalen Aussensattel und mit mehr oder minder ausgeprägten Seitensätteln (Fig. 495 ss). Loben vollzählig oder überzählig, meist mit Hilfs- und häufig mit Adventivloben, nur bei den ältesten Formen noch mehr oder weniger goniatitisch. Schale glatt oder verziert. Vom Perm bis in die jüngste Kreide (? Alttertiär). Nach dem allgemeinen Charakter der Loben, wie er schon bei den goniatitischen Vorfahren sich ausdrückt, theilen wir die Angustisellati in folgende 3 Gruppen:

I. Serratiformes. Loben und Sättel zahlreich, an der Spitze verschmälert. Adventive Elemente fast immer vorhanden. Schalenskulptur fehlend oder schwach. Perm und Trias.

II. Linguatiformes. Loben mehr oder weniger zahlreich, gerundet, in der Kreide z. Th. mit adventiven Elementen. Lobenentwicklung brachyphyll. Aussenlobus oft wenig tief, so dass Mittel- und Aussensattel nicht scharf geschieden. Wenn der Aussenlobus tief, leiten meist die zugeschärfte oder gekielte, häufig gekerbte Aussenseite und die an der Aussenseite stark nach vorn geschwungenen Rippen. Mundrand mit schmalem Aussenfortsatz. Einschnürungen der Schale fehlen. Perm — Obere Kreide.

III. Lanceolatiformes. Loben und Sättel meist baumförmig verästelt und zerschnitten, ihre Entwicklung phylloid (Sattelenden häufig blattförmig). Schale glatt oder mannigfaltig verziert, oft mit Einschnürungen. Mundrand abgestutzt oder aussen und an der Seite vorgezogen. Nebenformen häufig. Perm — Obere Kreide.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 495. Embryonalblase eines angustisellaten Ammoniten (Coeloceras crassum Phill.) von vorn. si = Sipho; n = Nabel; es = Aussensattel; ss = Seitensattel; is = Innensattel; sl1 = Seitenlobus; il = Innenlobus.

I. Serratiformes.

4. Fam. Pinacoceratidae.

Schale flach scheibenförmig, meist unverziert. Nabel eng. Aussenseite schneidend oder mit 2 Kanten, selten gerundet. Loben überzählig, zahlreich. Aussensattel sehr breit oder sehr hoch, häufig in adventive Elemente aufgelöst. Perm und Trias.

Diese Familie schliesst sich an die Goniatiten-Gruppe der Serrati (Beloceras — p. 396) an.

Medlicottia Waag. (Fig. 496). Schale hochmündig, flach. Aussenseite mit 2 Kielen, welche eine Furche einschliessen. Von dem hohen quergetheilten Aussensattel beginnen sich adventive Elemente abzuspalten. Loben und Sättel mit wenigen Einschnitten. Zahlreiche Hilfsloben. Perm (Ostindien, Ural, Sicilien).

M. primas Waag. Perm. Ostindien.

M. Orbignyi Vern. Perm. Ural.

M. Trautscholdi Gem. (Fig. 496). Perm. Sicilien.

Bei der nahestehenden Gattung Sageceras Mojs. ist der Aussensattel in zahlreiche Adventivsättel aufgelöst. Die Loben sind zweispitzig, die Sättel ganzrandig. Perm — Karnische Stufe.

S. Haidingeri Hau. Karnisch. Nordalpen.

Formen mit schwach entwickelten Adventivloben und goniatitischer Lobenlinie treten im germanischen Röth und Muschelkalke auf — Beneckeia Mojs.

B. tenuis Seeb. Oberer Buntsandstein.

B. Buchi Alb. Unterer Muschelkalk.

Pinacoceras Mojs. (Fig. 497). Schale aussen meist zugeschärft, selten gerundet, abgeplattet, gefurcht oder gekerbt. Lobenlinie stark zerschlitzt mit zugespitzten Seitenloben und -Sätteln. Die Adventiv- und Hilfssättel meist breit und zweitheilig. In der alpinen Trias vom oberen Muschelkalke bis in die karnische Stufe. Die permischen Vorläufer — Propinacoceras Gem. — zeichnen sich durch geringere Zertheilung der Lobenlinie, unvollkommene Individualisirung der adventiven Elemente und durch ihre breite, gekerbte Aussenseite aus.

P. (Prop.) Beyrichi Gem. Perm. Sicilien.

P. Metternichi Hau.}Norisch. Salzkammergut.

P. parma Mojs. (Fig. 497).

P. Layeri Hau. Karnisch. Salzkammergut.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 496. Medlicottia Trautscholdi Gem. Perm. Sicilien. A Schale von der Seite, B von hinten. R = Aussenfurche, von 2 Kielen eingefasst. C Lobenlinie. k–k = Kiellinie. Von dem hohen, quergetheilten Aussensattel (es) zweigt sich ein kleiner Adventivsattel ab.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 497. Pinacoceras parma Mojs. Norisch. Salzkammergut. A Schale von der Seite mit eingetragener Lobenlinie; die starke Zerschlitzung derselben bei der Reduction nicht erkennbar. B Schale von vorn.

Anhang: 5. Fam. Cladiscitidae.

Eine geringe Zahl triadischer Ammoniten, deren Ausgangspunkt unter den Goniatiten noch nicht mit Sicherheit festgestellt ist, gehört in diese Familie. Die Wohnkammer der glatten oder mit Spiralstreifen verzierten Schalen beträgt 1 Umgang. Die Schale ist ungenabelt mit breiter, gerundeter Aussenseite. Einschnürungen und Varices fehlen. Lobenlinie reichlich zerschlitzt, ähnlich wie diejenige von Joannites (p. 408), jedoch nicht gebogen.

Die Sättel der älteren Formen endigen einblättrig, die der jüngeren sind tief zweitheilig.

Cladiscites Mojs. (Fig. 498). Vom Muschelkalk bis in die karnische Stufe der Alpen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 498. Cladiscites tornatus Br. Norisch. Salzkammergut. A Schale von der Seite, B von vorn. NB. Die Spiralstreifung der Schale ist auf der Zeichnung nicht hinreichend deutlich.

Cl. tornatus Br. (Fig. 498).}Norisch. Salzkammergut.

Cl. multilobatus Br.

Cl. subtornatus Mojs. Karnisch. Salzkammergut.

II. Linguatiformes.

Die hierher gerechneten Ammoniten unterscheiden sich von den Serratiformes sowohl durch den allgemeinen Charakter der Lobenlinie, als auch durch die mehr oder weniger deutlich hervortretende Verzierung der Schale, durch Faltenrippen in der Trias, durch sichelförmig nach vorn geschwungene Streifen oder Rippen in jüngeren Formationen. Von den Lanceolatiformes des Jura und der Kreide sind sie oft nicht leicht zu unterscheiden; immerhin geben entweder der breite Mittel- bzw. Aussensattel oder die scharfe Vorbiegung der Rippen oder der scharfe, häufig gekerbte Kiel und der schmale Aussenfortsatz des Mundrandes brauchbare Unterscheidungsmerkmale ab. Zudem sind häufig Adventivloben vorhanden und bei vielen Arten der Kreide findet ein Rückgang der Lobenlinie in das ceratitische oder gar goniatitische Stadium statt (»Kreideceratiten«).

6. Fam. Ptychitidae.

Schale meist flach, glatt oder mit Faltenrippen, selten mit Stacheln versehen. Aussenseite gerundet oder gekielt. Aussenlobus meist wenig tief. Lobenlinie voll- oder überzählig. Perm und Trias.

Xenodiscus Waag. Schale flach, an der Aussenseite abgeplattet oder gerundet, glatt oder mit schwachen Falten. Lobenlinie mit ganzrandigen Sätteln und gezähnten Loben. Hilfsloben schwach. Perm und tiefste Trias.

X. carbonarius Waag. Perm. Ostindien.

X. Schmidti Mojs. Unterste Trias. Sibirien.

X. applanatus Hy. Unterste Trias. Idaho.

Gymnites Mojs. Wesentlich nur durch die ammonitische Zerschlitzung der Lobenlinie und die schärfere Individualisirung der zu einem Nahtlobus sich herabsenkenden Hilfsloben unterschieden. Muschelkalk und norische Stufe (Alpen, Ostindien).

G. incultus Beyr. Oberer Muschelkalk. Nordalpen, Bosnien.

Ptychites Mojs. (Fig. 499). Schale enggenabelt, Aussenseite gerundet, an der Mündung vorgezogen. Die Seiten mit flachen, schwach geschwungenen Falten verziert. Aussensattel wenig tief getheilt, meist niedriger als der erste Seitensattel. Hilfsloben vorhanden. Hauptsächlich im Muschelkalk, seltener in der norischen Stufe (Europa, Spitzbergen, Ostindien).

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 499. Ptychites gibbus Ben. Oberer Muschelkalk. Prezzo, Judicarien. A Schale von der Seite. B Lobenlinie. Der Aussensattel (es) ist weniger hoch als der erste Seitensattel (ss1); der Aussenlobus (el) sehr seicht; r = Rückenkante.

P. trochleaeformis Lindstr. sp. Muschelkalk. Spitzbergen.

P. dux Gieb. Unterer Muschelkalk. Norddeutschland.

P. gibbus Ben. (Fig. 499). Oberer Muschelkalk. Nord- und Südalpen, Bakony.

P. flexuosus Mojs. Oberer Muschelkalk. Nordalpen, Bakony.

7. Fam. Amaltheidae.

Die Amaltheidae sind wahrscheinlich die Nachkommen der triadischen Plychitidae; die vermittelnden Glieder aus der obersten Trias und dem untersten Jura sind freilich noch unbekannt. Bei den ältesten Amaltheen zeigt der Aussensattel und Aussenlobus auffallende Aehnlichkeit mit den gleichen Bildungen der älteren Familie. Auch der linguatiforme Charakter der Loben, der oft in einer auffallenden Breite der Sättel seinen Ausdruck findet, bleibt häufig erhalten. Die Aussenseite der Schale schärft sich in der Regel zu einer Schneide zu, die nicht selten durch die an ihrem äusseren Ende stark nach vorn geschwungenen Falten und Rippen gekerbt wird. Der Vorbiegung der Rippen entspricht ein schmaler Aussenfortsatz der Mündung, während seitliche Fortsätze fehlen. Eine ähnliche Beschaffenheit der Aussenseite und des Mundrandes zeigen eine Reihe von Formen, die durch niedrigen Schalenquerschnitt, weiteren Nabel, starke, meist gespaltene und oft geknotete Rippen von den echten Amaltheiden abweichen (Cardioceras, Schloenbachia). Ihre Zugehörigkeit zu dieser Familie ist nicht unbestritten, jedoch wahrscheinlich.

Die Amaltheidae treten in gewissen Horizonten des Jura und der Kreide recht häufig, aber ziemlich unvermittelt auf, wodurch die Verfolgung der Formenreihen sehr erschwert wird.

A. Echte Amaltheidae. (Schale hochmündig, meist glatt).

Amaltheus Mtf. (Fig. 500–503). Schale scheibenförmig, enggenabelt, glatt oder schwach berippt, seltener mit Knoten verziert. Loben vollzählig, zuweilen unterzählig. Hilfsloben und häufig Adventivloben vorhanden. Bei den geologisch jüngeren Formen geht die Zerschlitzung der Lobenlinie zurück und nimmt wieder einen ceratitischen oder gar goniatitischen Charakter an.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 500. Amaltheus (Oxynoticeras) oxynotum Qu. Unterer Lias (β). Schwäbischer Jura. Schale von vorn und von der Seite. ¹⁄₁.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 501. Amaltheus margaritatus Brug. Mittlerer Lias. Schale von der Seite, den gekerbten Kiel zeigend. Uebergangsform zu A. (Pleuroceras) costatus Brug. (Seitenknoten entwickelt). ¹⁄₁.

Wesentlich nach dem Charakter der Lobenlinie lassen sich folgende 3 Gruppen unterscheiden:

1. Oxynoti. Aussenlobus breit. Loben nach vorn weit geöffnet, nach hinten gerundet. Sättel breitstämmig, wenig tief zerschlitzt. Aussenseite meist mit scharfem, aber ungekerbtem Kiel, selten gerundet (Fig. 500).

Ohne deutlich gesonderte Adventivloben. Lobenlinie ammonitisch (Fig. 500)

Oxynoticeras. Unterer Lias — Neocom.

O. oxynotum Qu. (Fig. 500). Leitfossil für die mittlere Abtheilung des Lias (β) in Mitteleuropa.

O. serrodens Qu. Oberer Lias (ζ). Mitteleuropa.

O. Stauffense Opp. Unterer Dogger (β). — Mitteleuropa.

O. catenulatum Fisch.}Obere Wolga-Stufe. Russland.

O. fulgens Trd.

Mit mehr oder minder zahlreichen Adventivloben. Lobenlinie ammonitisch bis fast ceratitisch

Sphenodiscus. Obere Kreide.

Sph. lenticularis Ow. (Fig. 502). Oberste Kreide. Europa, Nordamerika (? Eocän).

2. Fissilobati. Loben tief, nach vorn sich verengend. Sättel tief zerschlitzt. Kiel scharf und auf dem Luftkammertheile hohl, oder gekerbt.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 502. Sphenodiscus lenticularis Owen. Obere Kreide (Fox Hills group). Upper Missouri. A Schale von der Seite mit eingezeichneter Lobenlinie. B Dänische Stufe. Limburg. Ansicht des Querbruches der Schale. p = Projection des vorhergehenden Umganges; al = Adventivloben.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 503. Buchiceras Ewaldi v. B. Unteres Senon (Coniacien). Dép. du Drôme. A gekammerter Steinkern von der Seite, B von vorn. kn = die schwachen Knoten des Aussenrandes. Ein Ast des Aussenlobus (el) theilt vom breiten Aussensattel einen Adventivsattel (x) ab. Die Lobenlinie ist ceratitisch mit Ausnahme des schwach getheilten Adventivsattels.

Ohne deutlich gesonderte Adventivloben. Lobenlinie stark zerschlitzt.

Amaltheus s. str. Mittlerer Lias — Neocom.

A. ibex Qu. Zonenammonit des Lias (γ). Mitteleuropa.

A. margaritatus Brug. (Fig. 501). Zonenammonit des unteren Lias (δ). Mitteleuropa.

A. (Pleuroceras) costatus Brug. Zonenammonit des oberen Lias (δ). Mitteleuropa.

A. Truellei d’Orb. Mittlerer Dogger.}Mitteleuropa.

A. pustulatus Ziet. Callovien.

Mit mehr oder minder zahlreichen Adventivloben.

Placenticeras. Untere und obere Kreide (? Eocän).

P. ? clypeiformis d’Orb. Neocom. Mittel- und Südeuropa.

P. ? Nisus d’Orb. Aptien. Mitteleuropa.

P. syrtalis Mort. Senon. Europa, Indien, Nordamerika.

P. placenta Dek. Oberste Kreide. Nordamerika.

3. Ceratitiformes. Hierher werden die ceratitischen und goniatitischen Formen der beiden Gruppen gerechnet und als Buchiceras bezeichnet. Obere Kreide.

B. Vibrayei d’Orb. Cenoman. Frankreich.

B. Syriacum v. B. Turon. Syrien.

B. Ewaldi v. B. (Fig. 503). Unterer Senon. Südfrankreich.

B. Tissoti Bayle. Senon. Nordafrika, Peru.

B. Niedrigmündige, rauhschalige Amaltheidae.

Zu wiederholten Malen entwickeln sich aus den glattschaligen oder schwach berippten, hochmündigen echten Amaltheen trachyostrake Schalen mit niedrigem Windungsquerschnitt, z. B. A. costatus Brug. (Pleuroceras) aus A. margaritatus Brug. im mittleren Lias, A. pustulatus Ziet. aus der Truelli-Gruppe im Callovien. Von letzterer Gruppe scheint die Gattung

Cardioceras Neum. (Fig. 504) abzuzweigen. Schale mehr oder weniger weit genabelt, mit gespaltenen, zuweilen auch geknoteten, gegen die zugeschärfte oder gekielte, nie zugerundete Aussenseite nach vorn geschwungenen Rippen bedeckt, welche die Aussenseite kerben. Windungsquerschnitt herzförmig bis rechteckig. Mittelsattel breit. Hilfsloben wenig entwickelt. Hilfssättel viel kleiner als die Seitensättel. Unterer und mittlerer Malm.

C. cordatum Sow. (Fig. 504). Leitend für die Grenzschichten zwischen Callovien und Oxford in Mitteleuropa.

C. alternans Buch. Oxford und Kimmeridge. Mitteleuropa.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 504. Cardioceras cordatum Sow. Unterstes Oxford. Vieil St. Remy, Ardennen. Schale von der Seite. Die Rippen (r) spalten sich gegen die Aussenseite und kerben dieselbe (k).

Schloenbachia Neum. (Fig. 505). Schale weiter genabelt als bei Cardioceras. Aussenseite mit scharfem, selten gekerbtem Kiel, der am Mundrande stielartig verlängert (f) und zuweilen zurückgebogen ist. Kräftige, meist gespaltene und häufig geknotete Rippen. Loben wenig stark verästelt, zuweilen fast ceratitisch. Ein einziger Hilfslobus. Untere, besonders aber obere Kreide.

Schl. cristata Del. Oberer Gault. Mitteleuropa.

Schl. varicosa Sow. Oberer Gault. Mitteleuropa, Südamerika.

Schl. inflata Sow. Leitfossil für die Grenzschichten zwischen Gault und Cenoman. Europa, Indien, Westafrika, Südamerika.

Schl. varians Sow.}Cenoman. Mitteleuropa.

Schl. Coupei Bgt. (Fig. 505).

Schl. tricarinata d’Orb. Unterstes Senon. Europa, Indien.

Schl. Texana Rö. Unterstes Senon. Europa, Nordamerika.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 505. Schloenbachia Coupei Brgt. Cenoman. Rouen. A Schale von der Seite, B von vorn. k = Kiel; kn = Seitenknoten; kn’ = Knoten der Aussenseite; f = stielartiger Trichterfortsatz.

III. Lanceolatiformes.

Die Goniatiten-Gruppe der Lanceolati zeichnet sich durch lanzettförmige Sättel und Loben aus, welch’ letztere bereits in der Steinkohlenformation z. Th. zweispitzig zu werden beginnen (Pronorites — p. 395); der Windungsquerschnitt ist oval und die Oberfläche unverziert oder nur quergestreift. Diese Charaktere finden sich bei den alttriadischen Nachkommen bewahrt, nur die Lobenlinie hat eine stärkere Zerschlitzung erfahren. Während der Trias differenzirt sich der Stamm der Lanceolatiformes noch wenig, aber mit dem Beginn der Juraformation treten uns 3, deutlich gesonderte Familien entgegen, welche im Jura und in der Kreide sich zu grosser Mannigfaltigkeit der Formen entwickeln. Diese sind:

8. Fam. Phylloceratidae. Schale meist sehr eng genabelt, mit gerundeter Aussenseite. Verzierung fast ausschliesslich in Querstreifen oder -Falten bestehend; zuweilen Querwülste auf der Schale und besonders auf dem Steinkerne. Die Enden der Sättel stets lancett- oder blattförmig. Hilfsloben meist zahlreich. Loben überzählig, nach der Naht zu an Grösse allmählich abnehmend. Trias — Obere Kreide.

9. Fam. Lytoceratidae. Schale sehr weit genabelt, mit gerundeter Aussenseite, glatt oder mit einfachen Querverzierungen. Einschnürungen zuweilen vorhanden. Die zahlreichen Nebenformen der Kreide zeichnen sich durch stärkere Berippung aus. Loben vollzählig, Hilfsloben selten entwickelt. Die Sattelenden fein zerschlitzt. Sättel fast durchgehends symmetrisch — zweitheilig. Jura und Kreide.

10. Fam. Aegoceratidae. Schale eng oder weit genabelt, sehr verschiedenartig verziert. Aussenseite gerundet, abgeplattet, zugeschärft, gekielt oder gefurcht. Mundrand häufig mit Aussenfortsatz und Seitenohren. Loben voll-, selten unterzählig. Sättel bei den ältesten Formen blattförmig endigend, später stets fingerförmig zerschlitzt, oft zweitheilig aber nie symmetrisch. Hilfsloben immer vorhanden, abgesehen von den Nebenformen. Aptychus vorhanden. Rhätische Stufe — Oberste Kreide.

8. Fam. Phylloceratidae.

Bezeichnend für diese Familie sind im Allgemeinen das Fehlen der Berippung, die starke Einrollung der Schale, die gerundete Aussenseite und die blatt- oder lanzettförmige Endigung der Sättel und häufig auch der Sattelzweige. In der Regel sind 3 Seitenloben vorhanden. Wir rechnen zu dieser Familie alle triadischen Vertreter der Lanceolatiformes, von denen manche sich wohl als directe Vorläufer der beiden anderen Familien herausstellen dürften. Während permische und alttriadische Vorläufer bisher erst spärlich bekannt geworden sind, erscheinen im Muschelkalk bereits mehrere Gattungen. Den Höhepunkt der Entwicklung erreicht die Familie gegen das Ende der Jurazeit, wo die Zerschlitzung der Lobenlinie den höchsten Grad der Ausbildung erreicht. Vereinzelte Vertreter sind noch in der jüngsten Kreide vorhanden.

A. Schale stark eingerollt. Nabel sehr eng oder fehlend. Hilfsloben zahlreich (Fig. 506–508).

Megaphyllites Mojs. (Fig. 506). Schale nur mit feiner Querstreifung, stark gerundeter Aussenseite und wenig stark zerschlitzter Lobenlinie. Die Sättel sind seitlich in einfache lineare Zacken zerschnitten, ihre Enden breit blattförmig. 4 Seitenloben. Die Seiten- und z. Th. auch die Hilfsloben endigen zweispitzig. Muschelkalk — Karnische Stufe der Alpen.

M. sandalinus Mojs. Oberer Muschelkalk. Nord- und Südalpen, Bosnien.

M. insectus Mojs. Norisch. Nordalpen.

M. Jarbas Mnstr. (Fig. 506). Karnisch. Nord- und Südalpen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 506. Megaphyllites Jarbas Mnstr. Karnisch. St. Cassian, Südtirol. A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie mit 4 Seitenloben (der III. und IV. sind nicht bezeichnet).

Phylloceras Suess (Fig. 507). Von der vorigen Gattung wesentlich nur durch die stärkere Zerschlitzung der Lobenlinie und beträchtlichere Windungshöhe unterschieden. Die Sättel sind tief zertheilt, auch die Seitenäste endigen blattförmig. 3 Seitenloben vorhanden. Einschnürungen und Varices nicht selten entwickelt. Unterer Lias — Oberste Kreide, in Europa in den alpinen Ablagerungen besonders häufig.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 507. Phylloceras heterophyllum Sow. Oberer Lias. A England, B Schwaben. A Schale von der Seite mit eingezeichneter Lobenlinie. B Ansicht der Septalfläche eines grossen Exemplars. Drei Seitenloben (sl1, sl2, sl3) ausserhalb der Projection des vorhergehenden Umganges (p). Auf dem Septalumschlage (u) sehr zahlreiche, allmählich an Grösse abnehmende Hilfsloben; die äusseren (hl) den inneren (ihl) gegenüber und beide etwa symmetrisch zur Linie s–s gestellt. s’ = Schale.

Schale glatt, quer gestreift oder gefaltet. Die inneren Seitensättel endigen alle einblättrig.

Ph. glaberrimum Neum. Unterster Lias. Nordalpen, Peru.

Ph. Zetes d’Orb. Mittlerer Lias. Mitteleuropa.

Ph. heterophyllum Sow. (Fig. 507). Oberer Lias. Mitteleuropa.

Ph. Kudernatschi Hau. Oberer Dogger (Klaus Sch.). In der alpinen Facies Mittel- und Südeuropas.

Ph. isotypum Ben. Kimmeridge (Acanthicus-Sch.). In der alpinen Facies Mittel- und Südeuropas.

Ph. ptychostoma Ben. Tithon (Diphya-Kalk). In der alpinen Facies Mittel- und Südeuropas.

Ph. infundibulum d’Orb. Neocom. Südeuropa.

Ph. Tethys d’Orb. Neocom. Südeuropa.

Ph. Velledae Mich. Gault. Südeuropa.

Ph. velledaeformis Schlüt. Turon. Norddeutschland.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 508. Phylloceras ptychoicum Qu. Tithon. Stramberg, Mähren. Schale mit vollständig erhaltener Wohnkammer. Querwülste auf der Aussenseite. ¹⁄₁.

Schale mit Wülsten oder Varices (Steinkern mit Furchen). Der erste innere Seitensattel endigt (? immer) zweiblättrig.

Ph. Nilsoni Héb. Oberer Lias. Mittel- und Südeuropa.

Ph. Manfredi Opp. Oxford. Mitteleuropa.

Ph. ptychoicum Qu. (Fig. 508). Bezeichnend für das Tithon in Mittel- und Südeuropa.

Ph. Calypso d’Orb. Neocom. Südfrankreich.

B. Schale mässig weit genabelt, seitlich mehr oder weniger abgeplattet. Hilfsloben wenig zahlreich.

Monophyllites Mojs. Von Megaphyllites hauptsächlich durch die geringere Einrollung der Schale und die geringere Zahl der Hilfsloben unterschieden. Hieran dürften sich ausser der nächsten Gattung die Familie der Lytoceratidae anschliessen. Muschelkalk — Karnische Stufe der Alpen und Bosniens. Spitzbergen, Nordamerika.

M. sphaerophyllus Hau. Muschelkalk. Nord- und Südalpen, Bosnien.

M. Wengensis Klipst. Norisch. Südalpen, Bukowina.

M. Agenor Mnstr. (= Morloti Hau.). Karnisch. Nord- und Südalpen, Bukowina.

M. Simonyi Hau. Karnisch. Nordalpen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 509. Rhacophyllites tortisulcatus d’Orb. Oxford. A, B Krim, C Schwaben. A Schale von der Seite. w = Wulst; f = Einschnürung. B dieselbe von vorn. C die vollständige Lobenlinie.

Rhacophyllites Zitt. (Fig. 509). Lobenlinie stärker zerschlitzt als bei der vorigen Gattung. Die Sättel endigen in 2 oder 3 Blättern. Schale zuweilen mit S-förmigen Wülsten und Einschnürungen. Norische Stufe — Neocom.

Rh. neojurensis Qu.}Norisch. Nordalpen.

Rh. occultus Mojs.

Rh. tortisulcatus d’Orb. (Fig. 509). Oberer Dogger — Oberer Malm, besonders häufig im Oxford. Mittel- und Südeuropa.

9. Fam. Lytoceratidae.

Die Lytoceratidae zeichnen sich im Gegensatz zu den Phylloceratidae durch die Weite des Nabels und das vollständige oder nahezu vollständige Fehlen der Hilfsloben aus. Die Schalen sind symmetrisch eingerollt oder sie bilden haken-, schnecken- oder stabförmige Nebenformen. Der Windungsquerschnitt schwankt zwischen dem kreisrunden und ovalen. Mit der Ausbildung der Nebenformen entwickeln sich zumeist einfache, selten gespaltene oder geknotete Rippen. Der Mundrand zeigt nur bei den gerade gestreckten Nebenformen einen längeren Trichterfortsatz, für gewöhnlich ist er gerade abgeschnitten und zuweilen trompetenartig erweitert. Die Lobenlinie ist stark verästelt, geht aber bei den Nebenformen zurück. Bezeichnend für dieselbe ist die symmetrische Vertheilung der Loben nach einer Querlinie (Fig. 510 A ss), die namentlich in der symmetrischen Theilung des Seitensattels (ss1) zum Ausdruck gelangt.

Die Familie ist im Jura und in der Kreide sehr häufig, in letzterer Formation überwiegen die Nebenformen über die normal eingerollten. Die triadischen Vorläufer sind noch nicht scharf ausgeschieden.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 510. A Septalfläche und B Lobenlinie von Lytoceras fimbriatum Sow. Mittlerer Lias. Die Loben und Sättel sind fast symmetrisch zu einer Querebene (s–s) gestellt. Der erste Seitensattel (ss1) symmetrisch getheilt, der zweite, gleichzeitig Innensattel, ist wohl zweitheilig (x), aber nicht in Hilfsloben aufgelöst.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 511. Lytoceras fimbriatum Sow. Mittlerer Lias (γ). Charmouth, England. A Schale von der Seite, B von vorn. b = Querringe (stehen gebliebene Mundränder), dazwischen die wellige Schalenstreifung sichtbar.

Lytoceras Suess (Fig. 510–512). Unter diesem Namen werden die normal eingerollten Schalen begriffen. Die Umgänge umfassen sich nur wenig oder berühren sich eben. Der zweite Seitensattel ist deshalb meist gleichzeitig Innensattel; nur selten findet eine Zertheilung desselben durch 1 oder 2 Hilfsloben statt. Die Schalenoberfläche ist glatt oder mit feinen, oft zackigen Querlamellen und stehen gebliebenen Mundrändern, in der Form von Ringen oder Einschnürungen versehen. Die Länge der Wohnkammer beträgt ½–¾ Umgänge. Unterer Lias — Oberste Kreide.

Schale glatt oder mit welligen Streifen, zuweilen mit ringförmigen Mundrändern oder Einschnürungen versehen. Lias — Danien.

L. fimbriatum Sow. (Fig. 510, 511). Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa.

L. cornucopiae Y. & B. Oberer Lias (ε). Mitteleuropa.

L. Germainei d’Orb. Oberer Lias (ζ). Mitteleuropa.

L. jurense Ziet. Leitfossil für den Lias ζ in Mitteleuropa.

L. tripartitum Rasp. (Fig. 512). Oberer alpiner Dogger.

L. Liebigi Opp. Tithon. Alpen und Südeuropa.

L. Honorati d’Orb. Neocom. Südeuropa.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 512. Lytoceras tripartitum Rasp. Oberer Dogger. Dép. d. Basses-Alpes. A Schale von der Seite, B von vorn. f = Querfurchen.

Schale mit zahlreichen, oft wulstartig verbreiterten und dann durch Furchen getrennten Rippen, z. Th. mit Knoten. Lias und Dogger.

L. articulatum Sow. Unterer Lias. Alpengebiet.

L. torulosum Ziet. Leitfossil für die untersten Schichten des Dogger in Mitteleuropa »Torulosus-Sch.«).

Schale mit einfachen, seltener gespaltenen oder geknoteten, scharfen Rippen. Wohnkammer etwa 1 Umgang. Untere Kreide — Costidiscus.

L. recticostatus d’Orb. Neocom. Südfrankreich, Karpathen.

Nebenformen der Lytoceratidae.

Dieselben sind auf die Kreide beschränkt, daselbst aber sehr häufig. Von den oft ähnlichen Nebenformen der Aegoceratidae sind sie durch die symmetrische Zertheilung der Loben unterschieden.

A. Die Schalenumgänge liegen in einer Ebene (Fig. 513, 514).

Hamites Park. (Fig. 513). Die Berippung der Schale wie bei Costidiscus. Entweder ist nur die Wohnkammer von dem normal gerollten, gekammerten Theile der Schale abgelöst und hakenförmig zurückgekrümmt (Macroscaphites), oder die gekammerten Windungen sind ebenfalls von einander gelöst und die Schale einmal (Hamulina) oder mehrere Male (Hamites s. str.) hakenförmig umgebogen. Die Formen mit Gyroceras-artiger Ausrollung und Lytoceras-artiger Verzierung werden als Pictetia abgetrennt. Häufig in der Kreide.

Macroscaphites Ivanii d’Orb.}Oberes Neocom (Barrémien). Westalpen, Karpathen.

Hamulina Astieri d’Orb.

Hamites attenuatus Sow. (Fig. 513). Gault. Mitteleuropa.

Hamites cylindraceus Dfr. Oberste Kreide. Mitteleuropa.

Pictetia Asteri d’Orb. Gault. Westalpen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 513. Hamites attenuatus Sow. Gault. Restaurirte Schale. ¹⁄₁.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 514. Baculites anceps Lmk. Oberste Kreide (Baculitenkreide). ¹⁄₁.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 515. Turrilites catenulatus d’Orb. Gault. Westalpen. ¹⁄₁.

Baculites Lmk. (Fig. 514). Schale stabförmig gestreckt, im Querschnitt oval, aber Bauch- (Siphonal-) Seite oft etwas zugeschärft. Mundrand mit Trichterfortsatz. Oberfläche glatt oder mit flachen Falten. Lobenlinie wenig stark zerschlitzt. Kreide, besonders häufig in den jüngsten Schichten derselben (Senon und Danien — »Baculitenkreide«) in Europa, Nord- und Südamerika, Indien etc., vielleicht noch im Eocän Nordamerikas.

B. (Ptychoceras) neocomiensis d’Orb. Neocom. Karpathen, Südfrankreich.

B. baculoides d’Orb. Cenoman.}Mitteleuropa.

B. incurvatus Duj. Unteres Senon.

B. Knorri Desm. Oberes Senon.

B. anceps Lmk. (Fig. 514). Danien. Europa, Chili, Indien.

B. Die Umgänge sind schneckenförmig gewunden (Fig. 515).

Turrilites Lmk. (Fig. 515). Schale in der Form eines Schneckenhauses meist links, seltener rechts gewunden. Die Windungen berühren sich, oder sind ganz oder theilweise von einander gelöst. Oberfläche mit einfachen oder geknoteten Rippen. Die beiden Hälften der Lobenlinie unsymmetrisch, der unsymmetrischen Aufrollung der Schale entsprechend.

Wie Hamites zerfällt auch diese Gattung in mehrere Untergattungen. Neocom — Senon.

A. Alle Umgänge berühren sich.

T. catenatus d’Orb. (Fig. 515).}Gault. Mitteleuropa.

T. Bergeri Bgt.

T. costatus Lmk. Cenoman. Europa, Nordafrika, Ostindien.

T. tuberculatus Bosc. Cenoman. Europa, Ostindien.

B. Die letzten Umgänge berühren sich nicht.

T. Reussi d’Orb. Oberes Turon, Norddeutschland.

T. polyplocus Rö. Oberes Senon. Norddeutschland, Südfrankreich.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 516. A, B Psiloceras planorbis Sow. Unterster Lias (Psilonotenschichten). Württemberg. A Schale mit erhaltenem Mundrande (e) und Anaptychus in situ (an). B Windungsquerschnitt. C Ps. calliphyllum Neum. Unterster Lias. Nordalpen. Lobenlinie. Die Sättel zeigen blattförmige Enden. Der zweite Seitenlobus ist mit den Hilfsloben zu einem Suspensivlobus (su) vereinigt.

10. Fam. Aegoceratidae.

In den obersten Schichten der alpinen Trias, ungleich häufiger aber in den alleruntersten Schichten des Jura in Europa (und Südamerika) tritt eine Gruppe leiostraker, weit genabelter Ammoniten auf, deren Vorfahren bis jetzt noch nicht ermittelt sind. Der Mangel einer Berippung (Fig. 516), sowie der phylloide Charakter der Lobenlinie (C) scheinen darauf hinzudeuten, dass sich diese Formen gleichfalls an die weitnabeligen Phylloceratidae der Trias anschliessen, wie die Lytoceratidae. Sie unterscheiden sich von den Gliedern dieser Familie durch die schräge Stellung des zweiten Seitenlobus und der Hilfsloben, welche einen nach der Naht hin zurückweichenden Suspensivlobus (C su) bilden. Dieses ist die Gattung

Psiloceras Hy. (Fig. 516). Schale meist weit-, seltener enggenabelt, glatt oder berippt. Aussenseite gerundet (B), im Alter oft schwach zugeschärft, aber ohne Kiel oder Furche. Mundrand aussen schwach vorgezogen, seitlich ausgebuchtet, oft eingeschnürt (e). Loben häufig blattförmig endigend (C). Der zweite Seitenlobus mit den Hilfsloben einen Suspensivlobus bildend. Erster Seitenlobus tiefer als der Aussenlobus. Anaptychus vorhanden (A an). Im alpinen Rhät, sehr häufig in den tiefsten Schichten des Lias α (»Psilonotenschichten«) in den Alpen, auch in Mitteleuropa und Peru.

Schale ungerippt.

Ps. planorboides Gü. Rhätische Schichten. Nordalpen.

Ps. planorbis Sow. (= A. psilonotus laevis Qu.) (Fig. 516 A, B). Leitfossil für die tiefste Zone des Lias in Mitteleuropa, auch in den Alpen.

Ps. calliphyllum Neum. (Fig. 516 C). In den gleichen Schichten wie vorige Art, aber nur in den Alpen.

Schale mit geraden oder nach vorn geschwungenen Rippen, Falten oder Streifen, welche gegen die Aussenseite zu schwächer oder stärker werden und sich meist nach vorn richten.

Ps. Johnstoni Sow. (= A. psilonotus plicatus Qu.). Psilonotenschichten. Innerhalb und ausserhalb der Alpen.

Ps. laqueolus Schlb. Psilonotenschichten. Mitteleuropa.

Ps. laqueus Qu. Obere Psilonotenschichten. Mitteleuropa.

Ps. Naumanni Neum. Unterer Lias der Nordalpen.

Schale mit unregelmässigen, feinen Streifen, welche ohne Abschwächung oder Verstärkung über die Aussenseite verlaufen. Ausseralpin.

Ps. miserabile Qu. Unterer Lias (α). Mitteleuropa.

Wie es scheint, stammen alle Ammoniten des Jura und der Kreide, soweit sie nicht den bereits behandelten Familien der Amaltheidae, Phylloceratidae und Lytoceratidae zufallen, von den »Psilonoten« des untersten Lias ab. Es lässt sich das Heer der jüngeren Formen nach der Gestalt der Schale und Berippung in zwei Abtheilungen bringen, die zwar nicht immer leicht aus einander gehalten werden können, aber im Allgemeinen folgendermaassen unterschieden sind:

I. Abth. Carinati. Schalenverzierung im allgemeinen schwach. Rippen sichelförmig, selten geknotet. Aussenseite der jurassischen Formen meist mit Septalkiel, die der cretacischen gerundet oder abgeplattet und dann die Schale meist mit Einschnürungen. Nebenformen unbekannt. Aptychus gefaltet.

II. Abth. Annulati. Schale meist mit starken und geraden, selten sichelförmigen, einfachen oder gespaltenen Rippen verziert. Aussenseite meist gerundet, selten gekielt; der Kiel mancher jurassischen Formen ist meist ein Schalenkiel. Knoten und Stacheln häufig. Nebenformen zahlreich. Aptychus ungefaltet.

Innerhalb einer jeden der beiden Abtheilungen unterscheidet man eine Anzahl von Unterfamilien, deren genetische Beziehungen sich nach dem heutigen Stande unserer Kenntnisse folgendermaassen darstellen (N bedeutet das Auftreten von Nebenformen):

Unterfamilien Psiloceras
Unterfamilien Psiloceras

I. Abtheilung Carinati.

1. Unterfam. Arietitinae.

Aus den Psilonoten bilden sich durch Zuschärfung der Aussenseite gekielte Schalen mit ungespaltenen, geraden oder nach vorn geschwungenen Rippen heraus. Häufig plattet sich die Aussenseite ab und dann wird der Kiel in der Regel von 2 Furchen begleitet (Fig. 517 B f). Die Schalen sind meist weit genabelt und von ovalem oder rechteckigem Windungsquerschnitt. Knoten erscheinen nur ausnahmsweise am äusseren Ende der Rippen. Nur 1 Hilfslobus vorhanden. Erster Seitensattel (ss1) höher als der Aussensattel (es) (Fig. 517 C). Diese Unterfamilie (früher als Gruppe der »Arieten« bezeichnet) giebt wichtige Leitformen für den Unteren Lias (α und β) in Europa und Südamerika ab. Einzige Gattung

Arietites Waag. (Fig. 517) mit zahlreichen Untergattungen und Gruppen, von denen folgende Erwähnung finden mögen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 517. A, B Arietites Bucklandi Sow. Unterer Lias (α). England. A von der Seite, B von vorn. k = Kiel, f = Furche der Aussenseite. C Lobenlinie von Ar. bisulcatus Brug. Unterer Lias (α). Württemberg. Lobenlinie.

Aussenseite mit mehr oder minder deutlichem Kiel, aber ohne Furchen, in der Jugend oft noch kiellos. Rippen nach vorn geschwungen.

A. liasicus d’Orb. Angulatenschichten des unteren Lias. Mitteleuropa.

A. proaries Neum.}Megastomaschichten (obere Psilonotenschichten) des nordalpinen Lias.

A. Seebachi Neum.

Aussenseite mit einfachem, schwachem Kiel. Rippen gerade und dick.

A. raricostatus Ziet. Zonenammonit für die obere Abtheilung des Lias β in Europa.

Aussenseite mit Kiel und 2 Furchen. Umgänge niedrig, Nabel weit (Fig. 517).

A. Bucklandi Sow. (Fig. 517 A, B).Häufig in der oberen Abtheilung des Lias α: »Arietenschichten«. Mitteleuropa.

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

A. bisulcatus Brug. (Fig. 517 C).

A. rotiformis Sow.

A. semicostatus Y. & B. (= geometricus) Opp.

A. Conybeari Sow.

Aussenseite mit Kiel und 2 Furchen. Umgänge hoch. Nabel mehr oder weniger verengt.

A. obtusus Sow.}Leitend für die untere Abtheilung des Lias β in Europa.

A. stellaris Sow.

An Arietites schliessen wir eine kleine Gruppe liasischer Ammoniten an, welche als Agassiceras Hy. abgetrennt wird. Die Schalen sind in der Jugend glatt, später mit geraden Rippen und Kiel versehen, aber ohne Furchen.

A. ? laevigatum Sow.}Obere Abtheilung des Lias α. Mitteleuropa.

A. striaries Qu.

A. Scipioni d’Orb.

Ob die Gruppe der Globosi (Cymbites Neum.), Formen mit gerundeten, meist glatten Windungen, schwachem Kiele und schwach gezähnter Lobenlinie hiermit zu vereinigen oder zu den Aegoceratinae (Polymorphi — p. 432) zu stellen sind, muss noch unentschieden bleiben.

C. globosus Ziet. Lias β.}Mitteleuropa.

C. centriglobus Opp. Mittlerer Lias.

2. Unterfam. Harpoceratinae.

Schalen flach, meist hochmündig und engnabelig, seltener niedrigmündig und weitgenabelt. Sichelförmige Streifen oder Rippen bedecken die Seiten. Zuweilen verdicken sich die Rippen an der Aussen- oder Innenkante oder auf der Flanke zu Knoten. In der Mitte der Seite verläuft nicht selten eine Spiralfurche. Aussenseite mit meist einfachem, seltener jederseits von einer Furche begleitetem, zuweilen gezacktem Septalkiel. Mundrand mit Seitenohren und Trichterfortsatz. Hilfsloben meist zahlreich. Gefalteter Aptychus häufig beobachtet. Diese Unterfamilie entwickelt sich aus den Arietitinae im mittleren Lias, ihre Hauptverbreitung fällt in den oberen Lias, den Dogger und Malm; mit dem Ende der Juraformation verschwindet sie.

Harpoceras Waag. (Fig. 518, 519). Aussenseite der Schale (auch auf der Wohnkammer) gekielt. Kiel zuweilen von Furchen begleitet. Rippen sichelförmig, seltener geknotet. Aptychus gefaltet, dünn. Die Hauptverbreitung dieser Gattung fällt in den oberen Lias und den unteren Dogger; die letzten Vertreter im oberen Malm. Zahlreiche Untergattungen und Gruppen. Als wichtigste Arten führen wir an:

H. Algovianum Opp. Mittlerer Lias. Nordalpen, Süddeutschland.

H. Normanni d’Orb. Mittlerer Lias. Mitteleuropa.

H. bifrons Brug. (Fig. 518). Zonenammonit des oberen Lias (ε). Mitteleuropa.

H. Comense Buch. Oberer Lias. Nord- und Südalpen.

H. Lythense Y. & B. Oberer Lias (ε).}Mitteleuropa.

H. radians Schl. Oberer Lias (ζ).

H. Aalense Ziet.}Oberer Lias (ζ). Mitteleuropa.

H. costula Rein.

H. striatulum Sow. Oberer Lias und unterer Dogger. Mitteleuropa.

H. opalinum Rein. (Fig. 519). Leitfossil für die tiefsten Schichten des Dogger (»Opalinusschichten«).

H. Murchisonae Sow.}Leitfossil für die »Murchisona«-Zone des unteren Dogger.

H. laeviusculum Sow.

H. corrugatum Sow. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Zone).

H. pingue Rö.}Mittlerer Dogger (Humphriesi-Zone).

H. deltafalcatum Qu.

H. hecticum Rein. Unteres Callovien.

H. lunula Ziet.}Oberes Callovien.

H. punctatum Stahl

H. Arolicum Opp.}Unteres Oxford (Transversarius-Schichten).

H. hispidum Opp.

H. canaliculatum Buch.

H. trimarginatum Opp.}Unteres Oxford (Bimammatus-Schichten).

H. Maranti d’Orb.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 518. Harpoceras bifrons Brug. Oberer Lias. Schale von der Seite und von vorn. Aussenseite mit Kiel und 2 Furchen; auf der Seite verläuft eine Spiralfurche. ¹⁄₁.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 519. Harpoceras opalinum Rein. Unterer Dogger (Opalinus-Sch.). Gundershofen, Unterelsass. Schale mit erhaltenem Mundrande, von der Seite. Trichterfortsatz und Seitenohr sichtbar. ¹⁄₁.

Oppelia Waag. (Fig. 520, 521). Aussenseite der Schale wenigstens auf der Wohnkammer gerundet (oder abgeplattet) und ungekielt. Rippen sichelförmig, häufig auf der Flanke oder an der Aussenkante angeschwollen (Fig. 520) oder geknotet. Wohnkammer oft eingeknickt. Mundrand mit Seitenohren. Lobenlinie fein zerschlitzt. Aptychus gefaltet, ziemlich dick. Einrollung und Verzierung der Schale, sowie die Gestalt des Mundrandes deuten auf einen genetischen Zusammenhang mit Harpoceras hin, doch sind die vermittelnden Formen noch nicht bekannt. Oppelia beginnt im unteren Dogger, ist bereits im oberen Dogger und Callovien reichlich vertreten, erreicht ihre Maximalentwickelung aber erst in den jüngeren Abtheilungen des Malm; jünger nicht bekannt. Europa, Indien, Südamerika.

O. subradiata Sow. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Schichten).

O. fusca Qu. Oberer Dogger (Vesoul-Stufe).

O. aspidoides Opp. Leitend für die obersten Schichten des oberen Dogger.

O. subcostaria Opp. Unteres Callovien.

O. bicostata Opp.}Oberes Callovien. (Ornaten-Schichten).

O. denticulata Ziet.

O. Renggeri Opp.}Unteres Oxford.

O. crenata Brug.

O. flexuosa Buch. Oxford.

O. tenuilobata Opp. (Fig. 520). Zonenammonit für das Untere Kimmeridge (»Tenuilobatus-Sch.«).

O. compsa Opp.}Häufig im Kimmeridge, seltener im Tithon.

O. trachynota Opp.

O. Holbeini Opp.

O. lithographica Opp. (Fig. 521). Häufig im unteren Tithon, seltener im oberen Kimmeridge.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 520. Oppelia tenuilobata Opp. Kimmeridge (Tenuilobatus-Zone). Württemberg. Bis ans Ende gekammerte Schale.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 521. Oppelia lithographica Opp. Unteres Tithon (W. J. ζ). Solenhofen, Franken. Mit erhaltenem Aptychus (ap) und mit? Haftbandlinie.

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Fig. 522. Haploceras Cadomense d’Orb. Mittlerer Dogger. Bayeux, Calvados. Schale mit vollständig erhaltener, geknickter Wohnkammer. Mundrand mit Seitenohren (o) und Einschnitten (e, i).

3. Unterfam. Haploceratinae.

Die Schalen der jurassischen und altcretacischen Vertreter sind zumeist ganz glatt, zuweilen mit feiner, sichelförmiger Streifung, seltener mit breiten Faltenrippen an der Aussenseite versehen, und besitzen eine vollständig gerundete, stets kiellose Wohnkammer. In der Kreide erhalten die Schalen mehr oder minder starke, nach vorn geschwungene Rippen, z. Th. auch Einschnürungen und Wülste, die auf der Flanke sichelförmig gebogen, auf der Aussenseite vorgezogen sind. Die glatten oder nur mit Einschnürungen versehenen Formen besitzen grosse Aehnlichkeit mit Rhacophyllites (Fig. 509), sind aber durch die vollzählige, unsymmetrische und fein zertheilte Lobenlinie unterschieden. Die Umgänge sind von ovalem, rechteckigem oder halbmondförmigem Querschnitt. Wenn auch die Uebergänge z. Z. noch unbekannt sind, so machen doch die sichelförmige Verzierung und die gefalteten Aptychen, welche diesen Schalen anzugehören scheinen (Fig. 523), den harpoceratiden Ursprung dieser Familie sehr wahrscheinlich. Die ältesten Vertreter kennt man aus dem mittleren Dogger, die hauptsächliche Entwickelung fällt in die Kreide, in deren jüngsten Schichten gerade die grössten Vertreter gefunden werden.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 523. Gefalteter Aptychus (A. Didayi Coq.), wahrscheinlich zu Haploceras gehörig. Neocom. Chalançon, Drôme. A von der Seite, B von der Bauchseite gesehen (Vorderrand nach unten gerichtet). C Querschnitt nach der Linie s–s. h = Harmonielinie; k = Kante; r = Rippen (Falten).

Haploceras Zitt. (Fig. 522, 523). Schale glatt oder mit sichelförmiger Streifung. Aussenseite gerundet, gegen die Mündung zuweilen mit Querwülsten (Fig. 522). Nabel mässig weit. Wohnkammer zuweilen eingeknickt (Fig. 522), aber ohne Einschnürungen; Lobenlinie vollzählig, unsymmetrisch und fein zertheilt. Unterer Dogger — Neocom, häufig im Tithon und Neocom der Alpen und Südeuropas.

H. oolithicum d’Orb.}Mittlerer Dogger. Mitteleuropa.

H. Cadomense d’Orb. (Fig. 522).

H. lingulatum Qu. Oxford.}Süddeutschland.

H. nimbatum Opp. Kimmeridge.

H. elimatum Opp. Tithon. Mittel- und Südeuropa.

H. carachtheis Zeuschn. Tithon, seltener schon im Kimmeridge. Alpengebiet und Südeuropa.

H. Grasi d’Orb.}Neocom. Alpengebiet.

H. inornatum d’Orb.

Desmoceras Zitt. Schale mässig weit bis weit genabelt, mit Sichelrippen oder Einschnürungen und Wülsten, welche über die gerundete, selten zugeschärfte Aussenseite fortsetzen. Neocom — Senon.

D. difficile d’Orb.}Neocom. Alpengebiet.

D. ligatum d’Orb.

D. cassida Rasp.

D. Beudanti d’Orb.}Gault. Mitteleuropa.

D. latidorsatum Mich.

D. planulatum Sow.

D. Hernense Schlüt. Unteres Senon. Norddeutschland, Ostindien.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 524. Pachydiscus peramplus Mant. Turon. England. A Schale von der Seite, B von vorn. Die Rippen sind nach vorn geschwungen.

Pachydiscus Zitt. (Fig. 524). Schale häufig sehr gross, aufgebläht, im Querschnitt halbmondförmig, in der Jugend mit Einschnürungen, wie Desmoceras. Nach vorn geschwungene, einfache oder gespaltene, zuweilen geknotete Rippen. Neocom — Senon, häufig in der oberen Kreide Europas, Ostindiens und Südamerikas.

P. peramplus Mant. (Fig. 524). Oberes Turon. England, Frankreich, Deutschland.

P. Stobaei Nils. Oberes Senon. Schweden, Norddeutschland.

P. Wittekindi Schlüt. Leitend für das oberste Senon (Mucronatenkreide) in Westfalen.

II. Abtheilung Annulati.

4. Unterfam. Aegoceratinae.

In diese Unterfamilie gehören zumeist nur liasische, durch allmähliche Uebergänge mit Psiloceras verbundene Formen, welche sich im Allgemeinen durch gerade oder schwach gebogene, oft gegabelte und geknotete Rippen und eine gerundete, abgeplattete oder vertiefte Aussenseite von den gleichaltrigen Vertretern der Carinati unterscheiden. Wenn die Aussenseite sich kielartig zuschärft (sog. Falcoid-Formen), so entstehen Harpoceras-artige Schalen, die aber in den meisten Fällen entweder durch nicht typisch sichelförmige und oft unregelmässige Berippung oder durch das Auftreten eines Schalenkiels sowie durch die schmale, langgezogene Gestalt des ersten Seitensattels von den echten Harpoceratiden getrennt werden können. Innerhalb der Aegoceratinae unterscheiden wir 2 Abtheilungen, die aus 2 verschiedenen Gruppen von Psiloceras sich entwickeln, nämlich:

A. Polymorphi. Berippung häufig polymorph, d. h. stärkere und schwächere Rippen und Streifen wechseln ab, oder Berippung im Alter anders als in der Jugend. Aussenseite häufig zugeschärft oder gekielt. Knoten selten entwickelt. An Psiloceras-Formen mit feinen, unregelmässigen, aber über die Aussenseite fortsetzenden Streifen und Rippen anschliessend (Ps. miserabile). Unterer Lias — Unterer Dogger.

B. Capricorni. Berippung regelmässig. Aussenseite oft glatt oder berippt, zuweilen mit scharfem Schalenkiel. Knoten und Stacheln häufig entwickelt. Aus Psiloceras durch Ausbildung scharfer, gegen die Aussenseite sich verstärkender Rippen hervorgehend. Unterer Lias — Mittlerer Dogger.

A. Polymorphi.

Polymorphites Sut. Schale meist weitnabelig. Umgänge von eiförmigem, kreisrundem oder quadratischem Querschnitt. Rippen auf den Flanken gerade, auf der Aussenseite nach vorn gerichtet und häufig an einem kielartigen Mittelstrange zusammenstossend. Unterer und Mittlerer Lias in Mittel- und Südeuropa.

P. polymorphus Qu.}Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa.

P. Bronni Rö.

Eine verwandte, aber durch engen Nabel, gerundete Aussenseite, aufgeblähte Windungen und geknotete Rippen ausgezeichnete Gruppe des Mittleren Lias wird als

Liparoceras Hy. unterschieden.

L. striatum}Mittlerer Lias. Mittel- und Südeuropa.

L. Bechei Sow.

Dumortieria Haug. Schale weit oder mässig weit genabelt. Windungsquerschnitt rechteckig oder oval. Aussenseite meist schwach gekielt oder zugeschärft. Rippen auf der Flanke meist gerade, auf der Aussenseite nach vorn geschwungen. Suspensivlobus vorhanden. Erster Seitensattel schmal und hoch. Mittlerer Lias — Unterer Dogger.

D. Jamesoni Sow. Zonenammonit des mittleren Lias (γ) in Mittel- und Südeuropa.

D. radiosa Seeb. Unterer Dogger (Opalinus-Sch.). Nord- und Süddeutschland.

B. Capricorni.

a. Aussenseite ungekielt.

Schlotheimia Bayle (Fig. 525). Schale meist flach, scheibenförmig, weit genabelt, niedrig- oder hochmündig. Rippen meist scharf, einfach oder gespalten, gegen aussen zu sich verstärkend und nach vorn geschwungen; auf der Aussenseite richten sie sich unter spitzem Winkel meist alternirend gegen einander, setzen aber vor einem glatten Mittelstreifen (B f) ab, indem sie am Ende oft knotig anschwellen. Suspensivlobus entwickelt. Derartig charakterisirte, früher als Gruppe der Angulati bezeichnete Schalen sind durch zahlreiche Uebergänge mit den Psilonoten verbunden. Sie erscheinen in Europa ausserhalb und innerhalb der Alpen unmittelbar nach den Psilonoten, in den sog. »Angulaten-Schichten« des Lias α, kommen aber auch noch im Lias β vor. Auch im unteren Lias von Peru.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 525. Schlotheimia angulata Schl. Unterer Lias (Angulatenschichten). England. A Schale von der Seite, B von hinten. f = der glatte Mittelstreifen (Aussenfurche).

Schl. angulata Schl. (Fig. 525). Angulatenschichten. In den Alpen und Mitteleuropa.

Schl. catenata Sow.}Angulatenschichten. Mitteleuropa.

Schl. Morei d’Orb.

Schl. megastoma Gü. Zonenammonit für die unteren}Angulatenschichten in den Alpen.

Schl. marmorea Opp. Zonenammonit für die oberen

Schl. lacunata Buckm. Lias β. Mitteleuropa.

Aegoceras Waag. (Fig. 526). Meist weitgenabelte, niedrigmündige Schalen mit gerundeter oder abgeplatteter, aber nie gefurchter, selten mit Schalenkiel versehener Aussenseite. Rippen auf der Flanke gerade oder schwach gebogen, oft mit 1 oder 2, seltener mehr Reihen Knoten oder Stacheln verziert, auf der Aussenseite sich zerspaltend, verflachend oder verdickend. Die ältesten Formen erscheinen in den oberen Schichten des Lias α und schliessen sich an die Gattung Schlotheimia an; ihre Hauptverbreitung fällt in den Lias β und den mittleren Lias. Europa, Südamerika. Aegoceras bildet den Ausgangspunkt für die Mehrzahl, wenn nicht für alle jüngeren Familien der Annulati und ausserdem für 2 falcoide Gruppen, die sich hieran schliessen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 526. Aegoceras capricornu Schl. Mittlerer Lias (γ). England. Ein grosses Exemplar, welches auf der Wohnkammer 2 Knotenreihen und Spaltrippen trägt. A von der Seite, B von vorn.

Ae. Birchi Sow.}Untere Abtheilung des Lias β. Mitteleuropa.

Ae. planicosta Sow.

Ae. ziphus Ziet.

Ae. bifer Qu. Mittlere Abtheilung des Lias β. Mitteleuropa.

Ae. capricornu Schl. (Fig. 526).Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa.

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

Ae. laticosta Sow.

Ae. armatum Sow.

Ae. brevispina Sow.

Ae. Heberti Opp.

Ae. Taylori Sow.

b. Aussenseite gekielt (Falcoidformen der Capricorni).

Hammatoceras Hy. (Fig. 527). Die erwachsenen Schalen sind durch den engen Nabel und ihre zugeschärfte, aber stets nur mit Schalenkiel versehene Aussenseite den Harpoceraten ähnlich, unterscheiden sich aber von den meisten derselben durch die am Nabelrande oder auf der Flanke gespaltenen, nur geschwungenen oder fast geraden, nicht eigentlich sichelförmigen Rippen, welche zudem in der Regel Nabelknoten, seltener Seitenknoten tragen. Sie gehen aus Aegoceraten mit doppelter Stachelreihe und Schalenkiel (A. Heberti) hervor. Die inneren Windungen zeigen auch noch den Charakter derselben. Lobenlinie tief zerschlitzt. Aussenlobus seicht. Die Formen des oberen Lias und unteren Dogger zeichnen sich durch einen herzförmigen oder elliptischen Querschnitt und starke Berippung aus; die des mittleren Dogger werden z. Th. flach und die Berippung tritt zurück. Jünger nicht bekannt. Europa und Südamerika.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 527. Hammatoceras Sowerbyi Mill. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Zone). Frankreich. A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie. k = Schalenkiel (auf dem Steinkern fehlend).

H. insigne Schübl. Oberer Lias (ζ). Mitteleuropa.

H. variabile d’Orb. Oberer Lias (ζ) Mitteleuropa.

H. subinsigne Opp. Unterer Dogger. Mitteleuropa.

H. gonionotum Ben.}Unterer Dogger. Alpengebiet.

H. fallax Ben.

H. Sowerbyi Mill. (Fig. 527). Zonenammonit des mittleren Doggers.

H. patella Waag. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Zone). Mitteleuropa.

H. mesacanthum Waag. Mittlerer Dogger (Sauzei-Zone). Mitteleuropa.

Eine zweite falcoide Gruppe der Aegoceraten, welche sich ebenfalls wohl von Formen mit doppelter Knotenreihe (Ae. brevispina) abzweigt, hat den Namen

Cycloceras erhalten. Sie unterscheidet sich von Hammatoceras durch einfache Rippen, welche von einer kielartigen Erhöhung der Aussenseite absetzen. Sie ist auf den mittleren Lias beschränkt.

C. Maugenesti d’Orb.} Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa, z. Th. auch in den Alpen und Südeuropa.

C. binotatum Opp.

C. Actaeon d’Orb.

C. Massei d’Orb.

5. Unterfam. Cosmoceratinae.

Die Schalen sind in der Regel flach scheibenförmig und weit genabelt mit ovalem Windungsquerschnitt oder enger genabelt mit stärker gewölbten Flanken. Die Aussenseite ist fast ausnahmslos abgeplattet, meist sogar rinnenförmig vertieft, und die Rippen endigen vor der Mittelfurche correspondirend oder alternirend meist in Knoten oder Stacheln (Fig. 528 kn’), in selteneren Fällen setzen sie über die glatte Aussenseite fort. Auf der Flanke gabeln sich die Rippen und tragen an der Gabelungsstelle häufig Knoten (Fig. 528 B kn). Aptychus ungefaltet. Ob diese Familie von den Aegoceratinae direkt (Dumortieria) oder von der Familie der Perisphinctinae (p. 441) abzweigt, ist noch nicht festgestellt. Die ältesten, wahrscheinlich hierher zu rechnenden Formen finden sich im unteren Dogger, die Hauptentwickelung fällt in den oberen Dogger und das Callovien; die letzten Formen in der unteren Kreide.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 528. Cosmoceras ornatum Schl. Oberes Callovien (Ornatenthon). Schwaben. A Schale von der Seite, B von vorn. kn = seitliche, kn’ = äussere Knotenreihe.

A. Normal gerollte Formen.

Cosmoceras Waag. (Fig. 528). Schale seltener weit, meist ziemlich eng genabelt. Rippen in der Regel gespalten und 1–3 Knoten- oder Stachelreihen tragend. Windungsquerschnitt meist polygonal. Vielleicht schon im unteren Dogger, mehrere Formen im oberen Dogger, zahlreiche Vertreter im Callovien, die letzten im Neocom.

C.? scissum Ben. Unterer Dogger (Opalinus- und Murchisonae-Sch.). Alpengebiet, Südfrankreich, Süddeutschland.

C. subfurcatum d’Orb.}Tiefste Schichten des oberen Doggers in Mitteleuropa (Bifurcaten-Schichten in Schwaben).

C. Garanti d’Orb.

C. bifurcatum Ziet.

C. Goweri Sow. Unteres Callovien. Mitteleuropa.

C. ornatum Schl. (Fig. 528).}Leitformen des oberen Callovien (Ornatenthon) in Mitteleuropa.

C. Dunkani Sow.

C. Jason Rein.

C. verrucosum d’Orb. Neocom. Südfrankreich.

Parkinsonia Bayle. Unter diesem Namen begreift man die mehr oder minder scheibenförmigen, meist weit genabelten Schalen, deren Rippen ähnlich wie bei Schlotheimia vor der Mittelfurche absetzen, aber höchstens in der Jugend noch Knoten tragen. Sie zweigen von Cosmoceras Garanti und Verwandten ab und gehören zu den bezeichnendsten Leitformen des oberen Dogger in Mitteleuropa.

P. Parkinsoni Sow. Oberer Dogger.

P. ferruginea Opp. Ferrugineus-Schichten des oberen Dogger.

P. Neuffensis Opp.}Obere Abtheilung des oberen Dogger. (Varians-Schichten.)

P. Württembergica Opp.

B. Nebenformen.

Aus den weitnabeligen Cosmoceraten des Doggers entwickeln sich spiral gerollte bis stabförmig gestreckte Nebenformen, welche mit ungespaltenen, aber durch 1 oder 2 Knotenreihen verzierten Rippen versehen sind. Man fasst sie unter dem Namen Ancyloceras Neum. (früher auch für cretacische Nebenformen gebraucht) zusammen. Sie finden sich im oberen Dogger und Callovien, seltener im Oxford Mitteleuropas, besonders in den sog. »Hamiten-Schichten« des schwäbischen Jura.

A. annulatum d’Orb. (= Hamites bifurcatus Qu.). Unterste Schichten des oberen Dogger (Hamiten-Schichten).

A. Calloviense Morr. Callovien. Mitteleuropa.

Hieran schliessen sich vielleicht auch ganz glatte, stabförmige Schalen mit reducirter, goniatitischer Lobenlinie, die als Leioceras Hörn. bezeichnet werden.

L. acuarium Qu. (= Baculites Qu.). Oberes Callovien. Württemberg.

6. Unterfam. Stephanoceratinae.

Diese Unterfamilie zweigt von denjenigen Aegoceraten des mittleren Lias ab, deren Flanken mit einfachen, gegen aussen zu gespaltenen und mit an der Spaltungsstelle geknoteten und über die gerundete Aussenseite fortlaufenden Rippen verziert sind, wie Aeg. armatum Sow. etc. Aus diesen weitgenabelten Schalen bilden sich bereits im mittleren und oberen Lias, besonders aber im Dogger und in den tiefen Abtheilungen des Malm, meist enggenabelte, breitmündige Formen heraus, deren Rippen in der Nähe des Nabels oder auf der Flanke meist unter Knotenbildung sich spalten und gewöhnlich ununterbrochen, seltener unter Bildung einer Aussenfurche über die Aussenseite fortsetzen. Vielfach schnürt sich die Wohnkammer aus (Fig. 529); die Loben werden bei den sehr breitmündigen Formen zuweilen unterzählig. Aptychus ungefaltet (Fig. 529). In diese Unterfamilie fallen die früheren Gruppen der Coronarii und Bullati. Mittlerer Lias — Oxford.

A. Schale im Allgemeinen ohne Einschnürungen.

Coeloceras Hy. Schale weit genabelt; alle oder doch einige Rippen gegen die Aussenseite gespalten und an der Spaltungsstelle geknotet. Windungsquerschnitt etwa so hoch wie breit. Lobenlinie wenig stark zerschlitzt. Mittlerer und Oberer Lias in Europa und Südamerika, seltener im unteren Dogger der Südalpen.

C. pettos Qu.}Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa.

C. centaurus d’Orb.

C. crassum Phill.}Oberer Lias. Mitteleuropa.

C. mucronatum d’Orb.

C. subarmatum Y. & B.

C. longalvum Vac. Unterer Dogger. Südtirol.

Stephanoceras Waag. (Fig. 529). Umgänge so breit oder (meist) breiter als hoch. Die einfach beginnenden, geraden oder schwach gebogenen Rippen gabeln sich meist dreifach unter Knoten- oder Kantenbildung auf der Flanke. Nabel weit bis eng, aber niemals geschlossen. Die gerundete Aussenseite schärft sich zuweilen im Alter etwas zu. Lobenlinie stark zerschlitzt. Wohnkammer zuweilen ausgeschnürt. Unterer Dogger — Oxford, in Europa und Südamerika, besonders häufig im mittleren Dogger und im Callovien.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 529. Stephanoceras Humphriesi Sow. Mittlerer Dogger. Schale von der Seite (links) und von vorn (rechts). Der Mundrand mit breitem Aussenlappen.

St. Brocchi Sow. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Schichten). Mitteleuropa.

St. Humphriesi Sow. (Fig. 529). Zonenammonit des mittleren Dogger in Europa und Südamerika (»Humphriesi-Sch.«).

St. Braikenridgi Sow.}Obere Schichten des mittleren Dogger. Mitteleuropa.

St. Baylei Opp.

St. Blagdeni Sow. Grenzschichten des mittleren und oberen Dogger in Mitteleuropa.

St. Deslongchampsi Dfr. Oberer Dogger. Mitteleuropa und Alpengebiet.

St. modiolare d’Orb.}Unteres Callovien (Macrocephalenschichten). Europa.

St. coronatum Brug.

St. sublaeve Sow.

St. Elatmae Nik. Unteres Callovien.}Russland.

St. Milaschevici Nik. Mittleres Callovien.

Sphaeroceras Bayle (Fig. 530, 531). Schale stark aufgebläht, oft fast kugelig. Umgänge meist viel breiter als hoch. Nabel eng, aber im späteren Wachsthumsstadium durch Ausschnürung der Wohnkammer meist erweitert (Fig. 530 B). Rippen in der Nähe des Nabelrandes gespalten, ungeknotet. Häufig vom mittleren Dogger bis ins Callovien. Europa, Südamerika, Ostindien.

Sph. polyschides Waag. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Sch). Mitteleuropa.

Sph. Sauzei d’Orb. Mittlerer Dogger (»Sauzei-Sch.«). Europa, Südamerika.

Sph. Gervillii Sow. Mittlerer Dogger (Humphriesi-Sch.). Mitteleuropa.

Sph. multiforme Gott. Mittlerer Dogger. Südamerika.

Sph. bullatum d’Orb. (Fig. 531). Unteres Callovien. Europa, Südamerika, Ostindien.

Sph. microstoma d’Orb. (Fig. 530). Unteres Callovien. Europa.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 530. Sphaeroceras microstoma d’Orb. Unteres Callovien. Württemberg. A Schale von der Seite mit erhaltenem Mundrande (mr). wu = Wulst; e = Ausschnitt. B Querschnitt der Schale, um die allmähliche Verengerung des Nabels (n) und die Ausschnürung der Wohnkammer (w) zu zeigen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 531. Sphaeroceras bullatum d’Orb. Unteres Callovien. Württemberg. Ansicht der Septalfläche von vorn. Die Loben sind unterzählig [sl2 innerhalb der Projectionslinie des vorhergehenden Umganges (p)]. Die äusseren Hilfsloben (hl) im Vergleich zu den inneren (ihl) stark reducirt.

Macrocephalites Sut. (Fig. 532). Schale enggenabelt, mit scharfen, regelmässigen, in der Nähe des Nabelrandes gespaltenen, ungeknoteten Rippen bedeckt. Von Sphaeroceras durch die regelmässig eingerollte Wohnkammer unterschieden. Sehr häufig und bezeichnend für das untere Callovien (»Macrocephalen-Schichten«) in Europa, Ostindien und Südamerika.

M. macrocephalus Schl. (Fig. 532). Europa, Ostindien, Südamerika.

M. tumidus Rein.}Europa, Ostindien, Südamerika.

M. Herveyi Sow.

M. chrysoolithicus Waag.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 532. Macrocephalites macrocephalus Schl. Unteres Callovien. Ein Luftkammerstück gegen die Septalfläche gesehen. ¹⁄₁.

B. Schale in der Regel mit Einschnürungen.

Reineckia Bayle (Fig. 533) umfasst meist weitnabelige, Stephanoceras-artige Schalen, deren Rippen auf der Aussenseite durch ein glattes Band unterbrochen werden. Die Berippung wird häufig dadurch etwas unregelmässig, dass nur ein Theil der Hauptrippen Knoten trägt und dass periodische Einschnürungen zwischen den Rippen auftreten, welche ein bündelförmiges Zusammentreten derselben am Nabelrande verursachen. Die Knoten verschwinden bei späterem Wachsthum nicht selten vollständig. Häufig im Callovien Europas, Indiens und Südamerikas, in Europa auch noch im mittleren und oberen Malm sowie im Neocom.

R. anceps Rein.Leitformen des Callovien, besonders des mittleren, in Europa, z. Th. auch in Indien und Südamerika.

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

R. Brancoi Stmn. (Fig. 533).

R. Greppini Opp.

R. Rehmanni Opp.

R. pseudomutabilis Lor. Leitform des unteren Kimmeridge in Europa.

R. Eudoxus d’Qrb.}Leitformen des oberen Kimmeridge in Europa.

R. mutabilis Sow.

R. fascicularis d’Orb. Neocom. Westalpen.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 533. Reineckia Brancoi Stmn. Oberes Callovien. Caracoles, Wüste Atacama. Schale von der Seite und von vorn.

Olcostephanus Neum. ist von Reineckia hauptsächlich durch das Fehlen des glatten Bandes auf der Aussenseite und stärkere Involution unterschieden. Die Rippen beginnen bündelförmig am Nabelrande und setzen ununterbrochen über die Aussenseite fort. Knoten oft entwickelt. Einschnürungen fehlen nur selten. Diese Gattung entwickelt sich aus Reineckia im Oxford und gewinnt im Kimmeridge, Tithon und im Neocom eine weite Verbreitung, namentlich in Europa und Asien. In Ostindien und Südamerika auch noch in der oberen Kreide.

O. stephanoides Opp.}Unteres Kimmeridge in Mitteleuropa.

O. trimerus Opp.

O. striolaris Qu.

O. Gravesi d’Orb.}Im Portland von England, Frankreich und Norddeutschland.

O. Portlandicus Lor.

O. Grotei Opp. Oberes Tithon. Europa, Tibet.

O. Decheni N. & U.}Neocom. Russland, Norddeutschland.

O. Grotriani N. & U.

O. Astieri d’Orb.}Neocom. Europa.

O. bidichotomus Leym.

7. Unterfam. Perisphinctinae.

Die Perisphinctinae wurzeln wie die Stephanoceratinae in denjenigen Aegoceraten des mittleren Lias, welche durch Spaltrippen ausgezeichnet sind. Aber schon die älteren Formen dieses Zweiges unterscheiden sich von den gleichalterigen Stephanoceratinae durch Rippen, welche gegen die Aussenseite zu gespalten (Fig. 534) und nur vereinzelt geknotet (später ungeknotet) sind; sie besitzen ferner einen weiteren Nabel als jene (Fig. 535). Man trennt sie als

Dactylioceras Hy. (Fig. 534) ab. Weitgenabelte Schalen mit wenig umfassenden Windungen von kreisrundem oder ovalem Querschnitt. Die geraden oder schwach vorgebogenen Rippen spalten sich gegen die Aussenseite zu und laufen über dieselbe ununterbrochen fort. Knoten nur vereinzelt, meist fehlend. Einschnürungen der Schale fehlen. Innenlobus zweispitzig. Lobenlinie mässig stark zerschlitzt. Im mittleren, häufig im oberen Lias, seltener im unteren Dogger (der Südalpen).

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 534. Dactylioceras commune Sow. Oberer Lias (ε). England. Schale mit erhaltenem Mundrande. A von der Seite, B von vorn.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 535. Perisphinctes polyplocus Rein. Kimmeridge (Tenuilobatus-Sch.). Franken. Schale mit erhaltenem Mundrande und Seitenohren.

D. Davoëi Sow. Zonenammonit für die obere Abtheilung des Lias γ (»Davoëi-Sch.«). Mitteleuropa.

D. commune Sow. (Fig. 534).}Oberer Lias (ε). Europa, Südamerika.

D. annulatum Sow.

D. modestum Vac. Unterer Dogger (Opalinus-Sch.). Südalpen.

Perisphinctes Waag. (Fig. 535–537). Die formenreiche Gattung schliesst sich an die vorhergehende sehr enge an. Ihre ältesten Vertreter finden sich im mittleren Dogger und unterscheiden sich von den Dactylioceraten nur durch den einspitzigen Innenlobus und Schaleneinschnürungen. Der zweite Seitenlobus bildet in der Regel mit den Hilfsloben einen stark zurückgreifenden Suspensivlobus (Fig. 536). Der Mundrand wird häufig mit kürzeren oder längeren Seitenohren beobachtet (Fig. 535), die auf der Schale zuweilen als parabolische Knoten bestehen bleiben. Die Rippen sind gerade oder schwach nach vorn oder hinten gebogen, regelmässig oder unregelmässig gespalten und vertheilt, nie geknotet, aber zuweilen auf der Aussenseite durch ein glattes Band unterbrochen. Der Aptychus ist dünn, seine Oberfläche gekörnelt. Die Hauptverbreitung dieser Gattung fällt in den Malm, wo die zahlreichen, aber schwer zu unterscheidenden Arten in Europa, Asien und Südamerika zu den häufigsten und bezeichnendsten Fossilien gehören. Wenige Arten noch in der unteren Kreide.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 536. Perisphinctes funatus Opp. Unteres Callovien. Württemberg. Ansicht der Septalfläche. Der Aussenlobus (el), Innenlobus (il) und der erste Seitenlobus (sl1) sind breit und tief, der zweite Seitenlobus (sl2) liegt zwar ausserhalb der Projection des vorhergehenden Umganges (p), bildet aber mit den Hilfsloben (hl) zusammen einen zurückgreifenden Suspensivlobus.

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Fig. 537. Perisphinctes Lothari Opp. Kimmeridge. Abgewickelte Lobenlinie.

Abgesehen von einigen älteren Formen des Dogger und Callovien wie

P. Martinsi d’Orb. Mittlerer Dogger.}Mitteleuropa.

P. arbustigerus d’Orb. Oberer Dogger.

P. procerus Seeb. Oberer Dogger.

P. funatus Opp. (Fig. 536). Unteres Callovien.

lassen sich folgende 4 Gruppen unterscheiden:

Annulatocostati. Rippen gerade, regelmässig vertheilt und gespalten, nicht gebündelt. Windungsquerschnitt etwa so hoch wie breit. (Vgl. Dact. commune — Fig. 534.)

P. evolutus Neum. Callovien. Mitteleuropa.

P. Indogermanus Waag. Sehr häufig im Oxford. Europa, Indien, Südamerika.

P. bifurcatus Qu. Oberes Oxford. Mitteleuropa.

P. colubrinus Rein. Oxford — Tithon.}Europa.

P. biplex Sow. Kimmeridge.

Obliquecostati. Rippen regelmässig vertheilt, aber schräg nach vorn gerichtet. Windungsquerschnitt so hoch oder etwas höher als breit.

P. plicatilis Sow.}Weit verbreitet im Oxford.

P. Martelli Opp.

P. virgulatus Qu.

P. polygyratus Rein.}Weit verbreitet im Kimmeridge.

P. Achilles d’Orb.

P. contiguus Cat.}Tithon. Alpengebiet und Südeuropa.

P. transitorius Opp.

P. senex Opp.

Prorsocostati. Berippung unregelmässig, indem die Rippen am Nabelrande gebündelt oder angeschwollen; Spaltrippen auf der Aussenseite nach vorn gerichtet. Windungsquerschnitt meist höher als breit (Fig. 535).

P. Koenigi Sow. Callovien.}Mitteleuropa.

P. Schilli Opp. Oxford.

P. polyplocus Rein. (Fig. 535).}Kimmeridge. Mitteleuropa.

P. Lothari Opp. (Fig. 537).

P. virgatus v. B. Leitform für die Virgatus-Sch. (untere Wolga-Stufe) in Russland.

P. nodiger Eichw.}Obere Wolga-Stufe. Russland.

P. subditus Tr.

P. Okensis d’Orb.

Retrocostati. Berippung unregelmässig, aber die Spaltrippen auf der Aussenseite nach rückwärts gebogen. Parabelknoten häufig vorhanden.

P. aurigerus Opp. Oberer Dogger.}Weit verbreitet.

P. curvicosta Neum. Unteres Callovien.

P. convolutus Qu. Oberes Callovien.

Von der Gattung Perisphinctes zweigen eine Anzahl oberjurassischer und cretacischer Gattungen ab, die sich durch eine entwickeltere Skulptur (Knoten- und Stachelbildung) sowie meist durch Unterbrechung der Berippung auf der Aussenseite unterscheiden. Dieselben sondern sich in zwei Gruppen:

a. Armati. Flankenrippen gerade oder rückwärts gebogen, ungespalten (höchstens an der Nabelkante gespalten), oft fehlend; meist 1 oder 2 Knoten- oder Stachelreihen entwickelt. Aussenseite ohne Furche und Kiel. ? Nebenformen selten. Malm und Neocom.

b. Tuberculati. Flankenrippen in der Regel gespalten und mit 1, 2 oder mehreren Reihen von Knoten oder Stacheln verziert. Aussenseite meist gefurcht, zuweilen gekielt. Zahlreiche Nebenformen. Oberer Malm — Oberste Kreide (? Eocän).

a. Armati.

Aspidoceras Zitt. (Fig. 538, 539). Schale weit oder eng genabelt. Windungsquerschnitt quadratisch gerundet bis halbmondförmig. Aussenseite gerundet, selten berippt; Flanke mit geraden oder schwach zurückgebogenen Rippen versehen oder glatt. Eine Knotenreihe am Nabelrande (kn) und meist noch eine weitere auf der Flanke (kn’) oder am Aussenrande. Aptychus massiv, mit ungefalteter, glatter, aber poröser Oberfläche (Fig. 539). Diese Gattung wurzelt in denjenigen Formen der Gruppe der Retrocostati von Perisphinctes, welche Aussenknoten erhalten. Callovien — Neocom, hauptsächlich im Oxford und Kimmeridge. Europa, Indien, Südamerika.

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Fig. 538. Aspidoceras acanthicum Opp. Kimmeridge. Franken. A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie. kn = innere, kn’ = äussere Knotenreihe.

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Fig. 539. Aptychus von Aspidoceras. Kimmeridge. Le Hâvre. A von innen, B von aussen, C gegen die Harmonie-(Innen-)Seite gesehen. D Querschnitt nach der Linie s–s. h = Harmonielinie; f = Furche; e = äussere, i = innere Schicht; l = dichte Lamelle der Innenseite.

A. perarmatum Sow.}Grenzschichten zwischen Callovien und Oxford.

A. biarmatum Ziet.

A. Oegir Opp.}Unteres Oxford. Mitteleuropa.

A. Babei d’Orb.

A. acanthicum Opp. (Fig. 538).}Leitformen des Kimmeridge in Europa, z. Th. auch in Indien.

A. circumspinosum Qu.

A. Uhlandi Opp.

A. Rüppeli d’Orb.}Leitformen des Kimmeridge in Europa, z. Th. auch in Indien.

A. longispinum Sow.

A. cyclotum Opp. Tithon. Südeuropa und Alpengebiet.

Ein kleiner Seitenzweig, durch eine Aussenfurche unterschieden, ist als Waagenia Neum. abgetrennt. Bezeichnend für das obere Kimmeridge in Europa, namentlich im Alpengebiet.

W. Beckeri Neum. Oberes Kimmeridge.

W. hybonota Opp. Unteres Tithon.

Peltoceras (Fig. 540). Weitgenabelte Schalen mit quadratischem oder rechteckigem Windungsquerschnitt. Rippen kräftig, oft geknotet, gerade oder häufiger nach rückwärts gebogen, über die Aussenseite fortsetzend. Die Gattung zweigt von den retrocostaten Perisphincten (Gruppe Convoluti) des Calloviens ab. Oberes Callovien und Oxford in Europa.

P. annulare Rein.}Leitform des oberen Callovien.

P. athleta Phill.

P. Constanti d’Orb. Grenzschichten zwischen Callovien und Oxford.

P. Eugenii d’Orb. Grenzschichten zwischen Callovien und Oxford.

P. transversarium d’Orb. (Fig. 540). Zonenammonit des unteren Oxford (»Transversarius-Sch.«).

P. bimammatum Qu. Zonenammonit des oberen Oxford (»Bimammatus-Sch.«).

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 540. Peltoceras transversarium Qu. Unteres Oxford. Frankreich. Schale von der Seite, die starken rückwärts gebogenen Rippen zeigend.

Simoceras Zitt. Schale sehr weit genabelt, mit geraden, seltener gespaltenen, aber häufig geknoteten Rippen verziert. Berippung auf der Aussenseite unterbrochen. Einschnürungen vorhanden. Hilfsloben fehlen. Auch diese Gattung entwickelt sich aus den Perisphincten, vielleicht auch aus Peltoceras durch Verstärkung der Rippen und Unterbrechung der Skulptur auf der Aussenseite. Nur im Malm, besonders im Tithon der Alpenländer und Südeuropas.

S. Herbichi Hau. Kimmeridge. Süddeutschland und Alpenländer.

S. Volanense Opp.}Tithon. Alpengebiet und Südeuropa.

S. biruncinatum Qu.

Hier dürften sich die unter dem Namen Ancyloceras Guembeli Opp. aus dem Tithon bekannt gewordenen Nebenformen anschliessen.

b. Tuberculati.

1. Normal eingerollte Formen.

Hoplites Neum. Sowohl aus Perisphincten mit geraden dichotomen, als auch aus solchen mit gebündelten und mehrfach gespaltenen Rippen entwickeln sich gegen das Ende der Jurazeit reichlicher verzierte Schalen, welche sich durch bedeutendere Involution, Knotenbildung auf den Rippen und glatte oder gefurchte Aussenseite von den Perisphincten unterscheiden. An die Formen mit geraden, wenig gespaltenen Rippen und mehr oder weniger quadratischem Querschnitte (Gruppe des Hopl. angulicostatus schliesst sich dann in der unteren Kreide die Gattung Acanthoceras an. Hoplites beginnt im Tithon, findet seine Hauptentwicklung in der unteren, reicht aber vereinzelt bis in die oberste Kreide. Häufig in Europa, Indien und Südamerika.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 541. Hoplites auritus Sow. Gault. Schale von der Seite.

H. Euthymi Pict.}Unteres Neocom (Berrias-Sch.). Westalpen.

H. Malbosi Pict.

H. radiatus Brug.Mittelneocom.

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

H. Leopoldinus d’Orb.

H. noricus Schloth.

H. neocomiensis d’Orb.

H. angulicostatus d’Orb.

H. Deshayesi d’Orb. Aptien.

H. fissicostatus Phill. Aptien.

H. interruptus Brug.Gault.

geschweifte Klammer
geschweifte Klammer

H. tardefurcatus Leym.

H. splendens Sow.

H. tuberculatus Sow.

H. lautus Sow.

H. auritus Sow. (Fig. 541).

Acanthoceras Neum. (Fig. 542) umfasst die Formen mit steifen, einfachen oder nur am Nabelrande gespaltenen, häufig mit vielen Knotenreihen verzierten Rippen. Aussenseite glatt oder mit Knoten, seltener mit gekerbtem Mittelkiel. Neocom — Senon, sehr häufig im Gault, Cenoman und Turon. Europa, Indien, Nordamerika.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 542. Acanthoceras Rotomagense Brgt. Cenoman. Schale von der Seite und von vorn. ¹⁄₁.

A. Milleti d’Orb.}Aptien. Mitteleuropa.

A. Cornueli d’Orb.

A. Martini d’Orb.

A. Lyelli d’Orb. Gault. Mitteleuropa, Südamerika.

A. mamillare Schl. Gault. Mitteleuropa.

A. Rotomagense Brgt. (Fig. 542).}Cenoman. Mitteleuropa, Indien.

A. Mantelli Sow.

A. Woollgari Mant.}Turon. Mitteleuropa.

A. papale d’Orb.

A. Deveri d’Orb.

Holcodiscus Uhl. Schale mit rundlichem Windungsquerschnitt. Rippen mehrfach gespalten und über die gerundete Aussenseite fortsetzend. Einzelne Rippen stärker als die übrigen oder mit Knoten besetzt. Einschnürungen mehr oder weniger deutlich. An Perisphinctes anschliessend, dessen Berippung nur wenig verändert erhalten geblieben ist. Neocom — Senon. Europa, Südamerika, Ostindien.

H. Cailliaudi d’Orb.}Oberes Neocom (Barrème-Stufe). Alpengebiet.

H. Gastaldi d’Orb.

H. incertus d’Orb.

2. Nebenformen.

Die Nebenformen der Kreideformation, soweit sie nicht zu den Lytoceratidae (p. 422) gehören, schliessen sich an die Gruppe der Tuberculati, z. Th. auch wohl an Olcostephanus (p. 440) an. Sie sind von jenen sowohl durch die unsymmetrische Zertheilung der Sättel als auch vielfach durch stärkere und unregelmässigere Skulptur unterschieden.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 543. Crioceras Duvali Lév. Neocom. Westalpen. Alle Umgänge spiral in einer Ebene gerollt.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 544. Crioceras Matheroni d’Orb. Aptien. Südfrankreich. Schale anfangs spiral, später gerade und hakenförmig umgebogen.

Crioceras Lév. (= Ancyloceras d’Orb. p.p., Toxoceras d’Orb. — Fig. 543, 544). Umgänge von einander abgelöst, spiral in einer Ebene gerollt (Fig. 543) oder auch später hakenförmig gebogen (Fig. 544), seltener unregelmässig schneckenförmig. Rippen meist einfach, seltener gespalten, häufig mit Knoten oder Stacheln verziert. Unter den 6 Fundamentalloben sind die zweiten Seitenloben am schwächsten ausgebildet, so dass scheinbar nur 4 Loben vorhanden. An Hoplites, z. Th. auch wohl an Acanthoceras anschliessend. Sehr häufig in der unteren Kreide, namentlich im Neocom. Europa, Ostindien, Südafrika, Südamerika.

Cr. Duvali Lév. (Fig. 543). Mittleres Neocom. Alpengebiet, Chile.

Cr. Emerici Lév.}Oberes Neocom (Barrême-Stufe). Alpengebiet.

Cr. Tabarelli Ast.

Cr. Matheroni d’Orb. (Fig. 544). Aptien. Südfrankreich.

Cr. gigas Sow. Aptien. England.

Die schneckenartig oder unregelmässig gerollten Formen werden als Heteroceras d’Orb. abgetrennt. Barrême-Stufe.

H. Astieri d’Orb. Alpengebiet.

Scaphites Park. (Fig. 545, 546). Der gekammerte Theil der Schale involut, die Wohnkammer ganz, z. Th. oder gar nicht abgelöst, aber ein kurzes Stück gerade gestreckt, dann gegen die Spirale hakenförmig zurückgebogen und dieselbe zuweilen mit dem Dorsalfortsatze (Fig. 546) wieder berührend. Mundrand etwas verengt und verdickt, gegen den Rücken zu häufig tief ausgebuchtet und am Rücken mit einem plattigen Fortsatze versehen. Rippen mehrfach gespalten, auf der Wohnkammer häufig verstärkt, oft mit 1 oder mehreren Reihen Knoten verziert, die meist, wie bei Holcodiscus, auf einzelne Rippen sich beschränken. Hilfsloben entwickelt. Ein dünner, gekörnelter Aptychus vorhanden. Die Scaphiten sind besondere Wachsthumsformen von Holcodiscus, vielleicht auch von Olcostephanus. Häufig in der oberen Kreide, besonders im Senon, vielleicht noch im ältesten Tertiär Nordamerikas. Europa, Ostindien, Nordamerika.

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 545. Scaphites Geinitzi d’Orb. Oberes Turon. Paderborn. Die Wohnkammer ein kurzes Stück gerade gestreckt, dann hakenförmig zurückgebogen.

Sc. aequalis Sow. Weit verbreitet im Cenoman Europas und Ostindiens.

Sc. Geinitzi d’Orb. (Fig. 545). Im mittleren und oberen Turon Mitteleuropas.

Sc. Roemeri d’Orb.}Oberes Senon (Mukronatenkreide). Weit verbreitet in Europa.

Sc. constrictus Sow.

Sc. tridens Kner.

Sc. nodosus Ow. Oberste Kreide (Fort Pierre Group). Nordamerika.

Sc. Conradi Mort. Oberste Kreide.? Eocän (Fox Hills Group). Nordamerika.

Geologische Verbreitung und Stammesgeschichte der Ammonoidea.

Die Ammonoidea zweigen im Devon (? oder z. Th. schon früher) von den Nautilidae ab; sie erhalten verhältnissmässig schnell neue Merkmale, welche sie leicht unterscheiden lassen, wie namentlich die Vermehrung und Verzweigung der Loben. Zu wiederholten Malen spalten sich von den ursprünglich glattschaligen, involuten Ausgangsformen mehr oder weniger weitnabelige, rauhschalige Zweige ab, welche sich rasch und reichlich entwickeln und früher oder später unter Bildung sog. Nebenformen oder ohne solche erzeugt zu haben, wie es scheint, erlöschen.

Der älteste trachyostrake Zweig sind die, im Allgemeinen sehr weitnabeligen Clymenien, welche mit dem Oberdevon verschwinden, ohne Nebenformen gebildet zu haben. Sehr bald folgen die Tropitidae, später auch die Ceratitidae nach; nur die letztere Familie bringt es zur Bildung von Nebenformen, während von ersterer nur Formen mit ausgeschnürter Wohnkammer gefunden sind; beide gehen nicht in die Jurazeit über (? Tropites im unteren Lias). Unter den Latisellaten bleiben die Arcestidae glattschalig, von den Angustisellaten sterben die Familien der Pinacoceratidae und Cladiscitidae wie die Arcestidae mit der Trias aus, ohne typisch trachyostrak zu werden und ohne Nebenformen zu erzeugen, aber die Ausschnürung der Schale ist hier fast die Regel. Die Ptychitidae erhalten in der Trias z. Th. Faltenrippen, ihre Nachkommen, die Amaltheidae bleiben in einzelnen Vertretern glattschalig bis zum Ende der Kreideformation (? Eocän), aber zu wiederholten Malen geben sie rauhschalige Seitenzweige ab, wie Pleuroceras im mittleren Lias, Cardioceras im unteren Malm, Schloenbachia in der unteren, Buchiceras in der oberen Kreide. Mit dem Auftreten der Berippung ist durchgängig eine Depression des Windungsquerschnittes und vielfach eine Erweiterung des Nabels verbunden. Schalen mit ausgeschnürter Wohnkammer sind trotz der starken Involution der Schale in dieser Familie unbekannt, ebenso Nebenformen, aber zur Zeit der jüngeren Kreide tritt in allen Zweigen derselben eine Vereinfachung des Lobenbaues, z. Th. bis zum Ceratiten-Stadium ein.

Die Phylloceratidae, mit welchen die Lytoceratidae und jedenfalls auch die Aegoceratidae genetisch sehr enge verknüpft sind, verharren in der Trias noch im leiostraken Zustande. Ihre jüngsten Vertreter (in der obersten Kreide) unterscheiden sich von manchen Triasformen nur durch stärkere Lobenzertheilung. Obgleich durchgehends engnabelig, schnüren sie sich niemals aus, liefern auch keine Nebenformen. Auch die Lytoceratidae werden in den jüngsten Kreideschichten noch durch wenige, glattschalige, evolute Formen vertreten, aber der Bildung der zahlreichen Nebenformen in der Kreide geht ein kurzes trachyostrakes Stadium voraus und die Nebenformen selbst sind durchgängig rauhschalig, wenn auch in weniger ausgeprägter Weise, als diejenigen der Aegoceratidae. Letztere stellen die Trachyostraca ϰατ’ ἐξοχήν vor. Die Abtheilung der Carinati erhält zwar nur in einzelnen Zweigen eine reichlichere Verzierung; nur wenige engnabelige Formen des Jura bilden eine geknickte Wohnkammer, die übrigen werden im Laufe der Zeit weitnabelig und runden die Umgänge ab. Ihre jüngsten Vertreter, z. Th. wahre Riesen unter den Ammoniten, erhalten annulate Berippung; das carinate Stadium ist mit dem Jura überwunden. Ausschnürungen und Nebenformen fehlen. Anders die Annulati. In manchen Zweigen derselben entstehen schon im Jura ausgeschnürte Schalen (Hammatoceras, Sphaeroceras, Stephanoceras) oder Nebenformen (Cosmoceras,? Simoceras). Dieser letztere Vorgang wiederholt sich im verstärkten Maasse in der unteren Kreide bei verschiedenen Gattungen (Crioceras), zum letzten Male in der oberen in Scaphites, wo die Ausrollung der Wohnkammer oft kaum über die Ausschnürung derselben hinausgeht.

Am Ende der Kreidezeit giebt es nur noch vereinzelte normal eingerollte und gleichzeitig leiostrake Formen. Fast alle Zweige des Stammes, soweit sie nicht schon früher verschwunden, sind trachyostrak geworden; das Ueberwiegen fast durchgängig trachyostraker Nebenformen verleiht der Cephalopodenfauna der Kreide ein besonderes Gepräge. Die glattschaligen Ammoniten besitzen im Allgemeinen eine geringe horizontale Verbreitung, erscheinen oft hier und dort in wenigen, unvermittelten Vertretern, während die rauhschaligen in den entferntesten Gebieten häufig gleich stark vertreten sind (Ceratitidae, Tropitidae, Ptychitidae in der Trias, Aegoceratidae und die trachyostraken Glieder der Amaltheidae und Lytoceratidae im Jura und in der Kreide).

Bevor wir eine Erklärung für die erwähnten Thatsachen zu geben versuchen, lassen wir im Anschluss an die p. 399 mitgetheilte Tabelle zunächst eine Uebersicht über die verwandtschaftlichen Beziehungen und die vertikale Verbreitung der wichtigsten Gattungen folgen, wie sich dieselben nach dem heutigen Standpunkte unserer Kenntnisse darstellen. Die erste Tabelle enthält die mit der Trias aussterbenden Familien, die zweite die jüngeren. Die vertikale Verbreitung ist durch Pfeilstriche, das hauptsächliche Vorkommen durch Doppelstriche bezeichnet; die Nebenformen sind eingeklammert.

Tabelle I.

Verbreitung und verwandtschaftliche Beziehungen der Ammonoidea
Verbreitung und verwandtschaftliche Beziehungen der Ammonoidea

Tabelle II.

Verbreitung und verwandtschaftliche Beziehungen der Ammonoidea
Verbreitung und verwandtschaftliche Beziehungen der Ammonoidea

Keine Abtheilung der Wirbellosen ist uns mit solcher Vollständigkeit überliefert, wie die Ammonoidea und ihre Vorfahren, die silurischen Nautiloidea. Wenn auch weitere Forschungen noch manche Verschiebungen in dem Stammbaum herbeiführen mögen, so werden doch die Grundzüge der Entwickelung des gesammten Stammes kaum merklich verändert werden. Hier mehr denn irgendwo ist der Paläontologie die Berechtigung gegeben, eine Deutung des Entwickelungsganges einer wirbellosen Thiergruppe zu versuchen, soweit dies überhaupt nach den Schalen allein möglich ist.

Die ältesten Cephalopoden besitzen eine gerade, kegelförmige Schale, in deren hinterem Ende das Thier festgeheftet war. Das ringförmige Haftband verhinderte das Entweichen der am Hinterleibe ausgeschiedenen Luft und so wurde das Thier in der Schale vorgetrieben. Dabei konnten die successiv sich bildenden Lagen von Perlmutterschicht nicht wie in den Muscheln mit einander in Berührung bleiben, sondern sie wurden durch Luftkammern von einander geschieden, ein Vorgang, der auch gelegentlich an den Schneckenschalen und bei den Conularida (p. 342) zu beobachten ist. Da nun eine gerade, zum grossen Theil mit Luft erfüllte Schale einerseits leicht zerbrechlich ist, andrerseits für die Fortbewegung eine wenig zweckmässige Gestalt besitzt, so griff im Nautiloideen-Stamm jedenfalls, im Ammonoideen-Stamm wahrscheinlich mehrere Male eine spiral-symmetrische Einrollung des Thieres vom Rücken aus Platz. Die in der Mitte durchbohrten Schalen der älteren Nautiloidea (Fig. 412) und Ammonoidea (Fig. 473) zeigen uns, dass das ausgewachsene Thier bereits die Fähigkeit besass, sich an den früher gebildeten Theil der Schale dauernd anzulegen, während in der Jugend die Windungen sich noch nicht berührten. Die meisten Goniatiten und die glattschaligen Ammoniten der Trias, z. Th. auch die des Jura regelten die Einrollung der Schale in derselben Weise wie der lebende Nautilus, indem das Thier mit einem ungetheilten Lappen (Kopfklappe bei Nautilus) dem vorhergehenden Umgange auflag und darauf weiter kroch; daher die Runzelschichten vor der Mündung bei Goniatitidae, Arcestidae, Pinacoceratidae etc. Die Bewegung des Thieres war hierdurch erheblich beschränkt. Leiostrake Beschaffenheit der Schale und starke Involution bezeichnen im Allgemeinen dieses Stadium der Einrollung, über welches hinaus es der lebende Nautilus nicht gebracht hat. Die Herausbildung der Skulptur, wie sie bei den meisten Ammoniten, in beschränktem Maasse auch bei einigen Nautiloidea, früher oder später Platz greift, geht Hand in Hand mit dem Verluste der Runzelschichten, mit der Verringerung der Involution und bei hochmündigen Formen mit einer Depression des Windungsquerschnitts, wie uns das die Uebergangsreihe des Amaltheus margaritatus — Pleuroceras costatum deutlich zeigt. Wahrscheinlich trat bei dem Thier der trachyostraken Schalen an Stelle des einfachen Rückenlappens ein mehr oder minder differenzirtes Armpaar, welches die Einrollung der Schale regelte, indem es die Rauhigkeiten der Schale zum Anklammern benutzte. Hierdurch war die Möglichkeit für eine geringere Involution und für eine erhöhte Beweglichkeit gegeben, da die dorsalen Arme die Schale seitlich umfassen konnten. Das Auftreten eines dorsalen Mündungsausschnitts für die Rückenarme fällt durchgängig mit der Trachyostrakie zusammen (vgl. Ceratites nodosus Fig. 483, Harpoceras opalinum Fig. 519, Haploceras Cadomense Fig. 522, Stephanoceras Humphriesi Fig. 529, Sphaeroceras microstoma Fig. 530 A, Scaphites spiniger Fig. 546), den leiostraken Schalen fehlt derselbe in der Regel (vgl. Fig. 487, 497).

Illustration from Elemente der Paläontologie

Fig. 546. Scaphites spiniger Schlüt. Oberes Senon. Westfalen. Die Wohnkammer ist z. Th. von der Spirale abgelöst und hakenförmig auf dieselbe zurückgebogen. Ein Dorsalfortsatz und ein sehr tiefer Armausschnitt an der Mündung sichtbar. ¹⁄₁.

Die Skulptur beginnt mit der Entstehung flacher Schalenfalten oder feiner Streifen, aus denen die Rippen hervorgehen; später folgt die Bildung der Knoten und Stacheln (Familie der Aegoceratidae, Lytoceratidae), oder die Stachel- und Knotenbildung geht der Entstehung der Rippen voraus (Familie der Amaltheidae).

Die sog. Nebenformen werden gewöhnlich als pathologische oder senile Bildungen aufgefasst (»Krüppelformen«). Als solche erscheinen sie uns, wenn wir an eine normale Schale die Anforderung der regelmässigen, geschlossenen spiralen Einrollung stellen; für das Thier hatten sie aber wohl eine andere Bedeutung. Sie dürften zu den eingerollten, trachyostraken Schalen in demselben Verhältnisse stehen, wie diese zu den leiostraken, d. h. sie bekunden das Bestreben des Thieres nach freierer Bewegung; eine gleiche Deutung lässt die Ausschnürung zu. Die gesetzmässige Spiralrollung des Thieres war eben nur in einer Periode der Stammesentwickelung die zweckentsprechende. Die Ablösung der Umgänge oder das schneckenförmige Wachsthum gestattete eine freiere Bewegung des Thieres nach hinten (oben) und bedeutet somit einen Fortschritt. Zumeist wurde die Ausrollung durch Streckung der Wohnkammer eingeleitet (Macroscaphites), sobald aber auf den gestreckten Theil Luftkammern zu liegen kamen, wurde die Zerbrechlichkeit der Schale bedeutend erhöht und das Thier sah sich gezwungen umzudrehen und gegen die Spirale zurückzuwachsen, wie zu erwarten steht unter exogastrischer Drehung. Die Zerbrechlichkeit gerade gestreckter Schalen wird durch die Thatsache illustrirt, dass vollständige Schalen von Baculites bisher noch nicht gefunden sind. Das Wachsthum der Scaphiten (Fig. 546) zeigt uns alle Stadien zwischen einfacher Ausschnürung und Ablösung der Wohnkammer. Die Ablösung erstreckt sich nur auf ein kurzes Stück, und das Thier legt sich mit dem Dorsalfortsatze häufig wieder an die Spirale an. Die dorsalen Ausschnitte sind hier tiefer, als bei irgend einer anderen Nebenform. Nur wenn wir uns das Ammonitenthier mit verlängerten Armen versehen vorstellen, wird uns die Bildung der Nebenformen verständlich.

Nicht nur eine Reduction der Loben auf die Fundamentalzahl 6 begleitet die Entstehung der Nebenformen, sondern zuweilen ist auch eine Vereinfachung des Lobenbaues damit verbunden (Choristoceras und Verwandte, Crioceras p. p., Scaphites p. p.). Letztere findet sich in sehr ausgesprochenem Maasse bei den normal eingerollten Kreideamaltheen (Buchiceras Fig. 503, Schloenbachia) und darf als gleichbedeutend mit dem Beginn der Loslösung der Muskeln aus der Schale angesehen werden.

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