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An anthology of German literature

Part 2 — PART II

Reading edition

FROM THE REFORMATION TO THE CLASSICS OF THE EIGHTEENTH CENTURY

ACCORDING TO THE BEST CRITICAL EDITIONS

XL. MARTIN LUTHER

1483-1546. Some of the cardinal dates in a career that changed the course of history for the whole Germanic world are as follows: In 1517 Luther posted up the ninety-five theses at Wittenberg; 1520, burned the papal bull and issued the Address to the German Nobility; 1522, attended the Diet at Worms and refused to recant; in seclusion at the Wartburg translated the New Testament, which was published that same year; 1525, married Katharina Bora, a nun, having previously renounced monasticism; 1534, published the complete German Bible. Aside from the polemics, tractates, epistles, commentaries, and sermons, whereby he provoked, defended, and organized the Protestant revolt, Luther wrote a few short poems, mostly hymns for worship, also fables and aphorisms. But his great work was his translation of the Bible.

Of the selections below, No. 1 follows the Weimar edition of Luther, VI, 406; No. 3, the reprint in Müller’s German Classics, I, 488; Nos. 4 and 5, Kürschner’s Nationalliteratur, Vol. 15.

1

From the Address to the Nobility.

Die Romanisten haben drey mauren, mit grosser behendickeit,1 umb sich zogen, damit sie sich bissher beschutzt, das sie niemant hat mugenn2 reformierenn, dadurch die gantz Christenheit grewlich gefallen ist. Zum ersten, wen man hat auff sie drungen mit weltlicher gewalt, haben sie gesetzt und gesagt,3 weltlich gewalt habe nit recht ubir sie, sondern widderumb,4 geystlich sey ubir die weltliche. Zum andern, hat man sie mit der heyligen schrifft wolt straffen,5 setzen sie da kegen,6 Es gepur7 die schrifft niemant ausstzulegenn, den dem Bapst. Zum dritten, drewet8 man yhn9 mit einem Concilio, szo ertichten sie, es muge niemant ein Concilium beruffen, den der Bapst. Alsso haben sie die drey rutten10 uns heymlich gestolen, das sie mugen ungestrafft sein, und sich in sicher befestung disser dreyer maur gesetzt, alle buberey und bossheit zutreyben, die wir dan itzt sehen, und ob sie schon ein Concilium musten machen, haben sie doch dasselb zuvor mat11 gemacht, damit, das sie die fursten zuvor mit eyden vorpflichten,12 sie bleyben zulassen, wie sie sein, dartzu dem Bapst vollen gewalt geben ubir alle Ordnung des Concilii, alsso das gleich gilt, es sein vil Concilia odder kein Concilia, on das13 sie uns nur mit larven und spiegelfechten14 betriegen, szo gar greulich furchten sie der haut fur einem rechten freyen Concilio, und haben damit kunig und fursten schochter15 gemacht, das sie glewben, es were widder got, szo man yhn nit gehorchte in allen solchen schalckhafftigen, listigen spugnissen.16

2

From the Bible of 1534: Psalm xlvi and Matthew v, 1-12.

Gott ist vnser zuuersicht vnd stercke, eine hülffe jnn den grossen nöten, die vns troffen haben.

Darum fürchten wir vns nicht, wenn gleich die welt vntergienge, Vnd die berge mitten jnns meer süncken.

Wenn gleich das meer wütet vnd wallet, Vnd von seinem vngestüm die berge ein fielen. Sela.

Dennoch sol die stad Gottes fein lüstig bleiben, mit jren brünlin, Da die heiligen wonungen des Höhesten sind.

Got ist bey jr drinnen, darumb wird sie wol bleiben, Gott hilfft jr frue. Die Heiden müssen verzagen, vnd die Königreiche fallen, Das erdreich mus vergehen, wenn er sich hören lesst.

Der Herr Zebaoth ist mit vns, Der Gott Jacob ist vnser schutz. Sela.

Kompt her, vnd schawet die werck des Herrn, Der auff erden solch zestören anrichtet.

Der den Kriegen steuret jnn aller welt, Der bogen zubricht, spies zuschlegt vnd wagen mit fewr verbrend.

Seid stille, vnd erkennet, das ich Gott bin, Ich wil ehre einlegen vnter den Heiden, ich wil ehre einlegen auff erden.

Der Herr Zebaoth ist mit vns, Der Got Jacob ist vnser schutz.

Da er aber das volck sahe, gieng er auff einen berg, vnd satzte sich, vnd seine Jünger tratten zu jm. Und er that seinen mund auff, leret sie vnd sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himelreich ist jre. Selig sind, die da leide tragen, denn sie sollen getröst werden. Selig sind die senfftmütigen, denn sie werden das erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert vnd dürstet nach der gerechtigkeit, denn sie sollen sat werden. Selig sind die barmhertzigen, denn sie werden barmhertzigkeit erlangen. Selig sind die reines Hertzens sind, denn sie werden Gott schauen. Selig sind die friedfertigen, denn sie werden Gottes kinder heissen. Selig sind, die vmb gerechtigkeit willen verfolget werden, denn das Himelreich ist jre. Selig seid jr, wenn euch die menschen vmb meinen willen schmehen vnd verfolgen vnd reden allerley vbels widder euch, so sie daran liegen. Seid frölich vnd getrost, Es wird euch im himel wol belohnet werden, Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind.

3

From the Epistle on Translating (1530).17

Ich hab mich des gefliessen18 im dolmetschen, das ich rein vnd klar deudsch geben möchte. Vnd ist vns wol offt begegenet, das wir 14 tage, drey, vier wochen haben ein einiges19 Wort gesucht vnd gefragt,20 habens dennoch zuweilen nicht funden. In Hiob erbeiten21 wir also, M. Philips,22 Aurogallus23 vnd ich, das wir in vier tagen zuweilen kaum drey zeilen kundten fertigen. Lieber, nu es verdeudscht vnd bereit ist, kans ein jeder lesen vnd meistern.24 Leuft einer jtzt mit den augen durch drey oder vier Bletter, vnd stösst nicht einmal an, wird aber nicht gewar, welche Wacken vnd Klötze25 da gelegen sind, da er jtzt vber hin gehet wie vber ein gehoffelt26 Bret, da wir haben must schwitzen27 vnd vns engsten, ehe denn wir solche Wacken und Klötze aus dem wege reumeten, auff das man kündte so fein daher gehen. Es ist gut pflügen, wenn der Acker gereinigt ist. Aber den Wald vnd die Stöcke ausrotten, vnd den Acker zurichten, da wil niemand an. Es ist bey der Welt kein danck zu uerdienen. Kann doch Gott selbs mit der Sonnen, ja mit Himel vnd Erden, noch mit seines eigen Sons tod, keinen danck verdienen, Sie sey vnd bleibe Welt ins Teufels namen, weil sie ja nicht anders wil.

Also hab ich hie Röm. 3 fast28 wol gewusst, das im Lateinischen vnd Griechischen Text das wort sola oder solum nicht stehet, vnd hetten mich solchs die Papisten nicht dürffen29 leren. War ists, Diese vier buchstaben sola stehen nicht drinnen, welche buchstaben die Eselsköpff ansehen, wie die Küe ein new thor. Sehen aber nicht, das30 gleichwol die Meinung des Texts in sich hat, vnd wo mans wil klar vnd gewaltiglich verdeudschen, so gehöret es hinein. Denn ich habe Deudsch, nicht Lateinisch noch Griechisch reden wöllen, da ich Deudsch zu reden im Dolmetschen furgenommen hatte. Das ist aber die art vnser Deudschen sprache, wenn sich ein Rede begibt31 von zweien dingen, der man eins bekennet vnd das ander verneinet, so braucht man des worts allein neben dem wort nicht oder kein, Als32 wenn man sagt, Der Bawr bringt allein33 Korn, vnd kein Gelt; Item,34 ich hab warlich jtzt nicht gelt, sondern allein Korn, Ich hab allein gessen35 vnd noch nicht getruncken, Hastu allein geschrieben vnd nicht uberlesen36? Vnd dergleichen unzelige Weise37 in teglichem brauch. In diesen reden allen, obs gleich die Lateinische oder Griechische Sprache nicht thut, so thuts doch die Deudsche, vnd ist jr art, das sie das wort allein hinzusetzt, auf das das wort nicht oder kein deste völliger38 vnd deutlicher sey. Denn man mus nicht die buchstaben in der Lateinischen sprachen fragen, wie man sol Deudsch reden, Sondern man mus die Mutter im hause, die Kinder auff der gassen, den gemeinen Man auff dem marckt drumb fragen, vnd denselbigen auff das Maul sehen, wie sie reden, vnd darnach dolmetschen. So verstehen sie es denn vnd mercken, das man Deudsch mit jnen redet.

4

Ein feste Burg.39

Ein feste burg ist unser Gott,

Ein gute wehr und waffen,40

Er hilfft uns frey41 aus aller not,

Die uns itzt hat betroffen.

5

Der alt böse feind

Mit ernst42 ers itzt meint,

Gros macht und viel list

Sein grausam rüstung ist,

Auff erd ist nicht seins gleichen.

10

Mit unser macht ist nichts gethan,

Wir sind gar bald verloren,

Es streit für uns der rechte man,

Den Gott hat selbs erkoren.

Fragstu wer der ist?

15

Er heisst Jhesus Christ,

Der Herr Zebaoth,43

Und ist kein ander Gott,

Das felt mus er behalten.

Und wenn die welt vol Teuffel wer

20

Und wolt uns gar verschlingen,

So fürchten wir uns nicht so sehr,

Es sol uns doch gelingen.

Der Fürst dieser welt,

Wie saur44 er sich stelt,

25

Thut er uns doch nicht45;

Das macht, er ist gericht,46

Ein wörtlin kan jn fellen.

Das wort sie söllen lassen stan

Und kein danck dazu haben;

30

Er ist bey uns wol auff dem plan47

Mit seinem Geist und gaben.

Nemen sie den leib,

Gut, ehr, kind und weib,

Las faren dahin;

35

Sie habens48 kein gewin,

Das Reich mus uns doch bleiben.

5

Frau Musica.49

Für50 allen freuden auf erden

Kan niemand51 keine feiner werden,

Denn die ich geh mit meim singen

Und mit manchem süssen klingen.

5

Hie kan nicht sein ein böser mut,

Wo da singen gesellen gut,

Hie bleibt kein zorn, zank, hass noch neid,

Weichen muss alles herzeleid,

Geiz, sorg und was sonst hart anleit,52

10

Fert hin mit aller traurigkeit.

Auch ist ein jeder des wol frei,53

Das solche freud kein sünde sei,

Sondern auch Gott viel bass gefelt,

Denn alle freud der ganzen welt.

15

Dem teufel sie sein werk zerstört

Und verhindert viel böser mörd.

Das zeugt David des königs that,54

Der dem Saul oft geweret hat

Mit gutem süssem harfenspiel,

20

Das er nicht in grossen mord fiel.

Zum göttlichen wort und warheit

Macht sie das herz still und bereit;

Solchs hat Eliseus bekant,55

Da er den geist durchs harfen fand.

25

Die beste zeit im jar ist mein,

Da singen alle vögelein;

Himel und erden ist der vol,

Viel gut gesang da lautet wol.

Voran die liebe nachtigal

30

Macht alles frölich überal

Mit irem lieblichen gesang;

Des muss sie haben immer dank.

Vielmehr der liebe Herre Gott,

Der sie also geschaffen hat,

35

Zu sein die rechte sengerin,

Der Musicen ein meisterin;

Dem singt und springt sie tag und nacht,

Seines lobs sie nichts müde macht.

Den ehrt und lobt auch mein gesang

40

Und sagt im ein ewigen dank.

XLI. ULRICH VON HUTTEN

1488-1523. An eminent humanist and poet laureate of knightly stock, Hutten had attacked the papacy in various Latin writings before resorting to the vernacular in support of Luther, of whose cause he became, in 1520, an ardent champion. The defeat of his friend Sickingen compelled him to flee to Switzerland, where he died on the island of Ufnau, in the Lake of Zürich.

The selections follow Kürschner’s Nationalliteratur, Vol. 172, pages 249 ff., and pages 269 ff.

1

From the Poem ‘Complaint and Admonition.’1

Hilf, werder Künig,2 es ist not!

Lass fliegen auss des adlers fan!3

So wöllen wir es heben an.

Der weingart gottes ist nit rein,

5

Vil ungewächss ist kommen drein.

Der weytz des herren wicken4 tregt;

Wer do zů5 nit sein arbeit legt

Und hilfft das unkraut tilgen auss,

Der würt mit gott nit halten hauss.

10

Wir reuten auss unfruchtbarkeit

Und thůnd, als gott hatt selbs geseit,

Zu dem, der solichs rauben pflegt,

Do ers propheten mund6 bewegt.

Du hast beraubt all nation,

15

Drumb dir auch werden widerston

All völcker, überfallen dich,

Berauben wider gwaltiglich.

Fürwar, das würt ein gůtte that!

Ich gib all frommen Teutschen rat,

20

Seit sich nit bessert disser stadt.7

Doch halt die frommen ich beuor,8

Der greiff man keinem an ein hor.9

Und die seind gůtter gschrifft gelert,

Ich bitt, das keiner werd versert.

25

Und wer ein geistlich leben fürt,

In disser sach bleib unberürt.—

All ding10 der Bapst hatt übermacht!

Wer das dann hat zům bestengdacht,

Den hatt er mit dem bann erschreckt.

30

Ich hoff, es seyen schon erweckt

Vil teutscher hertzen, werden sich

Der sachen nemen an, als11 ich.

Ich hab ye12 gůt vormanung gthan,

Ich hoff, sye lassen mich nit stan!

35

Den stolzen Adel ich beruff,

Ir frommen Stett, euch werffet uff!

Wir wöllents halten in gemein;

Lasst doch nit streiten mich allein!

Erbarmt euch übers vatterlandt,

40

Ir werden Teutschen, regt die handt;

Yetzt ist die zeit, zůheben an

Umb freyheit kryegen, gott wils han!

Här zů!13 wer mannes hertzen hatt!

Gebt vorter14 nit den lügen statt,

45

Domit sye han vorkert die welt!

Vor hatt es an vormanung gfelt,

Und einem, der euch sagt den grund,

Kein ley15 euch damals weissen16 kund,

Und waren nůr die pfaffen glert.

50

Yetzt hatt uns gott auch kunst17 beschert,

Das wir die bücher auch verstan.

Wollauff, ist zeyt, wir müssen dran!

2

Ich habs gewagt.18

Ich habs gewagt mit sinnen19

Und trag des noch kain rew,

Mag ich nit dran gewinnen,

Noch20 můss man spüren trew21;

5

Dar mit ich main22

Nit aim allain,

Wen man es wolt erkennen,

Dem land zů gůt,

Wie wol man tůt

[26. See end of selection.]

10

Ain pfaffenfeint23 mich nennen.

Da lass ich ieden liegen24

Und reden, was er wil;

Het warheit ich geschwigen,

Mir wären hulder vil.25

15

Nun hab ichs gsagt,

Bin drumb verjagt,26

Das klag ich allen frummen,

Wie wol noch ich

Nit weiter fleich,27

20

Villeicht werd wider kummen.

Umb gnad wil ich nit bitten,

Die weil ich bin on schult;

Ich het das recht gelitten,28

So29 hindert ungedult,

25

Dass man mich nit

Nach altem sit

Zů ghör hat kummen lassen;

Villeicht wils got,

Und zwingt sie not,

30

Zu handlen diser massen.

Nun ist oft diser gleichen30

Geschehen auch hie vor,

Dass ainer von den reichen

Ain gůtes spil verlor,

35

Oft grosser flam

Von fünklin kam;

Wer waiss, ob ichs werd rechen!

Stat schon im lauf,

So setz ich drauf31:

40

Můss gan oder brechen.

Dar neben mich zů trösten

Mit gůtem gwissen hab,

Dass kainer von den bösten

Mir er32 mag brechen ab,

45

Noch sagen, dass

Uff ainig mass33

Ich anders sei gegangen,

Dan eren nach,

Hab dise sach

50

In gůtem angefangen.

Wil nun ir selbs34 nit raten35

Dis frumme nation,

Irs schadens sich ergatten,36

Als ich vermanet han,

55

So ist mir laid!

Hie mit ich schaid,

Wil mengen bass die karten.

Bin unverzagt,

Ich habs gewagt

60

Und wil des ends erwarten.

Ob dan mir nach tůt denken

Der curtisanen37 list,

Ain herz last sich nit krenken,

Das rechter mainung ist!

65

Ich waiss noch vil,

Wöln auch ins spil,

Und soltens38 drüber sterben:

Auf, landsknecht gůt

Und reuters můt,

70

Last Hutten nit verderben!

XLII. THOMAS MURNER

1475-ca. 1536. An Alsatian friar of the Franciscan order, Murner traveled much and won great prestige as a scholar. His earliest German writings, the Guild of Fools and the Exorcism of Fools, are metrical satires in the vein of Sebastian Brant. Though himself a sharp critic of clerical abuses, he could not brook the thought of a rupture with the Roman church. In the Great Lutheran Fool he assailed Luther scurrilously. His verse is mostly prosaic and often coarse, but there is a certain elegiac warmth in his song of thirty-five stanzas on the Downfall of the Christian Faith, which was published in the early days of the Lutheran revolt. A part of it is given below, the text according to Kürschner’s Nationalliteratur, Vol. 171, page 62.

Ain new Lied von dem undergang des Christlichen glaubens.

Nun hört, ich wil euch singen,

In brůder Veiten ton,1

Von ungehörten Dingen,

Die laider iez2 fürgon3:

5

Wie dass mit falschen listen

Die christenhait zergat;

Wan das die fürsten wisten,

Sie täten zů der tat.4

Der hirt, der ist geschlagen,

10

Die schäflin sein5 zerstreut,

Der bapst, der ist verjagen,6

Kein kron er me7 aufdrait,8

Und ist mit kainen worten

Von Christo ie erstift9;

15

An hundert tausent orten

Ist gossen auss das gift.

Der kaiser ist kain advocat,

Gar hin ist sein gewalt,

Den er ja zu der kirchen hat,

20

Der schirm zu boden falt;

Sein gebot sein ganz verachtet,

We armer christenhait,

Wa undertäni10 brachtet,11

Und herschaft niderleit!

25

Die patriarchen alle

Und cardinäl gemain,12

Die bischof sein im falle,

Der pfarrer bleibt allain;

Ja den die gmain13 erwelet

30

Nach irem unverstand

Und für ain hirten zelet;

Ach, we der grossen schand!

Die minsten sein iez all gelert,

Der14 vor nie beten kunt,

35

Kain ler auf erden ie gehört,

Dorft nie aufton sein mund:

Die widerfechten alle

Die zierd15 der christenhait,

Gent steur16 zů niderfalle

40

Ir lob und herlichait.

Die mess, die sol nim17 gelten

Im leben noch im dot,

Die sacrament sie schelten,

Die seien uns nit not;

45

Fünf18 hon sie gar vernichtet,

Die andern19 lon sie ston

Der massen zů gerichtet,

Dass sie auch bald zergon.

Wir sein all pfaffen worden,

50

Baid, weiber und die man,

Wie wol wir hant kain orden,

Kain weihe gnomen an.

Die stiel ston auf den benken,

Der wagen vor dem ross,

55

Der glaub wil gar versenken,

Der grund ist bodenlos.

Die pfaffen sein zerschlagen,

Die münch sein auch zertrent,

Mit luter stimmen klagen,

60

Man hab sie lang geschent:20

Uns alles für erlogen,21

Was sie hont ie gesait,

Auss ihren fingern gsogen,

Verfiert die christenhait.

65

Wer iez zů mal kan liegen,

Veracht all oberkait,

Das evangeli biegen22

Auf mort und herzenlaid:

Dem lauft man zů mit schalle,

70

Hanthabt23 in mit gewalt,

Biss unser glaub verfalle

Und gar in eschen falt.

Der apfel ist geworfen

Der zwitracht, das ist war,

75

In steten und in dorfen;

Und geben nit ain har,

Ja nit ain meit24 auf erden

Umb alle oberkait;

Mit listen und gefärden

80

Erdenkt man herzenlaid.

Das evangeli frone,25

Das was ein frölich mär,

Von got eroffnet schone

Zů frid von himel her:

85

Das hont sie iez vergiftet

In mort und bitterkait;

Es was zů freud erstiftet,

Iez bringt es herzenlaid.

Ich kan michs nit beklagen

90

Ja über gotes wort,

Allain dass sies vertragen

Und rinklen26 auf ain mort

Das wort des ewigen leben

Zů aufrůr und dem dot,

95

Von Christo uns gegeben,

Das er auss lieb erbot.

XLIII. THE REFORMATION DRAMA

The spirit of Luther—opposition to the papacy and reliance on scripture—soon found expression in the acted drama. To illustrate this phase of the new literary movement three plays have been drawn on: first, a Swiss play, performed on the streets of Bern in 1522; second, a Low German play, performed at Riga in 1527; third, a midland play, performed at Kahla in 1535. The text of No. 1 follows Bächtold’s Bibliothek älterer Schriftwerke der deutschen Schweiz, II, 103; for No. 2 see Braune’s Neudrucke, No. 30; for No. 3, Tittmann’s Schauspiele aus dem 16. Jahrhundert, pages 21 ff.

1

From the ‘Contrast between the Pope and Christ,’ by Niklaus Manuel.1

Cläiwe Pflůg

Vetter Rüede, was lebens ist nun vorhand?

Mich dunkt, es sig2 aber neiwas nüws3 im land.

Wer ist der gůt fromm biderman,

Der da ein grawen rock treit an4

5

Und uf dem schlechten esel sitzt

Und treit ein kron, von dörnen gespitzt?

Er ist on zwifel ein trut5 biderman,

Das sich6 ich im wol an sim angsicht an;

Es ist kein hoffart in im nit,

10

Sin hofgesind im des zügnuss git7:

Die im nachgand,8 hinkend und kriechen,

Die armen blinden und feldsiechen.9

Schouw, was armer lüten gand im nach!

Ich mein, dass er niemand verschmach.10

15

Die armen stinkenden ellenden lüt,

Sie hend doch kein gelt und gend im gar nüt.

Das ist doch ein ellende unlustige schar

Und gand ouch so gar gottsjämerlich dahar:

Der lam, der ander blind, der dritt wassersüchtig!

20

Und sitzt aber der gůt man so herzlich züchtig,

So ganz schämig und einfeltig uf dem tier.

Lieber min etter11 Rüedi, wie gfalt er dir?

Lieber etter, weistu, wer er ist,

Ach, so sag mir’s ouch durch Jesum Christ!

Rüede Vogelnest

25

Etter Cläiwe, ich bekennen12 in vast wol,13

Darumb ich’s dir ouch billichen sagen sol!

Er ist unser höchster schatz und hort,

Er ist des ewigen vaters wort,

Das in dem anfang was bi gott,

30

Do er alle ding beschaffen wott,14

Himmel und erden, tag und nacht.

On in ist ganz nüt gemacht,

Noch das firmament, noch der erdenklotz:

Er ist der sun des lebendigen gotts.

35

Es ist der süess, milt und recht demüetig,

Tröstlich, frölich, barmherzig und güetig,

Heilmacher der welt, herr Jesus Christ,

Der am crütz für uns gestorben ist

In sinem dri und drissigsten alter,

40

Unser schöpfer, erlöser und behalter,

Ein künig aller künig, herr aller herren,

Den ouch die kreft der himel eren.

Cläiwe Pflůg

Verden plůst willen,15 ist das der?

Wenn er halb als hoffertig wer,

45

Als unser kilchherr16 und sin caplan,

So sähe er der bettler keinen an.

Was gemeint der alt glatzet17 fischer darmit,

Dass er so dapfer neben im dahar tritt,

Und ouch die anderen biderben lüt?

50

Weist du ouch, was doch das selb bedüt?

Rüede Vogelnest

Der alt fischer das ist sant Peter.

Der herr Jesus hat kein trumeter,18

Blind und lam sind sin trabanten.

Und die in ein sun gottes erkanten,

55

Das warend schlecht einvaltig lüt;

Die pfaffen schatztend in gar nüt

Und widerstrebtend im alle zit,

So straft er sie umb iren git19

Und ander süntlich wis und berden.20

60

Er kond nie eins mit inen werden.

Darumb sie in allwegen verstiessend

Und zůletst am krütz ermörden liessend.

(Hie zwischen kam der bapst geritten in grossem triumph in harnisch mit grossem kriegszüg21 zů ross und fůss mit grossen panern und fenlinen von allerlei nationen lüt. —Sin eidgenossen gwardi22 all in siner farb, trumeten, pasunen,23 trummen, pfifen, kartonen,24 schlangen,25 hůren und bůben und was zum krieg gehört, richlich, hochprachtlich, als ob er der türkisch keiser wär. Do sprach aber)

Cläiwe Pflůg

Vetter Rüede, und wer ist aber der gross keiser,

Der mit im bringt so vil kriegischer pfaffen und reiser26

65

Mit so grossen mechtigen hochen rossen,

So mencherlei wilder seltsamer bossen,27

So vil multier mit gold, samet beziert,

Und zwen spicherschlüssel28 im paner fiert?

Das nimpt mich frömbd und mechtig wunder.

70

Wärind nit so vil pfaffen darunder,

So meinte ich doch, es wärind Türken und heiden.

Mit denen seltsamen kappen und wilden kleiden.. . .

Rüede Vogelnest

Das weiss ich ouch und kan dir’s sagen.

Man můss in uf den achslen tragen

75

Und wil darfür gehalten werden,

Dass er sig ein gott uf der erden;

Darumb treit er der kronen dri,

Dass er über all herren si

Und sig ein statthalter Jesu Christ,

80

Der uf dem esel geritten ist.

Cläiwe Pflůg

Das möcht wol ein hoffertig statthalter sin!

Das lit heiter am tag und ist ougenschin.

Das sind doch warlich zwo unglich personen:

Des ewigen gotts sun treit ein dörne kronen

85

Und ist der armůt geliebt und hold;

So ist sins statthalters kronen gold

Und benüegt sich dennocht nit daran,

Er wil dri ob einandern han.

So ist Christus fridsam, demüetig und milt,

90

So ist der bapst kriegsch, rumorisch und wild

Und ritet dahar so kriegsch und fri,

Grad als ob er voller tüflen si.

2

From the ‘Prodigal Son’ by Burkard Waldis.29

Vorlorn Szohn

Ick seh vp erden hir keyn trost,

Dar mit ick werden mocht erlöst.

Wor ick my kere edder30 wende,

Dar ys kummer an allen endenn.

5

Vele dagelöner myn vader hefft,

Der keyn ynn solcken kummer lefft31:

Sze hebbent all tho male32 guedt

Vnd hebben brodes ouerfloedt.

Auers33 ick mach hir keyn trost erweruenn,34

10

Ick moeth35 von grotem hunger steruenn.

Ick will my schicken ynn de sakenn

Vnd will my all thohand vpmakenn,

Inn düsser moyge36 nicht lengher staenn.

Will hen tho mynen vader gaenn

15

Vnd spreken, vader, ick sy de mann,

De dar hefft alsso öuel37 gedaenn,

Gesundiget ynn hemmel vnd vor dy,

Dat laeth38 du nicht entgelden my.

Dat ick geheten was dyn Szohn,

20

Des will ick my nu gantz entslaen39;

Ick bin des namens yo nicht werdt,

Dat ick dyn szohn geheyten werde;

Sunder nym my ynn dyne gemeyn,40

Make my als dyner dachlöner eynn.

25

Darumm blyue41 ick nicht lenger hir.

Vader

Dat ys myn Szohn, den ick dar seh.

Ick meynde, he hadde doet42 gewessenn:

Nu seh ick woll, he ys genessenn

Vnd leuet noch tho düsser stundt;

30

Idt43 bewegt sick myns herten grundt.

My yamert syn elende groet,44

Ick seh, he ys ynn groter noeth;

Ick kanss my werlich nicht entslaenn,

Ick moeth ohm45 vorwar entegen gaenn.

(Hir gengk de vader entegen demm vorlornn Szohn.)

35

Myn leue szoen, wes46 my willkomenn!

Ick hebbe dyne grote noedt vornommenn.

Vorwar, ick moet my dyner vorbarmenn.47

Kumm her, myn szohn, yn myne armenn,

Lech dynen mundt ann myne wanghenn,

40

Du schalst van my alle gnade erlangenn,

Vortruwe my dat vth48 hertzen grunde.

(Vorlorn Szohn veel nedder vor den Vader sprekende):

Ick seh wol, ick hebbe gnade fundenn.

Ach vader myn, vnd ick bin dey,

De dy hefft willen volgen nü,49

45

All tydt50 dyn geboden wedderstreuet

Vnd nü nha51 dynen willen geleuet.

Ick hebbe gesundiget ynn ouermoedt,

Inn hemmel vnd vor dy, vader guedt.

De nahm my nicht mehr euen52 kumpt,

50

Dat ick mach werden dyn szohn genümbt.53

Du haddest ydt my tho voren54 gesecht,55

Ehr wenn56 ick van dy toch hen wech,57

Vnd hefft my gewarndt vor mynen schaden,

Ick wolde my ouers nicht laten raden.

55

Solcken kummer hefft keyn mynsch gesehn,

De my alleyne ys geschehn.

Darumm, dat ick nicht, wo ick denn scholde,

Dyns guden rades volgen wolde,

Inn dyner straff58 nicht wolde leuenn,

60

Darumm hefft my leydt vnd müg59 vmmgeuen.

Vor myne sunde vnd myssethat

Is ouer my gegan alle quaedt.60

Myn sunde bekenne ick all vor dy,

Bidde dy, vader, wes gnedich my;

65

Ick hebbe gesundiget, ydt rowet61 my szehr.

3

Notes in this chapter

Note 1 · Behendickeit, ‘skill,’ ‘cunning.’Note 2 · Mugenn = mögen in the sense of modern können.Note 3 · Gesetzt und gesagt, ‘proclaimed the doctrine.’Note 4 · Widderumb = dagegen, im Gegenteil.Note 5 · Straffen, ‘refute.’Note 6 · Da kegen = dagegen.Note 7 · Gepur = gebühre.Note 8 · Drewet = drohet.Note 9 · Yhn = ihnen.Note 10 · The three ‘rods’ with which Luther proposed to chastise the papists were the temporal power, scripture, and the Councils.Note 11 · Mat, ‘impotent.’Note 12 · Vorpflichten = verpflichteten.Note 13 · On das = ohne dass, ‘aside from the fact that.’Note 14 · Larven und spiegelfechten, ‘masks and tricks.’Note 15 · Schochter = schüchtern.Note 16 · Spugnissen, ‘humbug.’Note 17 · In his New Testament, Luther had rendered Romans iii, 28—in the Vulgate arbitramur hominem iustificari ex fide absque operibus legis—as follNote 18 · Gefliessen = befleissigt.Note 19 · Einiges = einziges.Note 20 · Gesucht vnd gefragt, ‘sought for and queried over.’Note 21 · Erbeiten = arbeiteten.Note 22 · M. Philips = Magister Philippus (Melanchthon).Note 23 · Aurogallus, i.e. Goldhahn, name of a Wittenberg Hebraist.Note 24 · Meistern, ‘criticise.’Note 25 · Wacken vnd Klötze, ‘stones and stumps.’Note 26 · Gehoffelt = gehobelt.Note 27 · Haben must schwitzen = haben schwitzen müssen.Note 28 · Fast = sehr.Note 29 · Dürffen, in the old sense of ‘need.’Note 30 · Das = das’s, i.e. dass es; the es, referring to sola, being the object of hat, which means ‘contains,’ or ‘implies.’Note 31 · Sich begibt = es gibt; ‘when there is talk.’Note 32 · Als = wie, zum Beispiel.Note 33 · Allein = modern bloss; so in the other examples.Note 34 · Item, ‘like-wise,’ ‘again.’Note 35 · Gessen = gegessen.Note 36 · Uberlesen = durchgelesen.Note 37 · Unzelige Weise = unzähliger Weise, ‘countlessly,’ ‘ad infinitum.’Note 38 · Deste völliger = desto kräftiger.Note 39 · This famous hymn, based on Psalm xlvi and often called the battle-hymn of the Reformation, dates from 1529.Note 40 · Waffen (das) = modern Waffe (die).Note 41 · Frey, probably factitive rather than adverbial; ‘he helps us free,’ i.e. ‘sets us free.’Note 42 · Ernst, probably in the old sense of Kampf; ‘he means fight.’Note 43 · Zebaoth, ‘of hosts’; a Hebrew plural.Note 44 · Saur, ‘fierce,’ ‘menacing.’Note 45 · Nicht = nichts.Note 46 · Gericht = gerichtet, ‘judged.’ Satan’s impotence is caused (‘made’) by the fact that he is under doom. See Revelation xx, 3.Note 47 · Plan, ‘field’ of battle.Note 48 · Habens, i.e. haben es, the es being a genitive = ‘of it,’ ‘from it.’Note 49 · The poem dates from 1538. In lines 1-14, and again in lines 25-40, Frau Musica speaks in her own person; but in lines 15-24 Luther speaks ofNote 50 · Für = vor; translate by ‘of’ or ‘among.’Note 51 · Niemand is dative; ‘no joy can be more exquisite for any one.’Note 52 · Anleit = anliegt; ‘whatever lies hard upon us.’Note 53 · Des wol frei, ‘quite at ease about this.’Note 54 · That; see I Sam. xvi, 23.Note 55 · Bekant = erkannt; see II Kings iii, 15.Note 56 · The title of the poem, which comprises 1578 lines and was written in 1520, runs: Clag und Vormanung [i.e. Ermahnung] gegen dem übermässigen,Note 57 · Künig; Karl V (1500-1558).Note 58 · Adlers fan, the imperial eagle.Note 59 · Wicken, ‘weeds.’Note 60 · do zů = dazu, daran. In early prints, an uo, which later became ue, then u, often appears as ů.Note 61 · Propheten mund; see Jer. xii, 10 ff.Note 62 · Stadt = status, Zustand.Note 63 · Halt beuor = nehme aus, ‘except.’Note 64 · Hor = Haar.Note 65 · All ding, ‘in all things’; gen. with übermacht.Note 66 · Als = wie.Note 67 · Ye = je, ‘always.’Note 68 · Här zů = herzu.Note 69 · Vorter = fürder.Note 70 · Ley = Laie, ‘layman.’Note 71 · Weissen = weisen, ‘point the way,’ ‘instruct,’ ‘warn.’Note 72 · Kunst, ‘knowledge.’Note 73 · The song was printed separately in 1521 as Ain new lied herr Vlrichs von Hutten. The phrase ich habs gewagt, translating the Latin jacta estNote 74 · Mit sinnen, ‘deliberately.’Note 75 · Noch = dennoch.Note 76 · Spüren trew, ‘perceive stedfastness,’ ‘see that I am faithful’ to the decision taken.Note 77 · Main = meine; ‘I intend the weal not of one only (myself), but of the whole fatherland.’Note 78 · Pfaffenfeind, as a term of reproach among the humanists, had a suggestion of flying at ignoble game.Note 79 · Liegen = lügen.Note 80 · Mir . . . vil, ‘many would have liked me better.’Note 81 · Verjagt; Hutten’s revolutionary writings led to a papal order that he be brought to Rome in chains. Banished on that account by his former fNote 82 · Fleich = fliehe.Note 83 · Recht gelitten, ‘submitted to trial.’Note 84 · So = aber.Note 85 · Diser gleichen = dergleichen.Note 86 · Setz ich drauf, ‘take my risk on it.’Note 87 · Er = Ehre.Note 88 · Uff ainig mass = irgendwie.Note 89 · Ir selbs = sich selbst.Note 90 · Raten = Rat schaffen, ‘find means.’Note 91 · Ergatten = erholen.Note 92 · Curtisanen = Höflinge.Note 93 · Soltens = sollten sie.Note 94 · The Bruder Veits Ton, verse-form and tune, was a popular favorite. See Erk und Böhme’s Liederhort, II, 59.Note 95 · Iez = jetzt.Note 96 · Fürgon = vorgehen.Note 97 · Täten . . . tat = würden zur Tat schreiten, ‘would do something.’Note 98 · Sein = sind.Note 99 · Verjagen = beseitigt, ‘done away with.’Note 100 · Me = mehr.Note 101 · Aufdrait = aufträgt, ‘wears.’Note 102 · Erstift, ‘established’; see Mat. xvi, 18.Note 103 · Undertäni, an abstract from Untertan, in the collective sense of Untertanenschaft.Note 104 · Brachtet, from brachten = schreien, toben. The sense is: ‘Where subjects revolt and rulers are powerless.’Note 105 · Gemain = sämtlich.Note 106 · Gmain = Gemeinde.Note 107 · Der, in the sing., as if der minste had preceded.Note 108 · Zierd, the church.Note 109 · Gent steur = geben Steuer, ‘help on,’ ‘aid.’Note 110 · Nim = nimmer (nie mehr).Note 111 · Fünf, namely, confirmation, penance, extreme unction, order, and matrimony.Note 112 · Andern, namely, baptism and the eucharist.Note 113 · Geschent = geschändet, ‘treated disgracefully.’Note 114 · Für erlogen = vorgelogen.Note 115 · Biegen, with kan above; ‘whoso can bend the gospel to murder,’ etc.Note 116 · Hanthabt, ‘invests’ (puts into his hands).Note 117 · Meit, ‘mite.’Note 118 · Frone = heilig.Note 119 · Rinklen, ‘twist,’ ‘pervert,’—like the preceding vertragen.Note 120 · Niklaus Manuel (ca. 1484-1530), locally famous both as a painter and a writer, was a leader of the early Swiss Reformers. The play consistedNote 121 · Sig = sei.Note 122 · Neiwas nüws = etwas Neues.Note 123 · Treit an = anträgt.Note 124 · Trut = traut(er).Note 125 · Sich = sehe.Note 126 · Des . . . git = gibt Zeugnis davon.Note 127 · Nachgand = nachgehen.Note 128 · Feldsiechen = aussätzigen.Note 129 · Verschmach = verschmähe.Note 130 · Etter = vetter (Rüedi being familiar for Rudolf).Note 131 · Bekennen = kenne.Note 132 · Vast wol = sehr gut.Note 133 · Wott = wollte.Note 134 · Verden plůost willen; an untranslatable oath.Note 135 · Kilchherr = Kirchherr.Note 136 · Glatzet, ‘bald.’Note 137 · Trumeter = Trompeter.Note 138 · Git = Geiz.Note 139 · Wis und berden = Weise und Gebärden, ‘character and conduct.’Note 140 · Kriegszüg = Kriegsheer.Note 141 · Gwardi = Garde, Leibwache.Note 142 · Pasunen = Posaunen.Note 143 · Kartonen = Cartaunen, ‘heavy guns.’Note 144 · Schlangen, ‘(long) cannon.’Note 145 · Reiser = Reisiger, Krieger.Note 146 · Bossen = Burschen, Buben.Note 147 · Spicherschlüssel, ‘granary keys’; the keys of St. Peter.Note 148 · Waldis was a Hessian, born about 1495, wno went to Riga in his youth, and there worked and suffered in the cause of the new Lutheranism. TheNote 149 · Edder = oder.Note 150 · Lefft = lebt.Note 151 · All tho male = allzumal, ‘constantly.’Note 152 · Auers = aber.Note 153 · Erweruenn = erwerben, gewinnen.Note 154 · Moeth = muss.Note 155 · Moyge = Mühe.Note 156 · Öuel = übel.Note 157 · Laeth = lass.Note 158 · Entslaen = entschlagen; with reflexive object ‘to leave out of account.’Note 159 · Gemeyn: here = ‘household.’Note 160 · Blyue = bleibe.Note 161 · Doet = tot.Note 162 · Idt = es.Note 163 · Elende groet = Elend gross.Note 164 · Ohm = ihm.Note 165 · Wes = sei.Note 166 · Vorbarmenn = erbarmen.Note 167 · Vth = aus.Note 168 · Nü = nie.Note 169 · Tydt = Zeit.Note 170 · Nha = nach.Note 171 · Euen = eben; with kumpt = ‘befits.’Note 172 · Genümbt = genannt.Note 173 · Tho voren = zuvor.Note 174 · Gesecht = gesagt.Note 175 · Ehr wenn = früher als, bevor.Note 176 · Toch hen wech = zog hin weg = hinwegzog.Note 177 · Straff, ‘discipline.’Note 178 · Müg = Mühe.Note 179 · Quaedt = böse, schlecht.Note 180 · Rowet = reuet.
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