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Die Spur

Der Berg

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Wir gingen, meine zarte Frau und ich, Den sichern Weg der großen Serpentine, Die frech an dem gewaltigen Berg sich hochschwingt, Mit seiner fürchterlichen Schichtung spielend.

Vorbei an greisen Felsenköpfen, Gepreßten Klötzen, bösen Zacken Und grimmigen Kronen.

Wo Wasser, Stein-Blut, aussickert, Eisiges Blut. Wo jeder Samen lautlos seufzend umkommt.

Wo hoch über allen Sommern Schnee sich anhäuft, Zu hell für Augen, die ans Tal gewöhnt sind Und an die vielen Farben alle. Schneeflug auf Schneeflug, Schneekorn dicht an Schneekorn.

Wo ein Schweigen tönt, All unsere Musik, die hurtig plaudernde, Mit frierender Monotonie belächelnd — Als wäre ein Jahrtausend hier ein Takt.

Und wir auf unsrer sichern Serpentine, „Spürst du es,“ sagte ich, „Wie nahe wir jetzt einem Großen sind!“ Die Frau lächelte Zum Berge hin.

Da nahm der Berg mit einem wüsten Griff Mir meine zarte Frau, Riß sie mir weg und schwang sie, schwang sie, Hoch, höher, hoch beim höchsten Schnee — Und wollte sie fallen lassen, Sie über Steine tanzen lassen, stürzen lassen Rasenden Wurfs in eine Todesschlucht kopfunter.

Ganz leise schrie sie: „Ach!“, Ganz ohne Kraft.

Und ich, wahnsinnig, Umschlang sie jetzt mit beiden Armen, Allen Wunsch In meine beiden Arme pressend.

Und küßte der Ohnmächtigen, der Geretteten, Den Tropfen Blut weg, der an ihrer Nüster stand.

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