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Die Spur

Die Insel

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Sprich nicht von dieser Insel, wo wir uns trafen In unsern Nächten. Das Blut rauscht rings um sie. Und keine Zeit geschah, Uranfang, Ende. Was wir sonst sind, vergessen und verscheucht. Nur diese Spiele, grausam wie Dämonen, Marter nach einem Glück, das anders Beseligt als das Brot, der Trunk, Die sonst die Lippen sättigen. Nein, ungesättigt Tobten wir, Bis schwer die Wimpern und die Lider schwer, Das Haupt ermattet, sinkend, abgebrochne Blüte, Der Tod kalt an die Stirnen tastend, Das Innre ausgehöhlt, ein leeres Haus Mit ausgehobnen Fenstern, ohne Dach. Oh, das Korallenrot der Lippen War mit rötrem Rot betaut Von unsrer Zähne Mordgier. Heilandsmale Auf diesen kühlen Händen, die gefiebert Im Suchen nach Entspannung, die nicht kam. Nein, Ekel kam, der Würger, Vom goldenen Tor der Lust uns scheuchend, Daß wir wie Schatten flohn. In unsern Adern Ebbte die Lust zurück, zum dunklen Schacht. Und nur ein Duft von ihr Blieb dem Verschmachten. Wie Irre hatten wir am harten Schloß gerüttelt, Die Gnade aufzusprengen. Aber nun, mit entnervten Knien, Müd wie Gerichtete, Schlichen wir einen bangen Weg zurück.

Und doch, du Köstliche, war nichts als Zärtlichkeit In meinem grausam Sein. Doch kniete ich huldigend Den Marterberg empor, Um nur den heißen süßen Hauch Zu pflücken, wenn die Lippe dir erblaßt. Um dir im Weh Die bebende Melodik zu entlocken. Um deinem Unbewußtsein nah zu sein, Als könnt ich fast bis an den Tod gelangen, Wo wir ganz nah sind. Und doch war mir, du Köstliche, Daß wir die Lust, Verschmachtende, verschmähten, Ein bessres noch als Glück, ein tieferes An-Wurzeln-Zerren, sie zu lockern, du! Mir sind sie heilig Diese Feste Der Qual — Wenn wir auch fürchterlich erwachen. Sprich nie von dieser Insel, Die nur wir, Nur wenn wir Dämon sind, in uns betreten, Das Blut rauscht rings um sie. Was wir dort leben, Hat keinerlei Bezug mit andrem Leben, Nicht einmal unser Denken rühre dran Und kein Erinnern. Kein Name, Der sonst gebraucht wird, Wage sie zu nennen, Kein kleines und kein großes Wort. Nur Reue Ist tief genug, hinabzutauchen, Nur Angst so mächtig, um sie zu entdecken. Sie, die verschollen ist, Die dunkel-schöne, Vom Blut geborgene. Bis wieder wir, Ganz unvermutet Vom Dämon hingetragen, An ihr Ufer stranden. Du, Köstliche, Erst dann schön wie ein Gift, Und ich, der Trinker, Giftbereit.

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