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Die Spur

Ein Kuß

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Eine Hure, die zur Nacht ich fand, Beugte sich herab zu meiner Hand, Als ich durch die leere Straße ging, Eine Hure, die sich an mich hing, Nahm die Hand, die ihr nicht geben wollte Und sie wegstieß und ihr grollte, Beugte plötzlich sich, das arme Tier, Hat geküßt die Hand im Handschuh mir. Nicht um zu besänftigen meinen Willen, Nein, die sonderbarste Gier zu stillen. Nicht mehr bettelnd, schon hinweggewandt, Schon entlaufend meiner fremden Hand.

Und da fühlte ichs wie einen Stich In der tiefen Brust — das war nicht ich, Den sie küßte, irrend und verwaist, Nicht das Ich, das einen Namen heißt, Sondern sie, die Namenlose, mich, Einen Namenlosen, der jetzt glich Allen Männern, die sie quälten, Arme Seele küßte den Beseelten, Küßte ungelohnt und ungestillt — Menschenkind küßt Gottes Ebenbild.

O, nie war ein Kuß wie dieser Kuß, Den ich allen weitergeben muß.

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