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Die Spur

Die Schlafende

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Wenn ich ins Zimmer der Schwester gehe, Oft, in mancher ruhigen Nacht, Horchend an ihrem Bette stehe, Leise, damit sie nicht erwacht,

Mich beuge über das Gottvertrauen Ihres beschatteten Gesichts: Dann fühle ich mit schwerem Grauen Im Dunkel warten den Tod, das Nichts.

Ihres Ruhens liebe Gelassenheit Gleicht dem noch kindlichen Spiel ihrer Seele, Aber ich weiß, daß die Verlassenheit Sie bald bedrohen wird an der Kehle.

Mich beugend über ihr Weltvertrauen, Lauschend sanftem Atemzug, Fühl ich mit immer tieferem Grauen: Wie wird sie verwinden den großen Betrug,

Die schweren, die leeren, die zehrenden Stunden, Ohnmacht, Ekel, Sinnlosigkeit Und Verrat — die heillosen Wunden, Geschlagen vom schweren Schwert der Zeit.

Und daß sie Weib ist, ihrer Schwachheit Lebensbürde und Liebesnot? Wie ist ihr Schlummer von aller Wachheit Unrettbaren Gefahren bedroht!

Da bin ich versucht, sie aufzuschrecken, Brutal, ob sie auch hart erwacht, Ich möchte selbst sie grausam wecken Und mit ihr wachen den Rest der Nacht.

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