Der Morgen
Reading edition
Ich hing am Kreuz der Nacht und stöhnte schwer, Mein Herz war matt und hoffnungsleer Und Stirn und Gaumen ausgebrannt.
Da legt der Morgen seine Hand Kühl, blaß und scheu Mir über die versengte Stirn, Und wie das Dunkel schwindet vom Gehirn, Atme ich neu —
Und trinke weißes Licht und weiße Gnade Und sinke losgelöst und sanft befreit Auf das sich klärende Gestade, Zu neuem Tage neu bereit.